Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Absolut friedlich, pflegeleicht, faszinierend und sauber |
| Kontra: |
gibt´s das? |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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dachte ich mir , als ich nach meiner Selbsttherapie gegen meine Arachnephorbie im Zoohandel stand und mir die verschiedensten Vogelspinnen anschaute um eine davon zu kaufen. Reingefallen bin ich schon mal – und zwar als ich zwei angriffslustige Baumvogelspinnen aus Afrika und Thailand kaufte um sie schließlich wegzugeben weil ich alle Nasenlang wegen Bissen Krank war. Vor einiger Zeit fand ich dan eine passende Spinne für mich, und zwar eine Brachypelma sabulosum – oder auch Schwarze Guatemalavogelspinne genannt.
Warum gerade eine Brachypelmaart?
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Ganz einfach – diese Gattung Spinnen ist absolut friedlich und zählt zu den Bombardierspinnen. Bombardieren heißt, das sie, wenn sie sich bedroht fühlt, ihre Brennhaare, die auf ihrem Hinterleib sitzen dem Gegner entgegenwerfen – und das führt zu Ausschlägen die Jucken und brennen. Allerdings sind Brachypelmas eher wegrenner, die weglaufen, wenn sie gestört werden – sie bombardieren nur im äußerstem Notfall. Mich hat meine Brachypelma sabulosum noch nie angegriffen oder bedroht – im Gegenteil, sie lässt sich sogar ganz vorsichtig in die Hand nehmen. Brachypelmaarten kommen aus Mexico und anderen Süd – Amerikanischen Ländern. Sie zählen zu den Boden – und Höhlenbewohnern, die sich ihre Behausungen selbst graben, oder zwischen Steinen hausen. Die bekannteste Art ist die Brachypelma Smithy – sie hat rot – weiße und schwarze Streifen auf den Beinen und kommt in den meisten Horrorfilmen vor (warum nur? Sie ist doch eine Schönheit).
Wie ist das Verhalten der Brachypelma sabulosum und wie behandelt man sie?
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Diese Spinne ist wie alle Brachypelma Arten sehr friedlich und ruhig. Bewegung wird man tagsüber von ihr kaum sehen, da sie in ihrer Behausung liegt und nur die Beine zeigt. Manchmal kommt sie in typischer Spinnenmanier heraus und schaut sich gemütlich ihr Terrarium an und verschwindet dann wieder. Wenn es dann langsam dunkel wird, dann wird sie aktiv und baut an ihrer Behausung herum ( bei mir hat sie den Ausgang ihrer Behausung mit Torf so dicht gemacht, das sie eben so gerade durchpasst). Sie buddelt auch gerne mal die Pflanzen im Terrarium um und stellt sie an einem anderen Platz.. Possierlich sieht es aus, wenn sie dann mal Beute gemacht hat, dann hat sie das Heimchen oder die Grille in den Fängen und legt einen Tanz auf das Parkett. Sie dreht sich wippend im kreis und bastelt sich ein Einkaufsnetz wie wir Menschen, die im Supermarkt nach den Tüten greifen (nur wir tanzen nicht so schön dabei), dann wird das Futtertier eingepackt und in die Höhle geschleppt.
Gut – eine Spinne ist nicht gerade ein Schmusetier, und deshalb sollte man sie nicht auf die Hand nehmen und damit herumhantieren, denn das bedeutet Stress für das Tier. Eine Spinne ist allerdings ein wirklich faszinierendes Tier, wo das beobachten und studieren auch Spass macht (Fische lassen sich ja auch nicht in die Hand nehmen und streicheln). Die Brachypelma sabulosum ist ein Nachtaktives und sehr umgängliches Tier, und jedem Spinnenanfänger zu empfehlen, weil sie sehr leicht zu halten ist und wegen der ruhigen Art auch mal anzufassen ist.
Haltungsbedingungen
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Gut – viel Lektüre gibt es noch nicht über diese Spinne, weil sie hier in Deutschland sehr selten gehalten wird und deshalb findet man auch auf Spinnenseiten im Web kaum etwas über sie (außer vielleicht auf US – Seiten, oder Seiten aus Guatemala). Nur auf einer Webseite gibt es ein wenig über diese Spinne zu lesen. Über diese Spinne ist wie gesagt nur wenig zu erfahren – wer weis warum, darum möchte ich aus eigenen Erfahrungen sprechen.
