900 Tage dauerte die Blockade Leningrads (1941-44) durch die deutsche Wehrmacht. Die Stadt, ihrer Infrastruktur durch die systematische Bombardierung völlig beraubt, bot ein Bild... mehr
Stadt, ihrer Infrastruktur durch die systematische Bombardierung völlig beraubt, bot ein Bild des Grauens: Bombenruinen, zerfetzte Körper, brennende Häuser, 40° Frost,...
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Biographische Notiz: Gennadij Samojlovi? Gor, geboren 1907 im transbajkalischen Verchneudinsk, gestorben 1981 in Leningrad. Stand mit Daniil Charms und Aleksander Vvedenskij, den Hauptakteuren der Avantgarde-Gruppe OBERIU, in Kontakt. Veröffentlichte seit 1923 experimentelle Prosa. Nach Kriegsende wandte er sich der so genannten wissenschaftlichen Phantastik zu. Auf Deutsch erschien zuletzt: Das Ohr. Friedenauer Presse, 2007.
Peter Urban hat dieses einzigartige dichterische und menschliche Dokument sorgfältig übersetzt und ediert, sowie mit einem die Hintergründe ausführlich dokumentierenden Nachwort versehen.
Höhe: 188 mm
Breite: 140 mm
Gewicht: 479 gr
Lieferstatus: lieferbar
Verlag: Edition Korrespondenzen
Autor: Gennadij Gor
Ciao
auf Ciao gelistet seit : 25/05/2011
Produktbeschreibung des Herstellers
900 Tage dauerte die Blockade Leningrads (1941-44) durch die
deutsche Wehrmacht. Die Stadt, ihrer Infrastruktur durch die
systematische Bombardierung völlig beraubt, bot ein Bild des
Grauens: Bombenruinen, zerfetzte Körper, brennende Häuser,
40° Frost, keine Lebensmittel, kein Brennmaterial, keine
Zeitungen - täglich verhungern und erfrieren Tausende.
Gennadij Gors während der Blockade entstandenen Gedichte
reagieren auf die Schrecken nicht mit dem offiziell geforderten
Heldenpathos, sondern mit einem lakonisch-spielerisch
daherkommenden, schonungslosen »lyrischen Bericht«, der
die Vorkommnisse konkret benennt: Hunger, Eiseskälte,
Artilleriebeschuss, Kannibalismus und der allgegenwärtige
Tod. Die den Terror kontrastierenden spielerischen Rhythmen
und die oft absurd wirkenden Reime erzeugen eine verzweifelte
Komik. Und auch die eingestreuten Erinnerungssplitter
an bessere Tage und menschliche Nähe verstärken
nur den Eindruck der totalen Vereinsamung und Haltlosigkeit
in einer Welt, in der nichts mehr so ist, wie es einmal
war.
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