Über sich:Hallo, zusammen mit meinem Mann ist mein liebstes Hobby "quer durch die Welt reisen". Und ...
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Eigentlich wollten wir ja eine Rundreise an der Südküste entlang in der Türkei machen. Aber da Berge und Meer (ein Tochterunternehmen der TUI) die Reise mangels Anmeldungen abgesagt hatte, entschieden wir, oder besser gesagt mein Mann, eine Blaue Reise zu machen. Hab mich dann gleich mal über solche Reisen im Internet erkundigt und war erst mal geschockt, weil mit Kakerlaken und ohne gescheitem Klo und Dusche wollte ich meinen Urlaub nun doch nicht verbringen. Nach etwas Rumgestreite mit dem Reiseveranstalter wegen dem Zug zum Flug ging es dann Anfang August mit Pegasus von Frankfurt nach Antalya.
Leider sind wir erst am Mittag geflogen und kamen dann irgendwann nachts in Antalya an. Wurden zu unserem Bus geschickt, an ein paar Hotels vorbeigekarrt, an denen Rundreisegäste abgeladen wurden und saßen dann noch mit einem anderen Paar auf dem Weg zum Setur Marina, dem recht weit außerhalb liegenden große Hafen von Antalya. Es war schon halb zwei in der Nacht als wir ankamen und ich fühlte mich bei meinem eh schon unguten Gefühl erst recht nicht mehr wohl, als wir in den komischen Hafen fuhren. Es war mir einfach zu finster und zu industriell.
Dann wurden wir auch schon an einem Schiff abgeladen. Es war zwar dunkel, aber ganz so schlimm wie befürchtet sah es erst mal gar nicht aus. Die Koffer durften wir vor dem Schiff stehen lassen. Die wurden von einem Schiffsjungen aufs Boot geschleppt (der Arme!!!). Wir gelangten über einen Steg aufs Boot und landeten gleich auf einer großen gemütlichen Liegefläche. Große, mit weißem Segeltuch bezogene, sehr saubere Matratzen. Ich war erst mal beruhigt und fühlte mich wohler. Wir bekamen noch was zu trinken und wurden von der Reiseveranstalterin über die Fahrt, das Boot und die Regeln aufgeklärt.
Es war allerdings schon spät und ich wollte nur noch schlafen. Also gingen wir erst mal auf unser zugewiesenes Zimmer. Es war klein, es war stickig, aber es war wunderschön. Da wir keine Lust hatten, jetzt noch die Koffer zu verstauen, verteilten wir alles auf dem Bett, packten die beiden Kissen und zwei Leintücher und gingen wieder an Deck. Da die meisten schon tagsüber angekommen sind, waren die schon am Schlafen und hatten sich überall auf dem Deck verteilt. Wir packten zwei von den gemütlichen Matratzen, die auch mit weißem Segeltuch bezogen waren und legten uns einfach dazwischen. Dann schlummerten wir auch bald ein, ein wenig gestört von dem Baulärm, der im Hafen herrschte und von dem Geschnarche neben mir. Aber unter so schönem freien Himmel und so müde wie wir waren, störte es uns wenig.
Früh am Morgen wurden wir geweckt, weil es irgendwann doch ein wenig heiß wurde von der aufgegangenen Sonne. Da wir aber auch schon recht fitt waren, gingen wir erst mal unser Schiff erkundigen.
-------Ausstattung------
Wir befanden uns auf der Atlantis, dem Prachtstück von der Firma Admirals Yacht. Das Schiff gehört dem Chef persönlich und ist deshalb recht nobel und wird normalerweise nur Privatgruppen zur Verfügung gestellt. Da allerdings diese Woche keine solche Gruppe angemeldet war, wurden halt mehrere Personen von verschiedenen Reiseveranstalter zusammengewürfelt. Der Chef war auch gleich der Kapitän.
Die Atlantis ist 27m lang und 6,70m breit. Sie ist damit eine der größeren Gulets dort und hat auch 10 Doppelkabinen. Die Kabinen sind zwar klein, aber sehr schön ganz mit dunklem Holz ausgestattet. Der größte Teil der Kabine wird vom Bett eingenommen. Man hat nicht besonders viel Platz zum Rumlaufen und sich breit machen. Ein kleiner Schrank ist auch da, welcher allerdings auch recht klein ist. Es lohnt eigentlich nicht, die Koffer auszupacken, weil man statt alles in den Koffer halt in den Schrank quetschen müsste. Wir hatten ganz normale große Hartschalenkoffer dabei, die man problemlos in die Luken unters Bett schieben konnte, wenn man wollte. Da wir nur einmal im Bett übernachten mussten, weil es recht stürmisch war, lag darauf die meiste Zeit unser ganzes Gepäck. Gut, wir sind vielleicht nicht immer grad so ordentlich, aber wir haben ja auch Urlaub!!!
