Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Boxen ist anspruchsvoll und hält fit |
| Kontra: |
Oft zu schlechtes Training |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Das Boxen ist für mich nicht nur ein optimales Fitnesstraining, sondern auch ein überaus gleichmäßiges. Das heißt, wer regelmäßig ein gutes und hartes Boxtraining absolviert, der verfügt über eine sehr gute Grundkondition, hat ein gutes Potential an Schnellkraft und hat einen insgesamt sehr gut durchtrainierten Körper, was vor allen Dingen für die Muskulatur gilt. Grund hierfür ist die vielseitige Belastung, die man beim guten Boxtraining ausgesetzt ist, die aber gleichmäßig verteilt ist. Man sieht daher nie einen Boxer mit aufgepumpten Armen oder Brustmuskeln, wie man es oft bei Bodybuildern sieht. Boxer sind in der Regel gleichmäßiger definiert, da während eines Boxtrainings wie gesagt nicht nur ein Teil des Körpers trainiert wird. Wie sieht nun das gute Boxtraining aus?
Enthalten sein sollte eine gute Aufwärmphase, zu der zumindest ca. 10-15 Minuten Seil springen und/oder 10-15 Minuten Schattenboxen gehören sollte (am besten beides). Durch das Seilspringen baut man eine sehr gute Grundkondition auf (10 Minuten Seilspringen = ca. 30-45 Minuten Waldlauf). Natürlich ist hier nicht beidbeiniges Hüpfen gemeint sondern tänzeln auf den Fußballen. Dies trainiert zugleich die Wadenmuskulatur und fördert die notwendige Leichtfüßigkeit , die jeder Boxer haben muß. Ebenfalls wird beim Seilspringen die Armmuskulatur und die Brustmuskulatur mit belastet, wenn auch nicht in dem Maße wie die Wadenmuskulatur (Wichtig! die Ellbogen möglichst nah am Körper lassen und in erster Linie aus dem Unterarm heraus das Seil schwingen).
Das Schattenboxen dient dazu, die Bewegungen zu den einzelnen Techniken langsam einzuschleifen und die hierbei belasteten Muskeln langsam aufzuwärmen. Es bringt daher nix, wenn man beim Schattenboxen direkt mit 6er Kombinationen und möglichst harten Schlägen in die Luft beginnt. Langsam beginnen mit Einzeltechniken und dann langsam Tempo und Frequenz steigern. Dabei aber auch schon auf die saubere Ausführung der Techniken achten. Wichtig! Beim Schattenboxen keine harten Geraden einfach in die Luft schlagen. Die ganze Kraft dieses Schlages entlädt sich nämlich im Ellbogengelenk, und auf Dauer wird diese Belastung das Gelenk angreifen. Dies gilt übrigens auch für das Kniegelenk bei den sogenannten Schnappkicks im TKD oder Karate. Hierher kommt auch die Aussage von Sportärzten, das Kampfsportler schneller Atrose bekommen. Bei den geraden daher den Arm möglichst nicht ganz durchstrecken und nie mit 100% Kraft zuschlagen.
Der weiter Verlauf des Trainings ergibt sich dann je nach Können des Sportlers und sollte vom Trainer entsprechend gestaltet sein. Hier können Techniken in Partnerübungen einstudiert werden oder Sparringsrunden gemacht werde. Bei den Partnerübungen ist es besonders wichtig, die Techniken sauber auszuführen, denn diese sind wie ein Drill. Wer sich hier falsche Techniken aneignet, der wird sie nie wieder los. Wichtig ist eine Grundregel. Kein Schlag beim Boxen wird nur mit der Kraft des schlagenden Arms ausgeführt. KEINER!!! Es bewegt sich immer der ganze Körper mit, auch die Beine. Wichtig ist die Stabilisierung des Schultergelenks beim Haken. Wer hier aus dem arm irgendeine Schleuderbewegung macht ohne den arm im Winkel des Schlages zu fixieren, der wird sich zum Beispiel am Sandsack höllisch die Schulter ramponieren. Von einem harten Schlag kann er ohnehin nur träumen. Die Kraft kommt bei den Haken vor allen Dingen aus der Drehung des Oberkörpers und der Hüfte und durch das leichte Abdrücken mit dem hinteren Bein. Belastung auf den Fußballen des vorderen Bein bringen. Ein häufiger Fehler bei Anfängern wird bei der Graden mit der Schlaghand gemacht. Da man auf der starken Seite immer mit dem Fuß hinten steht und mit der schwächeren Seite (Fürhand) vorne, entsteht ein zunächst ja ein Distanzunterschied zwischen der Graden der Fürhand und der Graden der Schlaghand. Um diese fehlende Distanz bei zu überbrücken, beugen sich Anfänger typischerweise mit dem Oberkörper nach vorne beim Schlag. FALSCH! Diese Distanz muß überwunden werden, indem man die Hüfte der Schlaghandseite beim Schlagen nach vorne schiebt (ohne dabei zu überdrehen, sonst geht der Schlag nicht mehr ins Ziel). Der Fuß auf der Schlagseite unterstützt diese Bewegung indem man ihn auf den Fußballen anhebt. Zu diesem Schlag gehört jede einzelne dieser Bewegungen dazu, ansonsten entwickelt man auch nie die Härte, die mit der "harten Rechten" verbunden wird. Die Kraft die durch diese Körperbewegung entsteht ist einer der Hauptgründe dafür, das man mit der Schlaghand härter schlägt als mit der Fürhand. Wie gesagt, jeder Schlag ist ein Bewegungsablauf des ganzen Körpers. Nur das ist sauberes Boxen und nur das bringt auch den entsprechenden Erfolg beim Training.
