Blue Velvet

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es darf gelyncht werden... (2)

5  17.05.2003 (31.05.2003)

Pro:
beklemmendes "Kleinstadtdrama" .  .  .

Kontra:
.  .  .  das wohl nicht jedermann ansprechen wird

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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der_dominator

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:105

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 161 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


Es ist ein gewöhnlicher Morgen im kleinen, idyllisch gelegenen Lumberton. Doch dort, wo der Rasen der typisch amerikanischen Vorgärten noch saftig und grün, von weiß gestrichenen Gartenzäunen umzogen ist und der Himmel, wie eigentlich jeden Morgen völlig wolkenfrei und strahlend blau über den Häusern hängt, geschieht etwas, was eben nicht typisch ist für eine solche Kleinstadt wie Lumberton es eine war…


Es ist nicht der Unfall von Jeffrey Beaumonts (Kyle MacLachlan) Vater, der die Gemeinde aufschrecken lässt, sondern der Fund eines menschlichen Ohres, den er auf dem Rückweg des Krankenbesuchs, mitten im Feld macht und als anständiger Kleinstadtjunge sofort dem örtlichen Inspektor übergibt. Doch die Ermittlungen scheinen nicht so recht voran zu gehen und so macht sich Jeffrey auf, Inspektor Williams daheim einen Besuch abzustatten um näheres über den Stand der Ermittlungen zu erfahren. Schnell folgt Ernüchterung, denn dieser darf keine Auskunft über den Stand der Ermittlungen geben und so macht sich der Junge wieder auf den „Nachhauseweg“, ehe ihm die Tochter (Laura Dern) des Inspektors über den Weg läuft. Diese berichtet ihm davon wie sie mitbekommen habe, das eine gewisse Dorothy Valance (Isabella Rossellini in ihrer wohl größten Rolle), deren Ehemann samt Kind als vermisst gelte, in den Fall involviert sei und gemeinsam machen sich die beiden auf um die Wohnung der talentierten Sängerin einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Jeffrey, als Kammerjäger getarnt, gelingt es an die Schlüssel ihres Appartements zu gelangen und am folgenden Abend machen sich die beiden, nachdem sie ihr in der Bar um die Ecke einen „Besuch“ abgestattet haben, auf in die Wohnung, wo Jeffrey, von der schnellen Rückkehr der Dame überrumpelt in den Wandschrank flüchtet, ein seltsames Prozedere beobachtet und ein erstes mal in Kontakt mit Frank Booth (Dennis Hopper) kommt der irgendetwas mit dem Fall zu tun haben muss…


Blue Velvet als einen simplen „Kleinstadtkrimi“ abzutun und unbeachtet in die Ecke der Filme, die keiner wirklich braucht und niemand wirklich sehen möchte zu drängen, ist kurz um falsch, denn die auf den ersten Blick recht straff gezeichneten Charaktere entpuppen sich im Laufe des Filmes als tiefgründig und in ihren Handlungsmotiven intelligent verknüpft.

Da haben wir zum einen den jungen Jeffrey der sich, von seinem bisherigen Leben gelangweilt und von der Faszination des Unbekannten getrieben, in ein Abenteuer stürzt, dass ihn in einen Strudel aus Sex und Gewalt drängt aus dem er alleine nicht zu entkommen scheint. Einen Anker findet er dabei in der psychisch labilen Dorothy, die, ihren Ehemann samt Sohn entführt weiß, von ihrem Erpresser geschändet und gepeinigt wird, ebenso, wie in der Tochter des Inspektors, in die er sich verliebt. Doch es ist sein Drang nach dem Ungewissen, die scheinbare Lösung, die ihn zwischen den beiden hin und her treibt wie einen Spielball.

Lynch erzählt während der 116minütigen Reise nach Lumberton, eine Geschichte von Beziehungen und bettet sie in einen Kriminalgeschichte, die schnell unwichtig wird, weil sich die Ereignisse zwischen den agierenden Personen, überschlagen. Spätestens als Frank, der Erpresser Dorothys, auf den Plan tritt ist die Illusion der perfekten Kleinstadtidylle dahin, denn dieser ist all das, was die weiß lackierten Gartenzäune, die roten Rosen umschließend nicht erwarten lassen: pervers und neigt zu permanenten Schimpfwörterorgien. Zudem symbolisiert er den menschlichen Abgrund, den es am Ende zu überwinden gilt um eben jene Idylle wiederherzustellen.

