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Oh Boxer, mein Boxer!

5  11.07.2002

Pro:
Familientauglich, liebenswert, treu .  .  .  Pro nimmt kein Ende !  !

Kontra:
?

Empfehlenswert: Ja 

Ohnesorg

Über sich: Tja! Berufliche Umstrukturierung und das Hobby "Pferd" lassen mir zur Zeit nur sehr wenig ...

Mitglied seit:28.05.2002

Erfahrungsberichte:25

Vertrauende:5

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Inzwischen ist er seit geschlagenen 8 Jahren Tot. Er starb nicht durch vergiften und er wurde nicht eingeschläfert. "Er", das ist, nein! Er war mein Hund. Ein Boxer, um genau zu sein. Ich möchte hier jedoch keinen "Nachruf" schreiben sondern vielmehr über meine Erfahrungen mit der Rasse Boxer berichten. Doch dazu drehen wir die Zeit nunmehr insgesamt 20 Jahre zurück.

~~~SOMMER 1982~~~
(®ohnesorg)Klein Ohnesorg war gerade mal sechs Jahre alt und kam von der Schule nach Hause.
Meine Schwester warnte mich noch, ich solle mich nicht erschrecken, wenn ich die Wohnung betrete.
Kaum war die Tür einen Spalt weit offen, kam mir ein Stummelschwanz wedelndes Ungeheuer entgegen und gab mir die Pfote. Ich kann mich noch an meinen ersten Satz erinnern. "Oooh ein Hund, behalten wir den?"
Es war eine Überraschung, denn mein Vater wollte keinen Hund. "Der macht doch nur Dreck und Urlaub machen wird auch nicht mehr so einfach möglich sein. Dann muss er in Pflege."

Ich fragte nach seinem Namen. Boris hieß dieser stolz aussehende Hund.
Er gehörte noch zur alten Züchtung, die eine höhere Schulterhöhe und längere Lefzen hat. Boris hatte ein dunkles, gestromtes Fell gehabt. Die Maske - schwarz. Seine Rute und seine Ohren waren bereits kupiert. Obwohl es bei einigen Rassen schöner aussieht, halte ich es für Quälerei das Tier zu verstümmeln. Klar... es gibt auch Hunde, bei denen es für die Gesundheit besser ist zum Beispiel die Ohren zu kupieren, weil sie sonst permanent unter Ohrenentzündung leiden. Dies sollte aber die einzige Ausnahme sein.
Die Rute sollte gar nicht kupiert werden. Der Hund braucht sie um seine Gefühle auszudrücken. So wedelt ein Hund mit abgeschnittener Rute nicht mehr mit der selbigen sondern vielmehr mit der Hüfte.

Meine Eltern haben Boris aus einem Tierheim befreit. Er wurde von seinem Herrchen dort abgegeben, weil seine Frau ihn vor die Wahl stellte. Ein Drama an sich. Im Heim jedoch litt er unermesslich. Er war nur noch Haut und Knochen, das Fell war Stumpf und begann an einigen Stellen auszufallen. So hatte er auch massig Parasiten wie Würmer und Zecken und zu allem Überfluss eine Mittelohrentzündung. So gab es in den ersten drei Wochen regelmäßig Tierarztbesuche, die nicht nur für eine gesundheitliche Besserung sorgten sondern auch für eine starke Belastung des Geldbeutels.


~~~DER SEELSORGER~~~
Er wurde mein bester Freund. In jüngeren Jahren, wenn ich etwas angestellt habe, konnte ich mich bei ihm ausweinen. Dann legte er seine Vorderpfoten auf meine Oberschenkel und schaute mich an, als wolle sagen "Rede Dich ruhig aus, bei mir." Später, als ich älter wurde und das erste mal Liebeskummer hatte, merkte er das ganz genau. (®ohnesorg)Ich war darauf bedacht, dass meine Familie nichts davon mitbekommt. Doch Boris merkte es ganz genau. So wich er mir nicht mehr von der Seite, bis es mir schließlich besser ging.

