Der Jura-Professor Jake Woods ist schockiert, als er von dem unerklärlichen Verschwinden des Sohnes seiner besten Freunde hört. Bei seinem Versuch, den Eltern zu helfen, stößt er... mehr
Erfahrungsbericht von winterspiegel über Blinde Wut / Hilary Norman 09.06.2004
Produktbewertung des Autors:
Unterhaltungswert
durchschnittlich
Spannung
wenig spannend
Wie ergreifend ist die Story?
berührt ein wenig
Pro:
Gefällige Personenbeschreibungen, zum Schluss doch noch ansteigende Spannung
Kontra:
Weitschweifig, klischeehaft, ohne wirkliche Überraschungsmomente
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Hilary Norman ist Autorin von 11 internationalen Bestsellern. Die in London aufgewachsene Britin war als Schauspielerin für verschiedene Filmproduktionen tätig, bevor sie ihre schriftstellerische Ader entdeckte. Nach längerem Aufenthalt in den USA lebt sie heute wieder mit ihrem Mann in London…
Soweit die Kurzbiografie der Verfasserin, von der ich bis vor kurzem zugegebenermaßen noch nichts gehört, geschweige denn gelesen habe, deren neustes Buch ich dessen ungeachtet aber hier einmal vorstellen will. Bei der Suche nach neuem Lesestoff stolperte ich über diesen Roman, dessen Titel „Blinde Wut“ wohl abgedroschener nicht sein könnte. Doch die Kurzbeschreibung des Thrillers (Thriller sowie Horror sind nun mal meines meiner vorwiegenden Leseleidenschaften) und die Etikettierung „Spitzentitel des Monats“, taten ihren Teil dazu bei, dass ich mich auf diese Sache einließ. Gespannt, wie jedes Mal – insbesondere und gerade auch dann, wenn ich einen neuen Schreiber oder Schreiberin anteste, nahm ich die Seiten zur Hand und fing erwartungsvoll an zu lesen.Handlung
Jake Woods, ehemaliger Ermittler bei den Strafvollzugsbehörden und jetziger Dozent für Kriminalistik, wird von einer befreundeten Familie um Rat gebeten, da ihr Sohn im Teenageralter schon seit Wochen als vermisst gilt. Die verzweifelten Eltern bitten den verwitweten, selbst zwei Töchter großziehenden Professor um seine Hilfe, da sie befürchten, dass die Polizei diese Angelegenheit nicht besonders ernst nimmt. Woods verspricht zumindest soweit behilflich zu sein, wie es ihm seine inzwischen ein wenig eingeschlafenen Kontakte zu den Behörden erlauben. Doch der einstige Polizist merkt sehr bald, dass er im Grunde nicht sehr viel ausrichten kann, als den Eltern des vermissten Kindes zu versichern, dass das FBI schon alles daransetzt, um ihren Jungen zu finden. Als Woods in der Zeitung über einen Artikel stolpert, in dem beschrieben wird wie ein anderer Jugendlicher unter exakt den gleichen Begleiterscheinungen verschwunden ist, wird schnell klar: Es muss sich hier um Entführungen handeln, in denen die Fälle miteinander eng zusammenhängen.
Ein entscheidendes Merkmal ist, dass den beiden Teenagern bevor sie vom Erdboden verschwanden ein Schreiben mit dem gleichen Wortlaut und ein identisches Videospiel zugeschanzt wurden. Jake Woods setzt sich mit der angeschlagenen, aber dennoch stark wirkenden Mutter des anderen entführten Jungen in Verbindung. Doch auch hier kann er nicht wirklich weiterhelfen und seine Fragen scheinen im Sande zu verlaufen. Das einzige was er abermals tun kann ist beruhigend auf Lydia, die Mutter des Verschwundenen einwirken. Die klammert sich dann auch an den kleinsten Strohhalm der sich ihr bietet. So fragt Lydia Jake, den sie inzwischen sehr sympathisch findet, ob der nicht mit ihr gemeinsam einen Blick in die Softwarenfirma des Spiels wirft, das den Entführten im Vorfeld zugeschickt wurde - Jake stimmt zu.
Die Spieleschmiede entpuppt sich als luxuriös ausgestattete Ideenwerkstatt, in der sich die Mitarbeiter sehr wohl zu fühlen scheinen. Auch die Firmenbosse drücken ihr bedauern und ihr Mitgefühl gegenüber den Betroffenen sehr glaubwürdig aus. Doch als Lydia und Jake wieder allein sind und ihre Eindrücke analysieren, bleibt ein unbestimmtes, schlechtes Gefühl zurück, das sie sich nicht ganz erklären können. Als schließlich auch noch die ältere Tochter des Professors verschleppt wird, dramatisiert sich die Lage zusehends. Jake setzt alle Hebel in Bewegung und geht jeder Spur nach, wie aussichtslos diese auch erscheinen mag. Der Kidnapper und Killer hingegen der hinter allem steckt, versucht - gefangen in seiner eigenen Welt - sein kurioses Spiel zu einem Abschluss zu bringen, in dem er Phantasie und Wirklichkeit für sich und seine Gefangenen verschmelzen lässt …
Kritik
Dieses Buch steckt von vorne bis hinten voller Klischees. An und für sich ist dies ja kein hinreichender Grund dieses Werk von vornherein zu verdammen, doch die Autorin hat für meine Begriffe einige grundlegende Sünden begangen, die ich bei einem derartigen Genrethema einfach für ziemlich schwerwiegend halte. Die Geschichte wird einerseits aus der Ich-Perspektive des ehemaligen Cops (wenn das kein Klischee ist) erzählt. Diese Abschnitte sind dazu da, um die Hauptpersonen näher vorzustellen, ihr Umfeld aufzuzeichnen aber auch ihre bewegte Vergangenheit zu schildern. Dann verlagert sich das Geschehen immer wieder in (zu)kurzen Einschüben zum Killer und den Entführten Jugendlichen, um so die Aussichtslosigkeit ihrer Situation zu zeigen. Die Autorin versuchte darin das Motiv des Entführers – dessen Wurzeln in der Vergangenheit liegen (wieder ein dickes Klischee) – rüberzubringen. Hierzu finden sich die Gekidnappten inmitten eines Videogames wieder, dass der Psychopath zu seiner Erbauung entworfen hat. Doch hierzu muss gleich gesagt werden, dass es der Schriftstellerin nie recht gelingt diese Virtuelle Welt so zu beschreiben, dass sich der Leser in sie hineinversetzt fühlen könnte. Videospiel-Freaks werden sogar nicht umhinkommen, manch unbeholfen beschriebene Szene mit einem mitleidigen Lächeln zu quittieren.
