Birnen Diät (Ernährungsform)

Birnen Diät (Ernährungsform)

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... Bei der Birnendiät isst man über den Tag verteilt sechs Birnen: morgens, mittags, abends, zwischendurch... dazu Knäckebrot soviel man möchte und jede Menge Wasser. Alles über den Zeitraum von gut einer Woche. Der prognostizierte Gewichtsverlust in dieser Zeit liegt bei etwa zwei bis drei Kilogramm. Allzu ... Bericht lesen





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Gestatten, Williams Christ!
Erfahrungsbericht von pest über Birnen Diät (Ernährungsform)
03.04.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Netter Ansatz
Kontra: Nur für kurzen Zeitraum, Knäckebrot

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Die Birne, lateinisch Pyrus, für viele die schmackhafteste einheimische Obstsorte überhaupt bildet den Grundpfeiler der gleichnamigen Diät. Wahrscheinlich würde das Ganze auch mit Äpfeln, aber diese sind für den Durchschnittsbürger in größeren Mengen weit weniger genießbar. Bei der Birnendiät isst man über den Tag verteilt sechs Birnen: morgens, mittags, abends, zwischendurch... dazu Knäckebrot soviel man möchte und jede Menge Wasser. Alles über den Zeitraum von gut einer Woche. Der prognostizierte Gewichtsverlust in dieser Zeit liegt bei etwa zwei bis drei Kilogramm.

Allzu kompliziert ist das Ganze nicht. Oder vielleicht doch?

Man kann es sich natürlich einfach oder schwer machen. Man kann die kleinen grünen steinharten und völlig unreifen Birnen vom Discounter um die Ecke kaufen und sich daran im wahrsten Sinne des Wortes die Zähne ausbeißen. Oder man schaut sich etwas um... auf dem Markt... im Bioladen. Immerhin gibt es über 5000 Birnensorten auf der Welt – die meisten für uns völlig unbekannt. Die Birnendiät als kulinarische Entdeckungsreise quasi.

Morgens eine Birne, mittags eine Birne, abends eine Birne und zwischendurch auch ein paar. Aus meiner Sicht liegt das eigentliche Problem hierbei in der Tatsache, dass sich viele Menschen gar nicht bewusst sind, wie viel Zeit sie eigentlich mit Einkaufen und dem Zubereiten / Kochen von Nahrung verbringen und wie sehr sich ihr Leben ums Essen dreht. Kochen als der Mittelpunkt der Zivilisation. Bei der Anwendung einer Diät, bei der das Kochen einfach wegfällt, haben sie auf einen Schlag dermaßen viel freie Zeit, dass sie nichts damit anzufangen wissen. Ihnen wird ganz einfach langweilig.
Manche fühlen sich wie Drogenabhängige auf Entzug.

Die Aussage man könne soviel Knäckebrot essen, wie man will ist in so einem Fall natürlich relativ fatal. Man fängt an, es aus reiner Langeweile heraus in sich hineinzustopfen. Brot bzw. Weizen enthält Exorphine in rauen Mengen. Es macht hochgradig abhängig. Jeder, der es mal mit einer reinen Rohkosternährung versucht hat (Instincto, Urkost oder was auch immer), wird dieser Aussage zustimmen können. Aus Langweile wieder in die Sucht – oder so ähnlich *g*. Aber ich schweife ab. Immerhin ist dies ja kein Artikel über eine Rohkostrichtung sondern über die Birnendiät...

Der erste Tag ist der Schwerste (wer sich schön mit Knäckebrot voll stopft, hat da natürlich weniger Probleme...). Wichtig ist es, sich schon vorher eine Beschäftigung zu Überlegen, mit der man die dazu gewonnene Zeit richtig ausfüllt. Das Fernsehen ist dazu erfahrungsgemäß nicht so geeignet – lieber ein gutes Buch, Sport oder einen kleinen Spaziergang. Ich behaupte übrigens, dass viele in dieser Woche – wenn man sich nicht mit Knäckebrot übermäßig voll stopft – körperlich leistungsfähiger sind, als zuvor mit ihrer Zivilisationskost. Das oftmals als Hunger interpretiere Grummeln im Magen (was genaugenommen kein Hunger ist, sondern die Entgiftung einiger Organe) sollte nach ein oder zwei Tagen verschwunden sein. Was viele allerdings vermissen werden, ist diese ominöse unnatürliche Völlegefühl, das sie normalerweise nach jedem „guten“ Mahlzeit hatten.

Der Gewichtsverlust sollte wie prognostiziert eintreten. Viele sorgen sich jedoch viel weniger um diesen als vielmehr um irgendwelche Mangelerscheinungen die auftreten könnten. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Leute, die die Tage in ihrem Leben, an denen sie auf sechs Stücke Obst am Tag kommen, an den Fingern einer Hand abzählen können und von denen die überwiegende Mehrheit bereits durch ihren Zivilisationsfraß an den so befürchteten Mangelerscheinungen leidet, ohne es überhaupt zu wissen... na ja.. wieder eine Art von Paradoxon. Im Übrigen ist die Birnendiät auf einen derart kurzen Zeitraum begrenzt, dass selbst bei einer vollständigen Nahrungsverweigerung bei – nach heutigen Maßstäben – Gesunden kaum „Schäden“ zu erwarten wären.

Die Wahrheit ist, dass die Birnendiät ein kleiner Schritt in die richtige Richtung ist – mehr Rohkost bei Verminderung des Anteils an gekochter Nahrung. Unglücklicherweise halten sich in allen Bevölkerungsschichten noch längst antiquierte Ansichten, die dem Kochen mystische Fähigkeiten wie Aktivierung von Nährstoffen oder Vitaminen zusprechen. 99,9% aller Lebewesen auf diesem Planeten kommen ohne irgendwelche gekochte, gehackte, zermatsche oder irgendwie sonst verarbeitete Nahrung aus. Nur der degenerierte Homo Sapiens braucht jeden Tag sein Brötchen und seine Pizza um groß und stark zu werden? Ich hoffe, diese Frage kann sich jeder selbst beantworten – ich sage nur „Zivilisationskrankheiten“ (die geringe Zeit, in der wir Kochen, dürfte auch kaum für eine genetische Anpassung gereicht haben).

Bei einem geringen Anteil an Knäckebrot kann die Birnendiät für jeden einigermaßen gesunden Zivilisationsköstler (Kochköstler) nur gesünder sein, als seine normale Ernährungsweise. Noch besser wäre es natürlich, vollständig auf das Knäckebrot zu verzichten und stattdessen noch andere Obstsorten und Gemüse in den Speiseplan einzubauen. Allerdings wäre diese Variante der Gesundheit zwar dienlicher, dürfte aber erfahrungsgemäß nicht zu einem andauernden Abnehmerfolg führen, wenn die Betreffende Person nach Beendigung der Diät wieder zur normalen Kost zurückkehrt.

Unter der Bedingung, dass die Birnendiät eine Diät bleibt, und nicht als dauerhafte Ernährungsform missbraucht wird (hierfür eignet sich einzig eine richtige Rohkosternährung) halte ich sie für einigermaßen sinnvoll. Die gemachten Angaben zu den Produktdetails Aufwand/Einschränkungen beziehen sich auf einen geringen Aufwand bei - für Normalköstler - recht hohen Einschränkungen.


Es berichtete (die) pest.

Danke fürs (hoffentlich?) Lesen!

   
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11.09.2000

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