Mach was gutes - Spende Blut

5  10.09.2005

Pro:
Ist gut für den eigenen Körper und andere Menschen, macht auch Spaß ;)

Kontra:
schmerzt ein wenig

Empfehlenswert: Ja 

Legion2002

Über sich:

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Heute möchte ich mal einen nicht normalen Erfahrungsbericht über irgendein Produkt schreiben, sondern eher über eine Sache, die mir doch schon sehr am Herzen liegt. In diesem Bericht soll es über die Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz geben. Ich hoffe, das ich dadurch auch ein paar motivieren kann, selber mal zur Blutspende zu gehen.

~~~~ Warum soll ich überhaupt Blut spenden? ~~~~

Diese Frage wird sich wohl jeder irgendwann mal gestellt haben. Warum soll ich denn unbedingt dahingehen, mir eine Nadel in den Arm rammen lassen, mir Schmerzen zufügen lassen, nur um mein Blut wegzugeben und dafür im Gegenzug nichts zu bekommen?

Diese Fragen kann man eigentlich auf zwei verschiedene Arten beantworten:

Nehmen wir mal an, jeder würde so denken: Ich gehe nicht dahin, weil es ja auch noch andere gibt, die das machen könnten. Im Endeffekt würde dann also keiner mehr Blut spenden, weil es ja immer die anderen machen könnten und man selbst lieber zu Hause bleibt. Dieses Gedankenkonstrukt könnte auch funktionieren, wenn man dabei vernachlässigen würde, das täglich mehrere Liter Blut bei medizinischen Operationen benötigt wird. Ob es jetzt nun sei, das jemand bei einem Autounfall verletzt worden ist und nun Blut verliert oder jemand aus anderen Gründen eine Bluttransfusion benötigt: Blut lässt sich nicht chemisch herstellen, sondern kommt nur in den Adern von Menschen vor. Wenn keiner mehr Blut spenden geht, dann kann man auch keinen anderen Menschen Blut transferieren und diese würden im schlimmsten Fall wohl verbluten und sterben. Wie schrecklich so etwas ist, wird man am besten dann feststellen, wenn gerade ein naher Verwandter oder Bekannter das Blut dringend benötigt und es ist keins vorrätig und er deshalb stirbt. Um dies zu verhindern, wäre es doch sinnvoll, wenn man eine Blutbank anlegt, um den Menschen zu helfen. Das funktioniert aber nur, wenn viele Menschen Blut spenden gehen.

Ansonsten muss man auch beachten, das Blut nicht gleich Blut ist. Es hat zwar bei jedem Menschen die gleiche dunkelrote Färbung, aber trotzdem kann man nicht einem Patienten irgendein Blut geben und hoffen, das sein Körper damit klar kommt. Die verschiedenen Blutarten werden in vier Blutgruppen unterteilt, denen noch einmal ein bestimmter Rhesusfaktor zugeteilt wird. Somit gibt es also acht verschiedene Unterteilungen, von denen das Blut aber nicht gleichmäßig vorhanden ist. Auf einem Taschenkalender des DRK-Blutspendedienstes NRW von 2000 wird die Verteilung der Blutgruppen in Deutschland dargestellt:

A Rhesus positiv: 37 %
0 Rhesus positiv: 35 %
B Rhesus positiv: 9 %
A Rhesus negativ: 6 %
0 Rhesus negativ: 6 %
AB Rhesus positiv: 4 %
B Rhesus negativ: 2 %
AB Rhesus negativ: 1 %

Je seltener die Blutgruppe einer Person ist, desto "wertvoller" ist sie auch als Blutspender. Sollte man zu einer der selteneren Blutgruppen gehören, ist es natürlich noch wichtiger, das man sich zu einer Blutspende entschließt.

