Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
billiger, ungefährlicher und teilweise umweltfreundlicher |
| Kontra: |
wenig Tankstellen, Gefahr von Motorschäden bei unsachgem . Gebrauch, teil . mangelnde Qualität |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Als Vielfahrer muß ich jeden Monat ein ordentliches Sümmchen an der Tankstelle lassen. Doch weniger fahren geht weder beruflich noch möchte ich privat auf meine Mobilität verzichten. Guter Rat ist also teuer, oder doch nicht?
Als ich mir vor über einem Jahr meinen neuen Golf TDI (siehe auch mein Ciao-Bericht) gekauft habe, fiel mir in der Bedienungsanleitung auf, dass dort eine Freigabe für den Betrieb mit RME (Biodiesel) erteilt wird.
RME ??? Biodiesel???
Also Biodiesel hatte ich ja mal gehört, RME noch nie.
Meine Neugier war geweckt und ich versuchte mich schlau zu machen. Eine Recherche im Internet brachte mich schnell auf verschiedene Seiten, die mir die beiden Begriffe erklären konnten.
Was ist Biodiesel?
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RME = Rapsölmethylester = Biodiesel
Aha.
Oder?
Nun ja, Rapsfelder kannte ich. Das sind die riesigen Felder mit den gelb blühenden Pflanzen. Öl aus Raps kann ich mir auch gut vorstellen, da werden die Rapssaaten eben gemahlen und zu Öl verarbeitet. Wie bei Salatöl eben. Beim Begriff Methylester musste ich aber dann doch meine verstaubten Chemie-Kenntnisse bemühen: Dort erfuhr ich dann, dass durch eine „Umesterung“ mit Hilfe von Alkohol (Methanol) aus einem Öl eben Rapsölmethylester hergestellt werden kann.
Ja und das kann man tanken?
Nach weiteren Recherchen erfuhr ich, dass grundsätzlich jeder Diesel-Motor mit diesem RME/Biodiesel angetrieben werden kann.
Grundsätzlich!
Wer kann Biodiesel tanken?
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Die Haken entdeckte ich auch kurze Zeit später. Biodiesel verhält sich chemisch aggresiver als normaler Diesel. Das bedeutet, dass Biodiesel ein besseres Lösungsmittel ist, also Schmutz und Ablagerungen entfernt und Oberflächen verätzen kann. Zum Betrieb von Biodiesel müssen also z.B. alle Treibstoff-Leitungen diesem aggressiveren Biodiesel gewachsen sein. Weiterhin löst der Biodiesel praktisch alle Ablagerungen in diesen Leitungen, was dazu führt, dass die Leitungen anschließend ziemlich sauber sind, aber der ganze gelöste Schmutz z.B. im Treibstofffilter hängen bleibt und diesen verschmutzt bzw. gänzlich verstopft.
Man muß sich also zunächst bei seinem Autohersteller informieren, ob dieser solch widerstandsfähige Leitungen einbaut. Hier die wichtigsten Aussagen:
- Volkswagen/Audi/Skoda: Praktisch alle Diesel-Modelle seit 1996. ABER NICHT DIE NEUEN EURO 4-Diesel (z.B. im Touran)
- Opel: Keine Freigabe
- Ford: Keine Freigabe
- BMW: Gegen Aufpreis kann bei 318, 320, 330, 520, 525 und 530d Freigabe bestellt werden.
- DaimlerChrysler: Freigabe gegen Aufpreis bei meisten Modellen möglich (ca.200 EUR)
ACHTUNG: Wer eine Standheizung besitzt, muß daran denken, daß diese auch mit Diesel betrieben wird und sich dafür eine eigene Freigabe holen. Webasto, der Marktführer gibt generell keine Freigabe. Gleiches gilt z.B. für die Zusatzheizung im Galaxy/Sharan/Alhambra.
Generell gilt jedoch, dass jeder sich vor Nutzung von Biodiesel für sein Fahrzeug beim Hersteller versichern muß. Ich übernehme keine Haftung für diese Aussagen!
Das Problem mit dem Kraftstofffilter dagegen bleibt, wenn man schon längere Zeit normales Diesel getankt hat. Die dort befindlichen Ablagerungen werden von Biodiesel gelöst und können den Kraftstofffilter verstopfen. Am besten tankt man also gleich bei sauberer Leitung Biodiesel (also beim Neuwagen) oder man plant einen Kraftstofffilterwechsel nach wenigen tausend Kilometern ein.
Wo bekommt man Biodiesel?
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Nicht an jeder Tankstelle! Wo genau muß man selbst in seiner Region herausfinden. In der Regel führen die großen namhaften Tankstellen (Aral/BP/Shell/DEA usw.) kein Biodiesel. Eher wird man bei freien Tankstellen oder Supermarktketten fündig. In meiner region gibt es z.B. die „Globus-Märkte“ und dort kann man Biodiesel sehr günstig tanken.
