Bodengrund im Aquarium - Tipps & Tricks

Erfahrungsbericht über

Bodengrund im Aquarium - Tipps & Tricks

Gesamtbewertung (3): Gesamtbewertung Bodengrund im Aquarium - Tipps & Tricks

 

Alle Bodengrund im Aquarium - Tipps & Tricks Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Tipps zur Einrichtung eines Aquariums

5  23.06.2003

Pro:
Dieser Bericht wird die kommenden Wochen immer aktualisiert !

Kontra:
.

Empfehlenswert: Ja 

bovflateric

Über sich:

Mitglied seit:02.04.2000

Erfahrungsberichte:82

Diesen Bericht teilen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

In diesem Bericht werde ich schrittweise zeigen, was man beachten muss, wenn man sich ein Aquarium anschafft. Der Bericht wird alle paar Tage von mir ergänzt werden, denn ich habe gerade das Aquarium gekauft und werde immer wenn ich etwas daran mache, dieses hier bekannt geben. Viel Spaß beim Lesen, wie ich mein neues Aquarium gestalte!!! Es handelt sich hierbei um die Version 1.1 von meinem Text, ergänzt wurden Infos zum Bodengrund.

//_/_/_/_/_/_/_/_/
Vorüberlegung
//_/_/_/_/_/_/_/_/

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein Aquarium zu kaufen, müssen sie erst mal folgendes bedenken: Hierbei handelt es sich nicht um ein einen gewöhnlichen Zeitvertreib, wie Briefmarken sammeln, oder etwas in der Art. Man trägt hierbei nämlich eine große Verantwortung. Fische sind Lebewesen und müssen artgerecht behandelt werden. Hier kann man es sich nicht erlauben, mal für eine gewisse Zeit das Hobby ruhen zu lassen und sich nicht mehr darum zu kümmern. Schon in kurzer Zeit, kann das biologische Gleichgewicht außer Kontrolle geraten und das Aquarium sieht nicht mehr schön aus. Dadurch sinkt das Interesse noch weiter und man verliert den Spaß.
Es handelt sich hierbei also um ein relativ zeitintensives Hobby, welches auch nicht gerade sehr billig ist. Zudem rate ich davon ab, zu jungen Kindern ein Aquarium zu kaufen. Viel besser wäre es, das Aquarium ins Wohnzimmer zu stellen, wo die Kinder auch etwas davon haben und es beobachten können usw., aber Kinder in dem Alter begehen zu oft Fehler bei dem Umgang mit Fischen und quälen diese mit zu viel Futter etc. Für Kinder sehe ich eher Tiere, wie Meerschweinchen als besonders geeignet. Hier lernen sie Verantwortung zu tragen und gleichzeitig sind diese Tiere kuschelig und lebhaft und so länger für Kinder interessant.

//_/_/_/_/_/_/_/_/
Welche Größe
//_/_/_/_/_/_/_/_/

Wenn man sich dann entschieden hat, ein Aquarium zu kaufen, sollte man sich Gedanken über die Größe machen. Hierbei spielt sicher bei jedem der Platz eine Rolle. Kleine Becken können in Regalen untergebracht werden, während die meisten großen Becken einen Außenfilter haben und somit mehr Platz brauchen. Wenn sie das Aquarium einplanen, sollten sie einen Platz mit möglichst wenig Licht suchen. Das Becken wird nämlich selbst beleuchtet und Sonnenlicht schadet sehr. Bei zu viel Licht wird man große Probleme mit Algen bekommen, die sich hier rasend schnell vermehren und zur richtigen Plage werden. Außerdem heizt sich das Becken im Sommer zu viel auf und die Fische leider darunter sehr. Sie wollen ja nicht immer in einer Sauna leben...
Die Größe hat aber noch eine weitere wichtige Rolle. Zuerst einmal macht ein großes Becken weniger Arbeit als ein kleines. Das liegt daran, dass in kleinen Becken nicht so leicht ein gut funktionierendes Ökosystem aufgebaut werden kann, wie in einem großen. Die Filter sind nicht so groß und müssen häufiger gereinigt werden. Dann muss auch noch weiter gedacht werden, nämlich an die Fische. In kleinen Becken kann man nicht alle Fischsorten halten, da sie zu groß werden, oder einfach mehr Bewegungsraum brauchen. Viele Fische leben auch in Schwärmen und so sollte man sich von diesen immer mindestens 10 zulegen und da ist ein kleines Becken ziemlich schnell voll.
Ich rate deshalb einem Anfänger, ein ca. 100 Liter großes Becken zu kaufen. Es muss ja nicht direkt ein Ungetüm von 300, oder mehr Litern sein, aber kleines als 100 Liter ist wegen der genannten Punkte auch nicht ratsam.