~~~~ Wie erfahre ich denn, wo ich Blut spenden kann? ~~~~

Blut spenden kann man eigentlich fast überall. In den größeren Städten gibt es meistens Blutspendezentralen, wo man gegen Bezahlung sein Blut spenden kann, oder man geht zu Krankenhäusern oder dem Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes. Wann und wo in der nächsten Zeit in seiner Umgebung ein Blutspendetermin ist, erfährt man entweder über die Zeitung oder die Internetseite des DRK, oder man achtet auf Hinweisschilder, die auch auf die Termine aufmerksam machen. Alternativ kann man auch die Hotline des DRK anrufen, die kostenfrei ist. Die Telefonnummer lautet: 0800 / 1194911

~~~~ Wer darf Blut spenden? ~~~~

Blut spenden darf in der Regel jeder, der mindestens 18 Jahre alt ist und höchstens 69 Jahre. Erst-Spender dürfen aber nicht älter als 59 Jahre sein. Neben dem Alter sollte man auch gesund sein und nicht zu viele Tabletten schlucken, dazu aber später mehr.

Insgesamt darf man viermal pro Jahr Blut spenden. Eine Blutspende ist nicht zu verwechseln mit einer Plasmaspende. Bei dieser Art der Spende werden dem Blut nur die roten Blutblättchen entzogen. Da sich hierbei nichts an der Menge des im Körper befindlichen Blutes ändert, kann man eine solche Spende auch öfters im Jahr durchführen. Erfahrungen auf diesem Gebiet habe ich aber nicht.

~~~~ Wie läuft eine Blutspende ab? ~~~~

Da ich heute noch bei der Blutspende war, hab ich noch einen sehr guten Eindruck davon, wie das ganze abläuft. Für alle Unwissende und Interessierte hier ein kleiner Überblick:

Ich gehe immer zum Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes NRW spenden. Der ganze Ablauf ist dort in neun Stationen unterteilt:

~~ 1. Die Anmeldung

Betritt man den Raum, in dem die Blutspende stattfindet, muss man sich zuerst zur Anmeldung begeben. Dort sitzen meist mehrere Freiwillige, die sich um die Aufnahme der Daten kümmern. Als registrierter Blutspender, der schon einen Ausweis besitzt, muss man diesen nur abgeben und alles geschieht automatisch. Es wird überprüft, ob die Anschrift noch die gleiche ist und ob sich etwas beim Hausarzt geändert hat. Ist soweit alles in Ordnung, bekommt man ein DIN A 4 Blatt, auf dessen Vorderseite die Ergebnisse der Untersuchungen festgehalten werden und auf der Rückseite befindet sich eine Art Fragebogen. Erscheint man als Erstspender bei einer Blutspende, so sollte man seinen Personalausweis nicht vergessen. Denn zur Aufnahme in die Spenderkartei ist dieser unerlässlich.

~~ 2. Das Ausfüllen

Nun kann man sich an einen Tisch setzen und den oben erwähnten Zettel ausfüllen. Auf der Vorderseite befinden sich alle Daten des Spenders, also Name und Anschrift, Blutgruppe und Telefonnummer. Dadrunter findet sich eine Belehrung über die Blutspende. Unterschreibt man diese, so bestätigt man, das alle gemachten Angaben richtig sind, das man über die Konsequenzen aufgeklärt ist und das der Arzt alle Fragen beantwortet hat. In der restlichen Hälfte des Blattes werden nachher die Ergebnisse der einzelnen Untersuchungen notiert und die Spendentauglichkeit festgestellt.

Auf der Rückseite des Blattes befindet sich ein Fragenkatalog, den man gewissenhaft durchlesen und auch vollständig beantworten sollte. So wird zum Beispiel abgefragt, ob man eine Erkrankung hat, ob man in der letzten Zeit mit Medikamenten behandelt worden ist oder ob man zu einer Risikogruppe gehört, die sich leicht mit AIDS / HIV infizieren kann. Auch wenn man auf einige Fragen vielleicht nicht direkt eine Antwort weiß oder sich nicht sicher, ob man sie beantworten sollte, ist es sehr wichtig, das man alles genau ausfüllt, denn nur so kann das Blutspendeteam entscheiden, ob man zur Spende zugelassen wird und was mit dem Blut passiert. Ist man fertig mit Ausfüllen und unterschreibt den Zettel, kann es zur nächsten Station gehen.

