Hart im Nehmen!

3  05.04.2001

Pro:
Gute Ausbildung, lecker Mensa in der Hauptuni

Kontra:
Verzicht auf Freizeit

Empfehlenswert: Ja 

Ankemaus

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:7

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Bei einem Abitur schlechter als 1,4 stellt sich jedem angehenden Wissenschaftler die Frage: Ostdeutschland oder Hannover? So nahm auch ich das Studium hier auf.

Die Organisation des Studienganges Biochemie teilt sich hier auf 2 Institute auf: auf die Medizinische Hochschule und das chemische Institut. Daher kommt es oft zu Mißverständnissen und in Problemsituationen fühlt sich niemand verantwortlich. Außerdem wird man nicht ausgibig über anstehende Termine und den weiteren Verlauf des Studiums informiert. Abgesehen von 1 Stunde im ersten Semester, weiß ich kaum etwas über das Hauptstudium, obwohl es in 6 Monaten soweit sein wird.

Urlaub? Kann man vergessen. Die "Semesterferien sind komplett mit Praktika zugepflastert, deren genaue Termine man erst max. 3 Wochen vorher erfährt. Und falls man doch 7 Tage am Stück frei haben sollte, liegt mitten in dieser Woche noch eine Klausur.

Die Klausuren sind äußerst wichtig, besteht man eine nicht, oder gehört nicht zu den besten, wird man für ein Praktikum nicht zugelassen. Das kann wiederum bedeuten, daß sich das Studium schon zu Beginn um 1 Jahr verlängert.

Wenn man Biochemie studieren will, muß man davon ausgehen, die Uni nicht wechseln zu können, da der Stuidiengang verschult ist, man seine Kurse also nicht frei wählen kann.
Nach dem 2. Semester kann man 3 der 7 Vordiplomsprüfungen vorziehen (Zoologie,Botanik, Physik), die anderen 4 (anorganische, organische, physikalische und Bio-Chemie) werden nach dem 4. Semester abgelegt.
Eines kann gesagt sein: Das Studium an sich eignet sich nur für diejenigen, die auf Teufel komm raus später Forschen wollen. Allerdings sind die Aussichten nicht so rosig: Zwar werden alle zukünftigen Abgänger einen Arbeitsplatz finden, aber nur 2 % in der Forschung, der Rest in Industrie und besonders viele als Pharmareferent. Und die hohen Posten werden von Medizinern besetzt, weil es bescheuerte rechtliche Bestimmungen gibt.

Also: das Medizinstudium bringt Euch genausoweit, nur daß Ihr dann auch noch mal in den Urlaub fahren könnt.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Jadzia_Dax

Jadzia_Dax

05.04.2001 17:11

Ich komme zwar aus der Geisteswissenschaft, finde den Bericht aber trotzdem sehr interessant. Kleiner Tip: mach doch mehr Absätze, das macht das ganze übersichtlicher :)

kangaroe

kangaroe

05.04.2001 16:55

Das Wichtigste beim Studium ist Eigeninitiative. Ohne die kommt man nicht weiter. An der FH Jena, wo ich studierte, war es ähnlich wie bei Dir.

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