Erfahrungsbericht über

Das Boot [DC] (DVD)

Gesamtbewertung (31): Gesamtbewertung Das Boot [DC] (DVD)

 

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Na Männer... alles klar?

4  25.07.2002 (27.07.2002)

Pro:
sehr guter, spannender Film, tolle Soundeffekte

Kontra:
unscharfes Bild, magere Ausstattung

Empfehlenswert: Ja 

tom.112

Über sich:

Mitglied seit:28.09.2000

Erfahrungsberichte:93

Vertrauende:45

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 132 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

(Anti-)Kriegsfilme zu jedem Konflikt, den es irgendwann und irgendwo mal gab, gibt es ja wie Sand an Meer. Einer der Filme, der mich jedoch am meisten beeindruckt hat, war der deutsche Film "Das Boot", der Wolfgang Petersen ("Air Force One") den endgültigen internationalen Durchbruch brachte.

Den Film aus dem Jahr 1981 gibt es inzwischen in verschiedenen Versionen: neben dem Kinofilm gab es auch eine lange Fassung, die im Fernsehen als Dreiteiler gesendet wurde. 1997 entstand dann "The Directors Cut", der von Petersen frisch geschnitten und auch teilweise aufgemöbelt wurde.
Als die "Special Editon"-DVD (Columbia Tristar-Homevideo) mit dem "Directors Cut" vor einiger Zeit für 9,99 € im Angebot war, habe ich natürlich sofort zugegriffen.


Der Film:


Der Film beginnt damit, dass der junge Kriegsberichterstatter Leutnant Werner (Herbert Grönemeyer, "Die Geisel") im Jahr 1941 zur Besatzung des deutschen U-Bootes U-96 hinzustößt, um einen Bericht über die U-Bootfahrer zu schreiben. Bereits zu diesem Zeitpunkt des Krieges waren die gefürchteten Jäger der Tiefe inzwischen aber selbst nur noch Gejagte.
Durch die starken Verluste bestehen die Mannschaften auf den Booten oft nur noch aus jungen, unerfahrenen Männern, die von den wenigen überlebenden Offizieren in den Kampf gegen den übermächtigen Feind geführt werden. Auch der Kapitän (Jürgen Prochnow, "Air Force One") von U-96 hat längst resigniert und versucht, seine Mannschaft zusammenzuhalten und das beste aus seinen Befehlen zu machen. Allerdings ist dem erfahrenen, zynischen Seemann klar, dass der Krieg über kurz oder lang verloren geht und er äußert offen seine Kritik an der Führung. Die Crew besteht, abgesehen von seinem Leitenden Ingenieur (Klaus Wennemann, "Der Fahnder") und seinem Maschinist Johann (Erwin Leder, "Tatort") zum Großteil aus verunsicherten jungen Männern oder fanatischen Maulhelden wie dem 1. Offizier (Hubertus Bengsch), der noch immer an den Endsieg glaubt.
Die ersten Wochen der Feindfahrt im Atlantik muss die Mannschaft mit Warten und Übungen zubringen, weil die Alliierten Geleitzüge zu weit entfernt sind. In der Zeit halten sich die Männer mit Musik und den Fußballergebnisse aus der Heimat noch bei Laune. Ein erstes Gefecht mit einem Kriegsschiff endet jedoch beinahe verheerend für das U-Boot und es kommt zu einen stundenlangen Katz-und-Maus-Spiel.
Nach mehreren Wochen trifft U-96 nun doch auf einen vermeintlich ungeschützten Geleitzug und es gelingt, drei Schiffe zu versenken, aber auch hier wird das Boot schnell zum Gejagten. Die alliierten Schiffe, die mit Sonar ausgestattet sind, machen Jagd auf U-96, dem nur die Flucht in die Tiefe bleibt.
Die Hoffnung der Mannschaft, dass sie endlich nach La Rochelle in Frankreich zurückkehren können, wird durch einen neuen Befehlt zerstört: das Boot soll vom Atlantik in das Mittelmeer verlegt werden. Das bedeutet für das Boot den selbstmörderischen Durchbruch durch die Meerenge von Gibraltar, die von den Briten kontrolliert wird. Der Kapitän versucht bei einem Zwischenstopp im spanischen Vigo, seinen Chefingenieur, dessen Frau krank ist, und Leutnant Werner vom Schiff zubringen, was ihm aber nicht gelingt.
Bei dem Versuch, Gibraltar zu passieren, kommt es zur Katastrophe: das U-Boot wird entdeckt und gerät unter Beschuss. Durch die schweren Schäden sinkt es auf den Grund und für die Mannschaft beginnt ein Kampf um Leben oder Tot.
Das müsste als kurze Inhaltsangabe genügen.


Die DVD: *****************************
Die DVD bekommt man in einem einigermaßen stabilen, vollständig durchsichtigen Amary Case verkauft. Außer der DVD liegt dieser Kunststoffhülle leider nichts bei.
Das Menü ist vollständig in Englisch, ebenso wie die einführenden Texttafeln des Filmes. Gestaltet ist es mit verschiedenen Standbildern.

