Wahlkampf mit allen Mitteln
16.10.2000 (22.05.2003)
Pro:
realistische Politsatire, hervorragende Besetzung
Kontra:
nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor
Spannung
Anspruch
Action:
Romantik:
mehr
 MCK09
Über sich:
Mitglied seit:20.01.2000
Erfahrungsberichte:79
Vertrauende:34
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Der Film "Bob Roberts" von 1992 ist eine meiner Meinung nach brilliante Satire auf die Praktiken rechstpopulistischer Politiker und auch auf den amerikanischen Wahlkampf. Tim Robbins, der hier gleichzeitg ein bemerkenswertes Regiedebüt gibt, spielt den Titel"helden", einen (eine zugegeben etwas seltsame Kombination) äußerst erfolgreichen Folksänger und Börsenspekulanten, der sich mit allerlei fragwürdigen Mitteln gegen seinen Konkurrenten (der wohl von den "Demokraten" kommen soll) durchsetzten will und das schlussendlich auch schafft. Er setzt hierbei ganz auf die rechtspopulistische Karte: er besingt in seinen Lieder Dinge wie "sei Fleißig", "Nimm keine Drogen", und so weiter; er spielt also den Moralapostel, gleichzeitig hetzt er aber gegen Ausländer und "Kommunisten", er durchschmüffelt im Stile eines Uwe Barschel das Privatleben seines Kontrahenten und unterstellt ihm ein Verhältnis mit einer Minderjährigen und so weiter.
Weil er auch mit ca. Anfang 30 wesentlich jünger ist als sein Rivale, spielt er den Rebell, der die Gesellschaft verändern will, eine Rolle, die seinen Parolen also krass widerspricht. Einige Journalisten versuchen ihm seine überkorrekte Maske zu entreißen und seine Praktiken aufzudecken, doch das kann er mit Hilfe seiner Förderer verhindern. Das erschreckende daran - wenn man diesen Typus des Politikers betrachtet, fühlt man sich durchaus an "real existierende" Politiker erinnert. Der Film ist 11 Jahre alt - wenn man der populären Behauptung, dass die Entwicklungen aus den USA hier regelmäßig mit der zeitlichen Verzögerung von einer Dekade herüberschwappen, glauben schenkt, kann das auch kaum verwundern. Der vollkommen seichte Wahlkampf, der sich auf dumpfe Parolen und Diffamierung des Konkurrenten beschränkt, kommt einem seltsam bekannt vor. Natürlich nicht in der krassen Form des Films, aber Übertreibung ist bekanntlich nur ein Stilmittel, die Grundtendenz kann man (leider) kaum leugnen.
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16.10.2000 22:48
Das eine ist Kino, das andere ist eine österreichische Realität, mit der man sich schon etwas differenzierter auseinandersetzen sollte. Der Film ist gut, deine Meinung dazu auch, nur deine Querverbindung hakt etwas. Bitte auch schon mal ein Buch in die Hand nehmen. Der Meinungsbildungsprozess ist ein aktiver Vorgang, und sollte nicht rein der Medienmaschinerie überlassen werden! Das ist zu einfach und auch zu trivial. Nix für ungut aber es ist so!! Nicht einfach mitblöken!!! Gruss Bono (Keine Angst auch ohne diese Trivialargumentation gibt es noch genug Gründe natürlich auch nicht mit Haider einfach mitzublöken)