Bosch TKA 5501 Solitaire

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Bosch TKA 5501 Solitaire

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Nur das Beste - zu einem guten Preis

5  25.08.2002

Pro:
Exzellenter Kaffee und Schaum ohne Ende

Kontra:
Betriebsanleitung typisch (?) deutsch - emotionslos

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Bedienung

Reinigung

Design

Zuverlässigkeit

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Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:5

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 57 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es war soweit: nach 7 Jahren mit einer (wunderschönen) Pavoni musste eine neue Espressomaschine her - möglichst ein Vollautomat.

Der Begriff Vollautomat heißt hierbei, daß man nicht mehr mit Kaffeepulver rumhantieren muß, sondern einfach genüßlich auf ein Knöpfchen drückt, der Kaffee frisch gemahlen wird, und - nachdem wunderbarer Kaffee rausgekommen ist - der Kaffee in einem eigenen Fach entsorgt wird.

AUSWAHLKRITERIEN ++++++++++++++++++++++++++++

Wichtig war uns dabei vor allem, daß genügend Dampfdruck und -durchhaltevermögen gegeben ist. Häufig wird mit dem erzeugten Druck geworben und niemals eine Auskunft darüber gegeben, WIE LANGE dieser Druck zur Verfügung steht. Bei einfachen Maschinen ist dann meist schon nach Milchschaum für eine Tasse "die Luft raus" oder man hat generell nur "heiße Milch" und keinen Schaum. Wie soll man das für eine Gesellschaft zu Frühstück mehrere Milchkaffe machen? Meine Regel: aus einer Portion Milch muß sich das Doppelte an heißem Milchschaum erzeugen lassen - und das beliebig oft. Wichtig ist auch, dass die Dampfdüse/-arm so gebaut ist, daß man auch größere Gefäße darunter bekommt.

Weiterer wichtiger Punkt war für uns die Reinigung und Pflege. Das ganze Kaffeevergnügen nutzt nämlich nichts, wenn Düsen verklebt sind, oder der Kaffee in der Qualität leidet. AUch kam nicht ein zu umständlicher Ausbau von Brüheinheiten zur monatlichen Reinigung in Frage.

(Vor-) Letzter, und vielleicht wichtigster Punkt, ein guter Kaffee muß rauskommen. Die Crema (der hellbraune "Selbstschaum" des Kaffees) muß dasein, der Geschmack muß stimmen (stark von der Bohne abhängig) und das Mahlwerk muß von einer Qualität sein, so dass es den Kaffee beim Mahlen nicht zu heiss werden lässt - dann richt es verbrannt und die Qualität des Kaffee leidet.

Und natürlich, der Preis spielt auch eine Rolle.

BESCHAFFUNG++++++++++++++++++++++++++++++++++

Nach Studium des Internets, Ciao, Stiftung Warentest und diversen Proberunden vor Ort haben wir uns für eine BOSCH TKA 5501 Solitaire entschieden (oder auch TK5502). Diese ist baugleich mit der Siemens TC55002 (in blau) und einem Saeco-Modell (ev. Stratos). Die Bosch was am billigsten zu bekommen, aber auch die Siemens ist ganz günstig zu haben (z.B. www.mediacheckpoint.de für Euro 475,-).

GRUNDSÄTZLICHE BESCHREIBUNG++++++++++++++++++

Die Bosch kommt in schwarz daher und steht auch einem (nicht sichtbaren) Drehteller. Sie besitzt einen (abnehmbaren) Tank für Wasser und einen für die Kaffeebohnen. Zusätzlich gibt es ein Fach, in das man schon gemahlenen Kaffee (für eine Portion) geben kann. Dies hat sich als unbezahlbar erwiesen, möchte doch mal meine Frau (Stillzeit!) oder meine Schwiegereltern einen bleifreien (sprich koffeeinfreien) Cappuccino trinken.

Die Maschine hat eine (abschaltbare, in Temperatur einstellbare) Wärmfläche für Tassen. Es ist wichtig, Espressotassen vorzuwärmen. Ansonsten ist der erste Espresso kalt, bis man den sechsten rausgelassen hat...

Beim Mahlwerk sind Menge und Feinheit einstellbar. Es ist unglaublich, wie sehr Kaffee seinen Geschmack nicht nur mit der Menge (pro Wassereinheit), sondern auch mit der Feinheit verändert.

Selbstverständlich ist ein Vorbrühverfahren vorhanden. Hier wird der Kaffee zunächst nur heiss "benetzt" und nach 1-2 sec. dann das gesamte Wassenr durchgeschickt. Hilft der Entfaltung des Aromas und ist heute (eigentlich) Standard.

