Die müssen doch spinnen, die Amis!!!
26. Mai 2003
Pro:
regt an einmal über die verrückte Welt nachzudenken und zeigt, dass nicht alles zu verstehen ist
Kontra:
es gibt nichts, was an dieser einmaligen Dokumentation auszusetzen wäre
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Humor:
Spannung:
Anspruch:
Action:
Romantik:
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 moonbeam
Über sich:
Mitglied seit:30.09.2002
Erfahrungsberichte:6
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 47 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallöle!!! Auf Grund einer Gemeindschaftskundelehrerin, die bereit war mit uns ins Kino zu gehen, sah ich vor kurzer Zeit einen Film, der mich sehr beeindruckt hat. Die Regie führte Michael Moore, ein Amerikaner, der einmal über die Verhältnisse, in denen er lebt etwas mehr nachgedacht hat. So kam dann diese bemerkenswert ironisch-sarkastische Dokumentation zu stande...
Der Film handelt hauptsächlich von 2 Dingen: Den Amerikanern und ihrem "unerklärlichen" Hang zu Waffen aller Art - insbesondere Schusswaffen. Da geht man doch einfach auf die Post, eröffnet sich ein neues Konto und darf sich ein neues Gewehr heraussuchen - kostenlos natürlich. Und wenn man keine Zeit hat sich Munition zu kaufen - ein kurzer Abstecher zum Frisör und man lässt sich während des Haareschneidens ein paar Packungen Munition bringen, die es überall zu kaufen gibt - normaler Alltag. Moore macht sich Gedanken,ob denn dieses Leben noch normal ist und interviewt zahlreiche Leute - unter anderem auch einen Mann auf dessen Farm Plutonium lagert, der mit 2 anderen Männern am Bau einer Bombe beteiligt gewesen sein soll, und mit einer 44er Magnum unter dem Kopfkissen schläft. Und am Ende des Gesprächs sagt dieser Mensch: "Aber passen Sie auf sich auf. Dort draußen laufen 'ne Menge Spinner herum ...!"
Die hauptsächliche Tragödie dieses Filmes ist das Massaker an der Columbine Highschool in Littleton. An einem Tag wie jedem anderen stürmen 2 Scharfschützen herein und schießen um sich. Es sind darüber Aufzeichnungen aus einer Kamera zu sehen und ich habe das 1. Mal wirklich die Angst gespüt, die man haben muss wenn das Leben nur noch von einer Bleikugel, einer Pistole und einem Irren abhängt. Dazwischen hört man die Polizei mit einer Lehrerin sprechen, die mit der Polizei telefoniert und am Ende nur noch "My god!" herausbekommt. Sehr betroffen machte
mich eine Schülerin, die danach erzählte: "Einer der Schützen hielt mir die Pistole an den Kopf und fragte, ob ich sterben wolle. Ich schrie und rief nein. Da lachte er und schoss dem Mädchen vor mir in den Kopf." Moore zeigt auf wie viele Menschen in verschiedenen Ländern bei Schießereien jährlich umkommen. In Deutschland sind es 318, in ASustralien nur noch ca. 69 und in den USA ca. 11.000! Erschreckend!
Michael Moore fährt hinüber nach Toronto und dort gab es in den letzten 3 Jahren 1 (!) Mord - und der wurde von einem Mann aus den USA verübt. Sie lassen in Kanada - in der Großsstadt Toronto zum Beispiel - alle ihre Türen auf - egal ob in der Nacht oder am Tag - Moore prüfte das nach. Warum haben die Kanadier nicht so eine Angst, warum passieren bei ihnen fast keine Morde? Die Antwort ist eigentlich relativ einfach: Nicht weil sie zu viele Gewaltfilme sehen oder zu gewalttätige Computerspiele spielen, nicht weil sie mehr Ausländer und viele Religionen haben, nicht weil sie mehr Pistolen besitzen, nicht weil sie eine hohe Arbeitslosenrate haben - nein, denn dies alles hat Kanada auch. Der Grund ist, dass die Leute ängstlich gehalten werden. Im Fernsehen wird nur von Überfällen berichtet, von Killerbienen, von anderen gefährlichen Faktoren die "das gesamte Volk in Gefahr bringen könnten!" Folge: Die Leute kaufen sich Waffen und jede Menge Vorhängeschlösser. Werden sie dadurch sicherer? Nein! Nur noch ängstlicher - und so schließt sich dieser Teufelskreis wieder!