~~ 3. Die Untersuchung

Naja, eine vollständige Untersuchung bekommt man hier nicht gerade. Es wird zuerst per Ohrmessgerät die Temperatur gemessen. Bei meiner letzten Spende wurde dies noch per Mundhöhlenmessung am Empfang gemacht. Wie man sieht, wird also immer versucht, das Verfahren weiter zu optimieren. Neben der Temperaturmessung wird auch noch der Hämoglobinwert (auf Deutsch: der Eisengehalt) des Blutes gemessen. Dabei gibt es bestimmte Grenzwerte, zwischen denen sich der Wert befinden sollte. Über- oder unterschreitet man einen dieser Grenzwerte, so wird man nicht zur Spende zugelassen. Wo die Grenzen liegen, kann ich nicht sagen, bisher hatte ich aber keine Probleme. Die Messung geschieht, indem man einen kleinen Piekser ins Ohr bekommt und von dort das Blut entnommen wird. Die Messung läuft dann so ab, das das Blut auf eine Glasplatte kommt und ein Automat dann den jeweiligen Wert bestimmt.

~~ 4. Das Arztgespräch

Bevor es jetzt nun aber zur Blutspende geht, muss man noch ein Gespräch mit einem Arzt über sich ergehen lassen. Dieser misst zuerst den Blutdruck und schaut sich danach die vorher festgestellten Werte an. Danach wird noch der Fragebogen durchgegangen, ob sich dort irgendwelche Unstimmigkeiten ergeben, weswegen man heute nicht spenden sollte. Sind alle Unklarheiten beseitigt und sieht der Arzt keine Gefahr für das Leben des Spenders, so erteilt er ihm die Spendertauglichkeit. Allerdings sollte man vor der Spende auch genügend trinken (an die zwei Liter), damit das Blut auch recht dünnflüssig ist und schnell fliessen kann.

~~ 5. Die Spende

Hat man alle vorherigen Stationen erfolgreich bestanden, kann man nun zur eigentlichen Spende schreiten. Dazu sucht man sich eine der aufgebauten Liegen aus, die so ähnlich wie eine Sonnenliege gebaut sind. Diese sind nur stabiler und haben Papierrollen am Kopf- und Beinende, damit nicht jeder im Schweiß des vorherigen liegen muss. Bevor man sich aber auf eine Liege setzt, sollte man sich erst entscheiden, ob man das Blut lieber aus dem rechten oder aus dem linken Arm entnommen haben möchte. Beides ist möglich und man sollte das wählen, was einem besser gefällt.
Neben der Liege befindet sich ein kleiner Tisch, auf dem sich ein Blutdruckmessgerät und andere Utensilien die für die Entnahme wichtig sind, liegen. Je nach Betrieb wird nach einiger Zeit auch eine Betreuerin einfinden, die sich um die Blutabnahme kümmern wird. Sie bringt zum einen den Blutbeutel mit, in den das Blut fließen soll. Ausserdem noch drei Glasröhrchen, in denen nach der eigenen Blutspende noch etwas Blut abgezapft wird um die Tests im Labor durchzuführen. Um irgendwelche Verwechslungen auszuschließen, wird noch der Name und das Geburtsdatum überprüft.
Nunja, jetzt kommt der eher schmerzhaftere Teil, wenn nämlich die Nadel in eine der Venen in der Armbeuge gestochen wird. Dabei sollte man immer gut die Hand auf- und zumachen, da so das Blut gut gepumpt wird und sich schnell im Beutel sammelt. Insgesamt werden so 500 ml entnommen. Die Entnahme muss relativ schnell fertig sein, damit das Blut nicht gerinnen kann.

~~ 6. Das Ausruhen

Ist man nach einiger Zeit fertig mit der Blutspende, so wird einem die Nadel vorsichtig entfernt. Jetzt sollte man aber nicht direkt denken, okay ich bin fertig, ich kann gehen. Eher sollte man einen Tupfer recht fest auf die Einstichstelle drücken, denn sonst kann es passieren, das das Blut in einem großen Bogen herausspritzt und man sich seine ganzen Sachen damit versaut. Außerdem mag es der Körper nicht so gerne, wenn man ihm Blut entnimmt, also kann es vorkommen, das einem je nach Kondition und Kreislauf leicht schwindlig wird, wenn man allzu schnell aufsteht. Deshalb sollte man noch etwa zehn Minuten liegen bleiben und sich im Wartebereich ausruhen. Wenn man der Meinung ist, das es einem so weit gut geht, das man aufstehen kann, dann sollte man das probieren. Wenn es aber noch nicht klappt, dann klappt es halt nicht und man sollte sich noch was schonen. Watschelt man nämlich noch was unbeholfen durch die Gegend und sieht nicht gerade gut aus, so verstehen die anwesenden Betreuer keinen Spaß und bringen einen mit sanften Druck wieder in die waagerechte Position zurück.

