Brandenburg Klinik, Bernau

Brandenburg Klinik, Bernau

Gesamtbewertung Brandenburg Klinik, Bernau 6 Erfahrungsberichte lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

Hallo an alle Leserinnen und Leser, mein heutiger Erfahrungsbericht wird von der "Brandenburg Klinik" handeln, in der ich bis vor kurzem nach einem Oberschenkelhalsbruch drei Wochen lang "residieren" durfte... Zunächst vorweg: Dies war nicht meine erste Rehabilitationskur; bereits im Sommer ... Bericht lesen





Bitte warten ....
Dieses Produkt bewerten:  
 
Diese Funktion ist nur für eingeloggte Mitglieder verfügbar.
 


   
DARKY IM REHA-WALD BRANDENBURG!
Erfahrungsbericht von Darkhound über Brandenburg Klinik, Bernau
16.03.2008


Produktbewertung des Autors:   


Pro: Gute Therapien, angenehmes Klima mit Ärzten/Schwestern, tolles Essen
Kontra: Freizeitaktivitäten leider kaum vorhanden

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Hallo an alle Leserinnen und Leser,
mein heutiger Erfahrungsbericht wird von der "Brandenburg Klinik" handeln, in der ich bis vor kurzem nach einem Oberschenkelhalsbruch drei Wochen lang "residieren" durfte...
Zunächst vorweg: Dies war nicht meine erste Rehabilitationskur; bereits im Sommer 2007 durfte ich aufgrund einer vorangegangenen Fraktur eine andere (Tages)Klinik von innen begutachten; daher werden an einigen Stellen eventuell Vergleiche zwischen der ambulanten und der stationären Reha auftauchen.
Das sollte euch aber nicht davon abschrecken, meinen Bericht zu lesen *g*; ich wollte es nur kurz anmerken.

Darky geht von Berlin nach Brandenburg... warum und wie?
Im Januar hatte es mich mal wieder dahingerafft. Ich stürzte im Halbschlaf eines Nachts über die kleine Badezimmerschwelle und fand mich anschließend mit starken Schmerzen in der Hüftgegend auf dem Boden liegend wieder. Die Diagnose war erschütternd: Ein Oberschenkelhalsbruch! Dem nicht genug, war es trotz meines noch recht jungen Alters sogar schon mein zweiter.
Im KEH (Königin Elisabeth Herzberge-Krankenhaus, Berlin-Lichtenberg) wurde mir daraufhin ein künstliches Hüftgelenk eingesetzt und nun sollte ich anfangen, wieder ein wenig laufen zu lernen.
Das habe ich zwar auch schon während meines knapp dreiwöchigen Krankenhausaufenthalts getan, allerdings war eine Rehabilitationskur unumgänglich, damit ich mich vollends an das Stückchen Metall in meinem Oberschenkel gewöhne, damit lerne zu leben und wieder halbwegs "brauchbar-gesund" werde.
Sicher könnt ihr euch kaum vorstellen, wie schwierig es anfangs mit einer Endoprothese sein kann... das legt sich zwar wieder, aber das Laufen beginnt man nach einer solchen Operation quasi wieder bei Null. Also gab es im Anschluss an das Krankenhaus eine dreiwöchige, so genannte "Anschlussheilbehandlung" in einer Reha-Klinik. Ewig weit weg von meinem Freund sein wollte ich nun gewiss nicht, doch der Sozialdienst des KEH schlug mir dann vor, die Brandenburg-Klinik in Bernau (in der Nähe von Berlin) aufzusuchen.
Gesagt, getan... die Reha musste eben sein. Die Formalitäten zwecks Unterbringung und Aufenthaltsdauer wurden mir schon vom Sozialdienst abgenommen; der Rententräger und die Krankenkasse gaben sofort ihr Okay - also musste ich nur noch den Brief der Rehaklinik mit der Anreise bestätigen; alles verlief reibungslos und unkompliziert entweder per Brief oder per Telefon.