Hatte ich Probleme in der Schule, war er ebenso für mich da. Bis heute weiß ich nicht, wie er das gemacht hat. Ich habe noch nicht einmal richtig die Wohnung betreten, wusste der Hund sehr genau, ob es mir gut oder schlecht ging.


~~~DER GEDULDIGE~~~
Als ich so 15 oder 16 war, hatten meine Geschwister teilweise bereits ihre eigenen Kinder. Wenn sie uns besuchten und die Kinder den Hund an den Ohren zogen, mit Füßen traten und mit Stiften pieksten, murrte er noch nicht einmal. Wenn es ihm zu viel wurde, hat er sich in eine ruhige Ecke verzogen. Beißen? Knurren? Niemals!

Meine Schwester hatte Unterricht im Judo. So begab es sich auch, dass sie ihn hin und wieder in den Schwitzkasten genommen hat. Erfahrungsgemäß lässt das nicht jeder Hund mit sich machen. Boris aber fand gefallen an so wilden raufereien und wurde selbst immer wilder.

Ein Kauknochen wurde von Boris immer so lange bearbeitet und versteckt, bis Frauchen ihn schließlich fand und durch einen neuen ersetzt hat. Hatte er einen Knochen zwischen seinen Zähnen, konnte ein Familienmitglied ohne Sorgen den Knochen wegnehmen. Hat er gefressen und man bemerkte, dass er kein rohes Ei im Futter hatte, durfte man ihm auch den Futternapf unter der Schnauze wegziehen. Er guckte zwar mit dem typischen "Warum-Tust-Du-Das"-Blick, aber er nahm es ohne weitere Reaktionen einfach hin.
Beim spielen allerdings musste man immer etwas aufpassen, wenn man ihm den Ball oder den Strick aus dem Maul nehmen wollte. Er hat dann oft noch mal nachgeschnappt, um sein Spielzeug festgehalten. Pech, wenn man selbst nicht aufgepasst hat und die hand dazwischen war.


~~~DER VORSICHTIGE~~~
Wenn wir mit ihm gespielt haben, haben wir auch hin und wieder mal den "Verletzten" gespielt. Einfach im Spiel mal "Aua" rufen und sich mit dem Rücken zum Hund drehen.(®ohnesorg) Für Boris war das Spiel sofort unterbrochen und er hat sich mit seinem unnachahmlichen Hundeblick entschuldigt.
Ist die Hand versehentlich zwischen den Zähnen des Hundes gelandet, konnte man sich wenigstens sicher sein, dass er sofort aufhört nochmals nachzuschnappen.

Meine Schwester hatte Meerschweinchen. Der Käfig der drei Tierchen war Marke Eigenbau und hatte dadurch keinen Deckel. Der Futterneid des Boxers war so stark, dass er sich mit seinen Vorderpfoten in den Käfig gestellt und das Meerschweinchenfutter gefressen hat. Des öfteren konnten wir beobachten, wie der Hund vor dem Käfig saß und die Meerschweinchen beschnüffelte. Ich möchte hier Anmerken, dass keines der Tiere jemals durch den Hund verletzt wurde. Lediglich, wenn er sie mal zum Spielen aufforderte - durch lautes, hohes bellen - zuckten die Schweine zusammen und bekamen fast einen Herzinfarkt.


~~~DER VERSPIELTE~~~
Spielen war das größte Hobby für Boris. "Stöckchen holen" mochte er nie spielen. "Stöckchen ziehen" dagegen war eines seiner Lieblingsspiele. Irgendwann sind wir dazu übergegangen den Stock durch ein etwas dickeres Seil zu tauschen, da die Stöcke immer zerbrachen und ungeahnte Folgen hinter sich her zogen.
Er knurrte dann meistens in den tiefsten Tönen, sträubte das Fell vom Nacken bis zur Schwanzspitze - oder den, was davon noch übrig war - und .... er wedelte mit seinem Stummelschwan. ;o) Kein Anzeichen von Bösartigkeit! Kein Anzeichen von Gewaltbereitschaft und kein Anzeichen von Aggressionspotential.

Meist reichte ihm auch schon ein Fuß zum spielen. Ein - im Takt zur Musik bewegter - Fuß konnte den wahren Jagdinstinkt Boris' voll entfachen. Wie eine Katze schlug er zunächst mit den Pfoten nach dem Fuß. Irgendwann hat er sich darauf gestürzt und genüsslich darauf herumgelutscht.

Eine Gerätschaft, die es ihm ebenfalls besonders angetan hat, war der Staubsauger. Wild bellend - und mal wieder schwanzwedelnd - stürzte er sich todesmutig auf.... die Staubsaugerdüse und versuchte sie unter seine Kontrolle zu bringen. Anfangs sperrte meine Mutter den Hund, wenn sie saugte. Hinter der verschlossenen Tür allerdings machte er einen Lärm ohne gleichen. Erst, als er wieder mit dem (®ohnesorg)Staubsauger spielen konnte, war er wieder ruhig.


