Blair Witch Project

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Zwei Jungregisseure lehren Hollywood das Fürchten

5  01.11.2002 (01.05.2006)

Pro:
ein Film mal ganz anders als man es gewohnt ist, spannend

Kontra:
sehr viel Klamauk um diesen Film herum oder besser gesagt, einige Leute glauben alles

Empfehlenswert: Ja 

icecube1

Über sich:

Mitglied seit:10.08.2000

Erfahrungsberichte:187

Vertrauende:106

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 273 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jetzt lief bereits mehrmals im Fernsehen der Film Blair Witch Project (1999 produziert), nachdem ich ihn im Kino bereits schon einmal gesehen hatte. Fragt man Leute nach ihrer Meinung zu diesem Film so kriegt man entweder zu hören, total langweilig oder einfach nur genial. Ich halte diesen Film für sehr gut (ein Indiz dafür ist für mich immer, wie oft ich die Fernbedienung benutze und zwischenzeitlich zu anderen Programmen umschalte. Diesen Film habe ich in einem Zug gesehen, ohne umzuschalten).

Wer ihn noch nicht gesehen hat, dieser Film ist sehr gewöhnungsbedürftig. Beim Filmschnitt und der Kameraführung müsste man an sich die Note 6- vergeben, aber gerade das macht den Reiz des Filmes aus. Die Produzenten und die Schauspieler kannte keiner vorher (das keiner ist vielleicht etwas übertrieben, aber ich kann mir gut vorstellen, dass als der Film so gut anlief, in den Chefetagen der großen Hollywoodstudios erst einmal die Archive durchgeforstet werden mussten, um etwas über diese Leute zu erfahren).


Die Produzenten
**************
Daniel Myrick und Eduardo Sanchez, beide jetzt um die Mitte 30, haben mit einfachen Marketingtricks und wirklich minimalen Produktionskosten (ca. 50.000 US Dollar) einen der erfolgsreichsten Filme (über 240 Millionen US Dollar) aller Zeiten produziert. Zumindest an das Verhältnis Einnahmen/Produktionskosten wird so schnell keiner herankommen.

Die Schauspieler
*************
Heather Donahue, Joshua Leonhard und Michael Williams. Im Prinzip hätte man jeden nehmen können, aber der Reiz des Filmes kommt auch meiner Meinung danach her, dass man unbekannte Leute genommen hat. Mit echten Schauspielern hätte er nicht diese Wirkung gehabt.

Von den Produzenten aufgebaute Mythologie
*************************************
Die Hexe von Blair, eigentlich Elly Kedward, macht zuerst 1785 die Gegend um Burkesville unsicher. Nachdem sie der Hexerei beschuldigt wurden ist, verbannte man sie aus dem Dorf. Im Laufe der Zeit verschwinden immer wieder Kinder, und dies wird der Hexe von Blair angelastet. Um 1940 entführte der Einsiedler Rustin Parr mehrer Kinder und tötete sie auf grausame Art und Weise in dem selben Keller, in dem auch die Schlußsequenz mit Mike und Heather zu sehen ist.
Parr wurde zum Tode verurteilt und hingerichtet. Er berichtete das eine Frau ihm dies befohlen hätte. Immer wenn er ein Kind umbrachte, musste ein anderes in der Ecke stehen.
In der Schlußsequenz sieht man ebenfalls Mike in der Ecke stehen. Nach der Produzentenmythologie ist also wohl Heather vor Mike getötet wurden, oder Josh wurde gerade getötet und Mike musste in der Ecke stehen, dann wäre Heather das letzte Opfer gewesen.

Filmhandlung
***********
Am Anfang des Filmes wird mitgeteilt, dass das vorliegende Filmmaterial in einem Wald entdeckt worden ist, von den drei beteiligten Studenten aber jede Spur fehlt.

