nachts, wenn der Wolf mutiert
28.03.2005
Pro:
wie immer viel Action
Kontra:
Werwölfe sind so haarig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Vampire-Lady
Über sich:
!!!MEIN CIS IST GERADE FRATZE!!!
"Gar nichts zu tun, das ist die schwierigste Beschäftigung
...
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“Blue Moon” ist nun mittlerweile der achte Teil der Anita-Blake-Vampire-Hunter-Serie von Laurell K. Hamilton. (Die deutsche Übersetzung der Reihe schreitet langsam voran, in ein paar Monaten soll Teil 3 erscheinen.) Es ist schon einige Monate her, daß ich diesen Teil der Reihe las, aber meine Schreibmotivation war damals gering und auch wenn die Bücher der Serie (ich habe bisher bis Teil 10 gelesen) auch weiter rasant und spannend bleiben, habe ich gerade ein wenig den Spaß verloren. Außerdem brauche ich einfach nach 2-3 Blake-Bänden eine Pause von ihr. Zumal die Bände immer komplexer und abgedrehter werden, was schon die stetige Zunahme der Seitenzahlen zeigt, war Teil 1 noch ein netter 300-Seiter hat der vorerst letzte Teil fast schon die 700 erreicht. „Blue Moon“ liegt mit 418 Seiten für ein Penguin-Taschenbuch noch in der Mitte. Der Preis dürfte so um die € 7,- liegen. Meine Pause vor Blue Moon war seinerzeit auch etwas länger geraten, weil ich ein wenig in diesen und den folgenden Teil gespickt hatte, um festzustellen, daß sich die Gerüchte, daß ich nun 900 Seiten einen meiner Lieblingsvampire vor mir hatte, bestätigen sollten. Zum allgemeinen: Anita Blake lebt in einer Welt wie der unsrigen, mit dem Unterschied, daß dort allerlei magisches und monströses Kroppzeugs herumkrebst. Vorwiegend handelt es sich dabei um Vampire, die neuerdings ausgerechnet in Amiland (darüber lache ich immer noch hin und wieder) Bürgerrechte genießen und um diverse Sorten von Wertieren. Anita selbst ist ein kleines zartes Zuckerpüppchen, das selten ohne schwerste Bewaffnung (samt großer Schnauze) aus dem Haus geht, weil sie einerseits mit Nekromantenfähigkeiten Zombies wecken kann, womit sie ihren Lebensunterhalt verdient. Auf der anderen Seite hat sie sich durch ihre Liebesbeziehung zu Oberwerwolf-Langweiler Richard auch noch zur Beschützerin für jedwedes Wertier in Not aufgeschwungen. Gegenwärtig betrifft das besonders natürlich die Wölfe, aber auch die Leoparden. Außerdem ist sie nebenbei noch die Geliebte und Oberrambo und menschlicher Diener des Meistervampirs (Jean Claude) von St. Louis. Der Grund, warum sich die beiden Kerle noch nicht gegenseitig zerfetzt haben (abgesehen davon, daß Richard ein Weichei ist), liegt einerseits darin, daß Anita etwas dagegen hat, andererseits in einem Blutpakt, den die drei geschlossen haben. Stirbt einer, kann es passieren, daß die anderen beiden folgen. Anita leidet dementsprechend an chronischer Überarbeitung. Eigentlich möchte man ihr ein Cape schenken, mit der Aufschrift „Super-Anita“, weil ihre anwachsende Allmacht die Geschichten langsam uninteressant werden lässt. In „Blue Moon“ nun, erhält Anita eine Nachricht, daß Richard in einem kleinen Kaff ordentlichen Ärger hat. Richard hat sich in die Berge verpieselt, weil er einen Kragen hatte, nachdem er Anita in Jean Claudes Bett gefunden hat. Nachdem er ein wenig herumgetobt hat, hockt er nun schmollend in den Bergen und betreibt nebenbei Troll-Forschung. Diese possierlichen kleinen Gefährten und harmlosen Gesellen existieren dort friedlich vor sich hin, geraten aber immer wieder ins Zentrum von allem möglichen Aberglauben. Außerdem betreibt ein reicher Geldsack, der einem betrügerischen Hellseher aufgesessen ist an selber Stelle archäologische Forschungen. Da stören die Trolle. Anita ist sofort klar, daß Richard nun unschuldig sein kann und eilt mit fliegenden Fahnen zu seiner Rettung. Natürlich ohne Jean Claude, denn der Meistervampir des Kaffs duldet keine anderen Meistervampire neben sich. Irgendwo scheint der gute Jean Claude auch nicht die rechte Motivation zu haben. Er schickt Anita aber seinen Ex-Lover (= gaaaaaaaaaanz komplizierte Vorgeschichte) und jetzige rechte Hand Asher als Aufpasser mit. Die ist davon nicht wirklich begeistert, weil man halt doch merkt: bei Anita und Asher, da geht auch noch was. In dem kleinen Kaff nun, herrscht eine richtige Wild-West-Stimmung. Alle klüngeln