~~~DER FAMILIENHUND~~~
Von kleinen Kindern ließ er sich fast schon misshandeln, ohne auch nur ein wenig böse zu werden. Er ließ sich überall anfassen ohne zu zucken. Er vertraute uns blind und Bedingungslos. Genauso, wie wir ihm vertrauten.

Eigentlich durfte er nicht auf die Couch. Meinen Vater allerdings hat er immer kleingekriegt. Erst kam die erste Pfote, dann die Zweite. Drei Minuten später lag der Kopf im Schoß. Nur kurze Zeit später kam die erste Hinterhand. Bis der komplette Hund auf der Couch lag, vergingen ungefähr 10 bis 15 Minuten. Damit er auch ja liegen bleiben darf, begann er zu schnarchen. Einen schlafenden Hund weckt man ja nicht. ;o)
Schnarchen? Ja! Boris konnte schnarchen wie ein alter Mann. War der Hund ersteinmal auf der Couch, dauerte es auch nicht mehr lange, bis er die komplette Zweisitzer vom Hund belagert und Herrchen in den Sessel übersiedeln musste.

Boris wollte immer am Leben teilhaben. Er war immer dort, wo die Masse der Familie sich aufhielt. Verschlossene Türen? Ein Gräuel! So waren alle Türen - bis auf die Toilettentür - immer offen. So konnte er sich in der gesamten Wohnung frei bewegen. Da im Sommer auch die Terrassentür geöffnet war, konnte er auch frei ein und aus gehen.


~~~DER HUNGRIGE~~~
Ein Hund in der größe der alten Boxerzüchtung frisst wie ein Scheunendrescher!
Sagte uns zumindest das Tierheim.
Fünf Becher Trockenfutter, drei Tassen Wasser und zwei Eier. Wobei es die beiden Eier nur mit jeder dritten Malzeit gibt.
So schaute seine Tagesmalzeit aus. Immer im festen Rhythmus. Zuerst bekommt der Mensch sein "Futter" und dann der Hund. Dass die fünf Tassen Trockenfutter für ihn ausreichend waren, merkte man daran, dass er die Malzeit über mehrere Stunden immer Stückweise gefressen hat. Einmal in der Woche legte er einen Fastentag ein. Leider war dies immer an einem anderen Tag je Woche, so dass wir erst gar nicht in die Verlegenheit kommen würden, an diesem Fastentag den Futternapf leer zu lassen.
Gab es bei den (®ohnesorg) Menschen Gemüse zu essen, kochte Frauchen zumeist wesentlich mehr Gemüse als notwendig. Einen Topf mit gewürztem Gemüse, einen Topf mit ungewürztem Gemüse. Ungewürzt deshalb, weil die Gewürze den Magen des Hundes reizen und er gewaltige Verdauungsprobleme bekommt.

Er bekam auch Dosenfutter.... Anfangs! Welche Sorte Dosenfutter er bekommen hat, konnte man sehr gut riechen, wenn seine Blähungen einsetzten. Hin und wieder bekam er sogar durchfall davon. Da dieses Problem sich mit dem Trockenfutter erledigt hat, erübrigte sich auch ein Gang zum Tierarzt.

Vom Tisch hat Boris so gut wie nichts bekommen. Das hat maßgeblich dazu beigetragen, dass er während dem Essen lediglich friedlich unter dem Tisch lag. Gebettelt hat er nur sehr selten.