Drei Studenten - Heather, Josh, Mike - machen sich auf nach Burkesville, Maryland um einen Dokumentarfilm über die legendäre Hexe von Blair zu drehen, der schon viele Menschen zum Opfer gefallen sind. Ausgerüstet mit Zelt, Verpflegung und einer Videokamera begeben sie sich in die Wälder um Burkesville um die Schauplätze des Unheimlichen zu besuchen. Sie haben zwar eine Karte dabei, aber das ist doch schwerer als sie sich gedacht haben, so führt schließlich Heather das Trio nach Gefühl an. Bereits in der ersten Nacht hören sie unheimliche Geräusche, die sich in den folgenden Nächten noch verstärken (Knacken von Zweigen, Baby oder Kindergeräusche). Nach und nach kommt Panik auf, man fühlt sich verfolgt, jeder geht auf den anderen los, die Karte verschwindet entgültig. Trotzdem hält Heather weiterhin alles mit der Videokamera fest, teilweise zum Unwiller der beiden anderen. Alle wollen sie raus aus dem Wald, aber sie schaffen es nicht mehr. Dann verschwindet auch noch Josh (am Morgen nach Josh`s Verschwinden findet Heather ein Reisigbündel mit Blut, Haaren und Zähnen, nur nebenbei die Requisiten-Haare stammen tatsächlich vom Schauspieler, der Josh gespielt hat, die Zähne kamen von einem Zahnarzt), und Heather und Mike begeben sich dann auf die Suche nach ihm und landen am Schluß in das Haus von Rustin Parr.

Das Faszinierende an diesem Film ist für viele Leute auch das ganze Drumherum gewesen. Die Story des Films und die vielen Begleitfilme, Webseiten und auch Bücher sind alles ein Fake. Man hat aber an vieles gedacht, von der Registierung von Elly Kedward auf einem
Auswanderungsschiff (von Irland) im Jahre 1769 bis zum ausführlich geschilderten Leben von Rustin Parr.

Hintergrundinformationen zum Film
*****************************
Viele interessante Hintergrundinformationen findet man auf der folgenden Webseite,
http://www.beepworld.de/members8/elly-kedward-story/
auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte, die aber einen Besuch absolut wert ist.


Fazit
****
Was viele Leute stört, nämlich die Kameraführung (was ja auch von den Produzenten und der Story auch so gewollt ist) kann ich nicht so nachempfinden. Ich habe schon Urlaubs-Filme von Bekannten gesehen, die verwackelter waren. Ein weiters Argument gegen diesen Film ist, dass eigentlich gar nicht viel passiert, man sieht keine Hexen, man sieht keine Mörder, es gibt keine Leichen, kein Blut (bis auf die Szene mit dem Reisigbündel siehe oben). Für manche Leute richtet sich die Qualität eines Horrorfilmes nach der Anzahl der zerstückelten Leichen in dem Film.
Ich kann mir schon gut vorstellen, dass dieser Film für viele sehr langweilig ist (das Gute ist ja, das wir alle einen unterschiedlichen Geschmack haben, wo kämen wir ja sonst hin). Ich schaue mit diesen Film immer wieder gerne an. Reizvoll finde ich auch Nebensächlichkeiten, die man beim vorherigen Sehen nicht mitbekommen hat. Der Film lebt von der Atmosphäre (er hat mich auch an Stephen Kings Roman "Das Mädchen erinnert, auch hier gab es keine Toten sondern nur die Angst von jemanden, der ganz alleine im Wald war). Alleine zu sein im tiefen Wald bei Tag und Nacht, wo man nicht mehr weiss, ob man rauskommt, man nicht weis, was der nächste Augenblick bringt, welche unbekannten Gefahren auf einem lauern, das ist eigentlich, das was "The Blair Witch Projekt" ausmacht.

Ich kann diesen sehr ungewöhnlichen Film nur empfehlen, wer aber nach einer halben Stunde sagt, total langweilig, der sollte sofort abschalten, ein weiteres Sehen dieses Filmes bringt einem gar nichts mehr.

Bis dann

Euer Eiswürfel


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
nana19_BO

nana19_BO

16.09.2006 17:50

Den Bericht finde ich sehr gut,nur ist der Film wirklich etwas langweilig LG

X2005

X2005

26.08.2006 21:25

ich fand den film nicht so toll..hab ihm im free-tv gesehen, fand ich aber eher langweilig. gruß X

WC_Erpel

WC_Erpel

08.07.2006 03:43

Da hast du wohl recht, jeder hat hier einen anderen Geschmack und ich hätte nach 30 Minuten echt abschalten sollen *g* Deswegen hab ich mir den zweiten Teil auch noch nicht angetan ;)

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