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Vorwort ~~~~~~~~ Ich habe mit meinem Boxerrüden Kevin meine Kindheit verbracht. Vor 2 Jahren ist er jedoch verstorben. Ich würde euch hier am liebsten von unserem ganzen gemeinsamen Leben erzählen, aber dies wird euch bei eurer Suche nach informativen Berichten über diesen Hund nicht ... Bericht lesen





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Der Boxer - Eine treue Seele
Erfahrungsbericht von BodomNighty über Boxer
04.08.2005


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Treue, Gutmütigkeit, Körpersprache, Kinderfreundlichkeit, Körperbau, gut auszubilden
Kontra: Nichts, außer vielleicht das Sabbern

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Vorwort
~~~~~~~~

Ich habe mit meinem Boxerrüden Kevin meine Kindheit verbracht. Vor 2 Jahren ist er jedoch verstorben.
Ich würde euch hier am liebsten von unserem ganzen gemeinsamen Leben erzählen, aber dies
wird euch bei eurer Suche nach informativen Berichten über diesen Hund nicht weiterhelfen.
Ich werde versuchen, so objektiv wie möglich zu bleiben, werde euch aber auch einiges über
meinen Hübschen erzählen.


Einleitung
~~~~~~~~

Der (deutsche) Boxerhund stammt aus Deutschland.
Sein Vorfahre ist der Bullenbeißer, welcher als Jagdhund genutzt wurde.
Der Hund sollte dazu ein möglichst breites Maul haben und so kam es
zu Züchtungen diese Hunde.

Heute gilt er als Wach- & Schutzhund, als Begleit- und Gebrauchshund,
aber vor allem gilt der Boxer als ein gutmütiger Familienhund.


Sein Aussehen
~~~~~~~~~~~~

Ich möchte euch hier nicht lang und breit über den optimalen Körperbau des Boxers
informieren, da ich denke, dass dies für Menschen, die sich allgemein über diese
Hunderasse informieren wollen nicht sehr wesentlich ist.
Außerdem könnte ich hier nicht mehr schreiben, als ich von diversen Klubs weiß und
dies ist m.M.n nicht der Sinn eines Erfahrungsberichts.

Ein Rüde wiegt ca. 30 kg und ist etwa 57 - 63 cm groß.
Eine Hündin wiegt ca. 5 kg weniger als ein Rüde und ist 53 - 59 cm groß.

Boxer haben ein kurzes, glattes & glänzendes Fell.
Die Farbe des Felles ist entweder (rotbraun) gestromt oder gelb.
Boxer haben häufig Weißabzeichen auf der Brust und auf der Stirn.
Diese sollten aber nicht zu groß oder unschön sein.

Weiters haben Boxer eine dunkle Maske und eine breite, schwarze Nase.
Sie haben dunkle Augen, welche wie ich finde weder zu groß noch zu klein sind, und dunkle Liedränder.
Die Farbe des Felles sollte sich aber von der Farbe der Schnauze unterscheiden, da der Hund sonst bösartig wirken würde.
(Habe aber schon viele dunkle Boxer gesehen, die alles andere als bösartig aussehen.)

Er hat starke Knochen und auch seine Muskeln sind stark und treten plastisch heraus.
Der Körper ist quadratisch.


Sein Charakter
~~~~~~~~~~~

In seinem Charakter zeichnet sich der Boxer m.M.n. besonders aus und er hebt sich dadurch auch von
anderen Rassen ab.
Daher möchte ich diesen Punkt ausführlicher beschreiben.

Hier nur einige seiner Charaktereigenschaften, die ich in Folge beschreiben möchte.
- gutmütig, tolerant & kinderliebend
- ruhig & ausgeglichen
- liebenswert, anhänglich & treu
- verspielt, aber auch kraftvoll und gut auszubildend
- beschützend
- Nicht falsch & hinterlistig!

Die Boxermimik:
Der Boxer hat eine eigene Körpersprache, die man mit der Zeit verstehen lernt.
Man weiß einfach wann er spielen, essen, trinken, kuscheln oder schlafen will.
Aber auch wenn er Schmerzen hat gibt er einem das sofort zu erkennen, in dem er
zuerst das gerade anwesende Familienmitglied und dann die Stelle an der er sich verletzt hat
ansieht oder herzeigt. Dies tut er mit einem Blick, der sofort erkennen lässt, dass ihm etwas weh tut.
Egoistisch ist er jedoch auch nicht. Wenn Herrchen oder Frauchen mal krank ist, ist er nicht nur betroffen,
sondern zeigt auch noch Mitleid. Er lässt einem dann nicht aus den Augen, legt die Schnauze auf das Bett
und sieht einen fragend und traurig an.

Der Boxerblick.
Eine Besonderheit des Boxers ist auch, dass es eine sehr ausgeprägte Mimik hat,
die ich so schätze und an keiner anderen Hunderasse finden kann.
Wenn man lacht, lacht er auch d.h. er zieht seine Lefzen nach oben und zeigt seine Zähne,
so wie wir unsere Mundwinkel nach oben bewegen.
Wenn er traurig ist, guckt er auch wirklich traurig drein d.h. zieht seine Lefzen nach unten.

