Bowling For Columbine

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Bowling For Columbine

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Eine Reise ins Land der Schiesswütigen

5  12.04.2003

Pro:
sehr gute Infos zur Gewaltbereitschaft in Amerika

Kontra:
Wenig über das CHS - Massaker

Empfehlenswert: Ja 

Cannibal-X

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 109 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Endlich hat sich jemand die Zeit genommen, die entscheidenden Frage zu stellen: Warum werden in Amerika mehr Schusswaffendelikte verübt als irgendwo sonst auf der Welt? Sein Name ist Michael Moore, der zwecks dieser Frage den Film oder genauergesagt die Dokumentation "Bowling for Columbine" gedreht hat.

..:: Infos zum Film ::
"Bowling for Columbine" wurde im Jahr 2002 sowohl von als auch mit Michael Moore gedreht und von United Artists sowie MGM Studios ausgestrahlt.
Der Film dauert 120 Minuten und die Altersbeschränkung liegt in Deutschland sowie in Österreich bei 12 Jahren.
Michael Moore hat den Film Herbert Lasean "Sluggo" Cleaves Jr., John Alberts und Laura Ligon Wilcox gewidmet.

..:: Die Handlung grob ::
Handlung? Nun ja, da es sich hierbei um keinen Spielfilm handelt, ist es schwer die Handlung zu beschreiben. "Bowling for Columbine" ist eine Dokumentation in der Michael Moore durch Interviews herausfinden will, was in Amerika bezüglich des Waffengebrauchs nicht stimmt.
Abgesehen von den vielen Interviews, werden Bilder des Krieges und der Gewalt eingeblendet und mit Infos über die amerikanische Politik ergänzt.

..:: Die Interviews ::
Michael Moore führt Interviews:
- mit der Michigan Militia, die in Verbindung mit Timothy McVeigh, dem Oklahoma Bomber, stand
- mit James Nichols, dem Nachbarn von Timothy McVeigh
- mit einem der Macher von Southpark
- mit Mark Taylor und Richard Castaldo, zwei der 24 Verletzten des Columbine Highschool Massakers
- mit Tom Mauser, dem Vater von Daniel Mauser der in selbigem Massaker den Tod fand
- mit Schockrocker Marilyn Manson, dem von den Medien vorgeworfen wird, der Grund für die Gewalt unter Teenagern zu sein
- mit dem Oberhaupt der NRA, Charlton Heston
- und vielen mehr

..:: Weiteres zur Handlung ::
Abgesehen von den Interviews hat Michael Moore auch mehrere Selbstversuche durchgeführt wie zum Beispiel ein Besuch in einer Bank, die jeder Kontoeröffnung als kleines Dankeschön eine Schusswaffe beifügt oder Aktionen wie als er mit Mark Taylor und Richard Castaldo zu Wal-Mart fährt, dem Einkaufscenter bei dem die Munition des CHS-Massakers gekauft wurde, um dort den weiteren Verkauf der Munition zu unterbinden. Einlagen dieser Art sind keine Seltenheit.

..:: Warum der Titel? ::
Im Endeffekt geht es darum, dass Eric Harris und Dylan Kelbolt (Die Attentäter des CHS-Massakers) jeden Morgen bowlen waren. Die Medien stritten sich darum ob der Grund für das Attentat brutale Computerspiele oder gewaltverherrlichende Musik waren, doch niemand schien die Möglichkeit in Betracht zu ziehen, dass es vielleicht am täglichen Bowlen lag.
Ich finde den Titel dennoch etwas unpassend, da Michael Moore ja nicht nur die Gründe für das CHS-Massaker herausfinden will sondern generell die Gründe für das amerikanische "Schusswaffenfetisch"

