Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Sehr liebes Wesen, leichte Fellpflege, anhänglich . |
| Kontra: |
Braucht Aktion, kostet einiges an Unterhalt, eigenwillig und stur . |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Heute habe ich leider keinen Bouvier mehr; mein Jack wurde vor langer Zeit Scheidungsopfer und hat seine letzten Tage damals auf einen Bauernhof verbracht. Jack war mein treuer Gefährte für 12 tolle Jahre und ich vermisse ihn täglich.
Hier in Deutschland zählt ein Bouvier des Flandres (korrekter Name) immer noch zu den Exoten unter den Schäferhundrassen, ist aber in andere europäische Länder sehr beliebt. Ein Bouvier liebt die Freiheit und die harte Arbeit und scheut sich nicht davor sich auch im Dreck zu suhlen, wie ein Schwein. Ein Bouvier ist seinem Herrchen immer treu und ist sehr intelligent.
Das Herrchen (Frauchen in meinem Fall) ist das A und O für einen Bouvier und er wich mir nie von der Seite in seinem Beschützerdrang. Immer tänzelte er um mich herum und wedelte dabei so heftig mit dem Schweif, daß ich ständig um meine Aschenbecher und Blumen bangen mußte. Kein Schritt konnte ich ohne Jack gehen. Lag ich auf dem Sofa, dann lag Jack neben mir. Saß ich am Tisch, dann lag Jack unter meinem Stuhl. Beim bügeln gesellte er sich immer unter das Bügelbrett. Manchmal war es schon nervend, denn sogar auf der Toilette oder unter der Dusche, war es nicht möglich sich von ihm zu trennen und ich bin oft über ihm gestolpert. Allerdings zeignet dies auch der Charakter eines Bouviers aus; sehr anhänglich, neugierig und seinem Herrchen mit jedem Haar ergeben.
Aber was ist nun ein Bouvier? Ursprünglich setzte man Bouviers ein beim Viehtrieb in Schlachthäusern und auf Weiden. Nachts hat man ihn als Wachhund eingesetzt; Bouviers mögen keine Eindringlinge und schützen Herrchen/Frauchen und alles was dazu gehört. Heute zählt man den Bouvier zu den 8 Gebrauchshundenrasssen; sehr aktiv und sportlich und durch sein liebes Wesen auch als Familienhund zu halten.
Mein Jack bekam ich im zarten Baby-Alter von sechs Monaten; dadurch war eine gute Ausbildung noch möglich und Jack hat es geliebt von mir geschult zu werden. Allerdings ist der Bouvier auch ein bissel stur und man soll ganz schön konsequent und streng sein bei der Erziehung; außerdem ist der Bouvier sehr intelligent und kann "Gut" und "Böse" unterscheiden. er weiß ganz genau wann er etwas "verbrochen" hat und wann nicht. Sollte man mit ihm schimpfen, obwohl er nix falsch gemacht hat, so wird er sich wie eine beleidigte Leberwurst in seine Ecke verziehen und man braucht Engelszungen um ihn wieder raus zu kriegen. Die Erziehung soll also auch gerecht sein. Belohnung und "Strafe" sollen korrekt angewendet werden. Einen Bouvier will überzeugt werden etwas zu tun für sein Herrchen und nicht zu etwas überredet werden; wenn er einsieht das die Erziehung in seinem Vorteil ist, wird er wisbegierig alles in sich aufnehmen. Wenn er meint, das er dies oder das nicht zu tun braucht....dann legt er sich hin und gugt blöd. Wer es versteht das Vertrauen von einem Bouvier zu bekomen, wird eine Hund haben der nur Freude bereitet und der eine Bereicherung der Familie ist.