Aber auch in seinen Augen spiegeln sich seine Gefühle und Gedanken wieder.
So kann er auch ohne Worte mit dir kommunizieren. Der Boxer ist sowieso ein kein Hund großes Worte.
Er bellt wenig. Er zieht sich entweder zurück oder stupst Hund oder Mensch weg, wenn ihm etwas nicht passt.
Seine Augen als der Spiegel seiner Seele..
Ob er nun glücklich oder traurig, verspielt oder müde, besorgt oder bedrückt ist, erkennt man dies an dem
Ausdruck in seinen Augen sofort.
Vor allem, wenn er etwas Unerlaubtes gemacht hat, erkennt man dies an seinem Blick sofort.
Wenn man ihn dann jedoch darauf anspricht, kommt der große Schauspieler im Boxer heraus und
er sieht dich sofort in seinem süßesten Unschuldsblick an ("Ich hab nichts getan, ich bin ganz braav!")
Wenn man beispielsweise die Koffer packt, da man auf Urlaub fährt, merkt er dies sofort.
Er legt sich hin und sieht dich entweder gar nicht oder mit trotzigem Blick an und legt die Pfoten
über seine Schnauze.

Seine Kinderfreundlichkeit:
Normalerweise liebt ein Boxer kinder und geht mit ihnen wahnsinnig behutsam um.
Natürlich ist das auch davon abhängig, ob er mit Kindern aufwächst oder noch nie einem
Kind begegnet ist.
Als wir Kevin bekamen, war ich etwa 5 Jahre alt und daher kann ich sagen, dass Boxer
wirklich sehr kinderfreundlich sind, auch wenn er damals selbst noch ein Baby war.
An dem Tag kamen meine Eltern nach Hause, als ich gerade am Küchentisch saß und
plötzlich sah ich klein Kevin auf mich zulaufen und er begrüßte mich herzlich und freute sich,
so wirkte es, gleich wie ich. Dieses Erlebnis werde ich niemals vergessen.
Der Boxer ist auch sehr tolerant gegenüber Kindern, er lässt sich so gut wie alles mit sich machen.
Man kann sich eigentlich gar nicht vorstellen, wie dieser Hund mit Kindern umgeht, wenn man es nicht
selbst erlebt oder gesehen hat.
Kevin und ich als "kleiner Stöpsel" waren wie eine Familie.
Wir sind immer ab Boden herumgekugelt und haben gespielt.
Er folgte mir auf Schritt und Tritt und passte auch gut auf "was denn dieser Fremde nun von mir wolle".
Sobald er merkte, dass jemand etwas gegen micht hatte oder ich jemanden nicht mochte, reagierte er
mit einem großen Misstrauen gegenüber diesem Menschen, obwohl Boxer normalerweise eine sehr freundliche
Art haben und gleich jeden anschwanzeln.

Trotz so vieler positiver Erfahrungen über die Kinderfreundlichkeit von Boxern, sollte man Kinder jedoch nie
mit Hunden allein lassen. Warum?
Kinder, besonders Kleinkinder, erkunden ihre ganze Umgebung noch. Natürlich wollen sie auch wissen,
wie weit sie gehen können und da zieht der/die eine oder andere schon mal an den Ohren des Hundes etc.
Wenn es ihm damit also weh tut, könnte auch der Boxer, so wie jeder Hund, dies ernst nehmen und zubeissen.

Ich habe jedoch noch keinen Boxer gesehen, der die Erkundung eines Kindes nicht tolerierte.
Boxer reagieren, wie schon gesagt, eher mit Rückzug oder bei einem Kind mit einem sanften Stupser.
Boxer wissen ganz genau, wie sie mit Kindern umzugehen haben und dass sie bei Kindern sehr vorsichtig sein
müssen, da diese sehr zerbrechlich sind.
Wenn sie mit Kindern aufwachsen, hüten sie diese jedenfalls wie ihre Eigenen.

Ein Beispiel?
Mein Hübscher zog bei meinen Eltern öfters mal an der Leine und Boxer sind ja auch sehr kraftvoll.
Wenn ich ihn als Kind jedoch an der Leine hielt, zog er nicht einmal leicht an der Leine, sondern
ging immer schön brav bei Fuß.
Wenn ich weinte, schleckte er mich ab oder legte seine Pfote auf meinen Schoß, was irgendwie so
wie trösten wirkte.

Boxer und andere Rassen:
Wenn Boxer spielen wollen, stupsen sie Tier oder Mensch mit der Schnauze etc. an.
Andere Hunde verstehen dies jedoch oft als Angriff. Jedoch lernten bisher alle Hunde
mit der Körpersprache v. Kevin umzugehen.
Beim Boxer hat man, wie schon erwähnt, auch das Gefühl das er lacht, was manche als
Drohung ansehen, was ich nie nachvollziehen konnte, da es für mich schon immer ein Lächeln und
kein böser Blick war.


