Erfahrungsbericht über

Bose WAVE Music System

Gesamtbewertung (9): Gesamtbewertung Bose WAVE Music System

 

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Die Zeit zeigt es: Leider ist der Spaß nicht von Dauer

3  01.09.2010 (05.04.2012)

Pro:
Voluminöser Klang bei kompakter Bauweise

Kontra:
Der Klang ist leider nicht perfekt austariert und der Preis empfindlich hoch

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Spassprediger

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 84 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Jahrein, jahraus hatten wir mit dem Kauf des BOSE „Wave“ geliebäugelt. Zum Kauf durchgerungen haben wir zwar uns bis heute nicht, aber gerade deswegen lieben wir das „Wave“, das jetzt in unserer Küche steht, ganz besonders.


Eine einigermaßen großzügig dimensionierte Küche ist eine feine Sache, zumal man in ihr nicht nur kochen, sondern die dortselbst zubereiteten Speisen gleich vor Ort zu sich nehmen kann. Tatsächlich spielt sich ein großer Teil unseres heimischen Gesellschaftslebens in der Küche ab, und deshalb gibt’s dort, wen wundert’s, auch ein Gerätchen zur Wiedergabe von Musik.

Das Design des seit Jahr und Tag zu diesem Verfüg benutzten Apparillos wirkt so, als habe ein Student aus Hangzhou seine im Laufe eines einwöchigen "Praktikums" im Hause Bang & Olufsen gesammelten Erkenntnisse gewinnbringend verwertet. Im Klartext: Die Optik des Dreifach-CD-Wechslers der in der Tat im Besitz von Hongkong-Chinesen befindlichen Marke „Schneider“ lehnt sich deutlich an bekannte Vorbilder der auf HiFi-Produkte spezialisierten dänischen Edelmarke an.

Die von uns benutzte Kombination aus Radio und CD-Spieler wartet dabei mit ebenjener ärgerlichen Art von Unverwüstlichkeit auf, die viele mittelmäßige Geräte auszeichnet. Solche Geräte entwickeln in der Regel sehr früh lästige Macken, weigern sich danach aber hartleibig dagegen, irreparabel kaputtzugehen und einem so die Entscheidung leicht zu machen, endlich Ersatz zu beschaffen. Unser Exemplar ärgert uns seit Jahr und Tag mit einer Abdeckung, die auf Knopfdruck elegant und lautlos zur Seite gleiten und den Zugriff aufs CD-Fach freigeben sollte, die aber, vermutlich dank eines defekten Motors, genau das längst nicht mehr tut, stattdessen ein hässliches Schnarrgeräusch produziert und inzwischen nur noch von Hand zu öffnen ist. Zudem ist die Anordnung der viel zu klein dimensionierten und alles andere als eindeutig gekennzeichneten Tasten am Gerät alles andere als ergonomisch oder auch nur halbwegs einleuchtend – auch nach mehr als einem halben Jahrzehnt drücke ich im laufenden Betrieb sehr zuverlässig immer ausgerechnet die Taste, die ich gerade nicht erwischen wollte. Lieber Leser, Du ahnst es: Die in die Jahre gekommene Kompaktanlage der Marke „Schneider" gehört jenem Typus von Geräten an, von denen böse Zungen gern behaupten, ihnen fehle lediglich noch der Griff zum Wegschmeißen.

Dummerweise gehöre ich selbst einem Typus Mensch an, der sich sehr beharrlich auch über lange Zeiträume mit mackenbehafteten Gerätschaften arrangiert, solange diese nur einigermaßen den Zweck erfüllen, zu dem sie angeschafft wurden. Ein Gebrauchsgut nur um der reinen Novität willen anzuschaffen kommt mir, sicherlich sehr zum Leidwesen weiter Teile der werbetreibenden Industrie, so gut wie nie in den Sinn – was leidlich funktioniert, wird behalten und bewahrt bis zum Sankt-Nimmerleinstag. Bis in die nächste Generation nachwirkende Entbehrungserfahrungen der Altvorderen und ein katholisch geprägter Moralbegriff mischen sich zu einer Zwangsvorstellung

Bilder von Bose WAVE Music System
Bose WAVE Music System BOSE Wave
Kompakter Entertainer: Mit 368 x 106 x 219 mm bringt das "Wave" auch in kleine Ecken großen Klang, ein Kopfhöreranschluss ist ebenfalls vorhanden
redlicher Lebensführung, in der nicht allein das Wegwerfen von Lebensmitteln als zutiefst liederlich erscheint – solange „die armen Kinder in Afrika“ hungern, müssen das Fräulein Tochter und der Herr Sohn ja nun wirklich nicht immer das Neueste vom Neuesten haben, oder? Der großartige Loriot hat die von mir geschilderte Grundhaltung übrigens für eine Szene seines Spielfilms „Pappa ante Portas“ wunderbar aufbereitet.

