Danke, BOB DYLAN
10.07.2011
Pro:
tolle Stimmung, guter Sound, gut gelaunter Dylan, super Wetter
Kontra:
nichts, nichts
Empfehlenswert:
Ja
 joanbaez
Über sich:
Das sind ja Temperaturen , die wir im November hatten. Brrrrrr
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Heute berichte ich über ein Konzert, auf das ich mich ganz besonders gefreut habe. Und gleich vorweg es war klasse. Ich rede über Bob Dylan und seinem Konzert im Stadtpark, Hamburg. .Bühne/Stadtpark Im Stadtteil Winterhude befindet sich mit dem Stadtpark die größte Grünfläche der Hansestadt Hamburg. Im Sommer ist auf den großflächigen Wiesen der Bär los. Erst recht, wenn tausende Musikfreunde zur Freilichtbühne kommen. Viele nehmen auch außerhalb des eingezäunten Geländes Platz und lauschen der Musik, während sie grillen oder einfach nur relaxen.Seit 1904 finden im Stadtpark regelmäßig Konzerte unter freiem Himmel statt. Bis zum Jahr 1974 schützte ein Blätterdach einer mächtigen Ulme die auftretenden Künstler vor Regen. Die erste "richtige" Bühnenkonstruktion entstand in den 70igern.. Die Stadtpark Freilichtbühne entwickelte schnell einen exzellenten Ruf als schönste Open-Air Bühne Deutschlands. Künstler und Publikum schätzen die intime Atmosphäre umgeben von Hecken und Bäumen. 4.000 Zuschauer haben in diesem grünen Gelände mitten im Herzen Hamburgs Platz. .Bob Dylan Auch wenn es für mich fast unvorstellbar ist, gibt es sicherlich Menschen, die Dylan nicht kennen. Ich höre ihn schon seit meiner Kindheit, denn mein Vater ist ein großer Fan von ihm.Bob Dylan, der eigentlich Robert Zimmermann heißt, wurde am 24.Mai 1941 in Duluth, Minnesota; geboren. Dylan begann Ende der 1950er-Jahre als Folkmusiker. Seine Eltern reagierten zunächst verärgert, denn sein Vater wollte ihn eigentlich in sein Geschäft aufnehmen. Als Gastsänger von Joan Baez, mit der er später auch eine Liebesbeziehung hatte, begann sein Erfolg. Dylan sang auf diesen Konzerten, wo sie ihn voller Begeisterung dem Publikum vorstellte, einige Duette mit Baez. Seine Texte griffen häufig die Themen des politischen und gesellschaftlichen Wandels in Amerika und des kalten Krieges auf. Mitte der 60er Jahre begann Dylan, seine Musik auf der akustischen Gitarre zu verstärken und ließ sich auch von einer Band begleiten. .Sonntag, der 26.06.2011 Ein Konzert auf einer Freilichtbühne in Hamburg ist vom Wetter her immer eine Zitterpartie. Das Gelände bietet dem Zuschauer keinen Schutz vor Regen. Doch Hamburg begrüßte und ehrte Bob Dylan, der 4 Wochen vorher seinen 70. Geburtstag feierte mit blauen Himmel und sehr angenehmen Temperaturen. Als um 18 Uhr die Pforten geöffnet wurden, hatte die Sonne noch viel Kraft,
Bilder von Bob Dylan - Stadtpark, Hamburg 2011
verbrutzelte aber niemanden mehr. Der Stadtpark war gut besucht und die Wiesen um das Gelände waren belegt und Partylaune breitete sich aus..Der Einlass Leider hat das Gelände nur 2 Eingänge. Die 4000 Gäste mussten etwas Geduld mitbringen. Aber die Stimmung war schon jetzt zu gut, dass kaum jemand sich über die lange Warteschlange beschwerte. Da das Konzert schon nach 3 Tagen ausverkauft war, ging der Einlass zügig ab. Die Wartezeit, nutzte ich für ein paar Gespräche mit anderen Gästen. Erstaunt stellte ich fest, dass einige von Weit her angereist waren. Da Bob Dylan nur 2 Konzerte in Deutschland geplant hatte, war kein Weg zu weit.Die Taschen- und Körperkontrollen nach Glasflaschen und weiteren unerlaubten Gegenständen wurden von freundlichem Personal durchgeführt. Hierbei wurden Männer und Frauen kurz getrennt. Belästigt fühlte ist mich dabei nicht, hoffte aber, dass Kameras erlaubt waren. Lustiger Weise haben sie meine Kamera nicht