zusammen und der örtliche Lynchmob hat sich auch schon geeinigt. Richard ist natürlich unschuldig, aber eben vorgenanntem Geldsack mit seinem Trollschutz übel im Wege. Anitas Eintreffen (samt ihrer Leopardenkätzchen) wird sofort von einer Keilerei ersten Kajüte begleitet. Auch der lokale Minikaff-Meistervampir Colin ist von Anitas Anwesenheit nicht begeistert. Steckt er doch a) mit dem Geldsack unter einer Decke und b) repräsentiert Anita nun mal Jean Claude und Colin geht die Muffe, daß der sein Kaff übernehmen will. Bis man sich untereinander wirklich geeinigt hat, werden einige Fetzen fliegen, so daß man einen Mangel an Action wirklich nicht beklagen kann. Leider muß man sich diesmal wieder mit der üblichen Werwolfrudel-Politik auseinander setzen, übrigens allerdings ein Aspekt, den die Autorin sehr durchdacht in die Handlung einbringt. Sogar besser als die Querelen der Vampire untereinander, allerdings neigen die auch mehr zur Heimlichtuerei und sind gern mal absolut durchgeknallt, quasi auch noch: je oller, je doller. Leider kommen sich aber durch das ganze Werwolfzeug auch Anita und Richard zwangsläufig wieder näher. Allerdings muß man zugeben, daß der Langweiler Richard an seinen Aufgaben als Alphawölfchen gewachsen ist. Richard kommt wesentlich markanter rüber als je zuvor, ist für seine Verhältnisse sogar richtig gefährlich geworden und hat so eine gewisse düstere Seite entwickelt. Anita wird in diesem Band mit einigen ihrer neuen Fähigkeiten konfrontiert. Hierzu muß man sagen, daß Anita selbst als Nekromantin eigentlich ein Laie ist. Hinzu kommen die gesteigerten Fähigkeiten, die ihr die Tatsache beschert, daß sie die menschliche Dienerin Jean Claudes ist. Dazu kommt wiederum die Verbindung mit Richard (sie ist momentan so was wie seine Alphawölfin, ganz vertrackte Sache) – sie ist zwar selbst nicht zu einem Werwolf geworden, kann aber mit deren Geisterwelt kommunizieren und so die Fähigkeiten verstorbener Werwölfe anzapfen. Allerdings fehlt Anita die rechte Anleitung und sie fühlt sich von dem ganzen Magiekram völlig überfordert und erschlagen. Aus diesem Grunde fürchtet sie auch die Marionette ihrer beiden Kerle zu werden, schließlich wissen die was sie tun und wie sie die eigenen Fähigkeiten einsetzen können. Wenigstens lernt sie in diesem Band Marianne kennen, die geistige Führerin des Kaff-Werwolfrudels, die ihr wohl aus diesem Schlamassel heraushilft. Nachdem Richard sich denn eingekriegt hat, ist es am Ende Anita, die sich zurückzieht.Für meinen Geschmack war dieser Band nicht wirklich der absolute Knüller. Der Knackpunkt liegt in der beginnenden Veränderung Anitas und in ihrer wachsenden Übermacht. Es ist nahezu unglaublich, wie viele Leute sie in diesem Band dem Tod / bzw. dem endgültigen Ableben wieder entreißt. Manche sogar zweimal. Hinzu kommen einige andere dick aufgetragene magische Ereignisse, die Anita unbewusst auslöst und die auch noch uneingeschränkt mit Erfolg gekrönt sind. Das wirkt im Endeffekt einfach zu prall und zu übertrieben. Das erscheint wohl auch der guten Anita so, weshalb ihre Enscheidung sich mal ein paar Monate von allem Übernatürlichen zurück zu ziehen nur konsequent macht.
================================================= 1. Guilty Pleasures (deutsch: Bittersüsse Tode) 2. The Laughing Corpse (deutsch: Blutroter Mond) 3. The Circus of the Damned 4. The Lunatic Café 5. Bloody Bones 6. The Killing Dance 7. Burnt Offerings 8. Blue Moon 9. Obsidian Butterfly 10. Narcissus in Chains 11. Cerulian Sins 12. Incubus Dreams
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22.09.2005 17:05
Jetzt kenn ich zwar immer noch kein Buch, das dich so richtig in echt überzeugt hat - aber ich hab ein neues Wort gelernt. NEKROMANT. Das ist doch schon mal was. LG
30.08.2005 15:38
Klingt gut, aber ich befürchte, dafür reicht mein Englisch nicht ganz aus. LG Doro
09.04.2005 10:50
An die englischen Bücher traue ich mich immer noch nicht ran, obwohl ich gerne mehr über Jean-Claude erfahren und auch gerne Richard kennenlernen würde. Andererseits liest aber auch eine Kollegin von mir zur Zeit diese Bücher und sie neigt dazu, einem alles vorauszuerzählen, wenn man ein Buch liest, das sie schon kennt... *seufz* Also muss auch das noch ein wenig warten... LG, Ilka