Oberklasse für Heimwerker
20.05.2010
Pro:
Akkukapazität, Hohes Drehmoment, keine Selbstentladung des Akkus
Kontra:
Kein Bohren in Beton - /Steinwände möglich, relativ hoher Preis
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Handhabung/Komfort:
Ausstattung
Zuverlässigkeit
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 Stephanius79
Über sich:
Mitglied seit:22.05.2003
Erfahrungsberichte:19
Vertrauende:10
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 45 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Moin Moin zusammen
Vorgeschichte Nach langer Zeit schreibe ich hier mal wieder einen Bericht. Hauptsächlich weil ich mich so sehr über meinen neuen Akkuschrauber freue. Jahrelang habe ich mich mit einem Billigmodell rumgequält. Der Akku war ständig leer und auch direkt nach dem Aufladen war das Teil niemals stark genug, um eine Schraube ohne Vorbohren in härteres Holz zu bringen. Kurzum, total gefrustet habe ich das Gerät entsorgt und mich entschlossen, mir etwas Professionelleres zu besorgen.
Zunächst wollte ich mir ein ähnliches Teil von Metabo beschaffen, dessen Akku sich noch schneller laden lässt (in 30min) und das dann auch ein kleines bisschen mehr Drehmoment gehabt hätte. Allerdings überzeugte dann zum einen der günstigere Preis, sowie der als Aktionsware enthaltene Zubehörkoffer mit Bosch-Bohrern und –Bits. Zwar ist die Ladezeit des Bosch-Akkus etwa 60min (also doppelt so lange), aber glücklicherweise gab es gerade eine Aktion, bei der man einen zweiten Akku von Bosch geschenkt bekommt. Außerdem brauche ich das Teil meist nie so lange am Stück, dass ich eine Akkuladung voll ausreizen würde.
Kurzinfo Zunächst einmal die wichtigsten Daten:- Wie bereits erwähnt wird das Teil mit Lithium-Ionen-Akkus mit 14,4 Volt betrieben.
- Ein Akku hat 1,5 Ah Kapazität und lässt sich innerhalb von 60 Minuten laden.
- Das Ladegerät ist im Lieferumfang, der Akku kann zum Laden im/am Schrauber bleiben.
- Im ersten Gang schafft er 0-370 U/min mit maximal 38 Nm Drehmoment (Schrauben)
- Im zweiten Gang schafft er 0-1150 U/min mit maximal 20 Nm Drehmoment (Bohren)
- Die Auslaufbremse verhindert ungewolltes Nachlaufen.
- Spannbereich des Bohrfutters ist 0 bis 10mm.
- Schraubendurchmesser bis 8mm / Bohrdurchmesser in Stahl 10mm, in Holz 30mm.
- Natürlich dreht er sowohl rechts- als auch linksrum.
- Einen Schlagbohr-Modus gibt es allerdings nicht.
- Die Drehzahl wird stufenlos über den Schalterdrücker geregelt.
- Das maximale Drehmoment lässt sich über einen Drehwahlschalter in 25 Stufen regeln…
- oder auch komplett abschalten (also ohne Drehmomentbegrenzer).
- Einfacher Werkzeugwechsel durch Schnellspannbohrfutter mit einer Hand möglich.
- Drei LEDs zeigen der Ladezustand des Akkus an.
- Eine helle weiße Lampe beleuchtet den Arbeitsbereich.
- Das Gerät wiegt mit Werkzeug und Akku etwa 1,4 kg und kommt im einfachen Plastik-Koffer.
Der Akku Fast das wichtigste am Akkuschrauber ist wahrscheinlich der Akku, und ich muss sagen, der hält wirklich, was Bosch so verspricht. Er lässt sich in circa 60 Minuten aufladen und hat keine wahrnehmbare Selbstentladung. Soll heißen, auch wenn er wochenlang unbenutzt im Schrank liegt ist der Akku danach noch genauso voll wie vorher. Selbstverständlich ist das bei Akkus nicht - bei NiCd (Nickel-Cadmium) und NiMH (Nickel-Metall-Hybrid) sowieso nicht, und auch bei Li-Ion (Lithium-Ionen-Akkus) nicht. Gut ist es gleich in dreifacher Hinsicht: - Zum einen ist der Akkuschrauber immer sofort einsatzbereit, auch wenn ich ihn wochen- oder monatelang nicht benutzt habe.
- Zum anderen spare ich natürlich Strom, wenn ich ihn nicht alle Nase lang aufladen muss.