Die Bedieneinheiten sind 6 Druckknöpfe und der Drehregler zum Schäumen. Darüberhinaus gibt es ein Display, das Auskunft über den aktuellen Status oder Bedienanweisungen gibt und das Einstellmenü anzeigt.

Ein wichtiges Detail ist der sogenannte "Standby", der normale Zustand der ausgeschalteten Maschine. Nur das Display ist dann in Betrieb. Wird vergessen, die Maschine nach einer Benutzung auszuschalten, so geht die Maschinen nach einer (einstellbaren) Zeit automatisch in den Standby-Modus (=AUS), sprich unnötiger Stromverbrauch oder Brandgefahr werden daadurch vermieden.

Natürlich sind Aspekte wie Härte des Wassers, Sprache, Selbstspülung, Wärmplatte, Vorbrühen, Vormahlen, Timer usw. über das Menü einstellbar.

TYPISCHER VORGANG++++++++++++++++++++++++++++

Das "Kaffee-machen"
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Mein Lieblingskaffee geht so: in eine große Tasse (=Boule) lasse ich einen Espresso. Ich schäume dann reichlich Menge Milch entsprechend einer Latte Macciato) in einem extra Gefäß aus Edelstahl und gieße den fertigen Milchschaum zum Espresso in die Tasse. Das führt dazu, daß Milch und Kaffee richtig gut vermischt werden, obenauf aber immer noch eine dicke Schicht geschäumte Milch verbleibt.

Also: Maschine einschalten. Diese wärmt sich vor und spült Brüheinheit und Düsen mit Wasser durch (landet im Auffangbehälter) [Dauer: 100 sec]. Dann Tasse drunterstellen, Knöpfchen für "Espresso" drücken und der Kaffee wird gemahlen und gebrüht [25 sec]. Nach Drücken der Taste "Dampf" heizt sich die Maschine [50 sec] auf und hat dann (quasi unendlich, oder bis zum Ende des Wassers im Tank) Dampfkraft - Schäum-Dauer für o.g. Kaffee: 60 sec. So man keine weiteren Schäumungen vornehmen will, ist das heiße Wasser durch die Düse abzulassen [20 sec] und die Maschine kann ausgeschaltet werden.

Das "Ablassen" des heißen Wassers ist Folge des Designs: in einem Zwischenbehälter hält die Maschine Wasser heiß und unter Druck. Was beim Schäumen abgeht wird gleichzeit nachgefüllt und wiederum erhitzt. Deswegen kann die Maschine endlos schäumen. Natürlich kann das System nicht wissen, wann man mit dem Schäumen fertig sein würde, um entsprechend kein Wasser mehr nachzuladen...

Kaffee aus bereits gemahlenem Pulver wird ähnlich gemacht. Lediglich das Mahlen entfällt nach Betätigung des Knopfes "Pulver".

Das Reinigen
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Wie gesagt, die Maschine spült sich selbst. Sie meldet sich dann ab und zu mit der Aufforderung, die Behälter für Abwasser und entsorgten Kaffee zu entleeren [mit kurzem Abspülen 1-2 Minuten]. Auch meldet sie sich, wenn sie entkalt werden möchte. Alle ca. 2 Monate (und weniger als in der Anleitung empfohlen), mache ich eine Komplettreinigung [30 min]. Dazu wird eine Seitentür geöffnet und die Brüheinheit entnommen. Diese spüle ich unter Wasser aus. Daß Gehäuse selbst sauge ich mit einem Handstaubsauger (mit langem Schnabel) aus - hier liegt ein wenig verstreutes Kaffeepulver. Ab und zu (alle 6 Monate) verlangt die Maschine nach einer Reinigungstablette, die in das Pulter-Zusatzfach eingegeben wird. Danach wird die Maschine gespült - fertig.

Alle Utensilien, bis hin zu 2 Reinigungstabletten und einem kleinen Reinigungspinsel hat Bosch beigelegt.

Tipps
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Wir verwenden entkaltes Wasser aus einem Britta-Wasserfilter. Die Maschine hält länger und der Wassertank ist ohne ihn abzunehmen befüllbar. Der Träumer in mir behauptet auch, der Kaffee schmecke besser....

Achtung: Kaffee aus frisch gemahlenen Espresso-Bohnen ersetzt keinen Brühkaffee a la Prodomo. Auch mit entsprechend erhöhter Wassermenge - die Schwiegermutter mag lieber Brühkaffee. (Dafür haben wir den Alessi-Brüh-Zylinder behalten).