~~~DER EINSAME~~~
Boris war kein Hund, den man acht Stunden allein lassen konnte. Selbst 30 Minuten waren oftmals zu viel für ihn. Konnte er draußen bleiben, weil es das Wetter erlaubte, bellte er die gesamte Nachbarschaft zusammen.
Blieb er in der Wohnung, durften wir bei der Heimkehr zunächst die Schäden beseitigen, die er angerichtet hat. Zerfetztes Kissen, vollgepinkelter Teppich, geplünderter Kühlschrank, zerkautes Telefonkabel und, und, und.
Wurde er alleine im Auto gelassen, war alles in Ordnung. Der Fahrersitz gehörte dann ihm!
Irgendwie hatte er das Gefühl, dass sein "Rudel" eher wiederkommt, wenn er im Auto sitzt.

An ein Erlebnis erinnere ich mich heute noch, als ob es gestern gewesen wäre. Meine Eltern und ich waren in Urlaub über Weihnachten. Während ich mit meinen Eltern auf einer Veranstaltung war, blieb der Hund alleine im Wohnwagen zurück. Es sollte nur zwei Stunden dauern. Wie sich später herausstellte waren es zwei Stunden zu viel! Der Teppich im Wohnwagen war auf lange Haltbarkeit hergestellt. Fest verwebte Fasern aus Polyester. Er hat ihn in fetzen gerissen. Außer ein paar Fusseln war nicht viel über.


~~~DER BEISSER~~~
Boris hat nie einen Menschen gebissen. Von Hündinnen hat er sich gänzlich alles gefallen lassen.
Wurde er von einer Hündin (®ohnesorg) angeknurrt, hat er mit dem Schwanz gewedelt und sie zum Spielen aufgefordert.
Hat eine Hündin die Zähne gefletscht, hat er Platz gemacht und weiter zum Spiel aufgefordert.
Wurde er von einer Hündin gebissen, hat er sich unterworfen und sie anschließend zum Spiel aufgefordert.
Boris war Wasserscheu, wie ich es sonst nur von Katzen kenne. Ging eine Hündin ins Wasser, sprang er verspielt hinterher.

Mit kleinen Rüden hat er sich sowieso nie gebissen. Einmal die Pfote auf den Rücken des anderen Hundes gelegt und ihn umgeworfen, war es genug. Ohne knurren, ohne Fell sträuben, ohne beißen!
Je größer die Rüden allerdings wurden, umso aggressiver wurde er ihnen gegenüber allerdings auch.
War einer der Hunde nicht angeleint, war eine Beißerei quasi vorprogrammiert.
Entweder war Boris ein absoluter Macho, oder er hat sich nichts anmerken lassen, denn unterworfen hat er sich - zumindest in meiner Gegenwart nie!


~~~DER BESCHÜTZER~~~
Boris hatte einen sehr ausgeprägten Beschützerinstinkt... So stellte er sich mehrfach vor mich, wenn er das Gefühl hatte, dass ich bedroht werde. Sagen musste ich nichts, der Hund war einfach nur da. So kann ich mich auch nicht daran erinnern, dass er einmal einen Menschen zu unrecht bedroht hat. Einmal waren es zwei Jugendliche, die mir mein Geld wegnehmen wollten und den Hund, der im Feld verschwunden war, nicht gesehen haben. Ein anderes Mal war es ein Bauer, der sich beschwert hat, dass der Hund auf seinen - vor dem Grundstück aufgestellten - Misthaufen gepinkelt hat. Wenn sich der Bauer a nur beschwert hätte, wäre alles in Ordnung gewesen, mich aber mit der Mistgabel zu bedrohen war etwas übertrieben.
Ein anderes mal, als der Hund sich gegen einen Menschen stellte, war es auf einem Straßenfest. Ich wurde ziemlich böse angerempelt und anschließend noch fast umgestoßen. Der Hund meinte zu Recht, dass ich in Gefahr bin. ;o)

Es reichte immer aus die Zähne zu fletschen, das Fell zu stellen und bitterböse zu knurren. So ein Boxerchen flößt doch Respekt ein!