- Und zuletzt bemisst sich die Lebenszeit eines Akkus maßgeblich auch nach der Anzahl der durchgeführten Ladevorgänge – also je seltener ich laden muss, desto länger bleibt der Akku fit.
Letzteres gilt übrigens für alle Akkus – auch in Notebooks und Handys beispielsweise. Es ist also nicht sinnvoll, nicht-leere Akkus zu laden. Zwar gibt es den sogenannten Memory-Effekt bei Li-Ion-Akkus nicht, aber die Anzahl der Ladevorgänge ist doch sehr begrenzt. Und jeder Ladevorgang zählt dabei – egal ob der Akku noch fast voll oder schon fast leer war.Das vorzeitige Ableben durch Tiefentladung oder Überhitzung(*) hat Bosch angeblich durch Sicherheitsmechanismen gelöst, die das Gerät entsprechend rechtzeitig abschalten und eine Beschädigung des Akkus verhindern. Ich glaube das mal, will es aber nicht wirklich ausprobieren.
(*) Zum Arbeiten sind Temperaturen zwischen -10°C und +70°C vorgesehen. Das Laden des Akkus funktioniert nur bei einer Akku-Temperatur zwischen 0°C und 45°C.
Das Drehmoment Das zweitwichtigste (wie ich finde) ist dann, wie kräftig der Akkuschrauber ist. Schließlich benutze ich ihn hauptsächlich dazu, Schrauben irgendwo rein zu drehen. Das Bohren ist zwar eine nette Zusatzfunktion, allerdings in Hauswänden nicht möglich. Dafür muss dann eben eine Schlagbohrmaschine ran. Bohren mit dem Akkuschrauber ist eigentlich nur sinnvoll, wo kein Schlag benötigt wird, also in Holz, Metall, Kunststoff und Trockenbauwände.
Gerade bei Holz und Trockenbauwänden ist auch der Einsatz von Bohrkränzen interessant, um ganze Scheiben raus zu sägen. Damit hat der Bosch-Schrauber überhaupt keine Probleme. Ich habe im Badezimmer damit sieben Löcher mit einem Durchmesser von 68mm in die Zwischendecke gemacht, und der Akkuschrauber ließ keine Zweifel, dass er noch 70 weitere Löcher geschafft hätte. (Was ich allerdings nicht probiert habe.) Ansonsten kann man sich unter der Angabe 38 Nm (Newton-Meter) nicht so viel vorstellen. Da hilft vielleicht auch der Vergleich nicht viel, dass ein VW Golf mit 1.4l Motor eine Leistung von 80 PS entwickelt, was in etwa 130 Nm entspricht. Etwas aussagekräftiger ist schon der Vergleich mit anderen Geräten: Der etwas teurere und mit weniger Zubehör gelieferte Akkuschrauber von Metabo entwickelt 40 Nm. Und die stärkste Bosch Schlagbohrmaschine PSB 1000-2 RCE/RCA schafft bis zu 60 Nm (braucht dafür aber auch einen 220V-Anschluss).
Von der Kraft meines Modells konnte ich mich bereits im Baumarkt überzeugen. Das Vorführgerät hat mir gleich ein Stück Haut vom Finger gerissen, als ich etwas unvorsichtig versucht habe, das Bohrfutter festzuhalten und gleichzeitig am Schalterdrücker volle Kraft voraus gegeben habe. Mit meinem eigenen Gerät habe ich dann den Sandkasten auf dem Spielplatz repariert und etwa 20 dickere Schrauben mühelos in ziemlich hartes Holz versenkt – teilweise ohne Vorbohren.
Funktionen und Ergonomie Das Gerät liegt sehr gut in der Hand – auch weil der Griff gummiert ist. Schwitzende Hände oder Schmutz und Staub sind also kein Problem. Mit derselben Hand, die das Gerät hält, ist der Schalterdrücker erreichbar, der stufenlos die Drehzahl regelt. Auch bei geringer Drehzahl wird angeblich ein hohes Drehmoment erreicht. Sobald der Schalterdrücker losgelassen wird, hört die Drehung des Werkzeugs auf – auch im Leerlauf (Auslaufbremse).