Ach ja, bevor ich es vergesse: Vorsicht mit dem Gewicht! Ein volles Aquarium bringt schnell ein riesiges Gewicht konzentriert auf nur einen Quadratmeter. Wenn sie kein Loch im Boden haben wollen, informieren Sie sich vorher, ob es in ihrem Haus möglich ist, solche Gewichte auf den Boden zu stellen. Vor allem Altbauten sind hier gefährdet.

//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Was braucht man noch?
//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Wenn man sich für die Beckengröße entschieden hat, kommen nun die entsprechenden Gerätschaften. Jedes Aquarium braucht einen Filter. Ich rate auf jeden Fall zu einem Außenfilter, das heißt der Filter steht nicht im Becken, sondern daneben / darunter und ist mit Schläuchen zum Becken verbunden. Das hat den Vorteil, dass im Becken nicht dieser unschöne Filter stört und den Platz und die Optik nimmt. Die Marke EHEIM möchte ich hier als beste Marke bezeichnen. Die Gerätschaften halten besonders land und sind sehr beliebt und verbreitet. Somit kommt man auch immer leicht an Ersatzteile. Natürlich muss der Filter der Beckengröße entsprechen. Die maximale Literzahl ist immer angegeben. Hier gilt lieber mehr als zu wenig, ein großer Filter bringt viele Vorteile und muss nicht so häufig gereinigt werden, wie ein kleiner.
Dann braucht man noch eine Heizung. Diese hat zumeist eine Stabform und wird mit Saugnäpfen am Beckenrand angebracht. Vorsicht hierbei, niemals die Heizung anschalten, wenn sie sich nicht im Wasser befindet.
Beleuchtung wird auch noch gebraucht. Wenn sie ein Model im Auge haben, welches eine Abdeckung hat, sind die Lampen meist in dieser Abdeckung. Diese Version ist der offenen optisch vorzuziehen, allerdings ist ein offenes Aquarium mit einer darüber hängenden Lampe näher an der Natur. Diese Entscheidung überlasse ich ihnen.

Zu dem weiteren Kleinigkeiten komme ich später, dies ist die Grundausstattung im / am Becken.

//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Wo kaufe ich?
//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Die bis jetzt genannten Teile würde ich auf jeden Fall gebraucht kaufen, am besten bei ebay ersteigern. Der Unterschied von Neuware und den Online Angeboten ist preislich gesehen enorm. Mit etwas Geduld findet man im Internet oftmals Komplettangebote, die mit Filter und Heizung und Beilagen noch immer weniger kosten, als alleine ein leeres Becken mit Unterschrank im Fachhandel.
Achtet aber hier besonders auf: Kratzer und Gebrauchsspuren. Kauft ein Aquarium nur, wenn ihr Bilder gesehen habt und Euch versichert wird, dass das Becken dicht und funktionsfähig ist. Nur ein Kratzerloses Aquarium ist die Arbeit wert, glaubt mir das!

//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Der Bodengrund
//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Der Bodengrund hat eine sehr wichtige Funktion im Aquarium. In freier Wildbahn findet man die unterschiedlichsten Bodenbeschaffenheiten, die abhängig sind von der Fließgeschwindigkeit des Wassers. Es reicht von großen, groben Steinen bis hin zu feinem Sand. Die beiden extremen Formen sind nicht besonders geeignet für das Aquarium. Die groben Steine bieten den Pflanzen keine Grundlage, der feine Sand auch nicht und zudem wirbeln die Fische den feinen Sand immer auf und das Wasser wird trübe milchig. Die Wahl sollte auf einen feinen Kies fallen, denn dieser bietet dem Wurzelwerk genügend halt und es können sich die für das Aquarium so wichtigen Bakterien und Mikroorganismen ansiedeln. Außerdem können am Boden lebende Tiere hier wunderbar etwas buddeln und den Kies nach Nahrung durchsuchen. Bei der Farbe kann man frei wählen, dunkler Kies lässt die Farben der Fische und Pflanzen besonders gut wirken, ich habe mich bei meinen Aquarien aber trotzdem immer für hellen entschieden, da ich finde, dass ein helles Aquarium freundlicher wirkt.

