Angst ist, was Du nicht siehst
03.11.2003
Pro:
unheimlich, interessant, völlig neue Perspektive
Kontra:
nicht jedermanns Sache
Empfehlenswert:
Ja
 Weihnachtsengelchen
Über sich:
Hunde sind nicht unser ganzes Leben, aber sie machen unser Leben ganz. (Roger Caras)
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Hallo liebe Ciao Leserinnen und Leser! Eigentlich sollte mein heutiger Bericht ein ganz anderer werden, nämlich einer über ein weiteres Joghurt. Nun denn, ich hatte einen Bericht schon fast fertig da verschwand wie aus Zauberhand plötzlich meine Seite und mein Bericht war weg. Nachdem ich mich gründlich darüber aufgeregt hatte, entschied ich mich nicht, denn Bericht nocheinmal zu schreiben, sondern wandte mich einem ganz anderen Thema zu. Nämlich einem Film, den ich vor gut einem Jahr das erste Mal im Fernsehen gesehen und der nächten Freitag ein erneutes Mal ausgestrahlt wird. Es handelt sich um The Blair Witch Project
Die Handlung ~~~~~~~~~~~~ Heather, Josh und Mike, drei Studenten, machen sich im Oktober 1994 auf den Weg nach Burkittsville in Maryland, um eine Dokumentation über die Legende der Hexe von Blair zu drehen. Zunächst befragen sie die Bewohner des Ortes, um sich danach in den nahegelegenen Wald zu begeben, in welchem sich die mysteriösen Vorfälle abgespielt haben sollen. Sie parken ihr Auto und gehen zu Fuß weiter, nur mit Rucksäcken mit Verpflegung, einem Zelt, ihrer 16mm-Kamera und einer Karte bewappnet. Doch trotz der Karte verlaufen sie sich heillos im Wald, bis sie keierlei Anhaltspunkt mehr haben, wo sie gerade sind. Heather führt ihre Gruppe dann intuitiv im Wald herum, in der Hoffnung, dass sie bald zurück zum Auto finden, doch Pustekuchen! Es beginnt dunkel zu werden und schließlich bauen die drei ihr Zelt auf, um im Wald zu übernachten. Bereits in der ersten Nach spielen sich seltsame Dinge ab: Sie hören seltsame undefinierbare Geräusche und auch in den folgenden Nächten, welche sie im Wald verbringen müssen, spitz sich die Situation nur noch mehr zu. Sie hören Kinderstimmen, Babygeschrei und ohne, dass jemand in ihrer Nähe wäre, ruckelt jemand an ihrem Zelt. Die drei sind so verzweifelt, dass jeder auf jeden losgeht und die Karte schließlich auch noch verschwindet. Am nächsten Morgen ist Josh verschwunden und ein seltsames Bündel aus Blut, Haaren und Zähnen liegt vor dem Zelteingang. Heather und Mike machen sich auf den Weg, Josh zu finden und kommen schließlich zu Rustin Parrs Haus, dem geständigen Mörder der Kinder von Burkittsville. Fakten ~~~~~~ Titel: The Blair Witch Project Erscheinung: USA, 1999 FSK: ab 12 (-> sind die irre???) Produzenten: Daniel Myrick und Eduardo Sanchez Schauspieler: Heather Donahue, Joshua Leonhard und Michael Williams
Hintergrundmythologie ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Hierbei hat man wirklich alles getan, um den Film so glaubhaft wie möglich zu gestalten. Auf diversen Websites, die dieses Thema betreffen, wird der Film so behandelt, als wäre er tatsächlich passiert und mal ehrlich: Fast könnte man es durch die diversen Marketingstrategien doch tatsächlich glauben. Elly Kedward, die Hexe von Blair, wurde im Jahre 1785 in Burkittsville der Hexerei beschuldigt und aus dem Ort verbannt, da mehrere Kinder sie beschuldigten, sie in ihr Haus gelockt und ihnen Blut abgesaugt zu haben. Im darauffolgenden Winter verschwindet jeder, der etwas mit der Verbannung der Blair Hexe zu tun hat, sowie die Hälfte aller Kinder aus dem Dorf. 1924 wird die Stadt Burkittsville auf dem ehemaligen Boden des Ortes Blair gegründet. 1941 taucht der Einsiedler Rustin Parr auf, der gesteht, mehrere Kinder im Keller seines Hauses grausam ermordet zu haben, nachdem eine Frau es ihm befohlen hat. Eigene Meinung ~~~~~~~~~~~~~~ Aufgrund der bis aufs kleinste Detail ausgearbeitete Mythologie, unter anderem auch auf der offiziellen Homepage des Blair Witch Projects (www.http://www.blairwitch.com), könnte man glauben, die Geschichte wäre tatsächlich passiert oder bessergesagt: Die Legende ist tatsächlich wahr. In Wirklichkeit haben sich das aber nur die Filmmacher ausgedacht, um den Film zu einem wahren Kultfilm zu machen. Die Kameraführung ist einzigartig, denn man sieht alles aus der Perspektive der drei Studenten. Die Bilder wackeln, man hört immer wieder die drei Studenten aufgeregt