Und wer wird für die meisten Verbrechen angeklagt? Die Schwarzen natürlich. An ihnen bleibt der ganze Dreck hängen und sie müssen für etwas bezahlen, worüber die meisten von ihnen nicht einmal nachdenken würden. Es gibt richtige Serien, z.B.: Cobs, wo Schwarze gejagt und verprügelt werden. So haben die Amis natürlich wieder ihren Sündenbock gefunden. So musste eine schwarze Mutter ihren 6-jährigen Sohn bei einem Onkel alleine lassen und 40 km zur Arbeit fahren. Ihr Sohn fand im Haus des Onkels eine Pistole und nahm diese in die Schule mit. Während seine Mutter Desserts für reiche Weiße zubereitete, erschoss der 6-jährige ohne nachzudenken eine gleichaltrige Mitschülerin... ! Danach fanden sich viele Fernsehteams ein, um davon zu berichten und ihre Trauer zu verkünden. Der Reporter fing an davon zu berichten und nach dem Satz:"...in tiefster Trauer ihr Mann vor Ort. Wir berichten später über die neuesten Ergebnisse!" Kamera aus " Hey, meine Haare halten heute nicht so richtig - hat mal jemand Haarspray mit? Ich muss mal wieder zum Frisör."
Unter andrem interviewte Moore auch Marilyn Manson, der auch für die Gewalttaten der Jugendlichen verantwortlich gemacht wurde. In seinen Liedern schreit er alles heraus was ihn stört. Auf eine sehr direkte Art - ähnlich wie Eminem. Aber in Wirklichkeit ist er ein bewundernswerter Mensch. Als Moore ihn fragte, was er zu den Opfern von Columbine sagen würde, wenn diese jetzt vor ihm stehen würden, antwortete er: "Ich würde gar nichts zu ihnen sagen - ich würde ihnen zuhören. Und das ist das, was keiner wirklich gemacht hat!" Erschreckend ist auch die hohe Zahl der Kriege, die nacheinender mit den entsprechenden Bildern aufgezeigt werden und Anzahl der vielen getöteten Menschen. Allein 500.000 Kinder sind umgekommen. Aber Zivilisten werden nicht bombardiert - nein ... . Sehr treffend war die Aussage:"Wir führen gerade wieder einen Krieg gegen ein Land, dessen Namen wir noch nicht einmal aussprechen können!"
Sehr zynisch ist auch ein Cartoon, der von der Angst und von der Besetzung Amerikas durch Weißen handelt. Die Dokumentation ist also aus den verschiedensten Teilen zusammengefügt und zeigt einen Wahnsinn, den man sich nur schwer vorstellen kann. Ein weiteres Beispiel ist die NRA. Dies ist eine Organisation, die für Waffen wirbt und deren Vorsitzender immer nach den Tragödien wie Littleton und der Erschie0ung des 6-jährigen Mädchens auftaucht, während Waffengegner zu 1000en auf den Straßen dagegen demonstrieren. Sie sind ein wichtiger Grund, warum immer mehr Jugendliche auch eine Waffe besitzen wollen. Als Moore ihn interviewt und vorgibt bei der Organisation ein Mitglied zu sein, ein paar direktere Fragen an den Vorsitzenden stellt, wendet sich dieser ab und geht. Zur Erinnerung stellt Moore noch ein Bild des toten 6-jährigen Mädchens im Hinterhof auf.
Besonders mutig fand ich es von 2 Jungen, die Opfer das Amoklaufs an der Columbine Highschool waren, zum K - Mart zu gehen (aus dem stammen die Kugeln der Schützen) und die Einstellung des Verkaufs dieser Munition zu fordern. Der 1 Junge sitzt seit dem Amoklauf im Rollstuhl und der andere hat eine Kugel im Körper stecken - 2,5 cm neben der Hauptschlagader im Rücken! Als niemand etwas unternahm, kamen sie am nächsten Tag mit der Presse zurück - und siehe da: die Leiterin versprach die Einstellung des Verkaufs dieser Munition innerhalb von 90 Tagen. Der Film ist sehr sarkastisch gemacht. Er zeigt mit viel schwarzem Humor den Wahnsinn, die Ängste und das verstörte Verhalten der U.S. Amerikaner, aber ich finde, dass gerade in so einer kraasen Art der Film viel mehr zur Kenntnis genommen wird und auch noch eine lange Zeitb im Gedächtnis bleibt!
So, wer sich alle Einzelheiten ansehen will, sollte sihc auf jedem Fall ins nächts Kino bewegen, 123 Minuten investieren und sich diesen Film anschauen. Ich habe lange gebraucht um das, was mir vermittelt wurde ersteinmal zu verstehen. Es ist schwierig sich mit so etwas auseiunanderzusetzten, wenn man doch in dem "wohlbehüteten" Deutschland lebt. Ich hoffe ich konnte euch etwas erzählen, was euch dazu bewegt, diesen Film anzuschauen!
Ciao, eure Moonbeam
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06.04.2005 15:32
Äußerst interessanter Bericht! LG
06.04.2005 14:45
Super Bericht! Interessanter Film. Weiter so. lg Tom
29.03.2004 13:29
Ein toller Bericht...LG lucio7!