Bei der Menge gilt die Regel: Je mehr Boden, desto besser. Da übermäßig viel Kies jedoch auch nicht gerade toll aussieht, rate ich zu einer Durchschnittshöhe von 7cm. Da ist genug Platz für die Wurzeln der Pflanzen vorhanden und auch mehrere Schichten für Bakterien etc. sind ausreichend gegeben.

Der Kies darf aber nicht von irgendeiner Kiesgrube geholt werden, oder gar aus einem Sandkasten. Da spart man eindeutig an der falschen Stelle. Diese Böden eignen sich absolut nicht für den Einsatz in einem Aquarium. Da der Versand bei dem Gewicht auch recht hoch ist, heißt es hier ab in den Fachmarkt und dort kaufen.

//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Kies und Aquarium gekauft und nun?
//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Vor uns steht jetzt das ungefüllte Aquarium und ein, oder mehrere Säcke voller Kies. Wichtig!!!: Zu diesem Zeitpunkt noch keinen Strom an die Geräte, weder an den Filter, noch an die Heizung! Der Kies muss jetzt erst einmal grob gewaschen werden. Dies geschieht in einem Eimer. Benutzt hierfür aber bitte keinen Putzeimer, sondern kauft Euch einen, oder zwei neue. Der Kauf lohnt sich auf jeden Fall, denn diese werden auch später immer wieder gebraucht und es sollten reine Aquariumseimer werden, damit keine Fremdstoffe und Gifte ins Becken kommen und das Ökosystem zerstören. Der Kies ist im Eimer, nun wird Wasser (kalt) nachgefüllt und mit den Händen der Kies mehrfach durchwühlt. Das trübe Wasser ins Klo abgießen, vorsichtig sein dabei, damit der Kies nicht mit ins Klo rutscht. Diesen Vorgang wiederholen wir nun drei- bis fünfmal, das sollte für die grobe Reinigung reichen. Wer ganz sicher gehen will, keine Fremdstoffe ins Aquarium zu holen, kann den Kies auch in einem Topf abkochen, das ist aber nicht unbedingt notwendig. Jetzt wird der Kies ins Aquarium geschüttet, in dem sich noch kein Wasser befindet. Schon zu diesem Zeitpunkt sollte man dem Kies einen kleinen Abfall formen, das bedeutet vorne sollte er flacher sein und nach hinten ansteigen. Das bringt nicht nur Tiefe, sondern ist auch wichtig für die spätere Bepflanzung. Außerdem hat das beim laufenden Aquarium den Vorteil, dass sich abgestoßene Pflanzenreste und Mulm unten ansammeln und einfach und bequem abgesaugt werden können. Deshalb ist diese ansteigende Form sehr zu empfehlen!

Nun kommt das Wasser. Wir nehmen hierfür Leitungswasser. Damit jetzt nicht die gerade liebevoll eingerichtete Kieslandschaft komplett durchwühlt und zerstört wird, kommt nun ein Trick zum Einsatz. Wir legen einen kleinen Teller ins Aquarium. Auf diesem leiten wir das Wasser durch einen Schlauch, womit wir das Aufwühlen vermeiden. Das Wasser wird auch nicht einfach direkt aus dem Eimer eingeworfen, sondern mit Hilfe eines Schlauches. Man stellt den Eimer mit Wasser neben das Aquarium und legt den Schlauch in den Eimer. Alle Luftblasen müssen aus dem Schlauch gelassen werden. Nun einen Finger auf ein Schlauchende, luftdicht verschließen und ins Aquarium auf den Teller halten. Das andere Ende muss immer unter Wasser im Eimer bleiben. Wenn man jetzt das Ende im Aquarium öffnet, hilft uns die Physik und das Wasser wird angesaugt und fließt automatisch vom Eimer in das Aquarium. Diesen Vorrang wiederholen wir nun, bis das Becken zu 80% gefüllt ist. So bleibt uns noch genügend Spielraum für die Bepflanzung usw.