(®ohnesorg)
~~~WAS ER BRAUCHT~~~
Wer sich ein Tier zulegt, wird auch Zubehör benötigen. Das gilt natürlich auch für einen Boxer. Doch was für einen Boxer an Zubehör benötigt wird, benötigt man ebenso für jede andere Rasse auch.
Da wären zunächst Futter- und Wassernapf. Es gibt kostengünstigere Schüsseln aus Hartplastik. Diese sind jedoch nicht zu empfehlen, da sich in den Kratzern, die früher oder später auftauchen, Bakterien bilden, die selbst beim - üblicherweise oberflächlichen - Säubern nicht wirklich entfernt werden.
Eher zu empfehlen sind Edelstahlnäpfe. Sie sind sauber und wesentlich einfacher zu reinigen, was die Tatsache mit sich zieht, dass sie appetitlicher aussehen.

Hundekorb.... haben wir nie benötigt. Zum schlafen hatte unser Boris einen ausrangierten Sessel aus Stoff. Tagsüber hatte er eine Decke, die er bei bedarf sogar mitgenommen hat um sich woanders draufzulegen.
Einen alten Sessel hat nicht jeder... nicht schlimm! Eine Decke sollte er aber in jedem Fall haben. Im Winter legt er sich drauf, im Sommer benutzt er sie - zusammengeknäult - als Kopfkissen.

Leckereien... Ein Hund ist - wie alle Tiere - zumeist bestechlich mit kleinen Leckereien. Diese Leckereien sollten jedoch nur verwendet werden, wenn der Hund neue Sachen lernt oder etwas ganz besonders toll gemacht hat. Ansonsten würde er für jeden Leckerbissen bestechlich werden und diese auch von fremden Personen nehmen.

Als Spielzeug empfiehlt sich zum Beispiel eine alte Hundeleine, die für ihren eigentlichen Zweck nicht mehr geeignet ist, oder auch ein Seil, altes Bettlaken oder ähnliches, langes und flexibles Material. Hunde spielen gerne Tauziehen mit allen möglichen Dingen. Sie trainieren so ihre Beiß- und Zugkraft. Dies ist wohl ein uralter Reflex, der von dem Kampf ums Fressen herkommt.
Ebenfalls vorhanden sein sollte ein Fußball und ein paar Tennisbälle. Bälle springen nämlich, wenn sie nach dem Werfen aufkommen. So wird die Reaktion des Tieres trainiert und er wird sicherer, wenn es darum geht irgendetwas hinterher zu springen.
Wesentlich kleiner als Tennisbälle es sind, sollte das Spielzeug nicht sein.
(®ohnesorg)Eine Frisbee eignet sich ebenfalls genial als Spielzeug. Der Boxer wird wie ein wahnsinniger hinterherlaufen und - sofern er schnell genug ist - versuchen die Scheibe zu fangen.
Kauknochen und Schweinsohren sind Dinge, die eher der Gesundheit dienen, als zum Spielen. Dennoch. Auch hiermit spielen die Boxer gerne. Ganz besonders, wenn es Tauziehen ist. Aber Vorsicht!!! Der Hund wird immer wieder nachschnappen um den Knochen besser fassen zu können. Also muss hier extrem gut auf die Finger geachtet werden. Sind die Finger einmal zwischen den Zähnen gelandet, ist es kein Grund böse zu dem Boxer zu sein. Er kann nichts dafür, dass er den Knochen anders fassen wollte und Herrchen / Frauchen die Hand dazwischen hatte.
Boxer als Spielzeug für einen Boxer eignet sich ebenfalls sehr gut. Niemand versteht einen Boxer besser, als ein Hund seiner Rasse!

Im Auto empfiehlt es sich vor der Mitnahme des Hundes eine Decke auszulegen, auf der das Tier später Platz nehmen wird. Boxer verlieren das ganze Jahr über Haare. Da sie so kurz sind, weben sie sich wunderbar in den Stoffbezug der Rückbank ein. Einfach aussaugen wird also nicht funktionieren.
Der freie Raum zwischen Vorder- und Rücksitzen sollte mit einem Netz getrennt werden. Im Falle eines Unfalls wird ansonsten der Hund nach vorn geschleudert und kann somit selbst zu Schaden kommen und auch zusätzlichen Schaden anrichten.
Den Hund anzuleinen empfehle ich nicht wirklich. Wenigstens auf der Rückbank soll er sich auch mal anders setzen, legen oder gar stellen können.
