Was gibt es noch für Alternativen für Waffen?!
26.02.2003 (29.03.2003)
Pro:
seriös aber witztig dargestellt ! ! !
Kontra:
leider nur deutscher Untertitel, überweigend Doku als Film
Empfehlenswert:
Ja
 marcel_mkay
Über sich:
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Erfahrungsberichte:143
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 109 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Selten, aber sollte ja vorkommen, so melde ich mich einmal mitten in der Woche mit einen neuen Bericht zurück. Es handelt sich um das Machwerk " Bowling for Columbine ", der eigentlich schon seit geraumer Zeit durch einige (wenn jetzt auch nur noch wenige) Kinos wandert. Ich wollte mir den Streifen jedoch nicht entgehen lassen und habe mir noch ein winzig kleines Kino gesucht, wo er noch läuft, nach rund 12 Wochen?!?! (erstaunlich dabei, dass er mir nie wirklich aufgefallen ist). Naja, aufgefallen ist er mir letzten Endes erst durch Ciao, wo ich merkte, dass er in den Top 5 der aktuellen Kinofilme auf Platz 1 steht und ich mir prompt einmal den ein oder anderen Bericht darüber durchgelesen habe. Interessant, interessant, dachte ich mir und deswegen kam so ein netter Kinobesuch zu stande. Was ich nun von dem Film halte, das erfahrt ihr wie immer im Folgenden ... Story -----
Bowling for Columbine ist kein richtiger Film, mehr eine Doku, die von vielen Interviews berichtet. Somit hat der Film eigentlich auch überhaupt keine Story, jedoch möchte ich kurz das Thema beschreiben, um das es im Großen und Ganzen geht: Die Dokumentation befasst sich mit den Ereignissen in Littleton. Wir müssen uns wieder an das Blutbad von damals erinnern, wo 2 Schüler ein wahres Massacker in einer US - Schule angerichtet haben, viele Schüler und Lehrer und letzten Endes auch sich selbst getötet haben. Übrigens hieß diese Schule auch Columbine, somit hätten wir schon mal zum Teil geklärt, warum der Film das Columbine in sich trägt! Dieses Geschehen ist natürlich nur der Auslöser für weitere Taten, denn es kam ja noch zu weiteren brutalen Zwischenfällen, die Opfer nach sich zogen. Immer wieder ging man davon aus, dass die Schuld in gewisser Weise dem Gesetz und der Einstellung der Bevölkerung der US-Staaten zugewiesen werden kann, auf Grund des Waffenbesitzes! Gut jeder Haushalt in den USA hat mindestens eine geladene Waffe zu hause. Jeder kommt somit leicht an eine Schusswaffe heran und kann eine Gefahr für die Gesellschaft darstellen, besonders Kinder! Diese Thematik wird in Bowling for Columbine besonders in den Vordergrund gestellt! Die Interviews werden von dem Ami Michael Moore durchgeführt, der verschiedene Personen vor Ort in Littleton auf die zurückliegenden Geschehnisse befragt und das Thema des Waffenbesitzes immer wieder anstichelt. Neben den Interviews bekommt man noch einen kleinen Zeichentrickfilm zu sehen, der die gewalttätige Geschichte Amerikas uns noch einmal näher bringt. Weiternoch werden die Vorfälle von damals wieder durch Bilder etc. in Erinnerung gerufen, die wirklich sehr ernst sind und die eigentlich alles andere als unterhaltend sind! Das ist im Groben und Ganzen das, was euch bei "Bowling for Columbine" erwarten könnte! Ich kann euch nur raten, euch das Werk einmal anzuschauen, so fern er noch in einem eurer Kinos läuft!