Wie bereits erwähnt, lässt sich zwischen Rechts- und Linksdrehung auswählen. Der entsprechende Schalter ist mühelos mit einem Finger der Hand erreichbar, die den Griff umfasst. Es gibt auch eine Mittelstellung, die das Gerät quasi sichert. Der Schalterdrücker kann dann nicht gedrückt werden. Die aktuelle Drehrichtung wird durch zwei kleine Leuchten auf der Oberseite des Gerätes angezeigt, die aber nicht nach rechts und links sondern nach vorn und hinten zeigen -bei normalen Schrauben also Rein und Raus darstellen sollen. Die Auswahl zwischen dem ersten und zweiten Gang wird durch einen „Schieberegler“ auf der Oberseite vorgenommen und ist auch mühelos. Allerdings braucht man dafür dann beide Hände.
Man kann eine Drehmomentbegrenzung in 25 Stufen vornehmen – oder den Begrenzer auch abschalten. Dafür ist – wie bei den meisten Modellen – ein entsprechender Drehwahlregler vor dem Bohrfutter angebracht. Auch für diese Einstellung sind beide Hände erforderlich. Am unteren Ende, neben der Ladestandsanzeige des Akkus, ist dann noch ein weißes Licht angebracht. Dieses erzeugt einen relativ gebündelten Strahl auf die Werkzeugspitze bzw. das Werkstück. Klingt erst mal nach Spielerei ist aber selbst bei ausreichenden Lichtverhältnissen trotzdem noch eine gute Unterstützung. Zumal ja oft durch einen selbst ein Schatten auf das Werkstück geworfen wird. Ich möchte das nicht mehr vermissen.
Der Akku kann relativ leicht vom Gerät entfernt werden. Da sich die Anschlüsse für die Ladestation aber auf dessen Unterseite befinden, kann der Akkuschrauber auch einfach komplett auf die Ladestation gesteckt werden. Ein Betrieb des Gerätes mit angeschlossener Ladestation ist nicht möglich. Zum Thema Verarbeitung sei noch gesagt. Das Gerät hat ein Kunststoffgehäuse, am Griff etwas Gummi. Das alles wirkt aber keinesfalls billig sondern wirklich robust und von hoher Qualität. Design ist natürlich Geschmackssache, aber zumindest kann man sich darauf einigen, dass es sich hier um ein handliches und stabiles Werkzeug handelt.
Hinweis aus dem Handbuch: „Der A-bewertete Schalldruckpegel des Elektrowerkzeugs beträgt typischerweise 70 dB(A). (…) Der Geräuschpegel beim Arbeiten kann 80 dB(A) überschreiten.“ (Zitat, Bosch GmbH)
Wartung / Bedienungsanleitung Eine regelmäßige Reinigung von außen empfiehlt sich. Falls das Bohrfutter verschleißen sollte, kann es ausgetauscht werden – dies ist in der Bedienungsanleitung erklärt. Ladegerät und Akku können auch einzeln nachgekauft werden. Für Rückfragen hält Bosch eine kostenpflichte 01805-Nummer bereit.
Die Bedienungsanleitung liegt in allen möglichen Sprachen vor. Zumindest in Deutsch in sie kurz aber prägnant und vor allem verständlich geschrieben.
Preis Ich habe für das Gerät und die Zubehörtasche (Promotion-Aktion) im Baumarkt 149,- Euro bezahlt. Nachträglich gab’s von Bosch dann noch einen Ersatzakku kostenlos obendrauf. Ist zwar etwas teurer als in den meisten Internetläden, dafür gibt der Baumarkt aber auch 5 Jahre Garantie auf das Teil.
Fazit
Trotz des relativ hohen Preises bereue ich die Investition keinesfalls. Ob das Gerät für den Profi Bereich geeignet ist, kann ich nicht beurteilen – für Heimwerker ist es auf jeden Fall zu empfehlen. Ich bin überzeugt, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt. Mängel oder Nachteile sind mir bisher nicht aufgefallen – bin ein rundum zufriedener Kunde. Bleibt nur zu warten wie lange die Akkus tatsächlich halten werden. Nachtrag zum Titel und Fazit: Natürlich stellt Bosch nicht die Oberklasse für Werkzeuge dar. Aber ich denke, alles bessere ist dann schon eher was für Profis. Deswegen schrieb ich ja, Oberklasse im Heimwerkerbereich. Übrigens habe ich - wie gesagt - das Produkt im Baumarkt direkt mit einem Metabo vergleichen können, der auch 14,4 V hatte und nur 20 Euro teurer war (aber eben ohne Zubehör). Letztlich habe ich mich für den "Grünen" entschieden.
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20.05.2010 19:02
dat heißt,mit Bosch kann ick nichts anfangen
20.05.2010 19:01
aber trotzdem geht nichts über Makita
20.05.2010 17:47
schon ned schlecht