Die Brachypelma sabulosum ist eine bodenlebende Vogelspinne die 7 cm und größer werden kann. Farblich ist sie schwarz wie die Nacht mit wenigen roten Haaren am Körper. Damit es ihr nicht friert, sollte in der Nacht eine Temperatur von 20 Grad und am Tag eine Temperatur bis 28 Grad herrschen. Ich bescheine das Terrarium mit einer 60 Watt Tageslichtlampe für Reptilien. Wenn die Temperatur erreicht ist, vergrößere ich halt den Abstand von Terrarium und Lampe, so dass die Temperatur konstant bleibt. Einfacher geht das zwar mit Heitzkabeln und einem Temperaturregler, aber das ist wieder teuer. Damit die Spinne nicht verdurstet, muss immer ein Schälchen Wasser im Terrarium sein, dass alle zwei Tage gesäubert werden sollte. Die Spinne liebt und braucht eine Luftfeuchtigkeit von etwa 80 % damit sie nicht vertrocknet. Das erreicht man, wenn man die 10 cm dicke Torfschicht (ungedüngt !!!!!) feucht hält. Bitte macht den Torf nicht nass, sondern nur feucht, denn zuviel Feuchtigkeit verträgt die Spinne nicht. Da die Spinne hauptsächlich nachtaktiv ist, kauft man ihr am besten einen großen, ausgehöhlten Stein, der eigentlich für Geckos oder andere Reptilien gedacht ist. Dort kann sie sich verstecken und hat trotzdem das Terrarium im Blickfeld. Normalerweise buddelt sie sich dann die Höhle noch ein wenig tiefer und stopft sich den Eingang nach ihrem Ermessen selbst zu. Einmal in der Woche bekommt meine Spinne 4 mittelgroße Heimchen, Heuschrecken oder Grillen (sie ist noch nicht voll ausgewachsen), das reicht dann für die ganze Woche. Einmal am Tag muss man schauen, ob die Spinne gesund ist und ob Speisereste herumliegen. Alle zwei bis drei Tage schaut man nach, ob sie irgendwo ihr Geschäft gemacht hat – das muss auch raus. Einmal die Woche putzt man die Scheiben des Terrariums mit warmen Wasser ab (ohne Seife o.ä.) und als letztes reinigt man das Terrarium einmal im Jahr komplett mit allem (Spinne vorher mit einer Heimchendose herausnehmen). Bei der jährlichen Grundreinigung weicht man das Terrarium mit heißem Wasser ein und schrubbt kräftig alles aus. Dann erneuert man den Torf und setzt die Pflanzen und die Höhle wieder ein – und gut is.
Und wohin mit dem Tier im Urlaub?
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Naja – entweder zu Bekannten die keine Angst vor Spinnen haben und mit ihnen umgehen können oder halt selbst versorgen. Eine Spinne kann man ruhig mal 2 Wochen alleine lassen, wenn man folgendes beachtet. Es muss genügend Wasser da sein (am besten gleich 2 Schälchen davon ins Terrarium geben), der Torf muss kräftig feucht sein (er darf auf keinem Fall austrocknen), die Wärme muss beibehalten werden (mit Zeitschaltuhr ist das Problemlos möglich) und die Spinne muss noch mal etwas kräftiger gefüttert werden. Saubermachen muss man dann eben halt gleich wenn man wieder daheim ist.
Fazit
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Gerade die Brachypelma sabulosum ist eine sehr friedvolle und umgängliche Spinne, die wenig Anforderungen stellt. Sie ist sehr pflegeleicht zu handhaben und es macht freude sie anzusehen. Sie kommt gerne aus ihrem Bau heraus, wenn die Tageslampe ausgeht und sie sich zeigen möchte (eigentlich immer), selten sieht man sie mal in der Sonne liegen. Ich schaue ihr oft zu, wenn sie herumkreucht und warte immer auf sie, wenn die Tageslichtlampe ausgegangen ist. Das Licht meiner Neonlampe an der Zimmerdecke stört sie schon gar nicht mehr. Leute – ich bin durch diese Spinne zu einem wahren Spinnenfreund geworden und werde mir, wenn es geht noch ein paar zulegen (wenn ich mehr Erfahrung habe), dann auch mal die etwas angriffslustigeren. Ich bin zu der Überzeugung gekommen, das Spinnen gar nicht Bah und ekelig sind, sondern das wir Menschen diese Vorurteile eher verdient hätten. Eine Spinne ist nicht niederträchtig und falsch. Schönheit ist auch relativ – aber eine Spinne muss ja auch nicht schön sein um ihren Zweck in der Natur zu erfüllen, oder? Nur billig ist die Brachypelma sabulosum im adulten (Geschlechtsreifen) Zustand nicht gerade. 50 Euro habe ich im Zoohandel für eine adulte (geschlechtsreife) Spinne hingelegt, (hat sich aber gelohnt). Aber am besten schaut euch doch mal auf einer Spinnenmesse um, dort bekommt man sie vielleicht billiger und man kann sich so manch wichtigen Rat beim Züchter holen. Also ich halte die Brachypelma sabulosum für eine wirklich sehr gute Anfängerspinne, die Aufmerksamkeit verdient hat