Zwischenzeitlich (also kurz vor dem Reha-Antritt) wurde mir noch nettes Informationsmaterial zugeschickt und ich konnte mir anhand dessen schon vorab einen Einblick in das dortige Klinikleben verschaffen. Das könnt ihr natürlich auch: www.brandenburgklinik.de.

Die Anreise und das "Vorgeplänkel":
Einen Tag vor der Abreise, die ich über den klinikeigenen (kostenlosen!) Transportdienst habe laufen lassen, erfolgte ein kurzer Rückruf zwecks Abholzeit. Zwei Stunden vorher hat sich der Patient zu Hause mit gepackten Sachen bereit zu halten - aber das war vor lauter Aufregung meinerseits kein Thema. "Fliehen" auf meinen Krücken wäre in meinem Zustand eh recht sinnlos gewesen *g*.
Der Fahrdienst war extrem pünktlich und sammelte mich also um 11:00 Uhr mittags von zu Hause aus ein. Eine Stunde später (wir hatten noch andere Patienten abzuholen) stand ich schon in meinem neuen Zuhause für die nächsten drei Wochen.

Wer sich für eine Anreise ohne den Sammeltransport entscheidet, teilt der Klinik einfach vorab mit, wie er/sie denn nun gedenkt, nach Bernau zu gelangen (z.B. mit öffentlichen Verkehrsmitteln, mit eigenem PKW etc.); dann bekommt der Patient die Fahrkosten erstattet.

Die Lage:
Die Brandenburg Klinik liegt in Bernau-Waldsiedlung; etwa 30 km nordöstlich von Berlin und acht Kilometer von der nächst "größeren" Einkaufsmöglichkeit Bernau oder dem Örtchen Wandlitz entfernt.
Von Berlin aus benötigt man das BVG-Ticket für die Zonen ABC. Ansonsten gibt es zwecks Anreise oder Ausflüge leider nur zwei selten frequentierende Buslinien, die 894 bzw. 902. So ist diese Gegend für Naturfreunde dank der guten Luft, der riesigen Waldlandschaft und den nahe gelegenen Seen (Wandlitz- und Liepnitzsee) zwar ideal; Freizeitangebote und Ausflugsziele für z.B. jung gebliebene "Großstädter" wie mich werden in der Umgegend demnach jedoch klein geschrieben.

Weiter im Text; denn irgendwie kommt man schon in die Bernauer Waldsiedlung; sei es nun per Auto, Bus oder dem Sammeltransport. Nachdem die Sachen dann von dem Fahrdienst auf das Einzelzimmer gebracht worden sind, meldet man sich im Schwesternzimmer, wo dann zunächst alle Personalien abgeklärt werden, man einen vorläufigen Therapieplan bekommt und zu den Ärzten zwecks Frischfleischbeschauung geschickt wird. Dieses "Vorgeplänkel" wie Untersuchungen, eine Hausführung etc. zieht sich über die ersten beiden Tage hinweg; dann erst wird von dem behandelnden Arzt ein richtiger Therapieplan erstellt. Es bleibt also genug Zeit, sich in der Zwischenzeit

Die Brandenburg Klinik Bernau:
ein wenig näher anzusehen und alles auf dem rund 200 ha großen, bewaldeten Gelände so gut eben möglich auf eigene Faust zu erkunden.
Auch wenn die Brandenburg Klinik extrem weit ab vom Schuss liegt und die Patienten vermuten lässt, sie wären hier fernab jeder Zivilisation *g*, so wird bei Interesse immerhin eine Art Geschichtsstunde live nahegebracht: Auf diesem Areal residierte bis zum Jahre 1990 Erich Honecker und seine Mitschergen. Einige der alten Gebäude stehen noch heute an Ort und Stelle und können besichtigt werden; andere wurden umgebaut oder erst später errichtet und mit medizinischer Ausstattung versehen. Heute ist es nicht "die" Brandenburgklinik, sondern ein Areal aus insgesamt sechs Kliniken (verschiedene "Häuser"), die sich um die Rehabilitation in den Bereichen Orthopädie, Kardiologie, Neurologie und Psychosomatik kümmern.
Mich selber hat es ins "Haus 1", dem vierstöckigen Haus Brandenburg, verschlagen; daher kann ich auch nur Auskunft über diese Klinik geben, da ich keine speziellen Therapien in anderen Häusern hatte.