Krankheiten
~~~~~~~~~

Besonders wichtig sind bei Boxern ihre Zähne. Diese sind sehr empfindlich.
Daher sollte man sie etwa 1 Mal pro Woche mit einer gewöhnlichen Zahnbürste putzen.
Uns wurde sogar empfohlen hier eine gewöhnliche Zahncreme zu nehmen.
Also, falls ihr euch einen Boxer zulegt, müsst ihr unbedingt auf die Pflege
der Zähne und des Zahnfleisches achten!

Unser Hübscher hatte leider das Pech, an Epuliden zu leiden.
Hierbei ist das Zahnfleisch des Boxers an einer bestimmten Stelle stark
geschwollen und das tut ihm natürlich auch weh, besonders beim Fressen.
Dies ist beim Boxer leider auch nicht selten.

Auch Tumore sind bei Boxern nicht selten.
Hierbei bin ich mir nicht sicher, ob das nicht die Todesursache unseres Hundes war.

Vor diversen Krankheiten gibt es aber einen wichtigen Schutz:
Erkundigt euch vor dem Kauf des Hundes gut über den Züchter und seine Hunde, über
Vater und Mutter.
Gute Züchter vermeiden das Decken mit Hunden, deren Vorfahren zu Krankheiten geneigt haben.


Futter
~~~~~

Boxer sind auch sehr empfindlich was ihren Magen betrifft und so vertragen sie nicht sehr viel.
Süßigkeiten und Gewürze sind aber für jeden Hund ungesund!
Wir haben Kevin Trockenfutter und selbst gekochtes Fleisch gegeben.
Wenn keine Zeit blieb, bekam er Dosenfutter, was er später aber so gar nicht mehr leiden konnte ;-)
Wichtig ist es auch ihm keine Knochen zu geben, an denen er sich verletzen könnte.
Niemals kleine Knochen und nur selten große Knochen geben, ist m.M.n ganz sinnvoll.
Immer darauf achten, dass frisches Wasser zur Verfügung steht!
Das Füttern vom Tisch würde ich von Anfang an vermeiden.
Dies würde ich gleich wie bei einem Kind empfehlen.
Nachsicht ist gut, aber sie kann nicht ohne konsequente Verbote bestehen.
Das heißt erstmals solltet ihr dem Hund nie etwas vom Tisch zu essen geben und ihn auch
dementsprechend mahnen, wenn er sich etwas vom Tisch holen will.
Wenn er dieses Verhalten gut beherrscht und weiß dass er dies normalerweise nicht darf,
könnt ihr manchmal nachsichtig sein und ihm etwas vom Tisch geben.
Wenn er wieder anfängt ununterbrochen zu betteln, lasst es wieder.


Erziehung
~~~~~~~~

Natürlich kommt das Wesen und das Verhalten des Boxers nicht vom Himmel gefallen,
sondern benötigt auch eine gute Erziehung!
Man sollte sich wenigstens die Zeit für die Grundausbildung geben.
Boxer sind aber wie gesagt sehr lernfähig und ihnen macht das Training auch Spaß und
für das Kennenlernen anderer Hunde ist es auch sehr gut.
Sie sind auch sehr gut auszubilden.
Ausbildungen gibt es für Junghunde, Junghunde ab 10 Monaten, Anfänger, Fortgeschrittene und
Senioren.
Die Senioren - Ausbildung hat mein Hübscher jedoch nicht genossen.
Hierbei solltet ihr selbst wissen für welche Ausbildungen ihr Zeit habt und sehen was euch und
eurem Hund Spaß macht, um dann eine Entscheidung zu treffen.


Planung der Anschaffung eines Boxers
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Wenn du dir einen Boxer anschaffen möchtest, musst du dir das genau überlegen.
Dir sollte klar sein, dass auch ein Boxer Schwächen und Stärken hat, die du akzeptieren musst.
Auch die Bedürfnisse des Hundes sollten die bewusst sein.
Du hast dann gewisse Verpflichtungen, unter deren Nichteinhaltung der Hund leidet.
Vor allem Boxer, die sehr verspielt sind brauchen meiner Meinung nach wenigstens einen kleinen Garten,
den sie zu ihrem Revier machen können.
Weiters brauchen sie genug Möglichkeiten, um sich austoben zu können.
Du musst mindestens einmal mit ihnen spazieren gehen, so dass sie auch genug Auslauf haben.
Mein Hübscher war bis zu seinem 11 Lebensjahr noch immer bereit zu spielen und genoss den Auslauf den er hatte.
Auch Spielzeug ist für Boxer sehr wichtig. Dieses stellt ihren Besitz dar.
Der Meine hat sein Spielzeug nie aus den Augen gelassen, er "borgte" es zwar her, aber er forderte es wieder zurück.
Außer bei seiner Mutter *g* Bei ihr war er was Futter und Spielzeug betraf sehr unterwürfig.
Weiters musst du dir der Kosten bewusst sein, die Futter, Schlafplatz, Impfungen, Steuer etc machen.
Dieser Hund ist dann auch im Durchschnitt 12 - 14 Jahre lang dein Begleiter.
Das Verlieren einer Bezugsperson ist für den Hund gleich schwer zu ertragen wie für ein Kind.
Mehr fällt mir hierzu momentan nicht ein.


Danke für das Lesen dieses Berichtes.
   
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