Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Trennen ist sinnvol und spart Kosten |
| Kontra: |
Nicht jeden interessiert es |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Wer schon mal in meinem Profil gestöbert hat weiß das ich als Kraftfahrer in einem Entsorgungsunternehmen tätig bin. Meine Einsatzgebiete dort haben ein breites Spektrum, unter anderem fahre ich Müll, Papier, DSD (Gelber Sack), Altholz, Schrott etc. Zum Thema Müllentsorgung habe ich mich bereits in einem gesonderten Bericht geäußert und möchte heute den Teilbereich „Bioabfall“ genauer unter die Lupe nehmen.
Um an dieser Stelle überhaupt nützliche Tipps zum Bioabfall zu geben, muss man zunächst einmal klarstellen was unter dem Begriff Bioabfall zu verstehen ist.
Grundsätzlich sind alle Abfälle aus organischen Stoffen Bioabfall, Pflanzenreste (Gartenabfälle), Unbehandeltes Papier (Filtertüten, Teebeutel), Unbehandelte Holzreste, Gemüseschalen (Kartoffel, Gurke, Möhre, Zitrusfrüchte unbehandelt), Obstkerne, Lebensmittelreste (Knochen, Gräten, übrig gebliebene Mahlzeiten, Fleischreste), z.B.
Meine Aufzählung repräsentiert im Allgemeinen die Abfälle, die in jedem Haushalt anfallen.
Nun kann man mit diesen Bioabfällen zum einen nicht gleich verfahren, um noch einen sinnvollen Nutzen aus ihnen zu ziehen, zum anderen hat nicht jeder die Möglichkeit dazu. Am leichtesten haben es wohl all jene die auf dem Land leben oder zumindest einen eigenen Garten haben. Schwieriger bzw. nahezu unmöglich ist es für alle die in einer Großstadt leben. Daher kann ich all denen auch nur wenige Tipps geben, was ich aber trotzdem im Folgenden versuchen möchte.
Bioabfälle in der Großstadt
Soweit mir bekannt gibt es bereits den ein oder anderen Vermieter, der neben den Hausmülltonnen so genannte Komposter aufstellt. Diese Komposter sind geschlossene Systeme, in denen die meisten Bioabfälle relativ geruchsneutral in Kompost umgewandelt werden. Um jedoch Ungeziefer wie Ratten z.B. fern zu halten, auch wenn sie nicht in das geschlossene System eindringen können, empfiehlt es sich sie lediglich mit Pflanzenresten, Gemüseschalen, Kaffeefilter oder Teebeutel zu befüllen. Diese zersetzen sich mit Hilfe von Mikroorganismen recht schnell, der so gewonnene Kompost kann später im Hofgarten (Falls vorhanden) als Dünger wiederverwertet werden. Ist solch ein Komposter nicht vorhanden, solltet ihr, vorausgesetzt ihr habt dafür Platz am Haus, zusammen mit den anderen Mietern dem Vermieter/Besitzer einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten. Euer Hauptargument hierbei wäre der Kostenfaktor, Müll wird nach Gewicht berechnet und alles was nicht im Hausmüll landet reduziert die Unterhaltskosten für den Besitzer. Im besten Fall, liegt natürlich in erster Linie bei euch, bekommt ihr den Vermieter auf lange Sicht auch dazu den Mietzins entsprechend neu zu berechnen.
Was Nahrungsmittelreste betrifft kann ich euch nur Raten, möglichst so zu kochen dass nichts übrig bleibt. Bei Abfällen dieser Art habt ihr keine andere Wahl als sie mit dem Hausmüll zu entsorgen, da sie wie bereits erwähnt nicht unbedingt das richtige für einen Komposter sind. Nun ja, außerdem ziehen sie speziell im Sommer auch Heerscharen von Maden an und sind sehr Geruchsintensiv. Habt ihr dennoch Lebensmittelabfälle ist es ratsam sie in geschlossenen Kunststoffbeuteln zu entsorgen.
Bioabfälle auf dem Land
Hier ist eine adäquate Entsorgung der oben genannten Abfälle relativ unproblematisch. Wie sehr viele andere besitzen wir einen Garten mit einem selbst angelegten Komposthaufen. Des Weiteren gibt es Recyclinghöfe wo man z.B. Gartenabfälle entsorgen kann.
Wie ich einen Komposthaufen anlege,
zunächst suche ich mir im Garten einen geeigneten, ebenen Platz mit 1- 2qm Grundfläche. Diese Fläche lockere ich bis in eine Tiefe von 15-25 cm auf, damit Regenwürmer, die sich auch an der Kompostierung beteiligen, leichten Zugang zum Haufen haben. Danach brauche ich eine Einfriedung, auf Bauernhöfen sieht man diese oft gemauert, für den privaten Zweck reicht aber auch ein Holzgestell. Dieses kann man selbst bauen oder wie ich für 10 Euro im Gartenmarkt erwerben. Nach dem Aufstellen habe ich das Gestell noch, mit bei uns vorkommenden ca. 15-20 cm großen Steinen umrandet, das gibt zusätzlichen halt und sieht sehr gut aus.
