Bowling For Columbine

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Bowling For Columbine

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Insgesamt sehr enttäuschend!

1  28.05.2004 (11.09.2004)

Pro:
beweist aufs Neue die amerikanische Pressefreiheit

Kontra:
erstunkene und erlogene Propaganda

Empfehlenswert: Nein 

Broker18

Über sich: Bei jeder Bewertung von "hilfreich" und darunter erwarte ich einen Kommentar und der Satz ...

Mitglied seit:07.04.2004

Erfahrungsberichte:19

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet

Ich grüße alle Ciao-Mitglieder und heute möchte ich über eine Propaganda der ganz besonderen Art berichten. Ich erinnere mich leider (oder zum Glück) nicht mehr an alles, was in diesem Film vorkam, weil ich mehr als vor einem Jahr im Kino sah, aber die Gesamtzusammenhänge und einige Szenen blieben mir doch im Gedächtnis. Es ist leider Tatsache, dass am 20.04.1999 zwei Schüler, die im Verein kegelten 12 Schüler und eine Lehrerin erschossen und natürlich ist es ein brutales und menschenrechtsverachtendes Verbrechen, welches nicht toleriert werden darf! Da kommt mir auch schon die erste Frage hoch: was hat es eigentlich damit zu tun, dass diese zwei Jugendlichen im Verein kegelten? In Erfurt erschoss ein deutscher Jugendlicher im Jahre 2002 kaltblütig ca. 10 Lehrer (und nach dem deutschen Gesetz besaß er die Waffen leider völllig legal) und ab und zu hatte er mit Sicherheit Sport getrieben - also ist das jetzt an seinem Amoklauf Schuld?
Aber zurück zum Film. Es wird erwähnt, dass die amerikanische Presse nur darauf bedacht ist, dem amerikanischen Volk Angst zu machen. Wirklich? Schon möglich. Aber dies wird dazu gemacht, dass die Amerikaner beim Arbeiten ins Zeug legen, schließlich wollen sie ja ihre Vormachtstellung in der Welt nicht verlieren, was auch vollkommen verständlich ist. Außerdem beschwert sich Moore in einem seiner Bücher, dass die amerikanische Presse alle Berichte extrem pro-amerikanisch und patriotisch darstellt - ist das nicht ein bisschen paradox? Aber jeder muss ab und zu etwas an seiner Logik arbeiten, nicht wahr Mr. Moore? Auch die europäische Presse lässt hauptsächlich die guten Nachrichten weg, was auch daran liegt, dass die negativen Nachrichten den Großteil des Volkes einfach deutlich mehr interessiert als die positiven.
Kritik am amerikanischen Patriotismus? Wie schlimm! Die Franzosen, die sich immer noch als "Le Grande Nation" bezeichnen sind nicht weniger patriotisch als die Amerikaner, auch die Russen sind ein extrem patriotisches Volk und auch unsere Vorfahren waren vor dem nationalsozialismus sehr patriotisch. Der amerikanische Patriotismus liegt daran, dass sich die Amerikaner, die im 18. Jahrhundert vom britischen Königshaus (ähnlich, wie andere Gebiete, die von Großbritanien kolonisiert wurden) brutalst unterdrückt wurden und sich ihre Freiheit im Unabhängigkeitskrieg selbst erkämpften. (Kleine Geschichts-Nachhilfe für Mr. Moore!)
Moore zeigte in seinem Film nur die ärmsten der ärmsten Gegenden der USA (u. a. Flint, im Bundesstaat Michigan), auch am Ende den kleinen Jungen, der ein Mädchen erschoss (insbesondere aufgrund seines Alters ist es eine Katastrophe, keine Frage) und wie hart seine Mutter arbeiten muss, um überleben zu können, aber immerhin hatte die Familie einen Haus, in dem sie lebte; Armut gibt es auch in Deutschland (es gibt auch bei uns Bettler, die Straftaten andrehen, damit sie ins Grfängnis kommen, um wenigstens dort schlafen zu können); er zeigt auch den Hollywood-Schauspieler Charlton Heston, seine Villa und seine Pro-Waffen-Rede, damit tut er so, als wären 99% der Amerikaner waffengeile Mörder.
Bushs Außenpolitik seit dem 11. September 2001 ist nicht in Ordnung, aber jeder hat das Recht auf Selbstverteidigung bzw. jedes Land würde sich nach einem derart brutalem Terroranschlag verteidigen- und der Afghanistan-Krieg war berechtigt, um die Taliban aus dem Land zu vertreiben und dem afghanischen Volk neue Bildungsmöglichkeiten zu geben, die sie unter der brutalen Taliban-Herrschaft nicht besaßen.
FAZIT
Alles in allem ein Film der extremisierenden Art, nach dem Motto: alle Amerikaner (natürlich außer dem sauberen Regisseur) sind gleich
(keine Angst, Mr. Moore, Sie sind leider nicht der einzige Faschist auf dieser Welt). Was sollte eigentlich die Bemerkung, dass jeder 5. Amerikaner (es wären genau 20%) eine psychische Störung hat? (gut möglich, dass Moore selbst eine hat!) Ich bezweifle, dass es so viele sind, aber selbst, wenn es so sein sollte, hat Moore kein Recht, es zu veröffentlichen. Die positiven Seiten der USA (und davon gibt es jede Menge) werden überhaupt nicht angesprochen, jeder Ami ist ein verängstigter Mörder (auch irgendwie paradox).
Es ist schlimm, dass in den USA mehr Menschen durch Waffengewalt sterben als in vielen anderen Ländern, aber in den USA leben ca. 300 Mio. Menschen (Deutschland 80 Mio. zum Vergleich) und aufgrund der extremen wirtschaftlichen Freiheit ist es in den USA eben tatsächlich leichter, eine Waffe zu erhalten als in anderen Ländern. Tatsache ist, dass 99% der Amerikaner nicht gleich wegen Kleinigkeiten auf andere losballern, wie es in vielen arabischen Ländern der Fall ist, und negative Abweichungen gibt es in jedem Land bzw. die Ausnahme bestätigt die Regel. Der Film ist also eine Kopfverdrehung, die nächste Runde des Anti-Amerikanismus und stellt die Tatsachen nicht so dar, wie diese sind.
Natürlich geht der Film größtenteils an er Realität vorbei!
Ich würde mich freuen, wenn ihr möglichst viele meinen Bericht kommentieren, auch Kritik nehme ich mit Interesse entgegen.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
logan

