Exitus nach vier Jahren?
11.06.2002
Pro:
vier Spülprogramme, gutes Fassungsvermögen
Kontra:
s . Text
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Bedienung
Design
Lautstärke
Zuverlässigkeit
mehr
 slowmo
Über sich:
Mitglied seit:01.09.2000
Erfahrungsberichte:60
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Markennamen bedeuten nicht nur einen tiefen Griff in die Brieftasche, sondern stehen auch für Merkmale wie Qualität, Leistung oder lange Lebensdauer. Besonders bei Markengeräten der Komfort-Klasse. Sollte man meinen. Im Sommer 1998 haben wir zusammen mit meiner Frau die Geschirrspülmaschine gekauft. Die Argumente sprachen für sich. 16 Liter Wasserverbrauch und 1,4 kWh Stromverbrauch pro Spülgang sind recht ansehnliche Werte, wenn ich bedenke, dass drei mal täglich ein kleiner Haufen vom benutzten Geschirr von der Hand gespült werden muss, damit ein Riesenberg an Tellern, Gläsern, Töpfen und Besteck behaftet mit Essensresten nicht entsteht. Vier Spülprogramme mit drei Reinigungstemperaturen stehen zur Wahl, je nach Verschmutzung und Haftungsstärke der Speisereste. Zudem ist die Geschirrspülmaschine mit Aqua-Stop-Modul und einer achtstufigen, selbstregenerierenden Wasserenthärtungsanlage. Die Bedienungsanleitung ist verständlich geschrieben. Der Preis betrug 899 DM.
Das erste halbe Jahr tat das Gerät seine Dienste tadel- und reibungslos. Dann traten die ersten Veränderungen ein. Am Anfang wurde das Geschirr wie in vielen Werbespots glänzend sauber. Die Maschine lief ganz leise, wie eine Katze schnurrend. Ich konnte bei der laufenden Maschine telefonieren ohne deutliche Betriebsgeräusche wahrzunehmen. Zunächst wurde sie generell lauter. Zwar war das nicht tragisch und auf keinen Defekt zurückzuführen, jedoch waren die Zeiten der Unhörbarkeit beim spülen vorbei. Dann trat noch zusätzlich ein zeitweise wiederauftretendes schleifendes Geräusch ein. Wie es sich herausstellte lag es am Sprüharm. Vielleicht waren die Sprüharme verschmutz? Jedenfalls habe ich sie gereinigt, jedoch ohne großen Erfolg. Zwar hatte das Schleifen auf die Spülwirkung und Spüldauer keinen Einfluss, jedoch war es zeitweise unüberhörbar und nervig. Sollte ich etwa die Sprüharme aus Plastik ölen? Ein Verkäufer der Hausgeräteabteilung eines großen Elektrohauses meinte, dass es normal sei, dass die Geschirrspüler im Laufe der Zeit lauter werden und dass evtl. zusätzliche Geräusche im Rahmen der Verschleißung auftreten, die jedoch unbedenklich seien. Zwar war ich über diesen Umstand nicht begeistert, aber solange das Spülergebnis in Ordnung war, musste ich mich damit abfinden. Doch die nächste Überraschung ließ auf sich nicht lange warten. Etwa zwei Monate später war es soweit. Das Geschirr wurde zwar sauber, jedoch wurden die Gläser milchig und milchiger. Der Betriebsanleitung nach könnte das an sechs Punkten liegen, wobei zwei Punkte von vorne herein nicht in Frage kamen. Also machte ich mich bei den nächsten Spülvorgängen auf die Suche nach der Fehlerquelle und unternahm diverse Umstellungen an den Einstellungen an der Enthärtungsanlage, Klarspüleinstellungen wie in der Betriebsanleitung empfohlen. Habe zudem noch ein anders Reinigungsmittel verwendet, obwohl das vorherige bei der Stiftung Warentest mit der Note „gut“ bewertet wurde. Das Ergebnis war, dass die Gläser milchig blieben. Zwar nicht stark milchig, aber die Zeiten des strahlenden Glanzes waren anscheinend vorbei. Eine Bekannte meinte, dass die Waschwirkung allgemein mit der Zeit nachlassen würde. Ob das stimmt, habe ich offen gelassen und konnte mich jedenfalls mit diesem neuen Umstand abgeben. Etwas länger als zwei Jahre hatten wir Ruhe. Die Spülmaschine wurde zwei- bis dreimal die Woche benutzt und spülte zuverlässig die Teller, Töpfe und Besteck mit mehr oder weniger ansehnlichem Ergebnis, was den Glanz der Gläser betrifft. Doch dann kam das dicke Ende. Eines Tages fiel uns auf, dass das Geschirr sehr schlecht gereinigt war. Haftende Essensreste vermischt mit Reinigungsmittel lachten uns an. Was ist denn passiert? Nach wenigen Überlegungen und erneuten Spülversuchen stand die Antwort fest. Das Wasser wird nicht erhitzt. Wer es mit einem defekten Heizstab und dessen Reparatur bzw. Wechsel zu tun hatte, der weiß, dass es nicht billig ist. Eine Fehlerquellensuche und dessen Beseitigung kostet bis zu 250 Euro, denn es liegt entweder an der Elektrik oder an dem Heizstab selbst, der auch nicht billig ist. ... und das schon nach kurzen vier Jahren. Jetzt bleibt uns die Wahl zwischen einer teuren Reparatur oder einem Neukauf.
Mein Fazit: Die Geschirrspülmaschine SGS 4302 von Bosch spült zwar zuverlässig, jedoch könnte die Lebensdauer für dieses Markengerät deutlich länger sein. Insgesamt hätte ich von Bosch mehr erwartet, als das, was ich mit dem Gerät erlebt habe. Danke fürs lesen,
slowmo
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