Zum Sparring sei nur gesagt, es ist nicht Sinn und Zweck des Sparrings rauszufinden, wer den anderen KO schlagen kann. Sparring wird, abgesehen von der Wettkampfvorbereitung, mit halber Härte ausgeführt. Hier sollen Ringerfahrung gesammelt werden, Techniken in der Anwendung erprobt werden und Fehler aufgedeckt werden. Blaue Augen und blutige Nasen sind nicht ziel des Sparrings. Dies gilt vor allen Dingen für Runden zwischen Fortgeschrittenen und Anfängern. Wer als Fortgeschrittener einen Anfänger im Sparring KO schlägt ist ein armer Profilneurotiker, aber niemals ein guter Boxer (gilt auch für Thai oder Kickboxen etc.). Die hohe Kunst besteht darin, einem Anfänger zu zeigen, wo seine Schwächen sind und um wieviel er einem unterlegen ist, jedoch OHNE IHM DABEI DEN SPASS AM BOXEN ZU VERDERBEN!!! Das vergessen leider viel zu viele. Außerdem hat man als Fortgeschrittener sehr viel mehr davon, wenn man sich selber diesen Beweis erbringen kann. Blutige Nasen der Gegner sammeln bringt einen nicht weiter. Für Anfänger gilt, kaltes Blut bewahren und nicht versuchen mit irgendwelchen harten Einzeltechniken einen Luckypunch zu landen. Provoziert nur die Fortgeschrittenen unnötig. Bei Sparring hängt auch viel vom Trainer ab. Er muß die Leute einweisen und dafür sorgen, daß kein "Augen-zu-und-druff-Sparring" abgehalten wird.
Nach dem Sparring und/oder den Technikübungen geht es dann an den Sandsack oder die Boxpratzen. Hier kann dann endlich mit voller Kraft geschlagen werden. Aber es gilt auch hier, erst Einschlagen und dann Tempo, Frequenz und Härte erhöhen. Die Runden am Sandsack und an der Pratze dienen vor allen Dingen auch dem Ausbilden einer Schnellkraft, um über eine kurze Zeit von 3 Minuten "Gas geben zu können." Aber auch das Gefühl für die mögliche Härte der Schläge kann hier gewonnen werden. Auf keinen Fall sollte man nach dem Pratzentraining nochmals Sparring machen. Man hat sich hier an ein härteres Schlagen gewöhnt und würde dies nur mit ins Sparring einbringen. Zusätzliche Erschöpfung würde diese Sparringsrunden nur zu einem Gekloppe werden lassen, denn die Konzentration läßt dann rapide nach..
Nach dem Sandsack/Pratzentraining kann noch ein spezifisches Krafttraining für die Bauchmuskeln und die Armmuskulatur abgehalten werden. Zum Abschluß nochmal eine Runde lockeres Schattenboxen zum Cool down. (Optional).
Eins soll bitte klar sein. Was ich hier geschrieben haben sind ein paar Tips aus meiner eigenen Erfahrung, diese Erfahrungen waren aber gut. Sie ersetzen keinen Trainer, können aber als Anhaltspunkt dafür dienen, was man von einem guten Trainer erwarten kann. Beispiel: Ein Boxer der nicht Seilspringen kann ist kein Boxer!!! Nie und nimmer!!!
So, genug gequatscht, viel Spaß beim Training
| weitere Erfahrungsberichte |
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felix01
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sehr hilfreich
15.10.2000
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sehr hilfreich
23.12.2000
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sehr hilfreich
03.04.2000
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daniel_b
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euch wirklich deshalb ohne Scheu sagen das es sich beim boxen um eine
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sehr hilfreich
31.08.2000
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Ein Sport für Fighter
Bewertung für Boxen von
BobMarley2001
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sehr hilfreich
16.12.2000
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