Die Zimmer:
Laut Webseite sagt die Klinikleitung, dass die Brandenburg Klinik zwar eigentlich eine Reha-Klinik ist, aber dennoch mehr "Hotelcharakter" vorweisen würde. Dem kann ich zwar nicht uneingeschränkt zustimmen, aber an ein steril weißes Krankenhaus mit dem typischen "Krankheitscharme" erinnerte mich mein Zimmer ebenfalls nicht:
Jeder Patient bekommt im Regelfall ein ca. 20 m² großes Einzelzimmer (anreisende Paare bekommen natürlich ein Doppelzimmer), welches unterteilt ist in einen Wohnbereich und ein Badezimmer. Im Wohnbereich liegt dunkler Teppichboden aus (zumindest auf den orthopädischen Stationen); ferner herrscht dank der pastellfarbig gestrichenen Wände und den Bildern keine Krankenhausatmosphäre. Möbliert ist jedes Zimmer mit einem höhenverstellbaren Bett mit Notklingel, einem Kleiderschrank, einem Schreibtisch mit Beistellkommode, zwei Stühlen, einer Schreibtisch- und einer Stehlampe, sowie mit Telefon und einem LCD-Fernseher.
Das Bad ist gefliesst und behindertengerecht, bietet großflächig Plätz für die Toilette (mit Metallstützen an den Wänden), die Dusche mit angebrachtem Duschstuhl und einem Waschbecken mit Wandhalterungen zum Aufhängen der Handtücher etc.

Da das Mitbringen von netzbetriebenen Elektrogeräten wie z.B. Kaffeemaschinen, Wasserkocher etc. ohnehin untersagt ist, gibt's in dem ansonsten zwar schlicht, aber zweckmäßig eingerichteten Zimmer jedoch einen entscheidenden Nachteil: Man findet so gut wie nirgends eine Steckdose!
In meinem Zimmer gab es davon nur gerade mal zwei Stück: Eine im Badezimmer wahrscheinlich für den Fön oder den Rasierer gedachte, sowie eine weitere an der langen Schrankwand.
Eine Verlängerungs-Steckdose mit mehreren Anschlüssen sollte man also dabei haben, wenn man z.B. Geräte wie seine Digitalkamera, den Discman, das Handy (na ja, eigentlich ja auch verboten innerhalb der Gebäude^^) oder einen Laptop mitbringt.

Die Verpflegung:
Hier dürfte sich normalerweise wirklich niemand beschweren, denn ausreichend und wohlschmeckend ist das Essen eigentlich immer. Absolut kein Vergleich zum üblichen "Krankenhaus-Fraß":
Morgens und abends gibt es ein umfangreiches Buffet mit vielen Brot- und Brötchensorten (morgens dann noch Cerealien wie Müsli oder Cornflakes), Marmelade en masse, mindestens drei verschiedene Wurst und Käsesorten, dazu manchmal noch verschiedene Salate, Quark, Obst und Gemüse. Ganz ehrlich: So viele Köstlichkeiten hat man im Regelfall selber nicht daheim!
An Getränken stehen Wasser, Kaffee, Säfte, Milch und verschiedene Teesorten bereit; ferner gibt es auf jeder Etage auch zwischen den Öffnungszeiten des Speisesaals Wasserspender für heißes und kaltes Wasser. Wer nun gar nicht auf seine geliebte Cola und dergleichen verzichten kann, für den gibt es im Keller einen Kaltgetränkeautomaten (1 € pro 0,5 l Glasflasche) und einen Kaffeeautomaten (ebenfalls 1 € pro Becher) im Foyer.