Milchschaum entsteht am leichtesten aus H-Milch, in jedem Fall aber aus fettarmer Milch. Wenn man allerdings nichts anderes als 3,5%-tige Frischmilch hat, sollte man den Druck nur zur Hälfte aufdrehen, sonst ist die Milch schon heiß bevor sich Schaum gebildet hat.

ZUSAMMENFASSUNG++++++++++++++++++++++++++++++

STÄRKEN
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Die Solitaire ist ein komplettes Gerät mit allen notwendigen Funktionen, exzellenter Kaffee- und Schäumqualität zu einem echt akzeptablen Preis. Sie schäumt unendlich (oder zumindest um verschiedenste Kaffees für 10 Personen zu machen), der Kaffee scheckt absolut spitze, und die Aufwände für die Pflege sind gering. Und alle Freunde sind ein wenig neidisch...

SCHWÄCHEN
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Die Anleitung und die Vielzahl von "nachträglichen" Änderungen in Form von beiligenden, einzelnen Blättern ist nervig. Wenn man solch eine Maschine kauft, dann tut man dies des Genusses wegen. Dann - trotz Umweltschutz - möchte man was für die Sinne auf Hochglanzpapier, das mir zusätzlich erklärt, was innerhalb der Black Box passiert. Bei Bosch ist dies leider nur graues Recylce-Papier mit dem kürztesten (und emotionslosestem) an Text, was ich je gesehen hab. Die einzelnen Blötter sind so versteckt (z.B. in der rechten Seitentür zur Brühgruppe), dass ich die erste Reinigungstablette aus Des-Information nicht in das Pulverzusatzfach, sondern in den Wassertank geschmissen habe. Gewundert habe ich mich nur, dass sich das Sch...-Ding selbst nach 30 Minuten noch nicht aufgelöst hatte.

Ach, doch, es gibt noch einen Nachteil: das Mahlen des Kaffees und das Ablassen des Dampfwassers sind beides Vorgänge, bei denen man befürchtet, der kleine Erstgeborene (16 Monate, aus Sicht der Kaffeemaschine hinter 2 Türen versteckt) könnte aus seinem süßen Schlaf gerissen werden - ist faktisch aber noch nie passiert.

Und zu allerletzt: man sieht von vorne nicht, wenn die Kaffeebohnen in ihrem Vorratsbehälter zur Neige gehen. Es kann passieren, dass man einen Espresso rauslassen will und das Mahlwerk je aufheult, weil es leer mahlt. Ausschalten ist dann notwendig. Wenn die Maschine den Füllstand der Bohnen erkennen würde, oder einfach nicht leer mahlen würde, dann, ja dann wäre diese Maschine perfekt.

Aber: diese Maschine ist ein muß!!

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MelanieT

MelanieT

16.01.2005 22:52

Mit Witz geschrieben und alle "Knackpunkte", auf die es bei einem Vollautomaten ankommt, erwähnt! Ich mußte schmunzeln, denn Deine "Ansprüche", was guten Kaffee/Cappuccino ausmacht, scheinen ziemlich deckungsgleich mit meinen zu sein. Ein informativer, runder Bericht! Gruß Melanie P.S.: Bin Besitzerin einer schon etwas in die Jahre gekommenen AEG CaFamosa (was das "Innenleben" angeht, baugleich mit Jura und Krups) und kann deshalb recht gut nachvollziehen, was Du schreibst.

a_filgerdamm

a_filgerdamm

30.07.2003 17:22

Das Innenlebe, d.h. Brühgruppe, etc., ist baugleich mit dem von SAECO Maschinen (bei Problemen muss man sich angeblich auch an SAECO wenden). Diese Maschine wurde mir bei MediaMarkt angepriesen, ist allerdings ein Auslaufmodell (soll hier 499 EUR statt 599 EUR kosten!). In Zukunft geht Bosch eine neue Kooperation ein (mit ???). Ein weitere Schwäche der Maschine ist meiner Meinung nach der fehlende separate Heizkreislauf für den Dampf. Allerdings weiss ich nicht ob bei Maschinen mit diesem der Dampf auch "unendlich" zur Verfügung steht.

IlkaSehnert

IlkaSehnert

25.08.2002 16:57

Klingt gut, obwohl mein neben mir sitzender Mitwohni ja gerade meint, eine "richtige" Espressomaschine müsse einen italienisch klingenden Namen haben...tssss....:-) Ilka

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