~~ 7. Die Kennzeichnung

Vor der Blutabnahme bekommt man noch eine Karte in die Hand gedrückt, auf der sich ein Strichcode befindet. Dieser gleiche Strichcode befindet sich auf allen Kanülen und dem Blutbeutel, so das man einfach feststellen kann, von wem das Blut denn nun stammt. Bei der Kennzeichnung kann man nun auf dem Stück Papier frei entscheiden, ob man sein Blut für die öffentliche Verwendung freigeben möchte oder nicht. Je nachdem wie man sich entschieden hat, muss man ein bestimmtes Feld ausmalen und die Karte dann in eine Box versenken. Dies geschieht deswegen, weil es auch Leute gibt, die zu einer dieser Risikogruppen gehören, dies aber nicht öffentlich angeben möchten, weil sie Repressalien von anderen Personen befürchten. Deshalb kann man ganz im Geheimen für sich in einer Kabine halt festlegen, wofür man sich entscheidet.

~~ 8. Die Rückgabe des Ausweise

Während der Blutspende wurde der ausgefüllte Zettel, den man bei der Anmeldung erhalten hatte und auch der Blutspendeausweis von der "Aufsicht" eingesammelt. Der DIN A 4 Zettel wird zu den Unterlagen des DRK geheftet, während der Blutspendeausweis einen Stempel bekommt und man diesen danach wieder zurück erhält. Desweiteren gibt es als Dankeschön-Geschenk auch noch eine 100 g Tafel Ritter Sport Schokolade. Den jeweiligen Geschmack kann man sich selber aussuchen.

~~ 9. Der Imbiss

Damit der Körper die Blutspende auch gut verkraftet und fleissig Blut nach- bzw. neu produzieren kann, muss man ihm auch wieder gut Nahrung zuführen. Dies kann man beim Imbiss machen. Dort gibt es verschiedene Getränke zu trinken, von Kaffee über Mineralwasser bis zu Limonaden. Ausserdem gibt es noch Unmengen an frischen, geschmierten Brötchen, die mit Wurstaufschnitt oder Käse belegt sind. Das gute daran: Man kann soviel essen und trinken wie man möchte. Ich hab es jedenfalls noch nicht erlebt, das man jemandem verboten hat, sich satt zu essen.

Mit dem Imbiss ist die Blutspende dann zu Ende und man kann sich auf den Heimweg machen. Je nachdem wie viel Betrieb bei den einzelnen Stationen ist, liegt der Zeitaufwand zwischen einer und zwei Stunden. Diese Zeit sollte man dafür auch wirklich einplanen und die Blutspende nicht zwischen irgendwelche anderen Termine quetschen und während der Blutabnahme zu hektisch werden, weil man noch weg muss. Denn das wäre mehr als kontraproduktiv, weil im schlimmsten Fall der Körper dann kollabiert.

~~~~ Was passiert nach der Spende? ~~~~

War man das erste Mal bei einer Blutspende, so kriegt man einige Wochen nach der Spende vom jeweiligen Blutspendedienst einen Brief. In diesem Brief befindet sich neben dem Blutspendeausweis auch noch ein Faltblatt, was einige Informationen gibt und über die nächsten Termine in der jeweiligen Stadt Auskunft gibt. Der Ausweis ist ca. acht cm lang und fünf cm hoch. Der laminierte Ausweis trägt auf der Vorderseite das jeweilige Landeswappen und daneben steht, dass es sich um einen Unfallhilfe- und Blutspender-Paß vom Deutschen Roten Kreuz handelt.

Schlägt man den Ausweis nun auf, so sieht man auf der linken Seite seine Personalien und die Blutgruppe stehen. Dort muss man noch unterschreiben und sieht seine Spendernummer. Auf der rechten Seite ist Platz um für jede gemachte Spende einen Datumsstempel zusetzen. Ausserdem steht dort, wie viele Spenden man vorher schon gemacht hat. Ein Ausweis hat Platz für neun solcher Stempel und wenn ein Ausweis voll ist, kommt automatisch der nächste per Post. Auf der Rückseite des Ausweises findet man noch die kostenlose Hotlinenummer und die Adressen der Blutspendedienste in NRW.

Zum Ausweis gehört auch noch eine Service-Card. Diese ist kein fester Bestandteil, sondern wird mit einer Büroklammer befestigt. Auf der Vorderseite geben fünf Reihen die Möglichkeit, neben dem Datum auch noch die jeweiligen Werte der Pulsfrequenz, des Hämoglobinwertes und des Blutdruckes anzugeben. So hat man persönlich für sich auch noch einmal eine Übersicht über die wichtigen Werte. Auf der Rückseite wird der Hausarzt samt seiner Adresse eingetragen.

Hat man diesen Ausweis einmal erhalten, dann vereinfacht sich der ganze Ablauf bei der Blutspende ein wenig, da man nun in der Datenbank des DRK vorhanden ist. Jetzt braucht man nur noch den Ausweis und mit seiner persönlichen Spendernummer legitimiert man sich.

In der Regel bekommt man alle zwei Monate von der DRK Post ins Haus. Dann wird darauf hingewiesen, dass in der nächsten Zeit wieder ein Blutspendetermin in der Nähe des Wohnortes möglich ist. Auch gibt es jährlich eine Terminübersicht, in der man schon einmal vorplanen kann, wann man zur Blutspende geht. Ansonsten erhält man wenig Post, es sei denn, nach einer Blutspende wurde vom Labor etwas nicht erfreuliches im Blut festgestellt. Wie in solchen Fällen die Benachrichtigung abläuft kann ich nicht sagen, da das bei mir noch nie der Fall war.

