Über sich:Mag noch wer nach meinem Grundig - Bericht schauen, dass er wenigstens über die 100 kommt ;o) ?! I...
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GEORGE WETHERN: BÖSER ERNGEL – DIE WAHRE GESCHICHTE DER HELLS ANGELS ************************************************************************** Einen wunderschönen guten Tag auch aus Schlumpfhausen! Heute soll es mal wieder ein Buchbericht von mir geben – diesmal auch nichts von alten Kamellen, Fantasy oder aus der Rubrik Horror. Eher nahes Zeitgeschehen würde ich sage, oder so ähnlich.
Wer schon mal bei mir gelesen hat, der ist schon über meine diversen Vorlieben für die dunklen Seiten des Menschen gestolpert. Besonders jedoch über meine Vorliebe zu authentischen Büchern über die Biker – Szene, vorzugsweise die Hells Angels. Ich muss gleich gestehen so von nun auf gleich kam diese Neugier nicht auf, als Zwerg wuchs ich und unmittelbarer Nähe des Clubs auf – es war eine herrlich ruhige, friedliche Gegend ( mittlerweile ist mir auch klar warum bei dort nie was passiert ist). Und auch in den vergangenen Jahren hatte ich mit dem Motorrad Club immer mal wieder Kontakt – sei es als Security auf Veranstaltungen unseres Kerwevereins oder durch Bekannte. Doch wer denkt dadurch lernt man die Hintergründe kennen hat sich geschnitten – außer dass die meisten nette Jungs sein können oder sind, weiß man gar nichts – ehrlich gesagt, ich such mir das Wissen auch lieber aus den Büchern, sicher ist sicher.
Aber egal was ich denke und erlebt habe, mich interessieren nun mal die Bücher und darum soll es ja auch hier gehen. Und zwar um ein neu auf dem deutschen Markt erschienenes Buch zum Thema Hells Angels. George Wethern ein ehemaliger Vizepräsident des Gründungs – Charters Oakland packt als erster Angels der Geschichte mal alle Fakten auf den Tisch und bricht mit dem Gesetz des eisernen Schweigens. An sich ja nix Neues in der heutigen Zeit wird wohl der ein oder andere sagen, aber das Buch erschien bereits 1978 in der USA und dürfte für Explosionsstoff gesorgt haben. Als ich denn erfuhr dass es nun auch in Deutschland erhältlich ist war mein erster Weg nach dem Dienst in den Bücherladen, schnurgerade ans Regal, Buch geschnappt und zur Kasse. Und so sah man mich die letzten Tage dauerhaft mit der Nase im Buch durch die Gegend stolpern.
Ob es ein Fehlkauf war oder meine Neugier vollends befriedigt wurde werdet ihr in meiner üblichen Berichtskürze erfahren. Übrigens weiß ich nicht ob ich mich allein mit der Inhaltsangabe konzentrieren kann oder gleich das ein oder andere Kommentar dazu einfließen lassen werde. ECKDATEN ************ Ich habe hier die gebundene Ausgabe des Buches vor mir liegen, welche beim Riva Verlag 2012 als deutsche Erstausgabe erschienen ist. Die amerikanische Originalausgabe erschien 1978 unter dem Titel „ A Wayward Angel, The Full Story Of The Hells Angels“ bei Richard Marek Publisher.
300 Seiten inklusive Fußnoten und Vorstellungen einiger anderer zum Thema passender Bücher umfasst das Buch. Es wird natürlich aus einleuchtenden Gründen auf jegliches Bildmaterial verzichtet.
ISBN-10: 3-86883-207-6 EAN: 978-3-86883-207-5
Der Preis der vorliegenden Ausgabe liegt bei 20,- Euro, welchen Preis man für die Taschenbuch abdrücken darf kann ich aber nicht verraten, auch nicht ob es überhaupt als Taschenbuch erhältlich ist.
ÜBER DEN AUTOR ****************************************************** George Wethern war viele Jahre aktives Mitglied der Hells Angels und spielte eine führende Rolle im Gründungscharter in Oakland, bis er wegen Drogen- und Waffenbesitzes inhaftiert wurde. Vor Gericht trat er als Kronzeuge auf und packte aus, um einer lebenslangen Gefängnisstrafe zu entgehen. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern unter neuer Identität an einem geheimen Ort.
