Blue Moon

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Road Movie in den Osten!

2  13.11.2002

Pro:
Darsteller

Kontra:
Story, Ende

Empfehlenswert: Nein 

Pandoolio

Über sich: Auf viele Proteste hin. Widmung für Ingrid, die mich immer so lieb besucht und mein WE spannender ma...

Mitglied seit:27.04.2001

Erfahrungsberichte:131

Vertrauende:33

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 54 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Hmm, ein Film mit einem Österreicher und einem Deutschen, der noch dazu eigentlich ein Road Movie durch den Osten ist und dann auch noch einen englischen Namen hat? „Blue Moon“ nennt sich dieses Werk, und eigentlich geht es bei diesem Titel um eine zweiten Vollmond, den es angeblich immer einmal im Jahr in einem bestimmten Monat gibt. Sagt auf jeden Fall die Pichler-Oma, so erklärt es uns schon reichlich früh der Hauptprotagonist des Films...!

STORY:
*******
Irgendwo auf einem Riesenparkplatz: ein unsympathischer Mafioso mit dem schönen blonden Callgirl Jana (unbekannt, dafür mit Doppelrolle: Viktoria Malektorovych) wartet auf den stoischen Geldboten Johnny Pichler (Austrias Star Kabarettist Josef Hader). Ein paar Minuten später sind Bote und Callgirl in einem neuen Cadillac und mit 20000 Dollar auf der einer wilden Flucht durch die Slowakei, wo sie auch den Wagen zu Geld machen wollen. Doch unser Johnny verliebt sich natürlich in die hübsche Jana, diese verlässt ihn aber Knall auf Fall.
Kurz nach diesem „Unglück“ trifft Johnny in der Hotelbar den ostdeutschen Kleingauner Ignaz (auch ein Produzent dieses Films: Detlev Buck), der ihn mit den Gepflogenheiten des Ex-Ostblocks vertraut macht.
Doch Pichler merkt bald, dass Ignaz immer nur seinen Vorteil im Sinn hat, und macht sich auf die Suche nach Jana, von der er nur weiß, dass sie irgendwo bei Kiev lebt. Dort trifft er sie dann auch, allerdings in der Taxifahrerin Shirley, die sich als deren Zwilligsschwester ausgibt. Bald bekommt Johnny aber einiges über Shirley/Jana heraus, und die zarte Liebesbeziehung scheint in die Brüche zu gehen, natürlich taucht in diesem Zusammenhang auch Ingnaz noch einige Male auf...!

HINTERGRUND:
*************
„Blue Moon ist das Filmdebüt der Wiener Kolumnistin Andrea Maria Dusl, witzige dabei ist die Tatsache das dieses Werk als Kurzfilm-Collage konzipiert war. Doch im Gegensatz zu den vorrangegangenen Filmen mit Josef Hader wie „Komm süßer Tod“ und „Indien“, die durch ihren lakonisch-muffeligen Zynismus dem österreichischen Film eine Rennaissance einbrachten, handelt es sich hier um ein Road Movie in den Wilden Osten mit Liebe, Träumen etc..!

KRITIK:
*******
Irgendwie hatte ich mir etwas anderes erwartet, wahrscheinlich mehr einen morbiden, zynischen Film, in Wien spielend und mit skurillen Gestalten. Das kommt alles gar nicht vor. Vielmehr merkt man meiner Meinung nach, dass die Story grundsätzlich mehr auf eine Kurzfilm ausgelegt ist, den sie bietet für 90 Minuten einfach zu wenig. Die Figur des Ingnaz hat für mich fast keine Bedeutung, sie ist eigentlich nur dazu da, etwas mehr witzige Dialoge und skurille Situationen in den Film zu bringen. Irgendwie besteht die ganze Geschichte nur aus ein paar wahllos zusammnegestöpselten Aneinanderreihungen von Zufällen, so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass dem Zuschauer die Figur des Johnny Pichler eigentlich immer merkwürdig fremd vorkommt.
Und dann das kitschige Ende, ich weiß nicht was das in so einem Film zu suchen hat, das passt einfach nicht in die Grundstimmung! Ein weiterer Kritikpunkt hängt direkt mit der Person Hader’s zusammen: ich mag seinen Wiener-Akzent, der macht fast jeden Film automatisch witzig, da allerdings in diesem Film fast immer russisch und englisch gesprochen wird fällt auch dieser Faktor gnadenlos weg.
Das ihr mich nicht falsch versteht: grundsätzlich hat der Film schon ein paar nette Szenen, mehr als ein Lächeln (also ein richtiger Brüller ;o)) konnte ich aber nicht auf mein Gesicht zaubern.
Diesmal kann auch die perfekte Besetzung nichts wett machen: allen voran überrascht Viktoria Malektorovych, von der ich noch nie etwas gehört bzw. gesehen habe, die die stärkste Rolle in diesem Film übernimmt, und deren innere Zerissenheit man gut nachvollziehen kann! Auch Hader spielt wieder den typischen Wiener, diesmal noch mit einem Hauch Kriminalität, dass ich die Figur nicht nachvollziehen kann ist nicht seine Schuld sondern die des Drehbuchs. Und Buck ist immer witzig und passt auch gut in diese Rolle, Problem ist da eben nur warum diese Rolle überhaupt vorhanden ist!!
Auch finde ich es einmal sehr angenehm, dass sich die Filmbranche mal dem „Wilden Osten“ zuwendet, das Flair bekommt die Regisseurin wenigstens gut rüber.
Ein bisschen hat mich der Film an „Im Juli“ erinnert, ohne diesen jedoch auch nur annähernd das Wasser reichen zu könnnen. Hier fehlt die stringente Handlung, die Logik, die Charakteradarstellung etc...!

FAZIT:
******
Kennt ihr das? Man schaut sich einer Independent Film an, weit weg von den üblichen Hollywood Schinken, mit coolen Schauspielern und ist eigentlich der Meinung das so ein Film einfach nur cool und stylisch sein kann. Und irgendwann, im Laufe des Films merkt man dann, das auch unbekannte, kleine Filme einfach manchmal schwach sind, gar nicht cool und auch schon gar nicht innovativ! So ging es mir bei diesem Film, es war einfach enttäuschend...!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Powermick

Powermick

22.11.2002 09:41

War mir bis jetzt unbekannt der Film. Aber ich glaub´ ich habe auch nicht viel verpasst - Glückauf PM

WaveVader

WaveVader

19.11.2002 22:30

Kenn ich garnicht den Film... MFG Wave

oliver.k

oliver.k

18.11.2002 17:03

Ich bin auch ein Fan von "kleinen" Filmen, aber natürlich kann nicht jeder ein Renner sein. Gruß Oliver

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  1. Mugge
  2. Karlheinz1
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