~~~~ Was passiert mit meinem Blut? ~~~~

Nach der Entnahme wird das Blut sicher verstaut und gekühlt, damit es länger frisch bleibt. Die drei Entnahmeröhrchen gehen zum Labor, wo es zum einen auf die Blutgruppe untersucht wird und zum anderen auf irgendwelche Krankheiten überprüft wird. So hat man eine kostenlose Untersuchung seines Blutes, mit der man auch noch was gutes tut.

~~~~ Was für Vorteile hat die Blutspende für mich? ~~~~

Für mich persönlich hat die Blutspende drei Vorteile: Ich tu zum einen etwas gutes, nicht nur für mich, sondern auch für die Gesellschaft. Zum anderen wird mein Blut einmal pro Quartal (oder wie häufig ich halt spenden geh) auf Krankheitserregern und ähnliches untersucht, was schon einmal sehr positiv ist. Auch tu ich mit einer Spende meinem Körper etwas gutes, denn er kann anfangen, wieder neues Blut zu bilden. Ich bin jetzt kein Biologe oder Mediziner und kann auch nicht genau sagen, warum es gerade so ist, aber dieser Blutwechsel ist sehr gut für den Körper.

~~~~ Was für Nachteile hab ich durch die Blutspende? ~~~~

Wenn man erst mal seinen inneren Schweinehund überwunden hat, gibt es eigentlich nur ein paar kleine Nachteile:

- man hat einen Zeitaufwand von einer bis zwei Stunden für die Spende
- je nachdem wie sehr man Spritzen und Nadeln mag, kann es einem schon mulmig werden
- da nicht jeder ein Superheld ist, der Schmerzen einfach so übersteht, kann es passieren, das die Entnahme (besonders das Einführen und Entfernen der Nadel) ein wenig schmerzt.