entdeckt und so hatte sich die Frage für mich, auf diese Art geklärt. . Das Publikum Mein Sohn. Der eigentlich mit wollte, war sich sicher, dass dieses Konzert ein Rentnertreffen wird. Doch da hatte er Unrecht. Sicherlich war die Überzahl der Besucher älteren Jahrgangs, doch eigentlich war es ein Generationsmix. Ich habe in viele junge Gesichter geschaut. Doch eines hatten wir gemeinsam. Alle waren glücklich über das Wetter und sehr gespannt, wie Bob Dylan drauf ist. Häufig genug hat Dylan auf seien Konzerten kein Interesse an seinem Publikum gezeigt und wirkte manchmal sogar richtig schlecht gelaunt. Ich habe ihn schon erlebt, da hat er fast die ganze Zeit mit dem Rücken zum Publikum gespielt.Auf eine harte Probe wurden wir an diesem Tag nicht gestellt. Zwar tauchte Bob Dylan nicht ganz pünktlich auf der Bühne auf, aber wir, sein Publikum übten uns in Geduld. Aufgrund des Soundchecks wussten wir ja, dass es keine technischen Probleme gab. Ein paar wenige Pfiffe erschallten ab 19°° Uhr. Doch die meisten Gäste versorgten sich mit Getränken oder kleinen Speisen. Diese Bierstände und Fressbuden, die sich um das Gelände ziehen, sind während der ganzen Zeit für den Ausschank bereit. So wartete ich in großer Vorfreude mit meinem Cappuccino auf Bob Dylan.
Das Konzert Von meinem Gefühl her, verspätete sich Dylan mit seiner um knapp 10 Minuten. Also nicht der Rede wert. Doch dann kam er. Schon die ersten Schritte auf der Bühne ließen erahnen, dass Bob Dylan gut drauf ist. Sein zweiter Blick ging ins Publikum. Obwohl ich fast ganz hinten stand, glaubte ich, ein Nicken und ein angedeutetes Lächeln zu erkennen. Mit einem recht riesigen, schwarzen Hut und schwarzen Anzug um Westernstil und seiner fünfköpfigen Band in hellen Anzügen steuerte Dylan gleich auf seine Orgel zu, um mit dem Song "Leopard-Skin Pill-Box Hat" seines Albums "Blonde On Blonde" (1966) sein Konzert zu eröffnen. Ingesamt hat er uns in den 100 Minuten seines Konzertes 17 Songs präsentiert. Wobei er zwischen Keyboards, Gitarre und Mundharmonika wechselt. Bei wenigen Nummern ist er ausschließlich Sänger und singt mit Blick ins Publikum in der Mitte auf der Bühne. Lässig und mit absoluter Exaktheit groovt mit ihm seine Band.Gespannt wartete ich auf seinen Gesangseinsatz. Viele Leute behaupten ja, Dylan kann nicht singen, doch ich mag seine Stimme. Doch die ersten Töne klangen tatsächlich etwas sehr kratzig und rau. Aber es war unverkennbar seine Stimme. Leicht wippend haute er auf die Tasten seiner Orgel und bereitete sein Publikum auf einen genialen Auftritt vor. Nach dem ersten Song konnte ich beobachten, dass er sich ordentlich mit einem weißen Taschentuch die Nase schnäuzte und viel Wasser trank. Danach legte er dann auch richtig los. Hin und wieder kamen noch mal ein paar kratzige Töne heraus und einige Silben verschluckte er. Doch eine Erkältung hält einen Bob Dylan nicht ab und das bisschen Kratzen verstimmt auch nicht das Publikum. Und schon gar nicht, wenn Bob Dylan so auftaut wie an diesem Tag. Ungewöhnlich häufig wandte er sich dem Publikum zu und animierte dies mit ausgestreckten Armen und einer leichten Andeutung von Tanzen. So wurden die Fans und Dylan mit seiner Band eine wunderbare Einheit. Aber nicht nur Dylan legte sich ins Zeug, Auch seine Musiker zeigten ihr können. Das Zusammenspiel ist einfach genial. Was bestimmt nicht immer einfach war, denn Dylan, an diesem Tag sehr impulsiv, bestimmte und änderte den Rhythmus unerwartet und spontan. Seine Leichtigkeit, wenn er sich ohne Instrument am Frontmikrofon, an der Mundharmonika und der Orgel bewegte nahmen den Songs wieder etwas das ruppige. Nach 14 Songs, (darunter „Things Have Changed“, “Beyond