Meine Meinung ------------- Der Film wird von einer Person getragen, Michael Moore, einem eigentlich durchschnittlichen Bürger, der damals für sein Kurzfilm "Roger and Me" in den USA für Aufsehen sorgte und somit bekannt wurde. Prompt folgte ein Buch und worauf ist dieser Erfolg zurückzuführen! "Roger and Me" ist ebenfalls eine Art Doku, in der Michael seinen Ex - Chef interviewte, weil seine Firma geschlossen wurde und er nun erfahren wollte, wieso dies geschehen war. Nun folgt also Bowling for Columbine, der sich mit einem, wie ich finde, sehr ernsten Thema beschäftigt: der Waffenbesitz in den USA. Jeder weiß, wie es mit der Rechtslage derzeit darum steht, dass man wirklich mit Leichtigkeit an eine Schusswaffe kommen kann und das fast jeder Haushalt eine besitzt. Für mich ein großer Grund, warum sich soviele Menschen in manchen Staaten Amerikas gegenseitig umbringen ... auch Moor verfolgt diese These! So wie es nun scheint, ist der Film wirklich ernst und keines Lachers wert, jedoch muss ich zugeben, dass ich mich zum Teil vor Lachen kaum zurückhalten konnte und meine Lachmuskeln schon ziemlichst beansprucht wurden. Nein, ich bin niemand, der sich über so tragische Ereignisse lustig macht oder Ähnliches... Wie gesagt, interviewt Moore eine Reihe von betroffenen Menschen und und potenzielle Schuldige, die sich selbst ebenfalls durch Waffenbesitz schuldig machen. Moore provoziert diese Menschen zum Teil in so einer Art, dass es wirklich lustig wird. Moore denunziert diese Menschen förmlich, und gerade, weil die Leute sich eigentlich ihrer Schuldtat bewusst sind, aber trotzdem versuchen hoffnungslos sich zu retten und im Grunde keine Chance haben und sich nur noch in viel mehr verrennen, macht es das wirklich unterhaltend. Moore weiß gekonnt, die Personen mit seinen Fragen zu "bombardieren". Zum Beispiel spricht er mit Anhänger einer Bürgerwehr, die es legitim finden, Selbstjustiz an Kriminellen zu üben, die zu hause ihre geladenen Waffen haben und jeden Einbrecher erschießen würden... Als Moore ihnen dann davon erzählt, dass durch so etwas die Gesellschaft immmer gewalttätiger wird und sich das statistisch auch beweisen lässt berufen die Personen sich nur noch auf ihr gutes Recht, und nicht weniger ... Er spricht mit vielen Leuten, ob Sherrifs, Lehrern oder Betroffenen Eltern, und versucht Motive zu sammeln, die es schließlich erklären, was dort passiert ist. Nun ja, wir wissen doch selbst am besten, dass man davon ausgeht, dass aggressive Musik, Gewaltcomputerspiele oder gewalttätige Filme an diesen Blutbädern Schuld sind, doch für wie naiv muss man uns halten?!
Im Verlaufe des Filmes kann man Michael Moore langsam auch richtig einschätzen. Ich habe sogar begonnen, ihnen zu charakterisieren, weil er so energisch an die Sache heran geht, herauszufinden, was vor ihm keiner hat. Er ist sehr wohl dreist, dass er es wagt, so viele Personen auf eine sehr sehr provokante und angreifende Weise anzusprechen und es, man glaube es gar nicht, sogar bis zu Schauspieler Charlton Heston schafft, der Vorsitzender der National Rifle Association ist. Ich persönlich halte nicht viel von Heston und das Interview hat meinen Eindruck ja gerade zu wieder bestätigt. Heston legt so eine arrogante Art an den Tag und ich kann es ehrlich nicht verstehen, wie jemand wirklich stolz darauf sein kann, sagen zu können, dass er einige Schusswaffen bereit in seinem Haus liegen hat. Das ist einfach nur lachhaft, wie er sich da gibt! Als Moore ihn dann soweit weichgekocht hat, und er ihm förmlich unterlegen war, hat Heston das Gespräch beendet. Wiedermals ein Triumph für Moore! Bowling for Columbine ist mit einem ironischen Spritzer Humor ausgestattet, der mich und auch einige andere zum Lachen gebracht hat. Es mag vielleicht aus meinem Bericht noch nicht zum Vorschein gekommen sein, aber diese wirklich sehr ernste Thematik wird auf eine sehr lustige Weise herüber gebracht. Jedoch sollte man nie dabei vergessen, um was es geht und das die betroffenen Menschen überhaupt nichts zu lachen haben! Einige Bilder sind sehr brutal dargstellt und dort merkt man einmal wieder, wie ernst die Lage doch im Grunde ist. Da fiebert man mit und sitzt nur stumm dort und ist schockiert darüber, wie so etwas nur geschehen konnte. Bringt es uns weiter, Veranwortliche dafür zu suchen?! Müssen wir da nicht beim Gesetz anfangen?! Diese Brutaliät wird noch untermalt von anderen Themen, wie Rassismus oder den Terrorangriffen der Taliban, die uns sicherlich auch alle bewegt haben...
