Gerichtsmediziner-Standardbrei mit Ödefaktor

1  11.10.2011

Pro:
Für einen langweiligen Abend ganz kurzweilig

Kontra:
Standardware, die nichts Originelles mit sich bringt

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Kultstatus:

Action:

Spannung

Spaß

Romantik:

Dialoge:

mehr


Feldhamster1984

Über sich:

Mitglied seit:06.03.2005

Erfahrungsberichte:142

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Allgemeines:


Als der erste Profiler, der erste missgelaunte Arzt, der erste Gerichtsmediziner mit diversen persönlichen Problemen seine Serie bekam, war das Ganze kurzweilig - nach übereifrigen, bierernsten Polizisten und drögen Medizinern war es eine willkommene Abwechslung. Aber mittlerweile herrscht ein Overkill. Ein missgelaunter, persönlich gescheiterter Typ nach dem anderen darf sich in Zynismus und Sarkasmus üben, beruflich zwar brillant, im persönlichen Leben jedoch völlig erfolglos, geschieden, mit oder ohne Kind und natürlich auch (dezent gesagt) unbewandert, was den Umgang mit Menschen auf persönlicher Ebene sein. Das ist mittlerweile so originell wie ein Geheimdienstmitarbeiter mit Schlapphut.

In "Body of Proof" darf nun also Dana Delaney, den meisten bekannt aus "Desperate Housewives", die (wen wundert es?) hochbegabte, geschiedene (aha), mit persönlichenen Problemen kämpfende (nein, ehrlich?) und mit ganz normalen Umgangformen überforderte (wow, wie originell!) Medizinerin spielen, die irgendwelche, manchmal gruseligen Todesfälle aufklären muss.

=Darsteller:=

Dana Delany ... Megan Hunt
Jeri Ryan Kate Murphy
John Carroll Lynch ... Bud Morris
Nicholas Bishop ... Peter Dunlop

Dana Welles Delany ist den meisten ja nur aus "Desperate Housewives" ein Begriff, wo sie Katherine Mayfair darstellt(e). Allerdings ist sie auch Comicfans ein fester Begriff da sie Lois Lane in der TV-Serie "Superman" darstellte und Lois Lane auh in diversen Animated Films ihre Stimme lieh. Ebenso war sie eine der Hauptdarstellerinnen in der vielgerühmten Serie "Wild Palms".

Jeri Ryan (geborene: Zimmermann) wird wohl auf ewig mit ihrer Rolle der (Ex)Borg "Seven of Nine" verknüpft werden, die sie in "Star Trek - Voyager" spielte, sie ist aber auch aus diversen Fernsehserien wie "Melrose Place", "Dark Skies" oder "Leverage" bekannt.

John Carroll Lynchs bekannteste Rolle ist wohl die aus "Close to home", doch er ist ein gerne eingesetzter Nebendarsteller in vielen Serien wie "Monk" etc.

Nicholas Bishop ist für viele eher ein unbeschriebenes Blatt, obgleich er schon in "Past Life", "Mc Leod´s Töchter", "Home and away" und "White Collar Blue" wiederkehrende Rollen hatte.

=Handlung:}

Megan Hunt, eine (wie könnte es anders sein?) der erfolgreichsten und besten Neurochirurginnen in Philadelphia, bekommt ihr Privatleben nicht mehr mit mit ihrem Beruf vereinbart - die Ehe ist zerrüttet, die Scheidung wird vollzogen, das Sorgerecht für die Tochter geht an ihren Exmann.

Da sie durch einen Autounfall (ja, es müssen immer geballte Schicksalsschläge sein) auch noch an Taubheitsanfällen in den Händen litt, starb einer ihrer Patienten auf dem OP-Tisch und das war es dann mit der Karriere. Jetzt also ist sie als streitbare und eigensinnige Gerichtsmedizinerin tätig.