Was soll ich noch alles erzählen? Über diesen Hund könnte ich Jahre reden und trotzdem kein Ende finden. Der Bouvier ist ein Hund der eigentlich nur Vorteile hat, wenn man ihn richtig erzieht. In den USA wird er sogar eingesetzt bei Patienten mit Diabetes, da er durch sein extremes Riechvermögen, in der Lage ist eine Unterzuckerung des Patienten bereits Stunden vorher zu bemerken und den Patienten daauf aufmerksam zu machen.
Der Bouvier war nach dem zweiten Weltkrieg fast ausgestorben und nur wenige Exemplare wurden für die Zucht gerettet. Heute ist er sogar auf Ausstellungen zu finden und gelangt auch in Deutschland zu einem gewissen Bekanntheits- und Beliebtheidsgrad.
Die Pflege eines Bouviers ist denkbar einfach; er leibt es jeden Tag gebürstet zu werden und zu baden. Ich habe noch nie einen Hund gesehen, der so vernarrt in Wasser war wie meinen Jack. Das Duschen, 2x im Monat, war seine größte Liebe. Kaum das er dann geduscht, getrocknet und gekämmt war, da wollte er schon wieder raus in die Natur und wehe ich kam an einem Weiher vorbei; wer lag dann wohl im Wasser und planschte? Jack. Zum Hundefrisör sollte man einen Bouvier alle 2 Monate bringen zum Trimmen; wer soviel Geld nicht hat, kann allerdings auch selbst zur Schere greifen, denn das kurze Fell läßt sich sehr leicht in Form schneiden. Wer seinen Bouvier gut pflegt, wird nie einen Eigengeruch des Hundes feststellen und Haarverlust hat der Bouvier sowieso nicht. Wichtig ist wohl, das man jede Woche die Ohren kontrolliert, denn der Bouvier neigt zu Ohrenentzündungen. Allerdings hat mein Jack nie eine gehabt.
Das Bild von CIAO zeigt einen Bouvier mit Ausstellungsfrisur; normalerweise wird er ganz kurz getrimmt und hat noch kürzere Haare wie ein Pudel. :o)
* Allgemeine Merkmale des Bouvier des Flandres. *
Ursprünglich wurde der Bouvier des Flandres als Herdentreibhund verwendet, sowohl als Begleithund wie auch als Zughund. Die modernisierte Ausstattung der Bauernhöfe hat diese erste Verwendung verändert und in unseren Tagen dient der Bouvier vor allem als Wachhund für Eigentum und Bauernhof, als Schutz- und Polizeihund. Seine geistigen und körperlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, sein großer Geruchsspürsinn, seine Initiative und Intelligenz erlauben es, ihn als Fährtensuchhund, als Verbindungshund oder als Zollhund zu verwenden.
Der Bouvier ist ein kurzliniger Hund. Der kurze und stämmige Körper steht auf kräftigen und gut bemuskelten Gliedern. Er macht den Eindruck von Mächtigkeit, aber ohne Plumpheit in seiner Gesamtanlage. Der Bouvier enthüllt durch das Feuer seines Blickes Intelligenz, Energie und Mut, er hat einen ruhigen und ausgeglichenen Charakter, er ist wachsam und treu. Der Kopf ist von massiver Erscheinung, die noch stärker betont wird durch Kinn- und Backenbart. Er ist proportional zum Körper und zur Größe. Er erweist sich beim Betasten als gut ,gemeißelt". Das Fell des Bouviers ist im allgemeinen falb (graugelb bis beige), oder grau, oft gemischt, oder mit schwarzen Grannen durchsetzt. Das schwarze Fell ist ebenfalls zugelassen, ohne das es begünstigt werden sollte. Die hellen, sogenannten ausgewaschenen Farben sind unerwünscht. QUELLE: http://www.deutscher-bouvier-club.de
* Sonstiges. *
Der Bouvier ist extrem Kinderlieb und wird, wenn er Familienhund ist, alles tun um die Kleinen zu schützen. Leider ist er dabei sehr ungestüm und erkennt nicht, das die Kinder sich bedrängt fühlen können oder gar Angst haben können. Er wird die Kinder in seinem Beschützerdrang nicht von der Seite weichen und so kannes schon mal sein, das er ein Kind in seinem Eifer einfach umrennt. Hier sollte man Kind und Hund aneinander gewöhnen und der Hund wird verstehen, das er Kinder zwar beschützen soll, aber das er sie nicht umlaufen darf.