schreien und verzweifelt wimmern, der ganze Film erhält somit eine Atmosphäre, die ich als bedrückend bezeichnen würde. Man erlebt "hautnah" die aussichtslose Situation, in der sich Heather, Mike und Josh befinden. Das was diesen Film vor Allem ausmacht ist die Tatsache, dass die drei Beteiligten nicht sehen, was mit ihnen geschieht und dass auch der Zuschauer nicht mehr sieht, als die drei und das finde ich noch unheimlicher, als wenn man ein riesiges Monster sehen würde, welches die Darsteller verfolgt. Einen weiteren Reality-Touch bekommt der Film außerdem noch dadurch, dass die Schauspieler so unbekannt sind. Im Prinzip hätte jeder diese Rolle spielen können. Wären es bekannte Schauspieler gewesen, hätte es nicht den gleichen Effekt gehabt, denn dann hätte man sich gedacht: Ja, der hat schon in dem und dem Film mitgespielt und er wird auch bald wieder in einem neuen Film mitspielen. Durch die Unbekanntheit der drei wollten die Produzenten wohl wieder diesen Eindruck erzeugen, dass die ganze Geschichte stimmt. Die Altersfreigabe ab 12 kann ich persönlich gar nicht verstehen. Da kann man nur mal wieder sehen, dass man hierbei nur darauf achtet, wieviel es an Gewalt zu sehen gibt. Es gibt in diesem Film überhaupt gar keine körperliche Gewalt, aber wie gesagt ist in diesem Fall das am unheimlichsten, was man nicht sieht. Der Film spielt vor allem mit den Urängsten der Menschen. Was man nicht sieht, kann man nicht bekämpfen, man bekommt nur Angst. Babygeschrei an sich ist etwas Normales. Aber Babygeschrei mitten im dunklen Hexenwald ist da doch schon was ganz anderes. Die Schauspieler laufen immer weg und wissen nichteinmal wovor. Es wird auch nicht klar, ob s nun Realität ist, was die drei hören, oder ob sie im Verlauf so verzweifelt sind, nicht nach Hause zu finden, dass sie es sich etwa nur einbilden, so wie es auch im zweiten Teil Blair Witch 2 nicht klar wird, was nun der Realität entspricht.
Fazit: Ich würde den Film auf keinen Fall einem/r 12-Jährigen empfehlen, dafür ist er viel zu unheimlich. Es ist ja nicht nur der Film an sich, sondern die ganzen Mythen, die sich drumrum tummeln, die ganze Geschichte, die man sich ausgedacht hat, um den Film so glaubwürdig wie möglich zu gestalten. Eigentlich ist es ja ein recht billiger Film, was seine Produktion betrifft mit etwa 50 000$, doch er spielte 240 MIO.$ ein und das alles nur, weil der Film etwas Besonderes ist mit seiner Handkameratechnik. Der Zuschauer kann sich so auch besser in die Betroffenen hineinversetzen, was die ganze Sache noch gruseliger macht, als wenn man die drei Schauspieler ständig aus "normaler" Kameraperspektive im Wald umherlaufen würde. Der Film erält auf diese Weise etwas hektisches und aufwühlendes, man kann einfach nicht wegsehen, weil man auch ständig denkt, man könnte doch noch einen Blick darauf erhaschen, was man bisher nur gehört und nicht gesehen hat. So wird man zum Nachdenken angeregt: Was ist da tatsächlich passiert? Was war das? Ich empfehle den Film zwar weiter, aber nicht an 12-Jährige. Als ich nach dem Film mit meinem Freund im Wald war und angefangen habe, von "The Blair Witch Project" zu erzählen, kriegte er sogar Gänsehaut und er ist schon weit über sein 12. Lebensjahr hinaus ;o) Vielen Dank für das Lesen, Bewerten und Kommentieren meines Berichts!
© Weihnachtsengelchen
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22.04.2005 12:10
Ich hab mir den Film heute als DVD gekauft und werd ihn mir wohl am Wochende ansehen. der ist nämlich in der TV Movie für 3,30 ? drin ,da konnt ich einfach nicht wiederstehen ;) Lg 0Lolle0
10.11.2003 15:49
im Kino hab ich nach 45 Minuten aufgeben, und ging in nen anderen Film. Auch neulich bei Pro7 ging es mir ähnlich. Die Fernbedienung in der Hand, aber ich war tapfer und hab es mir angetan -- so einen langweiligen Film hab ich schon lange nicht mehr gesehen. Abgesehen von der Kameraführung, die ja zu Beginn witzig erscheint, langweilt sie mit der Zeit (hat vielleicht damit zu tun, das ich selbst viel Filme) --- Nix für Ungut, aber aus der Geschichte kann Hollywood echt mehr machen --- Blutfreie Grüsse vom Sepp
09.11.2003 19:31
Sehr interessanter Bericht, der Film selbst interessiert mich allerdings weniger...auch wenn das Grundthema spannend ist und der gigantische Erfolg neugierig macht. viele Grüße