Heute möchte ich euch endlich mal wieder mit einem Buchbericht beglücken! Und zwar habe ich nach über sechs Monten Tolkien rauf und runter endlich mal wieder was ganz anderes gelesen:
BLITZE DES BÖSEN von JOHN SAULJohn Saul dürfte den einen oder anderen hier vielleicht bekannt sein, hat er doch bereits 1977 seinen Erstlingsroman „Wehe, wenn sie wiederkehren“ geschrieben und ist damit sofort in den Beststellerlisten gelandet. Auch seine weiteren Romane – und das sind nicht wenige – die sich eigentlich immer mit der Thematik Horror / Psychothriller beschäftigen (wobei der Schwerpunkt immer mal etwas schwankt) haben ihre Leserschaft gefunden.
1995 erschien dann der mir vorliegende Roman, über den ich heute ein wenig mehr erzählen möchte. Fangen wir am Anfang an – mit dem Inhalt.Schon jahrelang treibt ein verrückter Serienmörder in Seattle und angrenzenden Staaten sein Unwesen. Und er tötet auf eine sehr grausame Art – seine Opfer, die aus allen Bevölkerungsschichten kommen – Männer und Frauen verschiedenen Alters – werden aufgeschlitzt und regelrecht ausgeweidet. Aber nun scheint der Spuk ein Ende zu finden – der Täter scheinbar gefasst, vor Gericht gestellt, zum Tode verurteilt.
Für die Journalistin Anne Jeffers scheint ein Albtraum zu Ende zu gehen, als sie seiner Hinrichtung beiwohnen darf. Aber dann kommt alles anders als erwartet .. das Morden hört nicht auf! Im Gegenteil – es rückt immer näher an sie heran – ihre Nachbarin wird getötet – ihre Katze! Anne quält der Gedanke, dass sie vielleicht dazu beigetragen hat, dass ein Unschuldiger auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet wurde.Aber auch privat hat sie es nicht gerade einfach – ihr Mann hat gerade einen schweren Herzinfarkt erlitten – obwohl er sich davon scheinbar erholt, ist er danach nicht mehr derselbe!...
So, viel mehr möchte ich euch hier über den Inhalt nicht verraten, denn ihr sollt ja selber gefesselt werden von diesem durchaus spannenden Roman. Und spannend ist er – selten hat mich ein John Saul Roman (und ich habe schon einige gute gelesen) am Anfang so in seinen Bann gezogen – allerdings muss ich zugeben, im Laufe der ersten Hälfte des Romans klingt dieses gebannte lesen dann etwas ab. Der Roman ist schon sehr vorhersehbar! Als Leser weiß man eigentlich schon auf Seite 40 was hier vor sich geht. Trotzdem gelingt es Saul durch geschickte Wendungen die Spannung immer wieder aufzubauen, den Leser immer wieder in Zweifel zu stürzen. Außerdem ist es durchaus interessant, wie der Leser den Hauptpersonen im Roman immer einen Schritt Voraus ist. Einzig das Ende gefällt mir nicht so gar nicht – es ist einfach zu klischeehaft, zu logisch, so ganz ohne Überraschung!Diesen Roman von John Saul würde ich eher in dem Bereich Psychothriller anordnen – mit einem Hauch von Horror – allerdings mit einem Horror, der dem Leser nichts wirklich neues bietet – mit dieser Art Horror haben schon verschiedene Roman- und Filmautoren gespielt. Interessant wird der Roman durch die verschiedenen Verwicklungen, die John Saul beschreibt. Ein echter Liebhaber von Horrorromanen dürfte hier aber eher nicht auf seine Kosten kommen und sich schnell langweilen!
Allen anderen Lesern kann ich einen stellenweise durchaus spannenden Roman versprechen – nichts für die Ewigkeit, zugegeben – wahrscheinlich reicht es hier, dieses Buch einmal zu lesen. Aber zwei/drei Tage Lesespaß kann man an diesem Buch durchaus haben, wenn man solche Art von Literatur mag. Jetzt noch ein paar nackte Fakten zum Buch:
Ich habe hier die Taschenbuchausgabe vor mir liegen (nicht besonders ansprechend gestaltet: ein dunkler Himmel, von einem Blitz durchzogen) und dafür habe ich bei Ebay 1,-- Euro bezahlt. Natürlich könnt ihr das Buch auch neu erstehen: bei amzon kostet es 7,95 Euro – was zwar einem normalen Buchpreis entspricht, ich aber für einen solchen „Einmal Roman“ trotzdem für recht hoch halte. Da würde ich euch wirklich Ebay empfehlen – gerade John Saul Bücher gehen dort immer sehr günstig weg! Oder einfach mal in einer Bücherei nachsehen!
Noch eine kleine Bücherliste für Interessierte:
Die Blackstone Chroniken
Tochter des Bösen
Höllenfeuer
Der Strand des Todes
Schule des SchreckensNoch ein kleines Fazit? Es fällt mir ein wenig schwer, eine Leseempfehlung ja oder nein abzugeben. Wer Psychothriller mit einem leichten Touch von Horror mag, ist mit diesem Roman sicher gut bedient – man darf nur keine anspruchsvolle Literatur erwarten. Es ist eben reine Unterhaltung für ein paar Stunden! Wer sich darauf einlassen mag (und diesen Roman noch dazu billigst bei Ebay ersteigert) der kann mit eigentlich nicht viel falsch machen!
Februar 2003 --- Prisca
18.05.2010 08:29
Mit diesem mittelmäßigen Roman wollte John Saul wahrscheinlich am damals angesagten Serienkiller-Trend mitverdienen...
06.02.2003 00:09
Klasse Bericht von dir! Lässt sich wirklich gut lesen... weiter so! gn8 koecki
06.02.2003 00:02
ich glaub ich hab auch mal was von ihm gelesen "Bestien" oder so, bin aber nie über die Hälfte hinausgekommen...*mfg*