Als letztes möchte ich noch erwähnen, dass es irgendwo einen Grund haben muss, dass die USA so gewalttätig sind und einige Teile in Sachen Kriminalität ins Unübermessliche steigen. Sind das die Konsequenzen für die unbegrenzten Freiheiten im Land? Dann ist es sicherlich ein hoher Preis, den die Amerikaner dafür zahlen... Paradoxerweise ist Nachbarland Kanada nicht von so einer Gewalt betroffen. Wie kommt das? Dabei haben dort doch genauso viele Haushalte genauso viele Waffen, wenn nicht gar mehr und kam es dort schon zu solchen Zwischenfällen? Fragen über Fragen (freue mich immer über Kommentare ... ) Fazit -----
Michael Moore liefert uns hier eine sehr ernst zu nehmende Dokumentation, die mit vielen Lachern aufgeheitert wird. Ich würde sogar sagen, dass der Teil der lustigeren Szenen, den der ernsthaften überwiegt. Sicherlich ein provokantes Werk, man könnte meinen, dass Amerikaner fast gänzlich kritisiert wird, und so ist es sicher wohl auch aus meinem Bericht hervorgegangen, ich bin auch der Meinung, dass es etwas grundlegend in den USA verändert werden muss, damit dies ein Ende nimmmt! Moore ist aber auch nur ein Ami und er mag vielleicht seine Kritik an der Lage haben, jedoch richtet er sich nicht auf ganzem Wege gegen die USA. Er versucht neue Erkenntnisse zu den Ereignissen zu gewinnen und das vielleicht auf eine etwas dreiste Weise *g* ... In den USA ist "Bowling for Columbine" ein riesen Erfolg! Auf jeden Fall sehenswert ... alleine schon der Trickfilm, den man sich übrigens auf www.bowling-for-columbine.de anschauen kann! Ich kann den Film ohne Bedenken weiterempfehlen und hoffe auch, dass er viel Anerkennung erhalten wird.
PS: Diesesmal war mein Bericht etwas ungewohnt strukturiert, in meinem nächsten Bericht geht es wieder in alter Mannier weiter.
bis dann euer Marcel_mkay
Kleines Update -------------- Bowling for Columbine hat es geschafft. Michael Moore und Michael Donovan haben einen Oscar für ihr provkant, kritisches Werk erhalten (Bester Dokumentarfilm!) Was folgte, eine weitere Provokation gegen Amerika, besonders gegen den Präsidenten George Bush auf Grund des momentanen Irakkrieges. Eine, wie ich finde, ernst zu nehmende Rede, die Moore gehalten hat, leider hat sie auch einige Gegner gefunden, die empört waren, was ich aber nicht verstehen kann, da er nur von der Realität spricht und VOLLKOMMEN Recht hat, mit dem, was er dort sagt. Es ist eine Schande, was sich Bush erlaubt hat. Aber wir gratulieren Moore natürlcih für seinen Oscar, den er auch voll und ganz verdient hat!
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29.03.2003 14:32
Echt nur zu empfehlen der film/doku ... vor allem der auftritt von M.M. bei der oskar verleihung war stark - der hat echt mum meiner meinung nach ... grüsse MOFFt
22.03.2003 13:42
Der Film es echt der Hammer, ich hab mich auch wirklich sehr oft todgelacht aber trotzdem übermittelt er etwas. Super BerichT!
01.03.2003 01:03
Man den "Film" muss ich auch noch sehen, hatte aber bis her noch nie wirklich zeit