Wer meinen Handlungsanriss aufmerksam gelesen hat, dem ist sicher nicht entgangen, dass es von Anfang an auf eine Liebesbeziehung zwischen dem Ermittler wider Willen und der Mutter des verschleppten Jungen Hinausläuft. Somit wären wir bei einem weiteren Klischee angelangt. Diese sich näher kommenden Hauptfiguren, und auch die Problematik, die mit einem so einschneidenden Schicksalsschlag wie dem verschwinden eines nahen Familienangehörigen einhergehen, wurden zwar von einem gewissen realistischen Standpunkt aus beschrieben, doch frage ich mich, ob das der Krimileser wirklich alles so genau wissen will. Mir jedenfalls kamen diese Passagen viel zu sehr ins Detail gehend vor. Voller Ungeduld wartete ich die ganze Zeit darauf, dass das Geschehen endlich in die Gänge kommt, und die Konfrontation mit dem Killer schließlich beginnt.
Dieses Aufeinandertreffen von Gut und Böse wird dann – wenn auch viel zu spät – durch eine weitere Entführung eingeleitet. Richtig geraten, die ältere Tochter des Professors Jake Woods wird sozusagen vor seiner Nase wegverschleppt. Doch wer denkt: Jetzt kommt aber Schwung in die Angelegenheit und die Geschichte kann so richtig durchstarten, muss sich freilich erst noch gedulden und weitere langwierige Beschreibungen vom Seelenzustand des leidenden Vaters über sich ergehen lassen, bevor etwa im letzten Drittel des Buches langsam tatsächlich ein Anflug von knisternder Spannung aufkommt. Doch auch hier verpasste es die Autorin leider den immerhin noch gut eingeleiteten Schlussspurt bis zum Ende, ohne einen Wermutstropfen durchzuziehen. Jetzt bremste zwar kein ausladender Erzählstil die Geschichte mehr aus, diese wurde aber durch mehr oder weniger unglaubwürdige Handlungen der Protagonisten ersetzt.
Ich werd hier jetzt nicht auch noch den (Klischeebehafteten) Schluss verraten, obwohl ich es eigentlich bedenkenlos machen könnte. Denn das Finale wurde in ähnlicher- oder gar exakt derselben Form, schon mindestens zwei Duzend Mal filmisch oder in geschriebener Machart zumindest im Thriller-Bereich verbraten. Demzufolge von Überraschung- geschweige denn von Gänsehaut, soweit das Auge reicht auch hier nicht die geringste Spur. Und bis zu diesem Punkt durchgehalten hab ich im Grunde auch nur, um zu erfahren, wer denn nun der Missetäter eigentlich ist. Das erfährt man nämlich erst kurz vor Ende. Umgehauen – wen wundert es eigentlich noch – hat mich dann diese Auflösung aber auch nicht mehr so richtig.
Fazit
Dieses Buch kann ich wirklich nur Krimi- oder Thriller-Fans ans Herz legen, die auf eine ausschweifende und tief greifende Betrachtung der Gefühlswelten von Opfern von Gewaltverbrechen Wert legen. Diejenigen die aber auf eine Story aus sind, die sie von Beginn an, an die Kette legt, mitreißt und mit nicht voraussehbaren Handlungsverläufen langweilt, der lässt am besten seine Finger von dieser Erzählung.
Mit viel Wohlwollen gibt’s daher von mir knappe drei Sterne bei der Bewertung. Eine direkte Empfehlung für Thriller-Freunde will und kann ich aber nicht aussprechen.
Hi meine Lieben, In meinem gefährlich schwankenden Bücherstapel hab ich doch glatt noch ein Werk von Hilary Norman gefunden, welches ich auch glatt an einem heiligen Wochenende durchgelesen habe, da mein Schatz arbeiten musste. Und genau um jene ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
Pro: Spannend - leichte Kost - schnell zu lesen Kontra: Ihre Bücher sind alle gleich augebaut
Hauptdarsteller: Jake Woods (Jura Professor), seine Tochter Rianna, Lydia Johannsen und Ihr Sohn Robert
Jake Woods, Witwer mit zwei Töchtern, wird von seinen Freunden Fran und Stu um Mithilfe der Untersuchungen des vermissten Sohnes Michael gebeten. Wo ...
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Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die ...
weniger hilfreich
11.08.2004
(13.08.2004)
spannung pur Bewertung für Blinde Wut / Hilary Normanvon
hexenweib1979
Pro: sehr spannend Kontra: kontra ist mit mir nichts aufgefallen
Wieder mal ein tolles Buch meiner Lieblingsautorin. Ich habe bis jetzt alle ihre Bücher verschlungen und auch dieses hat mich nicht enttäuscht! Es war spannend von der ersten bis zur letzten Seite!!
Der Jura-Professor Jake Woods ist schockiert, als er ...
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