Ton und Bild:
Das Bild (16:9, anamorph) ist für meinen Geschmack eher bescheiden. Die Farben sind zwar in Ordnung, allerdings sind die Kontraste nicht berauschend und das Bild ist auch unscharf. Schon bei geringen Zoom wird es sofort sehr pixelig.
Neben dem deutschen Ton in Dolby Digital 5.1 kann man sich den Film auch auf Englisch (Dolby Digital 5.1 oder Dolby Surround) anschauen. Die englische Fassung fand ich ganz witzig, da hier größtenteils die deutschen Schauspieler sprechen und das Englisch dementsprechend mit einem ziemlich harten Akzent versehen ist.
Die Tonqualität ist tadellos und mit einer Surround-Anlage fühlt man sich wirklich mittendrin. Ständig plätschert irgendwo Wasser oder knarrt der Rumpf des Bootes. Bei den Gefechten mit den Kriegsschiffen glaub man wirklich, dass die Wasserbomben um einen herum explodieren.
Statt der deutschen und der englischen Fassung kann man auch einen Kommentar von Wolfgang Petersen zuschalten. Dieser ist leider nur in Englisch.

Features:
Die Zusatzfeatures neben dem Audio-Kommentar sind für eine "Special Edition" etwas mager: neben dem US-Kinotrailer gibt es ein bescheidenes sechs-minütiges Making-of, das leider ebenfalls nur in Englisch verfügbar ist und über keine Sektorisierung verfügt. In diesem Feature gehen Petersen und die Produzenten auf die Dreharbeiten zu dem Film und besonders auf die Entstehung des "Directors Cut" ein.
Über Szenenbilder im Menü können in den 208 Minuten des Filmes stolze 66 Kapitel ausgewählt werden.
Untertitel gibt es in Englisch, Deutsch, Türkisch, Hindi, Hebräisch und Isländisch. Außerdem noch die Textfassung des Kommentars von Petersen in Deutsch und Englisch.


Mein Fazit: *****************************==
"Das Boot", das auf den gleichnamigen Tatsachenroman von Lothar-Günther Buchheim beruht, ist ein unglaublich fesselnder Film. Er ist sowohl sehr spannend als auch sehr niederschmetternd. Petersen, der das Drehbuch schrieb und Regie führte, gelingt es die Sinnlosigkeit des Krieges und die Folgen auf die Menschen darzustellen.
Zu Beginn der Feindfahrt gehen junge, gesunde Männer an Bord von U-96 - zurück kommen sie als alte, verbrauchte Wracks. Hier gibt es keine Gewinner sondern nur Verlierer. In den verschiedenen Szenen stellt er die Ängste der Besatzung sehr beeindruckend dar, was durch die hervorragenden Soundeffekte unterstützt wird.
Auffällig an dem Film ist, dass viele der Akteure gar keinen Namen sondern nur ihre Ränge haben. So erfährt man nie, wie der Kapitän, der Ingenieur oder der zweite Offizier (Martin Semmelrogge, "Die Straßen von Berlin") heißen.
Neben den bereits genannten findet man zahlreiche Schauspieler von Rang und Namen: Uwe Ochsenknecht ("Männer"), Heinz Hoenig ("Der Schattenmann"), Günter Lamprecht ("Comedian Harmonists") und viele andere. Allesamt machen die Leute ihre Sache wirklich gut. Besonders gut gefallen hat mir neben Herbert Grönemeyer aber Jürgen Prochnow in der Rolle des launigen Seebären. Leider hat man ihn danach nur noch sehr selten und meist nur in Nebenrollen als irgendeinen Verbrecher zu sehen bekommen.

Alles in allem kann ich den Film wirklich nur empfehlen. Realistischer als "Das Boot" ist wohl kein U-Boot-Film und nur in wenigen Filmen wird die psychische Belastung der Männer so beeindruckend und nachvollziehbar dargestellt.
Petersen ist hier wirklich ein Meisterwerk gelungen. Zu bemängeln ist lediglich die Tricktechnik: teilweise erkennt man bei den Szenen auf dem Turm des Bootes den Bluescreen im Hintergrund und die feindlichen Schiffe oder die Außenansichten des Bootes sind leicht als Modelle zu erkennen. Gedreht wurden diese in den Bavaria-Studios in München, wo auch das Modell des Bootes besucht werden kann, und auf dem Bodensee. Allerdings darf man bei der Kritik an den Tricks nicht vergessen, dass der Film bereits über 20 Jahre alt ist. Ausgeglichen wird dies aber durch die erstklassige Kameraführung von Jost Vacano. Mit seiner tragbaren Kamera gelangen ihm erstklassige Bilder während die Mannschaft durch das Boot läuft und durch Luken springt.

Besonders hervorheben möchte ich auch die Filmmusik von Klaus Doldinger ("Tatort"). Die Titelmelodie von "Das Boot" ist sicher den meisten bekannt - nicht nur durch die Techno-Version von Alex Christensen. Diese passt hervorragend zu den Szenen und steigert die Wirkung des Filmes ungemein.

Der Film kommt, obwohl es ein Kriegsfilm ist, ohne Metzeleien aus, weshalb die FSK-Freigabe von 12 durchaus in Ordnung ist.

Mit der Bewertung der DVD tue ich mich etwas schwer: der Film an sich hätte bedenkenlos die volle Punktzahl verdient. Wegen der Bildqualität und der mageren Ausstattung gibt es dann aber doch einen Abzug.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
t.schlumpf

t.schlumpf

19.10.2007 02:33

Der Film ist einfach immer noch sehenswert, gelungner Bericht, lg schlumpf

Erdnussflip

Erdnussflip

08.12.2003 21:08

Der Film ist echt spitze. Der Bericht auch ;) sh

Anke.Braun1

Anke.Braun1

02.11.2002 20:32

also den film hasse ich. warum weiss ich nicht! ich kann ihn einfach nicht ausstehen

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  2. t.schlumpf
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