Das Mittagessen ist der pure Wahnsinn: Gewählt werden kann aus fünf "Hauptgerichten", die sich in Vollkost, Reduktionskost und vegetarischer Kost gliedern. Also wer da nichts passendes findet, ist echt selber schuld! Zu jedem Mittagsmenü gibt es eine Vorsuppe, Salat und Nachtisch - das hat wirklich Hotelcharakter. Ich kenne auch niemanden, der sich über das Essen beschwert oder an Gewicht abgenommen hätte; eher das Gegenteil ist der Fall... *lol*.
Es ist natürlich auch eine ganz andere Atmosphäre als daheim, wenn man in geselliger Runde am Tisch sitzt und sich nach Herzenslust am üppigen Buffet austoben darf *g*. Wer dies z.B. aufgrund eines Rollstuhls oder Krücken nicht alleine kann, dem hilft das sehr freundliche Personal und kommt praktisch im Sekundentakt mit Servierwagen vorbeigehuscht.
Mitunter war es mir (mit Krücken versehen) zwar fast schon peinlich, wie oft ich die Servicekräfte durch den Speisesaal gejagt habe, um mir "das-und-das-und-das" zu holen; aber diese Scham habe ich genauso schnell wie die anderen Patienten abgelegt ;o).

Die Essenszeiten im Überblick:
Frühstückszeit von 06:45 Uhr bis 09:00 Uhr, Mittagessen von 11:30 Uhr bis 13:00 Uhr und Abendessen gibt es von 17:30 Uhr bis 19:00 Uhr. Auf einen Nachmittagskaffee wie es bei mir im Krankenhaus üblich war, wird in der Brandenburg Rehaklinik leider verzichtet.
Dafür jedoch gibt es das (ziemlich teure) Kur-Café im Keller des Gebäudes, oder man besorgt sich ein Stück abgepackten Kuchen in der einzigen, winzigen Einkaufsmöglichkeit auf dem Gelände.

Untersuchungen & Therapien:
Hier kann ich wieder nur von meinen persönlichen Untersuchungen und Therapien sprechen, denn jedes Krankheitsbild ist schließlich anders.
Die Untersuchungen gliedern sich auf in: Aufnahmeuntersuchung, Oberarzt- oder Chefarztuntersuchung, Zwischenuntersuchung, Abschluss-Vorbereitungsuntersuchung und Abschlussuntersuchung. Patienten der Neurologie haben zwischendrin dann noch Arztvisiten; ich als Patient der Orthopädie hatte dies jedoch nicht.
Die ersten beiden Untersuchungen sind verdammt gründlich; so werden z.B. sämtliche Arztbriefe und Entlassungsunterlagen aus dem Krankenhaus noch mal von links nach rechts und von oben nach unten durchgekaut, damit jeder sein spezielles Therapieprogramm erhält. Diese Untersuchungen dauerten bei mir in etwa eine Stunde; die nachfolgenden Untersuchungen beschränkten sich auf kurze Nachfragen, wie's um das Befinden des Patienten steht.
Ich habe mich zwar anfangs gewundert, dass die Folgeuntersuchungen so kurz abgehandelt werden, aber wenn ich ehrlich bin, reicht das ja auch vollkommen aus. Der Patient merkt sicher selber, welche Therapien ihm gut bzw. weniger gut bekommen. Sollte dies der Fall sein und man Schmerzen verspüren, so wendet man sich einfach an seinen behandelnden Arzt und bittet zwischendrin um eine Audienz ;o).

Die Therapien sind vielfältig, wobei ich in meinem Fall keinesfalls alle Behandlungen in meinem Programm hatte.
Bei mir begnügte man sich aufgrund meines Oberschenkelhalsbruchs mit MTT ("Medizinische Trainingstherapie", Sport im Fitnesscenter), Motomed (wie ein Trainingsfahrrad, nur auf dem Stuhl), Krankengymnastik für die Hüfte, Wassergymnastik für Hüftgeschädigte, einer "Gehschule" , Einzelgymnastik und Wärmepackungen gegen meine Rückenschmerzen. All dies stets im Wechsel, tagsüber von 07:30 Uhr bis 16:00 Uhr.