Es ist eine großartige Inszenierung die den Film sehenswert macht. Dass die eigentliche Handlung recht simpel gestrickt ist, wird vom interessanten Verhältnis der Personen untereinander wieder aufgewogen. Zudem wissen auch die Schauspieler, zu überzeugen, hauchen den Charakteren Leben ein und machen so das ganze noch eine Stufe beängstigender.

Der Film lebt von seinen dunklen Bildern, die eine ständige, allgemeine Bedrohung, auch für den Zuschauer darstellen. Es ist die packende Atmosphäre, die mich, auch geschürt durch eine klaustrophobisch anmutende musikalische Untermalung, nicht mehr loslässt, den ein oder anderen wohl aber mit dem Kopf schütteln lässt, denn auch hier gilt, man muss sich auf den Film einlassen, damit er sich einem ganz erschließt, soweit dies bei einem Lynchfilm überhaupt möglich ist. Dass am Ende wieder die gewohnte Kleinstadtidylle einzieht, wahrlich aber mit anderen Augen gesehen wird, als dies einmal der Fall war, ist bezeichnend, denn die Grundaussage Lynchs ist recht offensichtlich: alles hat eine Schattenseite - und die zeigt er deutlich und schonungslos…

[unterm Strich bleibt… ]

Blue Velvet (USA 1986)

Regie: David Lynch / 120 Minuten / FSK 16

Darsteller: Laura Dern, Brad Dourif, Dennis Hopper, Kyle MacLachlan, Isabella Rossellini u.a.

der_dominator im Mai (Teil der Serie „es darf gelyncht werden…“ ) - empfehlenswert
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
andrekuhlemann

andrekuhlemann

09.06.2003 17:12

Endlich hab ich den Film auch gesehen. Genial, wenn auch nicht so verschachtelt wie seine späteren Filme. Und weißt du was ich an deinem Bericht gaaaanz schlimm finde? Deine Interpunktion und dein Gebrauch von Präsenz passiv und blablabla. Einfach schlimm, sowas gehört sich doch nicht *lach*

mima17

mima17

30.05.2003 21:21

Vorweg: In meinen Augen ist ein "hilfreich" keine Abwertung oder ein Grund, aus dem Fenster zu springen. Und ich hoffe sehr, dass das bei dir auch so ist. +++ Die Rechtschreibung ist inzwischen in fast allen *fällen* ausgebügelt worden - gelobt sei Winword! Aber du schreibst oft immer noch *das* statt *dass*. Aber was ist mit dem Rest? Solche Dinge wie Interpunktion und Grammatik und - ja, ich wage es zu sagen: Stil - gibt es ja auch noch.+++ Interpunktion: Vor einem temporalen *als* steht bei dir ebenso wenig ein Komma wie vor einem *um zu* oder einem erweiterten Infinitiv.+++ Was mir aber wirklich die Nackenhaare aufstellt, sind die penetranten Einschübe, die völlig unnötig sind, einmal sogar mit Partizip Präsens Aktiv (*wissend*), das in der Schriftsprache verpönt ist, aber in der Umgangssprache völlig unüblich. Es klingt einfach nur gewollt geschraubt. Die Einschübe führen z.B. dazu, dass einer deiner Sätze über geschlagene 8 zeilen verläuft. Ich weiß nicht, wer solche Sätze ohne mehrmaliges Lesen kapiert, aber ich gehöre nicht dazu. +++ Zu guter letzt: Du hast immer noch nicht gemerkt, dass es statt *gewiegelt* *aufgewogen* heißen muss. *Aufwiegeln* bedeutet, jemanden zu einer Sache anzustacheln. Gemeint ist aber, dass etwas Negatives durch etwas Positives ausgeglichen wird - eine ganz andere Bedeutung. +++ Ich bitte um Vergebung, wenn ich etwas ausführlich geworden bin, aber du hast gefragt. Nix für ungut; Michael

mima17

mima17

30.05.2003 15:30

Hallo, ich dir sehr gerne ein sh für diesen informativen Bericht gegeben, dass der text ist so schlecht geschrieben & gespickt mit Fehlern, dass ich mich nicht zu einem sh durchringen kann. Tut mir leid. VG, mima

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