INHALTSANGABE AUF DER BUCHRÜCKSEITE ************************************************************ In dieser atemberaubenden Autobiographie erzählt George Wethern – Vizepräsident des ersten Hells – Angels – Charters in Oakland unter der Bikerlegende Ralph „Sonny“ Barger – von seinem Leben als Outlaw – biker. Einem Leben, das geprägt war von Drogen, Waffen, Gewalt und den geheimen Ritualen eines Männerbundes. Wethers Buch ist zugleich die Gründungsgeschichte der Hells Angels, die auf erschütternde Weise belegt, das die ersten Charter hart an dem Ruf gearbeitet haben, der den Hells Angels heute vorauseilt.
Wethern trat den Hells
Bilder
Böser Engel - Die wahre Geschichte der Hells Angels / George Wethern
Angels kurz nach ihrer Gründung bei und blieb 14 Jahre. In dieser Zeit etablierte er sich als Clubdealer und belieferte bald die gesamte amerikanische Westküste mit allen Arten von Drogen. Unter anderem kaufte er LSD in riesigen Mengen und versorgte die Blumenkinder im Hippiebezirkt Haight – Ashbury in San Fransisco.
„Erschütternd in seiner Realität ist Böser Engel nichts für schwache Nerven, aber die Beschreibung der internen Codes, der Organisation und Aktivitäten des Clubs sorgen dafür, dass man dieses Buch nicht weglegen kann.“ IronWorks Magazine
EIGENE INHALTSANGABE, MEINE EINDRÜCKE & FAZIT ****************************************************************** So Leute nun sitze ich schon eine geschlagene halbe Stunde vor diesem Bericht und lese immer wieder die Inhaltsangabe auf dem Klappentext durch. Ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich wie ich meine eigene Inhaltsangabe schreiben soll ohne zu Recht von Euch Schläge auf die Schlappohren zu bekommen. Jedes Wort das ich mehr erzähle führt dazu dass Ihr das Buch ja eigentlich nicht mehr lesen müsst, denn alles Wesentliche zum Buch sagt der Klappentext aus und trotzdem habe ich das Gefühl es reicht nicht. Hmm, also ich versuch es dieses Mal anders ich knuddelmuddel mal so zusammen wie es mir in den Sinn kommt und verrate ein wenig vom Inhalt noch in meinem Fazit und den ziemlich heftigen Gefühlen die ich beim Lesen hatte. Bitte lasst Gnade vor Recht ergehen ;o)
Vor längerer Zeit hatte ich mich ja schon mehr als abfällig über den deutschen Hells Angel Ulrich Detrois alias Bad Boy Uli und sein Werk als angeblicher Aussteiger und die Abrechnung mit den deutschen Hells Angels geäußert, dementsprechend war ich denn auch gespannt ob ich bei diesem Werk auch mit dem Würgen anfangen muss. Und schlucken musste ich dann wirklich erst einmal als ich das Vorwort zu diesem Buch gelesen habe, eine Passage daraus – eine für mich sehr aussagekräftige Passage – möchte ich deshalb hier anfügen. Sie bildet die Basis zur Entstehung des Buches und ich denke sie macht auch deutlich dass Menschen in der Lage sind zu ändern!
„ Vielleicht können wir andere davor bewahren, sich mit Drogen einzulassen, damit nicht auch sie die Hölle durchmachen. Es ist meiner Dummheit zu verdanken, dass ich eine ganze Menge über Drogen weiß, aber ich kann dieses Wissen wohl auch nutzen, um anderen Menschen zu helfen. Wenn ein Teil dieser verfluchten Drogen durch meine Bemühungen vom Markt verschwindet, gibt es vielleicht auch weniger Morde. Und wenn das, was ich hier schreibe, auch nur ein Leben rettet, dann hat es sich gelohnt.“
George Wethern hat diesen Satz zu seiner Frau gesagt, als beide inhaftiert und von ihren Kindern getrennt waren. Klar kann man nun sagen dass er das alles geplappert hat weil er auf Entzug war und bei den Behörden Gut Wetter machen wollte – aber man sagt es nur so lange bis man das Buch gelesen hat. Ich gebe zu auch ich dachte Anfangs „ Na Bravo, noch so ein Held im Erdbeerfeld der sich vor Selbstbeweihräucherung selbstbefriedigt.“ , doch so nach und nach musste ich meine Meinung über George Wethern ändern und habe es auch gerne getan.