Ist der zukünftige stolze Besitzer des Boxers in der glücklichen Lage einen Kombi zu fahren, so gibt es (®ohnesorg) auch Netze, die den Kofferraumbereich von der Fahrgastzelle trennen. Den Kombi halte ich jedoch für die bessere Alternative, da sich hier der Hund etwas freier bewegen kann.

Das Halsband ist eines der wichtigsten Zubehörteile.
Lederhalsbänder kann ich nicht empfehlen. Sie werden speckig und unschön. Außerdem besteht die Gefahr, dass sich der Verschluss öffnet, weil er mit unzureichender Qualität hergestellt wurde. Ich empfehle ein Kettenhalsband. Dreireihige Halsbänder haben eine breitere Auflagefläche am Hals und schmerzen somit weniger, wenn Herrchen an der Leine reißt, was er aber niemals machen sollte.
Bei einem Kettenhalsband besteht die Möglichkeit es so zu verwenden, dass es sich leicht (!!!) zuzieht, oder aber auch im größtmöglichen Umfang um den Hals liegt. Beim Spaziergang sollte man es leicht zuziehen lassen, damit der Boxer nicht mit dem Kopf aus dem Halsband schlüpft. Es muss aber auch im zugezogenen Zustand noch genügend Freiraum zwischen Kette und Hals bleiben, dass der Hund nicht unnötig gewürgt wird.

Die Leine ist ebenso wichtig, wie das Halsband.
Die erhältlichen Stoffleinen kann ich absolut nicht empfehlen. Wird die Stoffleine feucht, lässt sich der Hund nur noch schwer halten. Lederleinen sind da schon besser. Mit ihren verschiedenen Ösen für den Karabinerhaken, kann die Leine sowohl "kurz", als auch "lang" gehalten werden. Eine Handschlaufe wird durch das Einhaken des hinteren Leinenendes automatisch gebildet.
Dann gibt es noch diese automatischen Hundeleinen. Mit "Rückholautomatik" und einer Länge von 25 Metern.
Erstens sind die Leinen in meinen Augen viel zu dünn und zweitens ist die "Rückholautomatik" vollends für die Füße, wenn ich mir die Größe und Masse des Boxers anschaue.

Futterempfehlungen kann ich keine geben! Nicht, weil mir dazu nichts einfällt, sondern vielmehr, weil mir dazu etwas einfällt. Jeder Hund ist - auch mit der Intention "gleiche Rasse" - anders. Der eine Hund verträgt kein Trockenfutter, der andere verträgt kein Müslifutter und der dritte verträgt kein Dosenfutter. Dann gibt es Hund, die Diät halten müssen wegen Magenproblemen und, und, und!
Beim Futter sollte der Vorbesitzer gefragt werden, ob es irgendetwas an Futter gibt, was der Hund nicht verträgt oder gar besonders mag. Kann der Vorbesitzer (evtl. Tierheim) (®ohnesorg) keine Auskunft geben, was der Hund besonders mag, bleibt dem glücklichen Besitzer nichts anderes übrig als zu probieren. Der Boxer wird schon sehr genau zeigen, was er mag und was er nicht mag. ;o)
Ich schrieb in meinem Bericht hier, dass unser Boris einmal die Woche einen Fastentag eingelegt hat.
Es ist definitiv nicht davon auszugehen, dass JEDER Boxer einen Fastentag einlegt.
Boxer gehören zu den "schlanken" Rassen. Es ist nicht verwunderlich, wenn man die Rippen leicht spürt oder gar etwas sieht. Der Hund ist weder abgemagert noch ausgehungert. Boxer, die eine Kugel vor sich her schieben, sind in der Regel überfettet und werden auch dementsprechend nicht alt.
Das Alter der Boxer wird im allgemeinen mit 8 bis 9 Jahre benannt. Unser Boxer wurde 12. Während der Tierarzt beim Impfen immer wieder sagte, dass der Boris super aussieht und er sehr alt werden wird, behaupteten viele Passanten, wir würden unseren Hund verhungern lassen... wie denn? Er hat doch freiwillig einmal pro Woche gefastet!?

Maulkörbe sind inzwischen Pflicht für alle Hunde, die nicht in einer Transportbox mitgenommen werden und von der Deutschen Bahn transportiert werden sollen. Inklusive Herrchen und Frauchen versteht sich. Ich bin nicht grundsätzlich gegen Maulkörbe. Auch wir hatten einen für Boris. Doch wer nicht unbedingt einen benötigt, sollte auch keinen anlegen. Für den Boxer ist es nicht qualvoll, aber unangenehm. Wer aber viel mit der Deutschen Bahn fährt, wird unbedingt einen brauchen.