Sechs Kabinen befanden sich im Bug und vier im Heck, welche von zwei verschiedenen Treppen aus zugänglich waren. Die im Heck hatten allerdings den Nachteil, dass sich dort auch Maschinenraum und Kombüse befanden. Die Kombüse hat zwar einen Dunstabzug, aber die und der Dieselmotor bringen halt doch einiges an Hitze, welche sich dann halt im Flur staute. Im Bug konnte man die Türen und Fenster immer auflassen, welche so einigermaßen gut durchgelüftet und auch ein wenig abgekühlt wurden. Das funktioniert im Heck leider weniger. Wir waren zumindest froh, vorne ein Zimmerlein zu haben, auch wenn wir lieber auf Deck nächtigten.
Bettwäsche, Matratze und Decken waren übrigens sehr sehr sauber. Auch die Handtücher, die im Bad zum Duschen auslagen waren kuschelig, sauber und natürlich mit eingestickten Fischen. Überhaupt war ich total begeistert von unserem Bad. Es war zwar auch nicht besonders groß, aber mit allem ausgestattet, was man brauchte. WC, Waschbecken und Dusche. Es war auch keine große Nasszelle. Die Wände waren weiß gefliest bis unter die Decke (mit einer ganz süßen Zierleiste), es gab ein kleines Fenster und zum Duschen konnte man die Duschwand zuziehen. Dahinter stand zwar auch das WC, was aber nicht störte. Man hatte genügend Platz um auch zu zweit unter die Dusche zu stehen. Es gab auch immer genügend Trinkwasser, da die Atlantis einen Tank für 10 000 l hat und dieser an verschiedenen Stationen aufgefüllt wurde. Man durfte also Duschen und aufs Klo gehen, soviel man wollte. Man durfte nur kein Papier oder sonst was ins Klo schmeißen, wegen der Gefahr von Verstopfung der Rohre. Man sollte das ganze Papier in einen Eimer schmeißen, welcher auch regelmäßig geleert wurde.
-------Verpflegung-------
Überhaupt wurde sehr auf Sauberkeit und Ordnung geachtet. Es wurde empfohlen, keine offenen Lebensmittel und Naschereien rumliegen zu lassen, um kein Ungeziefer anzulocken. Allerdings gab es ja ständig was zu Essen und wir hatten zwar auch Knabbereien dabei, die blieben aber geschlossen, weil wir einfach gar nichts brauchten. Es gab Frühstück, Mittagessen, Tee am Mittag und Abendessen. Da man außer Schwimmen, wenn man wollte ein paar Ausflüge, und Faulenzen nicht so viel machte, war das Essen reichlich. Manchmal wurde zwar gemeckert, weil es recht wenig Fleisch gab, aber das Essen war immer sehr frisch, mit viel Salat, Gemüse, Reis, Hirse und Geflügel. Und es war immer lecker, ohne dass man Angst haben musste, 10 kg zuzunehmen. Als wir eine Nacht im Hafen von Finike übernachteten wurde auch gegrillt. Das war ganz witzig, weil überall vor den Schiffen die Grillexperten saßen und das Fleisch brutzelten. Die Hackfleischküchlein waren vielleicht lecker und suuuper gewürzt. Der Kapitän war unser Grillmeister und ließ sich dies auch nicht nehmen.
Gegessen wurde immer im Heck an einem ganz großen Tisch, der jedes mal aufgeklappt wurde, damit jeder daran Platz hat. Auf der einen Seite saß man dann auf dem Rand der großen Heckliege und auf der anderen Seite wurden Holzklappstühle aufgestellt. Die meisten anderen Boote, die wir gesehen hatten, waren nur mit so billigen Plastikstühlen ausgestattet, an welchen man bei der Hitze so schon kleben bleibt. Bei schlechtem Wetter hatten wir im Mittelteil vom Schiff in einen größeren, ganz toll eingerichteten Raum sitzen können, in dem zwei Tische standen mit schönen Rundbanken drumherum. Da saß normalerweise die Crew zum Essen, da wir ja immer schönes Wetter hatten.