Mein Rat: Im Internet nach der nächsten Tankstelle suchen
ACHTUNG: Unbedingt darauf achten, dass der dort angebotene Biodiesel die entsprechende DIN-Norm 51606 erfüllt. Es gibt auch Anbieter, die nicht nach dieser Norm hergestellten Biodiesel verkaufen ....
Wie teuer ist Biodiesel?
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Da Biodiesel nicht aus Mineralölen hergestellt wird, fällt auch die gleichnamige Mineralölsteuer nicht an. Trotz der erheblich aufwändigeren und teureren Herstellung kann Biodiesel so billiger als Diesel verkauft werden. Dennoch ist der Preis in der Regel an den Diesel-Preis gekoppelt. Dies ist aber nur deshalb so, weil die Hersteller versuchen möglichst teuer zu verkaufen und dennoch billiger als Diesel bleiben wollen und müssen (sonst würds nämlich vermutlich keiner kaufen wollen…).
Bei meiner Tankstelle kostet Biodiesel in der Regel 10 – 12 Cent weniger als ein Liter Diesel.
Gerade heute habe ich für 0,69 EUR / Liter getankt, der Dieselpreis betrug dort 0,81 EUR!
Wichtige Fragen und Antworten
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* Kann man Biodiesel mit normalem Diesel mischen?
Ja, kann man. Ohne Probleme sogar. Ich tanke zwar am häufigsten bei meiner Haus-und-Hof Tankstelle Biodiesel, aber eben nicht immer. Dann tanke ich einfach normales Diesel und ich merke beim fahren nicht den geringsten Unterschied.
* Ändert sich das Fahrverhalten?
Nein. Zumindest nicht spürbar. Laut einigen Internetseiten soll man ca. 1-3% der Leistung verlieren. Ich merke davon wirklich nix. Wenn ich nicht selbst getankt hätte würd ich nicht wissen, ob ich grad Biodiesel im Tank hab
* Ändert sich der Verbrauch?
Ich notiere mir alle Tankstops und werte den Verbrauch aus. Ich kann nicht sagen, dass Biodiesel einen Einfluß hätte. Sehr wohl hat mein generelles Fahrverhalten einen spürbaren Einfluß. Rasante Autobahnfahrten spüre ich am Verbrauch deutlich, das ist aber unabhängig davon, was im Tank ist.
* Ist Biodiesel winterfest?
Ja. Wenn es aber besonders kalt ist, merke ich, dass ich etwas länger aufheizen muß als bei normalem Diesel. Das ist die einzige Stelle bei der ich wirklich merke, was im Tank ist.
* Wie siehts mit der Umwelt aus?
Biodiesel ist ein natürlich nachwachsender Rohstoff. Eine Gefährdung der Umwelt wie bei Mineralöl ist also nicht gegeben. Biodiesel ist biologisch abbaubar und ein Tankerunglück mit Biodiesel wäre ziemlich harmlos. Auch die CO2 Bilanz fällt deutlich zugunsten von Biodiesel aus. Rechnet man jedoch die anfallenden Porduktionsenergien etc. ein, so streiten sich die diversen Fachleute noch, ob Biodiesel wirklich umweltpolitisch günstiger ist. Eine abschließende Wertung fällt mir daher schwer.
Fazit
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Ich tanke seit Anfang an Biodiesel und hab eine Menge Geld gespart. Probleme oder Leistungsverluste hatte ich bei über 50.000 gefahrenen km bislang keine. Ich schätze mal, dass ich 40.000km davon mit Biodiesel gefahren bin …
Ich kann Biodiesel bei Fahrzeugen, die die Voraussetzungen erfüllen also nur empfehlen. Wer die Spielregeln (siehe oben) beachtet dürfte keine Probleme haben und sich mit dem ersparten Geld einiges zusätzliche leisten können. Um Probleme bei der Gewährleistung zu vermeiden empfehle ich, dass man seine Tankbelege aufbewahrt. So könnte man bei Auseinandersetzungen beweisen, dass man immer DIN-gerechten und freigegebenen Kraftstoff getankt hat und die Gewährleistung liegt somit beim Hersteller, der ja die Freigabe erteilt hat. Versuche mit nicht freigegebenen Autos würde ich aber lieber unterlassen.
So, ich hoffe ihr seid schlauer. Fragen beantworte ich gerne per Mail oder Gästebuch.
Ach ja: Links darf ich nicht angeben hier, aber ich empfehle mal im Internet nach UFOP zu suchen, der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V.
Update 2.12.2004
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Nach knapp 90.000 km mit Biodiesel: Immer noch keine Probleme. Einmal hatte ich einen "versifften Krafstoffilter", den musst ich austauschen, dann keine Probleme mehr.
Hauptproblem war wohl, daß die Werkstatt "vergessen" hat, ihn zu wechseln, er wäre eigentlich fällig gewesen ...
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09.06.2001
(21.09.2001)
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10.01.2003
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- biologisch abbaubar ist bei einem Unglück weder Boden noch Küsten verseu ...
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sehr hilfreich
22.07.2003
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11.11.2003
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