George und Helen Wethern kommen beide nicht aus Familien wie die meisten Angel, eigentlich normale Familien und kein Grund ein Outlaw zu sein, aber George war schon immer anders und Helen wurde sehr jung schwanger – außerdem war es einfach eine andere Zeit. In seiner absoluten Rebellenphase trifft George auf die Bikerlegende Ralph „Sonny“ Barger und tritt damit den Hells Angels bei, womit er auch ruckzuck beim Thema Drogen landet. Wethern beschreibt in seiner Autobiographie seinen Aufstieg als Drogendealer, seine Aktivitäten als Hells Angel und auch das Gefüge der damaligen zeit. Jedoch nicht wie ich ehrlich gesagt erwartet habe mit viel Selbstbeweihräucherung und Glanz mit Gloria, sondern er stellt sich sehr authentisch als Riesenarschloch ( bitte entschuldigt das Wort, aber es passt genau zu der Person vor seiner Wandelung) dar und schreibt sehr klare Worte über sich und sein Verhalten – vor allem seiner Familie gegenüber. Ich weiß nicht ob ich je ein Buch gelesen habe in dem sich der Autor selbst so bloßstellt, meist versucht jeder von uns ja irgendetwas Gutes an sich selbst im Vordergrund blinken zu lassen – Wethern nun aber mal gar nicht. Wenn er über seine Vergangenheit als Drogendealer, Hells Angel und Familienvater erzählt so schreibt er fast nur das Schlechte von sich auf, ich finde in diesem Buch sehr wenige Stellen an denen er als auch nur etwas liebenswerter Mensch rüber kommt, außer am Ende des Buches als er dann endlich wieder bei relativ klarem Verstand und drogenfrei endlich kapiert welchen Film er da geritten hat.
In seiner ersten Zeit als Angel läuft alles einigermaßen nach Plan für ihn, für seine Familie weniger – diese ist einfach nur da und muss unter seinen Marotten leiden, vor allem unter seiner Liebe zu den Hells Angels. Hier darf ich auch den Hut vor Helen ziehen – zu dieser Zeit war sie noch nicht im gleichen Drogensumpf und Abgrund gelandet wie George, aber egal was er tat sie war immer für ihn da. Ich persönlich an ihrer Stellen und der heutigen Zeit hätte dem Kerl die Koffer vor die Tür gestellt, Helen jedoch verzieh dem Herrn Vizepräsident des Charter Oakland seine Affären, wusch die Wäsche, ließ sich prügeln und schikanieren – hmmm nicht meine Welt. Aber egal sie stand immer zu ihm was auch aus ihren Kommentaren im Buch sehr deutlich wird. Helen ist sogar bereit Drogen zu nehmen als George sein Karriere bei den Hells Angels nach einer Auszeit wieder aufnimmt und dann auf Böseste im Drogensumpf versinken droht.
Ach ja die Drogenzeit, die fällt ja genau in die akute Hippiezeit der 60er und 70er Jahre hinein, heute sehr verklärt klärt George den Leser auf wie denn das wirklich war – die Hochzeit der Hells Angels, wie die es geschafft haben beide Füße in die Drogentür zu bekommen, wie sie die Hippies ausgenommen haben und wie der Club es schaffte Massen an Geld und Waffen zu kommen. Ich war ehrlich gesagt geschockt als ich die Zahlen an LSD – Pillchen pro Woche gelesen habe die George da so nebenbei vertickt hat. Heimatland deine Sterne, dass in der Zeit überhaupt einer geradeaus gehen geschweige den Motorrad fahren konnte ist und bleibt mir ein Rätsel. Ebenso bleibt es mir ein Rätsel wie die Beamten da rumgeeiert sind, die scheinen wirklich die Hosen vor den Hells Angels vollgehabt zu haben. Es ist erschreckend das Buch zu lesen und mal hinter die Fassade der damaligen Zeit zu schauen, da ist von Massenvergewaltigung, Drogendeal im absolut großen Stil und von Waffenspaß, wo Spaß aufhört die Rede. Und noch erschreckender sind die Deals die Beamte und Bikerlegende Ralph „Sonny“ Barger getätigt hatten um die Hells Angels vor dem Gesetz zu schützen. Ich glaube wenn mir das ein anderer, der nicht als Aussteiger eh um sein Leben hätte fürchten müssen erzählt hätte dem hätte ich den Vogel gezeigt und weniger Drogen empfohlen.