Vor geraumer Zeit schon hatten meine Eltern sich dann, allem Unglück in der Welt zum Trotze, das Modell „Wave“ gegönnt; und das nicht einmal als Ersatz für ein anderes Gerät, sondern, Gipfel des Hedonismus, als für den Einsatz im Esszimmer gedachtes Gerät, das ihnen anstelle der im gleich nebenan im Wohnzimmer aufgebauten Stereoanlage dienen möge.

Nun bin ich zwar durchaus kein HiFi-Freak, aber der Einsicht, gemäß welcher das Bessere der Feind des Guten ist, verschließe auch ich mich nicht. Seitdem ein Bekannter mir dereinst die Vorzüge seiner viele Tausend Euro teuren neuen Stereoanlage präsentiert hat, weiß ich z. B., dass Filmkomponist Hans Zimmer für sein aufregendes Zehn-Minuten-Stück “The Battle“ auf dem Soundtrack von “Gladiator“ nicht auf nur eine Blechbläsergruppe gesetzt hat, sondern auf derer gleich mehrere – das hatte ich vorher wirklich nicht herausgehört.

Akustisches Aha-Erlebnis

Ein ganz ähnliches Aha-Erlebnis hat mir auch das Modell „Wave“ beschert: Bryan Ferrys CD „As time goes by“, die Musikliebhabern zum Kauf zu empfehlen ich seit zehn Jahren nicht müde werde, habe ich unzählige Male gehört und kenne sie deshalb ziemlich gut. Als ich bei der ersten Wiedergabe über die „Wave“ Details der Aufnahme entdeckt habe, die auch für mich neu waren, habe ich deshalb die sprichwörtlichen Bauklötze gestaunt und mich auf Anhieb bis über beide Ohren in den kompakten Alleinunterhalter verliebt. Umso bemerkenswerter fand ich meine Entdeckungen, als die CD nicht sonderlich laut wiedergegeben wurde, sondern wirklich nur im Sinne netter Hintergrundmusik. Immer wieder habe ich damals die laufende Unterhaltung unterbrochen, fasziniert der CD gelauscht und mich darüber gefreut, wie detailreich und transparent die Aufnahme offenkundig ist.

Der Punkt „Lautstärke“ berührt im übrigen ein wesentliches Merkmal der Wiedergabequalität, das ebenfalls beim ersten Kennenlernen ganz unweigerlich auffällt: Die Wiedergabe des BOSE „Wave“ ist merklich bassbetont, und dafür bezieht das Gerät z. B. auf der Website neuerdings.com gehörig Schelte (nachzulesen in einem Artikel unter der Überschrift „High-Tech-Radiowecker
– oder Oma-HiFi-Anlage?“) Von der Hand zu weisen ist das nicht: Der Zwerg wummert ganz schön, und man fragt sich unwillkürlich, ob die Bassleistung des Geräts nicht wirklich überdimensioniert ist.

Unüberhorbar: der markante Bass

Ich persönlich kann die Frage nur mit einem klaren „Jein“ beantworten: Ich vermute, dass das „Wave“ grundsätzlich für einen deutlich lauteren Betrieb ausgelegt ist als der, den ich bevorzuge – möglich, dass ein grundsätzlich höherer Lautstärkepegel die Wirkung des Basses etwas relativiert. Den Hinweis auf der mitgelieferten Demo-CD, das Testprogramm bei einer Lautstärke „zwischen 80 und 85“ zu hören, interpretiere ich jedenfalls dahingehend, denn meine persönliche Präferenz bewegt sich bei einem Wert, der allenfalls die Hälfte der empfohlenen Lautstärke erreicht.
Kein Ersatz für eine herkömmliche Stereoanlage, dafür aber ein kleines Raumwunder

Unterm Strich empfinde ich die Kritik, die neuerdings.com am Klangbild des BOSE „Wave“ übt, allerdings als etwas zu harsch – im Gegensatz zu den Redakteuren, die sich das Gerät vorgeknöpft haben, empfinde ich die Mischung nicht als „insgesamt muffig, indirekt, anstrengend und leicht verzerrend“ (eine „richtige Anlage“, moniert man ferner, klinge „trotz großer Lautsprecher entspannter und weniger dröhnend“).