=Kritik:=

Tja, wie oben schon anklingt, bin ich eher mittlerweile angeödet von den zig "Forensischen Experten", die sich altklug in den Vordergrund stellen, ihre pseudocoolen Oneliner abgeben und ansonsten mit den Menschen nicht zurande kommen und das dann langsam auf einfühlsame Art lernen usw.

"Body of Proof" ist eine Serie, bei der ich denke "Da wollte jemand auf den fahrenden Zug aufspringen", denn Megan Hunt ist nur die zehntausendste Version von einer Mischung aus "Ducky" (Navy CIS), selbsternannten bzw. irgendwie eingebundenen Pseudoermittlern a la Patrick Jane (Mentalist) etc. Dand Delany nimmt man die gebeteulte Ärztin einfach nicht ab, sie wirkt zu bemüht, zu lässig, zu nonchalant als wirklich als überfordert oder gar psychisch angeknackst durchzugehen. Und es ist einfach so öde mitanzusehen, wie 'Dr. Megan Hunt pseudointelektuelle Belehrungswahrheiten wie "Die Leiche ist der Beweis. Sie verrät uns alles, was wir wissen müssen, wenn wir die Geduld haben, genau hinzusehen.“ von sich gibt.

Dazu kommt, dass ihre neuen Kollegen so gar nichts ihr wissen, während der Zuschauer dauernd mit ihren ganzen Lebenserfahrungen usw. überschwemmt wird - sorry, aber wieso gab es nicht noch zwei Kinder, die gestorben sind, während sie operierte weil ihr der Patient wichtiger war als ans Handy zu gehen? Wieso ist nicht auch noch der langjährige Butler gestorben oder der treue Familienhund? Diese Anhäufung von Schicksalsschlägen wirkt einfach zu bemüht, als dass man sie noch ernstnehmen kann.

Und spätestens wenn Frau Hunt meint als "forensische Fahnderin" Leute (natürlich stets gut gemeint) belästigen zu müssen, wird es ärgerlich. Während mich schon die diversen "wir sind Cops, wir dürfen alles - wir dürfen schlagen, treten, drohen, Wohnungen einfach so betreten, beleidigen usw."-Attitüden nur noch wütend zurücklassen, sind Leute wie Patrick Jane (Mentalist) Monk und Co. einfach nur zappelnde Nervensägen, die ich am liebsten in die nächste Gummizelle verfrachten bzw. mit Dienstaufsichtsbeschwerden überziehen würde, würden sie mir unter die Auge kommen. Dass Megan dabei dann auch noch talktlos und nicht selten schlichtweg dämlich agiert (ja, wenn mir etwas komisch im Haus vorkommt und ich denke, da könnte jemand die Bewohnerin bedrohen, dann latsche ich natürlich ins Haus hinein und lasse mich auch noch bedrohen...)ist dann das I-Tüpfelchen auf dem "das ist schlecht".

Die Fälle sind da auch nicht wirklich das, was es "herausreißt" - im Gegenteil. Zerstückelte Leichen in Mülltüten hier, abgeprallte Kugeln dort... dazu dann gequälte Seelen, die zum Teil "nur" schon tote Menschen zerstöckeln weil deren Tod noch nicht offiziell bemerkt werden darf usw. usf. Das ist genauso wenig originell wie der Rest der Serie.

=Fazit:=

Eine 08/15-Serie, die auf die Quoten schielt, die sie bisher natürlich auch erhält. Sie folgt stoisch dem "schräge Persönlichkeit löst Mordfälle und legt sich dafür mit den Vorgesetzten an"-Plot und langweilt zu Tränen.




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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Cosmay

Cosmay

12.10.2011 11:15

Wollte ich eigtl auch gucken... aber mir reicht dann doch wieder Law & Order; Bones, hin und wieder Criminal Intentt und die alten Folgen von CSI...

utily_el

utily_el

11.10.2011 19:51

alles drin, alles dran

Eierkuchen70

Eierkuchen70

11.10.2011 19:45

das kann man sich ja echt schenken, lg guido

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