Getränke musste man bezahlen. Es war immer alles genügend vorhanden und keiner wurde dazu genötigt, soviel wir möglich zu trinken. Gut, es war nicht gewünscht, Getränke mit aufs Boot zu nehmen, was ja verständlich ist, aber gar nicht kontrolliert wurde. Allerdings waren die Preise auch nicht zu arg überzogen. Wasser 1EUR, Cola-Fanta...1,50 EUR, Bier oder Raki 1,80 EUR. Wein und Cocktails zu den sonst so üblichen Preisen, wie in Hotels, aber nicht überzogen. Außerdem war die Crew nicht so streng und hat auch mal keinen Strich in die Liste gemacht, wenn man was bestellte. Immerhin hatten wir zu zweit in der einen Woche grad mal 70 EUR gebraucht. Gut, wir trinken nur ganz wenig Alkohol und der Wein schmeckte uns auch nicht so besonders. Da sind die Rechnungen bei manchen schon etwas höher ausgefallen. Man hat aber immer Einblick in die Liste.
--------die Crew-------
Die Crew war immer sehr zurückhaltend. Es war der Kapitän, ein Koch und zwei Bootsmänner. Sie konnten allerdings überhaupt kein Deutsch und nur einer der beiden Bootsmänner konnte ein wenig englisch. Hat man allerdings irgendwas gebraucht oder gewünscht, so konnte es einem jeder von der Nasenspitze ablesen, so aufmerksam waren alle. Allerdings nie aufdringlich. Sie haben sich immer sehr zurückgehalten und wurden mehr von den Gästen mal genötigt, sich mit uns zu unterhalten, so gut es ging.
-------Beschäftigung an Bord---------
Den ganzen Tag konnte man auf Deck rumgammeln. Entweder man schlummerte auf einer der 20 Matratzen oder man macht es sich beim Heck auf der riesigen "Couch" gemütlich.Es war ein großes Sonnensegel gespannt, welches für viel Schatten sorgte und keiner in der Sonne verbrennen musste, wenn er nicht unbedingt wollte. Überhaupt hat jeder gleich mal ein Lieblingsplätzchen gefunden und es gab nie Gemecker oder Platzneidereien. Das lag vielleicht auch an den Leuten, die auf dem Gulet zusammengewürfelt wurde. Irgendwie hat alles gepasst. Jeder hatte Spaß soviel er wollte und auch Ruhe soviel er wollte und verstanden haben wir uns auch auf Anhieb. Wir waren siebzehn Leute zwischen 15 und 55 Jahren. Kinder dürfen erst ab 13 auf so ein Boot, was auch verständlich ist, weil’s einfach zu gefährlich wäre.
Geankert wurde immer in mehr oder weniger einsamen, allerdings immer in ruhigen Buchten. Ich bin noch nie in einem Urlaub soviel geschwommen wie in diesem. Aber man hüpfte halt auch allhatz ins Wasser, was mancherorts auch mal recht kühl war. Außerdem konnte man viel Schnorcheln, oder sich einfach auf der Luftmatratze übers Wasser schaukeln lassen. Die Buchten waren einfach traumhaft. Hätte ich nach unserer letztjährigen Eintages-Bootstour in Alanya (nicht zu empfehlen!!!) nie gedacht. Hatte man genug vom kühlen Nass, kletterte man über die Bootstreppe wieder an Bord. Dort war auch eine Dusche, mit der man sich das Salz von Haut und Haar spülen konnte, welche auch oft als Wasserpistole zum Ärgern der anderen missbraucht wurde.
-------Ausflüge-------
Mit einem motorisierten Schlauchboot wurden wir öfters mal zu Ausflügen an Land gebracht. Es wurden kleine süße Orte, wie z. B. Kekova angefahren, die man besichtigen oder in denen man sich einfach nur in eine der süßen Hafenkneipen sitzen konnte.
Die Reise allgemein begann in Antalya. Dann ging es an Olympos vorbei in die Bucht von Adrasan. Am nächsten Tag fuhren wir nach Kale, von wo aus man Myra und die Kirche des hl. Nikolaus besuchen hätte können. Unsere Reiseveranstalterin hat uns von der Massenabfertigung allerdings abgeraten und uns einen eigenen Ausflug ins Taurusgebirge angeboten. Da wir die typischen Ausflüge ja kennen, sind wir auf ihr Angebot eingegangen und uns wurde auch dort ein herrlicher Ausflug geboten. Und das nur in einem Kleinbus und auch mit vielen „alten Steinen“.
