Binger St. Rochuskapelle

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Hab' nen Rochus auf Binger St. Rochus Kapelle

5  22.06.2002

Pro:
ein guter, bewährter, meinst relativ lieblicher Gebrauchswein,

Kontra:
manches Jahr etwas herber, etwas trockener,

Empfehlenswert: Ja 

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Über sich: Getreu meinem traditionellen Motto: "Mit HERZ und HUMOR" das ganze Jahr irgend-wie jeck se...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 61 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Zwischen durch mal wieder etwas an lieblicherem, leckerem, aber dennoch nicht zu teuerem Wein, hoffe es gefällt Euch so.

Wenn ich auch von der Familie her eher Rheingauer Anhang und daher ein positives Vorurteil für diese Rheinseite, d.h. Orte wie Rüdesheim, Johannisberg, Östrich Winkel oder Geisenheim habe, oder auch Aßmannshausen, den Rotweinort, so zieht es mich heute mal wieder auf die andere, die Pfälzische Seite des Rheines, nach Bingen.

Auch da soll es bekanntlich preiswerte und ordentliche Weine geben. Einer der mir vertrautesten ist dabei seit meiner Kindheit die „Binger St. Rochus-Kapelle“, gewachsen, wie der Name schon vermuten lässt, auf dem Binger Rochusberg. In einfachster Form zu haben ab 1,24 €, in besserer als Auslese so ab 1,98 €, wie diese hier angesprochene, oder sollte ich besser sagen bald ausgetrunkene Flasche aus 1999.

Da er meist, wie hier als Auslese vorkommt, ist er mir besonders lieb, denn eine Auslese ist gereifter, ausgewählter, und damit sonnen gereifter. Das wiederum hat zur Folge, dass der Wein mehr gute Sonne, gegebenenfalls auch länger, (dann heißt er Spätlese) eingefangen hat, also neben der enthaltenen Fruchtsäure einen erheblich höheren Gehalt an Fruchtsüße mitbekommen hat. Das hat dann logischerweise zur Folge dass der Wein etwas lieblicher, wärmer, süßer schmeckt.

Dabei ist er bei einem Alkoholgehalt von 10% schon relativ stark zu nennen, und wenn man zu viel und zu warm davon genießt, dann kann einem ungewohnten Trinker auch dieses liebe, fromme Weinchen schon ziemlich schnell zu Kopfe steigen. AM besten munden dürfte er aller Regel nach so zwischen 9 und 12 Grad Celsius.

Ich meine, dass er fein und fruchtig schmeckt, im Nachgeschmack jedoch nicht zu lieblich-süß, sondern eher etwas herz zu nennen. Es mag besseren oder leckerer schmeckenden Wein geben, doch dieser ist wirklich bekömmlich und bewährt, und man kann ihn problemlos auch in größeren Mengen vernichten, ohne dass man später mit einem hauseigenen Kater auf zuwachen befürchten muss.

Andererseits erinnert mich das, wie Wein und Lage nahe legen, an den Heiligen Rochus. Sicherlich kennt ihr doch das Sprichwort oder die Bemerkung auf jemanden einen richtigen Rochus haben, - einerseits heißt das auf jemanden so richtig scharf sein, etwas von ihm oder ihn wollen, auf der anderen Seite hat das aber auch einen bittereren Beigeschmack, von scharf darauf sein, weil es nicht alles so glatt und problemlos läuft, man, man etwas grade rücken, anders haben oder besser gemacht haben will, kurz weil man mit den gegebenen Umständen oder der Person eben nicht allzu glücklich ist, sauer säuerlich oder verbittert.

Wenn das sich auch etwas übertragen oder an den Haaren herbeigezogen sich anhören mag, in weniger sonnigen Jahren kann es auch passieren, dass dieser stolze Rochuskapellen-Wein es voll rechtfertigt einen Rochus auf ihn zu haben, denn dann sind seine Produkte etwas weniger lieblich, sondern eher halbtrocken, und es kann ganz leicht vorkommen, dass mancher meint, dass er etwas zu herb und säuerlich schmeckt, - schwamm drüber wenn er im folgenden Jahr wieder herzerfrischend und lieblich schmeckt, - wer ihn nicht mag, der kann ihn ja mir rüberschicken, sicherlich werde ich mich nicht weigern ihn dann selbst zu vernichten.

Übrigens auch hier zu beachten, - ein guter Wein kommt eben, auch wie ein gutes Bier, immer aus Christlichem Umfeld, mit gesunder Seele und gutem, kölsterlich-züchtigem Charakter, - denkt mal mit, nach dem Besuch im Moselaner Zeltinger Himmelreich sind wir wieder auf erden, aber eine alte Kapelle ist es dennoch geblieben, die unserem Weinchen hilft den rechten Weg zu finden, - Weinbauern sind eben auch nur Christliche Leute, die sich für ihre nächste Rebenernte vom Himmel die besten möglichen Trauben erflehen.

Alle, die ihr auch eine schwäche für leckere und gesunde Weine habt, hofft mit mir, dass der liebe Gott ein neuerliches Einsehen mit uns hat und auch 2002 zu einem phantastischen Reben- Trauben- und Weinjahr werden lässt, - auch wenn Ihr derzeit alle heftig unter der momentanen Hitzeperiode leidet, Euch Wein 2002 wird es Euch mit ausreichender Lieblichkeit zu danken wissen, - ärgert Euch also nicht über das heiße Wetter, macht das beste draus, freut Euch auf einen frischen, leckeren, lieblichen Wein!

Je mehr heiße Sonne, um so leckerer und lieblicher die meisten Weine, ganz besonders aber dies Binger St. Rochuskapelle.

In diesem Sinn, wer lieblichere Weine mag, Jahrgang 2002 vormerken!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
VINO0658

VINO0658

01.11.2002 15:35

Erst mal finde ich Deine Art den Bericht zu schreiben recht gut - deshalb "h". Beim Wein solltest Du aber vielleicht mal eine bessere "Binger St.Rochuskapelle" probieren als den aus dem Supermarkt.Es gibt Weine dieser Weinlage direkt vom Winzer als auch im Versandhandel. Gib paar Euro mehr aus,suche Dir einen sortenreinen Wein aus Bingen und Dein Gaumen wird Luftsprünge machen vor Genuss.

gabi37

gabi37

23.06.2002 18:33

Ich bin eigentlich kein Weintrinker oder -kenner, aber ich glaube mich zu erinnern, dass ich den bei Freunden schon mal getrunken habe. Schöne Grüße, Gabi

Blade2002

Blade2002

23.06.2002 12:48

Hi. Ich habe mir mal den Bericht vorgenommen und muss feststellen, dass er ein super formulierter und gut bestückter ist. Er enthält alle Informationen die wichtig sind. Man sieht sich also. Bis dann René !!!

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