Ach ja die Drogengeschichte, dass ist ja so was das wirklich bei dem Buch unter die Haut geht. Mal abgesehen von den Drogendeals die Wethern da beschreibt, er beschreibt auch die Folgen des Konsums – seine Horrortrips mit LSD und vor allem seine einmalige Begegnung mit PCP (Phencyclidin - Abkürzung von Phenylcyclohexylpiperidin in der Drogenszene auch als Angel Dust bekannt, ist ein missbräuchlich als Partydroge genutztes Anästhetika das man eigentlich einsetzte um Tiere abzuschießen und schlafen zu legen). George kommt nach dem unabsichtlichen Genuss mit dem Zeug auf einen absoluten Höllentrip und versucht einen Angels Freund umzubringen – Ausschluss aus dem Club ist für ihn das Schlimmste, aber auch der erste Helau Wacheffekt. Nun erschrickt der Leser aber dann doch, mittlerweile ist in der Familie Wethern außer den Kids jeder mit Drogen in näherem Kontakt und doch suchen beide immer wieder den Kontakt zu den Hells Angels, so ganz können die beiden nicht abstand halten – nicht mal nach dem Mordversuch. Und auch die Angels halten immer noch Kontakt besonders Sonny Barger als alter Freund und der von George angeschossene, mit mindesten 17 Kugeln getroffene Zorro geht bei den Wetherns weiter ein und aus. Auch die Drogen werden nach einer gewissen Abstinenzzeit wieder von beiden lebhaft genossen – ich hätte,wenn ich gekonnt hätte die beiden am liebsten geschüttelt und mit dem Kopf unter kaltes Wasser gehalten.
Es war so erschreckend die beiden gescheiterten – einmal freiwillig und einmal durch Ausschluss der Hells Angels aus dem Club – Versuche mitzuerleben wieder in der Gesellschaft Fuß zufassen, die Drogenabstürze zu lesen – eigentlich war dass noch schlimmer als die Geschichte der Hells Angels um die es ja gehen sollte. Oder besser gesagt auch geht, denn während George Wethern seine Geschichte erzählt, erzählt er auch die Geschichte des Club in seiner Zeit. Auch wenn es nicht gerade die Anfangszeit war wie auf dem Buchband geschrieben – der Club bestand schon ein paar Tage länger – so war es doch die Anfangszeit dessen was die Hells Angels heute ausmacht und zu dem was sie geworden sind. Wethern sagt klar aus Anfang der 70er Jahre und besonders nach seiner Aussage wären die Hells Angels heute in der Hölle wenn die Beamten und das System härter durch gegriffen hätten und es die Person Sonny Barger nicht gegeben hätte. Über diesen „Helden“ der Bikerszene ragen sich viele Legenden, doch nach dem Buch habe ich ein besseres Gefühl dafür bekommen warum alles so kam wie es heute ist. Wethern beschreibt das Charisma, die Hinterhältigkeit, den Geschäftsinn von Barger nicht als Idol sondern als das als was er ihn kennen gelernt hat – einen Freund! Einen gefährlichen Freund, einen Freund wie man sich ihn auf einer Seite nur wünschen kann – treu, loyal und immer da - und auf der anderen Seite nie kennen lernen möchte – als tödlich!
Für mich persönlich war das Buch mehr als aufschlussreich – es war erschreckend und faszinierend. Es hat mich ebenso in seinen Bann gezogen wie abgestoßen, himmelhochjauchzend zu Tode betrübt. Eine Achterbahn der Gefühle, wie das Leben von Helen und George Wethern – nun Gott Lob ohne dass ich Drogen dafür brauchte. Mich haben die Erlebnisse von George mit den Drogen und seine sehr lebhaft geschilderten Drogenerlebnisse sehr erschüttert, mal abgesehen davon dass ich dank meiner Ausbildung ja schon ein wenig Plan drüber habe – aber es ist etwas anderes es „live“ aus dem Mund eines Drogensüchtigen zu hören. Ich denke wenn man etwas Grips hat und das Buch liest vergeht einen die Idee mal die Fingerchen nach irgendwelchen Pillchen und Pulvern auszustrecken – eh so unnütz wie ein Kropf, dann lieber ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte. Ich weiß nicht ob das Buch nach Erscheinen in der USA – gerade in der Zeit als Drogen ja mehr als Mode waren – sein Ziel erreicht hat, aber bei mir hat es das af jeden Fall.