Die Betrachtungen der Redaktion nehmen die nahe liegende Frage vorweg, inwieweit man das BOSE „Wave“ mit einer „richtigen“ Anlage vergleichen sollte. Meine Ansicht: Nein, das BOSE „Wave“ ist kein Ersatz für eine herkömmliche Stereoanlage; für mich persönlich muss das Gerät dies aber auch nicht leisten – genauso wenig wie ich die Stereoanlage im Wohnzimmer durch das BOSE „Wave“ ersetzen würde, würde ich die Stereoanlage aus dem Wohnzimmer in die Küche verfrachten. Als „Küchengerät“ finde ich das BOSE „Wave“ allerdings, nicht zuletzt seiner vergleichsweise kompakten Bauweise wegen, sehr gelungen.

Hinzufügen sollte ich vielleicht, dass dort seit Jahr und Tag das legendäre Radio „Tivoli“ getreulich seinen Dienst versieht, und dass ich dessen Klang liebe – auch das „Tivoli“ empfinde ich als recht basslastig, und dass das Modell in seiner einfachsten Version keinen Stereoklang bietet, hat mich in langen Jahren nie gestört. Die Kritik, der Stereoklang des BOSE „Wave“ komme nur dann wirklich zur Geltung, wenn man direkt vor dem Gerät sitzt, ist für mich deshalb auch eher unerheblich – ganz gleich, inwieweit sie ggf. berechtigt sein mag oder auch nicht. Anders gesagt: Der Klang des BOSE „Wave“ kommt meinen persönlichen Hörgewohnheiten sehr entgegen.

Elegant gelöst: die Antenne steckt im Netzkabel

Sehr unstrittig ist sicher, dass die Lösung, die man für die Integration einer Antenne ins BOSE „Wave“ gefunden hat, sehr elegant ist – die Antenne steckt im gleichen Kabel wie der Netzanschluss, und folgllich gestaltet sich die erste Inbetriebnahme des BOSE „Wave“ denkbar einfach: Gerät auspacken, Netzkabel am dafür vorgesehenen Eingang an der Geräterückseite anbringen und mit Steckdose verbandeln – fertig. Genauso problemlos lässt sich die Uhrzeit einstellen; die scheckkartengroße Fernbedienung, die andere Rezensenten schon mal als „fummelig" bezeichnet haben, finde ich gleichermaßen schick wie bedienungsfreundlich; mir jedenfalls haben weder die CD-Trackwahl noch die Radiosendersuche Probleme bereitet. Was mir gut gefällt: Wird die Wiedergabe des CD-Programms vor Ende der CD unterbrochen, „merkt" der CD-Spieler sich die betreffende Stelle auf der CD und setzt bei der nächsten Inbetriebnahme die Wiedergabe der CD an exakt dieser Stelle fort.

Im Unterschied zu anderen Kritikern empfinde ich auch das Fehlen eines Tastenbedienfelds direkt am Gerät nicht als störend – ich kann es allerdings nachvollziehen, wenn andere Benutzer sich damit ggf. schwer tun. Als einen Pluspunkt empfinde ich das Display, das man mit einem Helligkeitssensor ausgestattet hat und dessen Beleuchtungsstärke sich deshalb automatisch den jeweiligen Lichtverhältnissen anpasst; auch den CD-Einzug, der auf das gleiche Prinzip setzt wie Apples iMac und moderne CD-Player fürs Auto, mag ich.

