... Von ähnlichen Vorgängen berichtete auch schon Charles Dickens in „Bleak House“ – nur, daß dort die Ursache des Jahrhunderte alten Gerichtsprozesses niemandem mehr bekannt ist. Das Bleak Haus ist das Sitz des Gerichts, und die Menschen, die um es herum leben, haben ihr eigenes Leben aufgegeben, ... Bericht lesen
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten; Preise und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein. Alle Angaben ohne Gewähr.
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Erfahrungsbericht von Patience über Bleak House / Dickens, Charles 16. November 1999
Produktbewertung des Autors:
Niveau:
Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
Pro:
Charles Dickens schreibt einfach gut
Kontra:
die unsagbar düstere Stimmung
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Manchmal hört man von Menschen, die über Jahrzehnte hinweg vor Gericht wegen einem „Maschendrahtzaun“ (na, Anspielung gecheckt?) einen Prozeß führen. Da rennt man von einer Instanz zur nächsten, doch der Leiherbsenstrauch des Nachbarn darf weiterhin in ihn hineinwachsen. Von ähnlichen Vorgängen berichtete auch schon Charles Dickens in „Bleak House“ – nur, daß dort die Ursache des Jahrhunderte alten Gerichtsprozesses niemandem mehr bekannt ist. Das Bleak Haus ist das Sitz des Gerichts, und die Menschen, die um es herum leben, haben ihr eigenes Leben aufgegeben, um irgendwelchen Terminen und Anhörungen sie selbst betreffend beiwohnen zu können. Ebenso „erbt“ Richard, ein junger aufstrebender Mensch, ein solches Verfahren. Von allen Seiten wird er gewarnt, sich nicht in den Bann des Bleak House zu begeben, doch er ist neugierig und übermutig und glaubt, allen Gefahren trotzen zu können. Charles Dickens zeichnet ein in gewisser Weise gruseliges Bild von Leuten, die an einem Prozeß zugrunde gehen – langsam, unmerklich und unaufhaltsam. Im Gegensatz zu Kafkas „Prozeß“ sind die betroffenen hier nicht Angeklagte, sondern eigentlich Kläger, und um so dramatischer ist ihr Ruin, denn auch sie wissen nicht, weshalb ihr Prozeß geführt wird aber leben beständig in der „guten Hoffnung“, daß er zu ihren Gunsten entschieden wird. Und leider produziert am Ende nicht ein Stefan Raab einen Song darüber und finanziert einen neuen Maschendrahtzaun, weil die Geschichte dieser Menschen in keiner Hinsicht zu humoristischen Zwecken ausgenutzt werden kann. Ich fand es oft sehr schwierig, mich weiter durch das Buch zu quälen – nicht, weil es langweilig wäre (zumindest ich fand es sehr spannend, zu sehen ob wenigstens der Leser am Schluß die Ursache des Prozesses erzählt bekommt) sondern weil einem die in dieser Welt gefangenen Figuren unsagbar leid tun und man eigentlich nicht mit ansehen möchte, wie sich z.B. dieser höffnungsfrohe junge Richard in einen bleichen Zombie verwandelt und schließlich.... aber das könnt ihr ruhig selbst nachlesen.
weitere Erfahrungsberichte
Fundamental Bewertung fürBleak House / Dickens, Charlesvon
octopus
Pro: Spannung, Sozialkritik Kontra: Schwer unter die Oberfläche zu schaun
...sortiert. Weit gefehlt! Aber: gerade Bleak House zeigt, daß das Gewand der Wordgewalt, die Dickens zweifellos hat,in der Spannung der verwobenen Geschichten, der eigentliche Ansatz, der eine Fundamentalkritik nicht nur am bestehenden Justiz- sondern ingesamt am Gesellschaftssystem seiner Zeit beinhaltet, häufig versteckt. Zu siner Zeit sicherlich auch notwendig, aber für den heutigen Leser schwer nachzuvollziehen. Selbst für einen Juristen ist es ... ...noch im englischen Rechtssystem vorhanden sind. Erklärung, insb. der Umstände unter denen der Roman entstand, sind notwendig. Es gibt bei einem englischen Verlag eine "erklärte" und "erklärernde" Ausgabe, leider habe ich den Verlag vergessen, vielleicht raft sich ein deutscher Verleger auf und nimmt sich dies einmal vor?!? Ein Erfolg für cioa - und so ist die Akation ja hoffentlich auch gemeint. ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als weniger hilfreich
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Unterhaltungswert:
Spannung:
Humor:
Aufmachung:
weniger hilfreich
26.11.1999
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