Euch wird auffallen, dass das Becken immer noch trübe geworden ist, obwohl wir den Kies gereinigt haben. Keine Sorge, das wird sich nach etwas Abwarten geben! Jetzt kann der Filter und die Heizung angeschaltet werden. Es kann sein, dass der Filter etwas Starthilfe braucht und auch er komplett, also auch die Schläuche mit Wasser gefüllt werden müssen, damit er anfängt zu saugen und zu pumpen. Jetzt zirkuliert das Wasser im Aquarium, in dem sich bisher nur der Kies und das Wasser befinden. Nun heißt es erst einmal STOP! Zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht an eine direkte Bepflanzung zu denken und auch erst recht noch nicht an Fische. Das Becken muss in diesem Zustand erst mal drei Tage stehen, dann kommen die Pflanzen rein und wiederum zwei Wochen später erst die ersten Fische. Ich weiß, es ist sehr, sehr schwer, sich an diese Vorgabe zu halten, da man fast nie die Geduld hat, aber wenn man sich nicht daran hält startet das komplette Aquarium falsch und man wird Probleme über Probleme bekommen. Zu erklären ist dies, dass sich im Aquarium und auch im Filter in den ersten Tagen sehr viele chemische Prozesse abspielen, bei welchen Stoffe entstehen, die Fische nicht vertragen. Erst nach einiger Zeit hat sich ein Gleichgewicht eingespielt und es ist an Fische zu denken.


//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/
Mein persönliches Aquarium
//_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/_/

Nach den erläuterten Überlegungen habe ich mir nun vorgestern bei ebay ein Aquarium ersteigert und ich werde in den folgenden Wochen diesen Bericht immer aktualisieren, wenn ich etwas an dem Aquarium mache. So können Sie Tipps und Tricks zum Einrichten, der Fischwahl, der Algenbekämpfung, Zuchttipps, Krankheits- und Schneckenbekämpfung zu einem späteren Zeitpunkt hier nachlesen. Ich würde mich über Kommentare freuen, hier sind nun die Daten meines neuen Aquariums, welches ich morgen beginnen werde, einzurichten:

Model: Panorama 80 von Juwel mit einem schwarzen Unterschrank für Filter und Zubehör. Es umfasst 140 Liter. Komplett mit schwarzer Abdeckung, Fotorückwand, Leuchtmittel, EHEIM - Außenfilter, Stabheizung und einer dreibeinigen Wurzel.


Bis bald, wahrscheinlich berichte ich schon bald von der Bepflanzung und Gestaltung meines neuen Aquariums.


Diesen Bericht teilen auf Google+
Sponsorenlinks
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Bachjog

Bachjog

10.05.2004 21:20

Super Bericht nach dem man wirklich Schritt für Schritt als Anleitung vorgehen kann. Erapart zumindest für den Anfang die Lektüre von Fachliteratur.

whooosh

whooosh

26.07.2003 00:34

Schöner Bericht, allerdings zwei Ergänzungen: - als Bodengrund hat sich Spielkasten-Sand vielfach bewährt. Der ist viel günstiger als Kies aus dem Fachhandel. - 2 Wochen Einfahrzeit sind viel zu wenig! Vier Wochen sind Minimum!

bovflateric

bovflateric

23.06.2003 16:54

Hallo! Also die Größe ist dann üblich 100cm * 40cm * 50cm und das sind dann 200 Liter. Wenn Du noch mehr Fragen hast, schreib sie am besten in mein Gästebuch, ich meld mich dann, mfG bovflateric

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1776 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"besonders hilfreich" von (3%):
  1. Bachjog

"sehr hilfreich" von (97%):
  1. Darokh
  2. AFFBerlin
  3. Bea_32
und weiteren 27 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.