Die Frage danach, ob ich dem BOSE „Wave“ unbedingt den Vorzug gegenüber Audio-Komponenten von Tivoli gegeben hätte, kann ich nicht schlüssig beantworten – genau das wäre für mich nämlich die Alternative zum BOSE „Wave“ gewesen, sprich: Ich hätte ggf. mein Tivoli Radio um einen passenden CD-Spieler erweitert (dessen Grundfunktionen sich übrigens auch direkt am Gerät steuern lassen). Auf Stereo-Klang hätte ich dann allerdings auch fürderhin verzichten müssen, und auch die 350 Euro, die der Anbieter für einen passenden CD-Spieler verlangt, sind nun nicht gerade ein Pappenstiel.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das BOSE „Wave“ im fraglichen Fall der geschenkte Gaul ist, dem man bekanntlich nicht ins Maul zu schauen hat, und dass die Schenkung insofern alles andere als unbedacht war, als ich mich schließlich schon lange Jahre des Lobes des BOSE „Wave“ im elterlichen Zuhause befleißige – anders gesagt: Mein Wunsch wurde erhört, und das finde ich nicht zuletzt deshalb toll, weil mir das Gerät letzten Endes wohl doch etwas zu teuer ist, als dass ich es mir je selbst zugelegt hätte (Sie erinnern sich: von wegen Afrika und so).

Vorteile:

• transparentes, detailreiches Klangbild
• kompakte Bauart
• gefällige Formgebung
• einfache Inbetriebnahme und Bedienung
• elegante, sehr flache Fernbedienung
• ins Netzkabel integrierte Antenne
• Display mit Helligkeitssensor

Nachteile:

• keine Bedienelemente am Gerät selbst
• merklich bassbetonter Klang
• kein Nachregeln von Bass und Höhen möglich
• hoher Preis
• leider ist die integrierte Uhr keine Funkuhr

Update am 05. April 2012

Nach nicht einmal zwei Jahren des Gebrauchs zeigte das Gerät die ersten Verschleißerscheineungen - CDs wurden nicht mehr anstandslos eingezogen, die Zahl der von anderen Geräten anstandslos wiedergegebenen CDs, die das BOSE-Gerät in der Anzeige als fehlerhaft bezeichnete ("DISC ERROR" / "DISC NOT PLAYABLE"), stieg in beunruhigendem Maße an; neuerdings zeigt das Gerät das nahende Ende durch einen unschönen, schleifenden Ton an.

Heute ist dann das geschehen, was ich nach den Erfahrungen der jüngsten Zeit, in der ich nicht sauber eingezogene CDs von Hand "nachschieben" musste, bereits befürchtet hatte: Das Gerät hat eine CD eingezogen, zunächst die bekannten Fehlemeldungen im Display angezeigt und danach keck behauptet, im CD-Schacht befinde sich gar kein Tonträger ("NO DISC"). Ich habe das Gerät dann zähnknirschend aufgeschraubt (insofern besonders unerfreulich, als sich bei der erneuten Montage herausstellte, dass die manuelle Wiederanbringung von fünf gelösten Schrauben sich mühsam gestaltet - die Dinger scheinen geradezu automatisch zu verkanten, und dummerweise gehören metallene Gegenstücke ja längst der Vergangenheit an) und die CD manuell entfernt. Nach dem erneuten Aufsetzen des entfernten Chasssis habe ich die CD dann nicht erneut getestet, sondern eine andere CD gewählt; allerdings fürchte ich, dass nicht die CD fehlerhaft ist, sondern der Einzug des Geräts.

Mein aktualisiertes Fazit lautet:

Angesichts der Preislage, in der das Gerät sich bewegt, sowie der allzeit pfleglichsten Behandlung meines Exemplars sind die von mir geschilderten Fehler (bei anderen, baugleichen Geräten traten sie sogar noch viel früher auf als bei meinem Exemplar) in meinen Augen ein absolutes "No-go". Ich revidiere deshalb mein ursprüngliches Urteil, stufe meine Bewertung für das BOSE Wave Music System um zwei Sterne auf drei Sterne herab und rate angesichts der von mir gesammelten Erfahrungen dazu, den Kauf des Geräts sorgfältig zu überdenken.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Wildaz_Wip

Wildaz_Wip

03.04.2011 08:50

äh Teil x 2 ... bitte gegen Gerät, Ding oder was ach immer austauschen ... Sonntagmorgen und noch nicht so ganz wach! :-)

Wildaz_Wip

Wildaz_Wip

03.04.2011 08:48

Meine Eltern haben das Teil auch - beeindruckend für so ein kleines Teil!

Zilina

Zilina

17.10.2010 11:52

Das hört sich sehr gut an. LG Zilina

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