Was sich zum Kompostieren eignet,
alle Gartenabfälle, Rasenschnitt, Laub, Gestrüpp, wobei ich größere Äste allerdings zuvor im Häcksler zerkleinere, Erdreste aus Blumentöpfen, Gemüseschalen unbehandelt, Kaffeefilter, Teebeutel und Reste von losem Tee, Alte Blätter und Reste von Topfpflanzen.
Was sich nicht eignet bzw. auf andere weise Entsorgt werden sollte,
Selbstverständlich gehören keine Anorganischen Stoffe wie, Glas, Metal oder Kunststoff auf einen Komposthaufen. Chemisch z.B. mit Pestiziden behandelten Stoffe (diverse Schalen, Hölzer), Kotreste von Haustieren oder Katzenstreu. Ich persönlich gebe auch keine Nahrungsmittelreste auf den Komposthaufen da selbige einiges an Ungeziefer wie Ratten und Mäuse z.B. anziehen. In dem Fall kann ich nur Raten wenn möglich angemessen zu Kochen, so dass nichts übrig bleibt und wenn doch die Reste mit dem Hausmüll zu entsorgen. So ist es meiner Meinung nach hygienischer da Essensreste schnell schimmeln und die auf ihnen lebenden Pilzsporen sehr ungesund sind. Das gilt auch für Knochen (Kotelett z. B.), man nagt sie ja doch nie vollständig ab und außerdem verrotten sie so gut wie überhaupt nicht.
Knochen wären zwar ein nützlicher Zusatz im Kompostgut, sie enthalten Kalk und Mineralien, man müsste sie jedoch zermahlen damit es etwas bringt.
Abschließend zum Komposthaufen möchte ich noch erwähnen, dass man den Kompost von Zeit zu Zeit mit einer Forke oder ähnlichem wenden muss. Oberflächlich betrachtet mag dies alles recht umständlich sein, doch man spart Kosten, trägt entscheidend dazu bei Müll zu vermeiden und erhält wunderbaren Dünger/Humus für seine Blumen/Gemüsebeete.
Alternativ zum Komposthaufen bietet sich natürlich ein geschlossener Kunststoff Komposter an, den ich bereits im Abschnitt „Biomüll in der Großstadt“ angesprochen habe.
Wertstoffhöfe
Auf ihnen befinden sich Container die man mit gröberen Grünabfällen aus dem Garten befüllen kann, Gestrüpp, Äste, Baumstämme zersägt (max. 1 m lang). Der Inhalt dieser Container wird zu entsprechenden Kompostieranlagen/Komposthöfe gebracht. Dort wird das Grüngut zerkleinert und dann auf dieselbe Art und Weise kompostiert wie bei mir auf dem Komposthaufen. Der dort entstandene Humus wird in Säcken verpackt als Blumenerde verkauft und kann nun anderen Pflanzen als Lebensgrundlage dienen. Als Beispiel für solch eine Anlage fällt mir das Erdenwerk in Herbertingen/Baden-Württemberg ein.
Im Übrigen gibt es auf den Wertstoffhöfen auch Container für große Holzabfälle (Industrieholz, Bretter, Spanplatten etc.), bei denen wird aber leider nicht behandeltes und unbehandeltes Holz getrennt. Diese Holzabfälle werden in großen Holzwerken zerkleinert und später zu Spanplatten z.B. verarbeitet.
Fazit
Wie ihr seht kann man mit ein wenig Einsatz das horrende Müllaufkommen reduzieren und somit auch Kosten einsparen. Da ich selbst auch Hausmülltouren fahre sehe ich spätestens beim Entladen, das neben den Werstoffen (Kunststoff, Papier, Glas etc.) auch ein sehr hoher Anteil an Biomüll in den Tonnen ist bzw. war. Ich sehe ja ein das nicht jeder die Zeit oder Gelegenheit hat mit seinen Abfällen entsprechend zu verfahren, dennoch möchte ich jeden dazu anregen in Zukunft vielleicht doch seinen Müll gewissenhaft zu trennen. Da mein Beitrag sich speziell mit dem Biomüll befasst hat, hoffe ich ein paar nützliche Tipps gegeben zu haben und bedanke mich für eure Aufmerksamkeit.
Euch allen einen guten Start in die neue Woche Aqua
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sehr hilfreich
24.09.2003
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Dieser Müll stinkt mir!!!!
Bewertung für Bioabfall - Tipps & Tricks von
Dorilys
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Hallo liebe Leser,
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25.02.2004
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Stadtmaus trifft Landmaus: Komposthaufen adé?
Bewertung für Bioabfall - Tipps & Tricks von
kadmos
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08.09.2003
(17.09.2003)
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