Weiter ging es zur versunkenen Stadt von Simena und dort ist auch gleich die Stadt Kekova, die auch besucht wurde. Über Finike, Cenevis und Phaselis ging es dann wieder langsam zurück nach Antalya. Finike ist die einzige etwas größere Stadt, die man besucht und in der man etwas bummeln und rumschlendern kann. Dort wird dann auch im Hafen übernachtet.
Das schöne an dem Ganzen ist, dass bis auf die Nähe von Antalya und im Hafen von Finike so gut wie gar nichts los ist und man wirklich ruhige Buchten findet. Das war zwar etwas schade für unsere Mitreisenden, die eine Singlereise gebucht hatten. Es waren Drei Männer und eine Frau. Der Rest waren alles Paare, eine Familie und ein Vater mit Tochter. Also als Singlereise ist so eine Bootstour glaub nicht zu empfehlen.
-------schönste Erlebnisse-------
Die ersten Nächte war grad so ein Meteoritenschauer und da wir so weit weg von irgendeiner Stadt waren, war die Luft auch sehr sauber und klar. Dementsprechend toll war auch der Sternenhimmel mit der Milchstrasse, die ich noch nie so deutlich gesehen hatte wie dort. Da wir ja unter freiem Himmel geschlafen haben, konnten wir ganz herrlich Hunderte von Sternschnuppen beobachten. Wir wussten mit der Zeit gar nicht mehr, was wir uns wünschen sollten, schon alleine, weil da ja eine nach der anderen runter kam.
Unser Kapitän hat es doch tatsächlich mal geschafft, zu segeln, was ihm glaub nicht ganz so gepasst, warum auch immer. Ich denke, es war ihm einfach zu viel Arbeit, weil die ganze Crew am Rumrennen war dabei. Und bei den vielen faulen Touristen, steckt das Nichtstun glaub ein wenig an.
Auf der Rückfahrt schrie Margit auf einmal „Delfine!!!!“. Alle sind natürlich zum Bug gehüpft zum schauen, ob es stimmt. Und tatsächlich. Eine Delfinfamilie schwamm mit uns um die Wette und die erste Zeit vorm Bug her. Irgendwann haben die aber aufgegeben und sind nebenher geschwommen und gesprungen. Das war so herrlich und süß.
Wir hatten eine herrlich erholsame Woche und konnten uns fast nicht mehr von unserer Atlantis trennen, so wohl hatten wir uns gefühlt mit der Crew und den netten Mitreisenden. Und der Abschied fiel uns nicht unbedingt leichter, als einer der Bootsmänner „time to say goodbye“ abspielte. Aber wir hatten ja noch eine Woche in einem Vier-Sterne-Hotel bei Alanya, welches lange nicht an die Atlantis rangekommen ist.
Anmerkung: Eine Blaue Reise ist eigentlich gar keine richtige Segelreise, weil die meisten Boote nicht mal mehr Segel besitzen und man auf den Dieselmotor angewiesen ist. Segeln ist also anders und somit stimmen die Ciao-Produktdetails auch nicht so richtig.
Ich war 10.2009 auf demSchiff.Bier € 3.40 Wein € 12 Mineralwasser Flasche 3.60€ . Kabinenkontrolle einschliesslich der abgeschlossenen Schränke auf mitgebrachte Getränke. Selten mögluichkeit von Bord zu gehen. Kein Überprüfbares Bonsystem. Lange Gesichter beim bezahlen. Teilweise Unfreundliches Personal. Ein Glück das ich runter von diesem Schiff bin
09.11.2009 19:59
Ich war 10.2009 auf demSchiff.Bier € 3.40 Wein € 12 Mineralwasser Flasche 3.60€ . Kabinenkontrolle einschliesslich der abgeschlossenen Schränke auf mitgebrachte Getränke. Selten mögluichkeit von Bord zu gehen. Kein Überprüfbares Bonsystem. Lange Gesichter beim bezahlen. Teilweise Unfreundliches Personal. Ein Glück das ich runter von diesem Schiff bin
26.05.2007 11:43
klingt super, würde ich auch gerne mal machen. lg
18.04.2007 18:20
Toll beschrieben! Gruß knopfi*de