~~~F A Z I T~~~
Jeder einzelne (®ohnesorg) Hund ist ein eigenständiges Individuum. Es lässt sich nicht verallgemeinern, ob der Boxer für einen zukünftigen Hundehalter geeignet ist. Fakt jedenfalls ist, dass der Boxer ein Hund für Liebhaber ist. Er ist meiner Meinung nach nur bedingt als Schutz- und Wachhund geeignet, da er etwas zu friedlich ist. Er begrüßt lieber "Gäste" schwanzwedelnd, als sie zu verbellen.

Im Allgemeinen wird gesagt, dass der Boxer ein Familienhund ist. Dem kann ich nur zustimmen. Er braucht die Nähe zum Menschen. Ein reiner Wohnungshund ist er jedoch nicht. Ein Garten gehört zum Pflichtprogramm, da er sehr gerne beobachtet und auch Auslauf benötigt.

Da der Boxer in der Regel sehr verspielt ist, sollte man sich auch zwischendurch die Zeit nehmen und mit ihm spielen. Drei mal am Tag mit ihm eine große Runde Gassi gehen sollte zum Pflichtprogramm werden.

Eine Antiautoritäre Erziehung ist bei keinem Hund angebracht. Der Boxer aber benötigt eine etwas festere Hand. Man darf ihm nichts durchgehen lassen, da er ansonsten seine Freiheiten weiter ausbaut. Er fühlt sich in der untergeordneten Rolle im "Rudel" durchaus wohl, versucht aber dennoch hin und wieder die Oberhand zu gewinnen. Zu beachten ist, dass der Hund beim spazieren gehen von Personen geführt wird, denen der Hund a) vertraut und b) die seiner Herr sind. Kinder sind dafür nur bedingt geeignet, da sie ihn mitunter nicht richtig halten können und der Hund mit ihnen spazieren geht, statt umgekehrt.

Er lässt sich auch wunderbar am Fahrrad führen. Es macht ihm auch nichts aus, das Fahrrad über kurze Distanzen vollständig alleine zu ziehen. Hierfür ist allerdings ein Hundegeschirr angebracht, da das Halsband ansonsten die Atmung behindert und den Hund dadurch schwächt.

~~~ABSCHLUSS~~~
Ich spare mir nun meine eigene Meinung über die Rasse der Boxer. Wer diesen Bericht aufmerksam gelesen hat, wird bereits festgestellt haben, dass ich diese Rasse einfach nur liebe. Wie die meisten anderen Rassen auch ist der Boxer ein Fan-Tier. Sein Aussehen ist nicht jedermanns Geschmack und wird auch manchmal als "hässlich" bezeichnet. Zur Zeit haben meine Freundin und ich einen Rottweiler. Dennoch bevorzuge ich Boxer! ;o)

11/07/2002 ® Ohnesorg für Ciao!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Bianca24

Bianca24

07.02.2009 08:03

Herrlich geschrieben! Ich liebe auch Boxer! Einmal Boxer, immer Boxer!

Porcupine

Porcupine

03.04.2004 09:47

Dieser Bericht ist so informativ, darüber hinaus auch noch mit so viel Zuneigung geschrieben, dass ich nur ein "besonders hilfreich" geben kann. @Leinen: Ich halte - unabhängig von der Größe des Tieres - nichts von diesen "Rückholleinen", da ich durch diesen "Kunststoffkasten", den ich in der Hand halte, keinen wirklichen "Kontakt" zum Hund an der Leine habe. So zumindest meine Erfahrung und Meinung. Ich habe immer solide Lederleinen bevorzugt. :-) Danke für den schönen Beitrag! :-) Viele Grüße, Almut

CottonCandy

CottonCandy

25.03.2003 23:48

Ein echt schöner Bericht. Da ändere ich vielleicht sogar nochmal meine Vorstellung von einem Traumhund :-) Gruß, Jule

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