..:: Meine Meinung ::
Mir hat der Film extrem gut gefallen, da ich obwohl ich politisch interessiert bin, dennoch viel aus dem Film dazulernen konnte, wie z.B. über eine kleine Stadt namens Flynt bei der die Mehrheit der Einwohner arbeitslos wurden, nachdem der dortige Hauptarbeitsgeber Generell Motors seine Werke dort aufliess.
Ich denke, Michael Moore hat es mit diesem Film geschafft auch das jüngere Publikum mit ernsten Themen zu konfrontieren.
Was mir sonst noch sehr gut gefiel war die Ironie von Michael Moore, als er zum Beispiel nach einem Interview mit den Machern der Serie COPS eine eigene Variante namens CORPORATE COPS drehte, bei der nur noch weisse Geschäftsleute verhaftet werden oder ein Comic das zeigt, dass der ganze Misstand nur daran liegt, weil die amerikanische Bevölkerung vor allem Angst hat.
Ausserdem fand ich eine Einlage von Chris Rock sehr witzig, der vorschlug, dass man ab jetzt für eine 9mm Patrone ganze 5.000$ zahlen müsste, und das der einfachste Weg wäre, die Zahl der Schusswaffendelikte zu mindern.
Mir gefielen sehr die Einlagen zu anderen Themen und die witzigen Zwischensequenzen, die den Film nahtlos ineinander überlaufen lassen.
Leider fand ich den Film nach dem dritten Mal Anschauen schon recht langweilig, aber wer ausser mir schaut sich eine Dokumentation schon dreimal hintereinander an?

..:: Meine Meinung - was mir besonders gut gefallen hat ::
Das was ich am besten fand, war dass Michael Moore nicht nur sein Umfeld verantwortlich macht und als beeinflussbare Personen darstellt sondern auch ganz klar sagt, dass auch er selbst von dieser Politik und Geschellschaft beeinflusst wurde und in seiner Jugend ein grosser Fan von Schusswaffen war und selbst Mitglied der NRA wurde. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass Michael Moore ehrlich ist und auch Ahnung von dem hat, über das er jetzt Kritik führt.

..:: Meine Meinung - was mir gefehlt hat ::
Leider hat mich der Titel etwas verwirrt und deshalb habe ich auf einen Bericht einzig und allein über das Massaker an der Columbine High Scholl gewartet, darum sind mir auch zwei Interviews abgegangen:
Erstens ein Interview mit Brooks Brown, dem von Eric Harris über Internet gedroht hatte, ihn bei dem Massaker umzubringen, doch im Endeffekt hat Eric Harris 20 Minuten vor dem Massaker Brooks Brown vor dem Schuleingang getroffen und ihn mit den Worten "Geh und komm heut nicht mehr in die Schule zurück" verschont. Die Gründe dafür sind mir bis heute nicht bekannt.
Das andere Interview hätte ich gern von der Trenchcoat-Mafia gehört, die von den Medien stark beschuldigt wurde, Drahtzieher des Attentats zu sein, doch schliesslich stellte sich heraus, dass diese garnichts damit zu tun hatten.
Dennoch bekommt der Film von mir 5 Sterne, da ein irreführender Titel meinesachtens nicht die Qualität beeinflusst.

..:: Fazit ::
Ich kann den Film wirklich jedem Politkritiker empfehlen und nicht nur denen da der Film auch sehr unterhaltsam gestaltet wurde. Wie gesagt, sollte jeder darauf achten, dass der Film nur wenig über das CHS-Massaker berichtet.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Hannibalxxx

Hannibalxxx

17.11.2004 20:09

Verdammt, hab' den Film immernoch nicht gesehen... Der neue Film "Fahrenheit 9/11" ist aber der Knaller! Ich hab den 2 mal im Kino, 2 Mal auf DVD und 2 Mal im TV gesehen und habe immernoch nicht genug davon... Was würdest du sagen, welcher film ist besser (wenn du F9/11 gesehen hast)... Bowling 4 Columbine oder Fahrenheit? GreetzZz, eNi PS: Super Bericht übrigens ;)

kalli46

kalli46

23.04.2003 18:17

Nun, da ich schon bis hierher mit dem Lesen gekommen bin, kann ich auch noch die restlichen Berichte lesen. Gruß kalli46

Klappstuhl2

Klappstuhl2

23.04.2003 16:27

Schon ein klasse Bericht, aber so anspruchsvoll war der Film dann auch nicht. Natürlich keine leichte Kost, aber dennoch musste man sich nicht extrem anstrengen, um dem Film folgen zu können (was u.A. meine Definition von "Anspruch" ist). Grüße vom Klappstuhl.

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  1. Hannibalxxx
  2. gnoi
  3. steve1008
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