Ein Bouvier verlangt nach Aktion und Unterhaltung; er will ständig lernen und beschäftigt werden und hängt überall mit der Schnautze drauf, um bloß nix zu verpassen. Jack und ich gingen 5 Stunden am Tag spazieren und baden. Er liebte es mit den Pferden in der Wiese rumzutollen und hatte nicht mal Angst, als er mal einen Tritt von einem Pferd bekommen hat; er wurde nur vorsichtiger und ging nicht mehr von hinten ran. Jetzt werdet ihr lachen, aber Bouviers lieben das Fernsehen, weil es dort Bewegung und Aktion gibt. Mein Jack liebte vor allem Westernfilme mit vielen Pferden die von Links nach Rechts durch das Bild galoppierten; Jack lag dann vor der Kiste und schaute sich alles genau an und stand sogar auf um hinter dem Fernseher zu suchen nach den Pferden, die gerade durchs Bild gerannt waren.
In den 12 Jahren mit Jack hatte ich auch eine Kanarievogelzucht und hatte immer an die 40 Vögel in der Voliere; Vögel und Hund verstanden sich einmalig und Jack hing immer neugierig vor dem Gitter und ließ sich von den Biestern auch noch in den Bart rumpiecken. Es war einfach köstlich zu sehen wie er da stand und die Aufmerksamkeit der Vöglein genoß.
Fressen tat Jack alles, wenn er die Nase dran bekam, aber ich war ein sehr strenges Frauchen und gab ihn nur Trockenfutter, weil das eben besser für seine Gesundheit war. Einmal täglich und zur gleichen Stunde wurde er zu Tisch gebeten (Fressnapf). Betteln konnte er nie, weil ich ihn sein Freßchen dann gab, wenn wir zu Tisch gingen. Leckerlie bekam er auch schon mal, aber sehr wenig; ein Bouvier bekommt schnell Dünnpfiff, wenn er überfüttert wird.
Wenn man mit einem Bouvier spazieren war, sollte man sofort reichlich Wasser hinstellen und 1 Scheibe trockenes Brot dazu geben.
* Fazit. *
Ihr habt also gelesen, das ein Bouvier die wahre Freude sein kann, wenn man sich mit seiner erziehung auseinander setzt. Er ist ein absolut anhänglicher und treuer Hund, macht jeden Unsinn mit und liebt es zu toben und zu rennen. Aktion und Spaß ist sein Leben. Dabei hat er ein so sanftes wesen, das vermutet eigentlich niemand bei einem Hund der bis zum Oberschenkel reicht. Sogar ältere Leute würden mit einem Bouvier problemlos zurecht kommen, wenn die Bewegung des Hundes versorgt ist. Ein Bouvier kann auch gut alleine sein und läßt Pantoffel und Teppiche dabei in Ruhe. Streit mag er überhaupt nicht leiden und verschwindet schnell in seiner Ecke. Eigentlich sollte jeder einen Bouvier haben, denn dieser Hund ist die wahre Freude und eine Bereicherung für die Familie.
* Mehr wissen? *
http://www.deutscherbouvierclub.de/Seite-Bouvier-in-Not.htm
http://home.t-online.de/home/Streuner2/r128.htm
http://www.petstyle.net/pet-style/zuechter/bouvier.htm
* Bilder. *
www.petshirts.com/images/ bouvier.jpg
www.pawsruskennel.com/ Bouvier%20des%20Flandre.jpg
www.allbreedrescuenetwork.com/ graphics/bouvier.jpg
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