Was mich auch bei diesem Buch positiv überrascht und ach erschreckt hat war die Ehrlichkeit des Autors sich selbst gegenüber. Oben sagte ich ja schon dass ich selten oder ich glaube noch nie ein Buch gelesen habe in dem sich der Autor selbst so offen legt, bloßstellt und sich der Verachtung anderer preisgibt. Aber es kommt noch ein Aspekt hinzu, bei dem mir nichts anders bleibt als den Hut vor dem Autor zu ziehen. George Wethern bittet in keiner Silbe des Buches um Verständnis oder Verzeihung, er will nicht als reuiger Sünder gesehen werden – wie man vielleicht aus den ersten Zeilen des Buches denken könnte. Es ist weder ein „Ich bin ein Held im Erdbeerfeldbuch“ noch ein „Bitte vergebt mir ich bin eingefallener Engel und hebt mich auf – Buch“ , das Buch hier ist einfach ein „Ich war zwar ein Riesenarschloch, hab aus meinen Fehlern gelernt, aber es hat mich auch geprägt Buch“. Ich denke auch wenn er die Hoffnung hat einen kleinen Teilerfolg gegen Drogen zu erzielen mit dem Buch, na ja ich denke er wollte sich auch einfach viel von der Seele schreiben. Die Hells Angels zu diskriminieren oder zerstören war keinesfalls seine Idee bei dem Buch. Denn auch wenn er nun weg ist und viel Insiderwissen preisgibt – irgendwo merkt man immer wie sehr er den Club geliebt hat.
Das Buch ist keines Falls leichte Kost, auch wenn es nicht gerade dick ist und man es ruckzuck durch hat. Die Wortwahl im Buch ist mal schon gar nicht geschönt und wer Probleme mit Wörtern unter der Gürtellinie und roher Gewalt hat sollte auf alle Fälle die Finger davon lassen. Mich persönlich hat das Buch trotz der zum Teil mehr als ruppigen und auch gewaltvollen Sprache in seinen Bann geschlagen, ich hatte das Gefühl als ob Helen und George mich mit in ihre Vergangenheit genommen haben. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber ich glaube ich habe das Buch mehr gefühlt als gelesen – blöde Beschreibung für mein Empfinden, aber ich finde keine Besser. In mir ist der Zorn gegen Drogen und die Leute die sie verkaufen genauso hochgekocht, wie das Gefühl der Zusammengehörigkeit, der Freundschaft und der Intimität das verstehen lässt warum George so sehr an den Hells Angels hängt. Viele Dinge werden von Seite zu Seite logischer und doch kann man oft nur den Kopf schütteln. Ich kann es drehen und wenden wie ich will – das Buch ist ein Widerspruch in sich, es ist abschreckend und doch faszinierend zugleich. Ich bin sehr froh es gelesen zu haben, aber es fällt schwer über es wirklich zu reden ohne eine gewisse Hochachtung vor den Hells Angels herausklingen zu lassen, denn wenn man das Buch genau liest dann muss man ob man will oder nicht den Hut vor den Angels dieser Zeit und vor allem Sonny Barger den Hut ziehen. Wären die und ihn fleißiges Streben nach Macht und Geld nicht gewesen, so hätten die heutigen Hells Angels keinen Ruf wie Donnerhall und würden wie geplant einfach nur Männer sein die gerne Motorrad fahren. Das meine ich nun nicht gerade positiv, bitte versteht mich nicht falsch – aber dank dem Buch wird halt schon klar warum die Hells Angels wurden was sie heute sind. Wie heißt es doch so schön – Gelegenheit macht Diebe oder besser gesagt die richtige Zeit die Hells Angels zur Macht!
Ich persönlich spreche dem Buch eine absolute Kauf – und Leseempfehlung aus, aber warne auch schon vor den Folgen. Das Buch stimmt nachdenklich, es ist keine leichte Kost und vor allem es strotzt vor Gewalt, Drogen, Mord und Vergewaltigung in Reinstform – auch wenn es zum Teil nur Hörensagen ist. Das Buch geht unter die Haut, der oder die Protagonisten sind zwiespältig und spalten auch Euer Gewissen – aber die sind nicht nur abschreckend, sondern beweisen auch dass ein Mensch nur das ist was er sein möchte. Sie zeigen dass man Fehler machen darf, man aber zu ihnen stehen muss und dann einen neuen Weg finden kann ------ und genau das ist meine Empfindung die ich aus diesem Buch mitgenommen habe. Ich verstehe die Botschaft von George Wethern aus diesem Buch so ( nun kommt aber meine innere Meinung und nicht was er schreibt).
„Egal was Ihr getan habt, steht dazu und macht etwas Gutes daraus, um Verzeihung bitten macht Geschehenes nicht ungeschehen- vorwärts geht der Weg, niemand wird Euch verzeihen und vergeben – auch ihr euch selbst nicht – aber nicht Böses kann in nicht auch in etwas Gutes umgewandelt werden. „
So das war es dann heute auch von mir, ach ja und entschuldigt ;o)) dass ihr schon wieder einen solch langen Bericht von mir ertragen müsst! Über konstruktive Kritik und einen regen Meinungsaustausch würde ich mich wie immer freuen!
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08.04.2013 20:46
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31.12.2012 01:49
BH
25.12.2012 13:04
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