Auch wenn ich kein großer Freund von Spritzen und ähnlichem Zeug in letzter Zeit geworden bin, geh ich doch immer wieder Blut spenden, da meiner Meinung nach, die Vorteile die Nachteile bei weitem überwiegen. Ausserdem wird einem bei einem Schwächeanfall oder ähnlichem sehr schnell geholfen, da sehr viel medizinisch geschultes Personal anwesend ist. Auch kann man gut und einfach neue Leute kennen lernen oder alte Bekannte wieder treffen.

~~~~ Das DRK bereichert sich doch nur an dir ~~~~

Diesen Vorwurf hab ich schon des öfteren gehört. Meistens von Leuten, die selber nicht Blut spenden. "Du gehst dahin, gibst denen dein Blut und bekommst dafür nur nen Händedruck und ein Brötchen." Wer das sagt, orientiert sich anscheinend nur an den sichtbaren Kriterien. Klar, wenn es zum Krankenhaus gehe, krieg ich dreissig Euro oder so auf die Hand und beim DRK kann ich mich "nur" satt essen. Aber man sollte auch mal beachten, das das DRK bei einem solchen Termin eine große Summe an Ausgaben hat, so zum Beispiel für die Miete oder die Anlieferung und den Auf- und Abbau der ganzen Gerätschaften. Hinzu kommen noch die ganzen Kosten für die Lagerung des Blutes und die Überprüfung im Labor. Ich finde, da kann man es dann auch nicht erwarten, das man nun auch noch reichlich entlohnt wird für seine Blutspende. Mir reicht es vor allem aber, das ich mit der Blutspende für einen anderen Menschen und meinem Körper etwas gutes tu. Ich finde, das muss ausreichen ;-)

Ich hab jetzt einfach mal so runtergeschrieben, was mir alles zum Thema eingefallen ist. Bisher habe ich jedenfalls noch nichts gefunden, worüber ich mich beklagen könnte. Die Leute, die sich um mich gekümmert haben, waren alle sehr nett und habe sich auch wirklich um mich gekümmert und mich nicht einfach nur wie eine Nummer behandelt, die schnell erledigt werden muss. Auch wurde mir immer kompetent auf meine Fragen geantwortet. Negative Dinge habe ich bisher nur einmal erlebt: Die Betreuerin hatte sich für eine tieferliegende Vene entschieden, nur da floss das Blut nicht so gut heraus. Da ich auf der anderen Seite vom Arm noch einen schönen blauen Fleck von einer anderen Blutentnahme (Typisierung für Knochenmarkspende) hatte, fiel der Arm also flach. Da pro Arm nur ein Einstich gemacht werden durfte, musste ich leider unverrichteter Dinge wieder abziehen. Die Tafel Schokolade und den Imbiss habe ich nachher aber trotzdem noch bekommen.

Ich hoffe mal, ich hab durch meinen Bericht dem Mysterium Blutspende ein wenig das Unbekannte genommen und konnte auch einige davon hoffentlich überzeugen, es selber einmal auszuprobieren. Noch ein paar kleine Hinweise für alle Erstspender: Nehmt beim ersten Mal einfach einen Menschen mit, dem ihr vertraut und der auf euch aufpasst. Oder ihr hängt euch an einen erfahrenen Blutspender aus eurem Bekanntenkreis dran, damit ihr nicht alleine dort seid. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es dann einfacher und leichter ist, das ganze zu überstehen. Redet euch auch nicht ein, dass ihr so stark und gut seid, das ihr die Spende einfach so wegnehmen könnt. Für den Körper ist das nichts normales und er wird sich schon bei euch melden und sagen, wie toll er das findet  Also wundert euch nicht, wenn euch danach erst mal schwindlig ist. Ruht euch aus und esst was und schon wird das ganze wieder. Noch was ganz wichtiges: Lasst bei der Blutabnahme die Augen offen und versucht nicht, zu schlafen oder ähnliches. Dann werden die Betreuer rasch ungemütlich, weil sie dann davon ausgehen, dass ihr ohnmächtig seid.

So, hier ist aber nun wirklich Ende des Berichtes. Danke für eure Aufmerksamkeit und Glückwunsch, das ihr euch alles so tapfer durchgelesen habt.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
joscha.husen

joscha.husen

15.06.2009 23:11

Hey . hast einen schönen bericht geschrieben, besonders gut gefällt mir, dass du alles so detailiert aufgelistet hast. spende selber blut. ist ne feine sache

mctweetybaby

mctweetybaby

27.04.2009 14:39

Sorry, ich meine besonders hilfreich.....LG Annette

mctweetybaby

mctweetybaby

27.04.2009 14:38

Hallo, ich fand den Bericht all umfassend, sehr ausführlich, sprachlich sehr gut geschrieben. es wurden alles zum thema Blutspende durchleuchtet. Ich hoffe, dass es nun ein wenig mehr Blutspender geben wird, ich bin Krankenschwester, ich kenne das Dilemma, dass bei einem Notfall zu wenig Blut vorhanden ist, und dass dann umfangreich nachtelefoniert werden muß, um für das Unfallopfer das richtige Blut zu bekommen. Wirklich, ein sehr überzeugender Bericht. Deshalb besonders wertvoll.. LG Annette

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