Here Lies Nothing”, “Visions Of Johanna“, “"Tangled Up In Blue" und "I Don’t Believe You") toller Stimmung, guten, ausgesteuertem Sound, glaubte ich, der Höhepunkt sei erreicht. Als die Musiker die Bühne verließen war wohl keiner der Gäste bereit ihn einfach so gehen zu lassen. Aber das war auch nicht geplant. Nach einer kurzen Pause erschienen die „Jungs“ wieder auf der Bühne um das Publikum noch mal rocken zu lassen. Mit den Songs „Like a Rolling Stone“, “ All Along The Watchtower “ und Forever Young heitze er den Stadtpark richtig ein. Hierbei kam auch das etwas verhaltene Publikum in noch mal richtig in Bewegung. Die Mischung aus, Blues und Country war gut aufeinander abgestimmt. An diesem Tag gefielen mir seine rockigen Einlagen am Besten. Seine 4 Gitarristen zeigten Höchstleistung. Jede der Gitarren erzählte den Song auf seine Weise. Legte dann Dylan noch seine Mundharmonika an, nahm mich der Sound gefangen. Zu der größten Überraschung an diesem Auftritt gehörte Dylan selbst. Bob Dylan spricht zu seinem Publikum. Zwar war es nur ein „Dankeschön“ aber auch schon die Vorstellung seiner Band war für mich erstmalig. Zwar war er schlecht zu verstehen, wie üblich brummelte er mehr vor sich hin, doch sein Blick ins Publikum, machte deutlich, er meinte uns. Wann Dylan in seiner Wortkargheit jemals so kommunikativ gewesen ist, weiß ich nicht zu sagen. Verblüfft und riesig erfreut hat es an diesem Tag jeden. Dieser Tag war voller Überraschungen im Programm,und einigen erstaunlichen Konzerthöhepunkten, Dylans brillant gesungene „Ballad Of A Thin Man“mit viel Volumen und Charlie Sexton mit seinen zeitweise glänzenden Gitarrenspiel gehörten dazu. . Meine Meinung Für mich war es das beste Konzert mit ihm, das ich miterleben durfte. Schon die glückliche Auswahl der Bühne war ein Volltreffer. Dylan nur mit 4000 Gästen zu teilen ist einfach klasse. Das war schon fast familiär. Die Sonne, die grünen Hecken und die alten Bäume gaben irgendwie ein Hippie-Feeling. Einige der Gäste tanzten barfuss und viele waren auch in Punkto Kleidung dieser Ära angepasst. Zu dieser kuscheligen Stimmung trug Bob Dylan aber selbst auch viel dazu. Man konnte beobachten, dass ihn dieser Auftritt viel Freude machte. Seine Gesten wurden immer spaßiger. Mit seiner Mundharmonika legte er sich richtig ins Zeug und schaffte es, dass wir, seine Fans, mit ihm rockten. Die Wahl und die Reihenfolge seiner Songs waren richtig gut. Trotz der sanften Töne zwischendurch, schaffte er es die Stimmung immer mehr zu steigern und auf dem Höhepunkt sein Konzert zu beenden. Like dem Motto: Wenn es am schönsten ist, soll man gehen. Für mich war es der richtige Moment. Zwar habe auch ich, durch Dauerapplaus versucht, Dylan und seine Band noch mal auf die Bühne zu rufen, doch enttäuscht war ich von diesem Abgang nicht. Mit seinen 70 Jahren hat Bob Dylan noch mal bewiesen, das er zu Recht zu den ganz großen in der Musikwelt gehört. Für mich war es berauschend ihn endlich einmal so offen, gutgelaunt, impulsiv und „gesprächig“ zu erleben. DANKE . Nach dem Konzert Die Party aber ging weiter. Als wir das Gelände verließen (Parkseite) stießen wir auf hunderte Fans, die mit Decken, Getränken, Kindern, Hunden und wahnsinnig guter Laune das Konzert von draußen angehört haben. Auch hier erklangen Gitarren und Bongos. Viele fragten wie er drauf war und waren ganz wild auf die Fotos, die ich gemacht hatte. Obwohl es schon fast 22°° Uhr war, ging diese Party noch eine ganze Zeit weiter. Hamburg feierte einen großen Künstler.
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26.11.2011 18:49
einfach toll-bh
08.11.2011 20:02
BH! LG Jan
22.09.2011 14:46
bh wird nachgereicht