logan

27.01.2006 23:13

brutalst unterdrückt wurden vom britischen königshaus allenfalls die eingeborenen und sklaven amerikas, der rest lebte so frei oder unfrei wie die europäer auch - allerdings ohne demokratische mitbestimmungsrechte. | angst als mittel zur volkserziehung schließt patriotische oder nationalistische schönfärbung keineswegs aus, das gab es auch in deutschland schon. | man kann moore sicherlich vereinfachung, voreilige schlüsse und propaganda vorwerfen - dazu sollte man allerdings erst mal seine argumentationsweise verstanden haben, um ihn sachlich und stringent kritisieren zu können. leider kommt davon hier nichts rüber. | worin genau glaubst du eigentlich bei moore faschistische züge zu sehen? | auch wenn du moore antiamerikanismus vorwirfst (soweit ich informiert bin begreift er sich durchaus als patriot), solltest du das begründen können (und tun). wonach entscheidest du das? | @"selbst, wenn es so sein sollte, hat Moore kein Recht, es zu veröffentlichen": informiere dich erst mal, was pressefreiheit (gerade in den USA!) bedeutet, bevor du solche haltlosen äußerungen ablässt. | über den film erfährt man hier kaum was, dafür fast nur über deine - weitgehend unbegründet bleibende - meinung. das ist äußerst unsauber argumentiert von dir: zumal du dem filmemacher ja selbst fehlende logische schlüssigkeit und falsche vorraussetzungen vorzuwerfen scheinst - kein guter stil...

Super-Mainstreamer

Super-Mainstreamer

21.01.2006 20:45

DANKE!

Bergarbeiter

Bergarbeiter

17.12.2004 11:19

die Leichtigkeit an Waffen zu gelangen, hat nichts mit wirtschaftlicher Freiheit zu tun, sondern hängt mit der laschen Gesetzgebung beim Weltpolizisten zusammen. Und bei der dortigen Waffenlobby wird Cowboy Bush sicher keine Einschränkungen bringen, da gingen ja Wähler und vorallem Geld verloren.

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"sehr hilfreich" von (39%):
  1. Super-Mainstreamer
  2. greifer
  3. Iron_83
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"hilfreich" von (48%):
  1. Bergarbeiter
  2. egg0r
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