Zwischen den Anwendungen gibt's natürlich auch halbstündliche Pausen, damit sich die Gelenke und die Muskeln ein wenig ausruhen können oder man mal etwas Zeit für die Nahrungsaufnahme (oder den Zigarettenkonsum? *g*) findet. Manch einer hatte zwischenzeitlich noch Beratungsgespräche z.B. mit der Sozialberaterin oder Seminare (ähnlich dem Biologieunterricht in der Schule), um mit ihrer Krankheit besser umgehen zu lernen; bei mir war dies jedoch nicht vorgesehen - und ich hab's auch nicht vermisst *g*.

Die Behandlungen dauern im Regelfall immer 30 Minuten. Auf dem Therapieplan, der wöchentlich im Briefkasten des Patienten liegt, steht bei Bedarf dann immer noch dabei, was mitzubringen ist, z.B. Sportbekleidung, Badezeug oder "witterungsangepasste Kleidung" für die draußen stattfindende Gehschule. Die meisten Therapien kann man jedoch locker mit einem Handtuch versehen nur im Trainingsanzug und Turnschuhen bestreiten.
"Gebracht" hat mir vor allem das Fitness-Training MTT und die Gruppentherapie für die Hüfte etwas: Durch das MTT habe ich entdeckt, dass ich ja doch noch so zweieinhalb Muskeln habe *g* und die Hüftgruppe bzw. die Krankengymnastik sorgte für mehr Beweglichkeit (aber auch Schmerzen hinterher^^). Die Gehschule empfand ich persönlich nur als Beschäftigungstherapie, denn dort wurde eigentlich nur Wert darauf gelegt, dass man mit seinen Krücken in 30 Minuten möglichst oft und schnell um den künstlich angelegten Teich (Umfang: 270 m) marschiert.
Mit meinen Gehhilfen konnte ich jedoch (wie die anderen Patienten ja auch) schon vorher halbwegs gut umgehen... daher empfand ich die Sache als unnötig. Aber sagen wir es so: Ich hatte durchschnittlich meist zwar nur 3-4 Therapien am Tag, war am Abend bzw. gegen Spätnachmittag aber körperlich fast am Ende. Da hätte man fast schon davon ausgehen können, dass man zu geschafft ist, um an so etwas "Unwichtiges" wie

Die Freizeit:
zu denken. Leider ist dem nicht so, da der Therapieplan spätestens um 16:00 Uhr abgearbeitet ist.
Den Rest des Tages darf man sich dann alleine beschäftigen, und da das Freizeitangebot in der Brandenburg Klinik nicht besonders üppig ist (genauer gesagt: verdammt mager!), sucht man händeringend und krampfhaft nach ein wenig Spaß und Abwechslung.
Zwar gibt es einen Outdoor Minigolfplatz, einen Fahrradverleih, die Schwimmhalle und einen Tennisplatz, aber da ich wohl die schlimmste, trist-graue, regnerische und stürmischste Jahreszeit seit Menschengedenken erwischt hatte, blieb mir bis auf das Fernsehen oder das Lesen bzw. Musikhören auf dem Zimmer eigentlich kaum etwas. Alles andere wie z.B. die Kreativkurse (Kochen, Malen, Basteln etc.) oder Wanderungen auf dem Gelände mit Oberförster Klaus und seinem Dackel Waldi kosteten gleich bares Geld (auch wenn es nur jeweils 2,50 € Kursgebühr bzw. Materialkosten waren) oder fielen aus, weil sich nicht genügend Teilnehmer finden ließen.
So saß ich zusammen mit "meinen Leuten" der Kurclique oftmals nur blöd in der Raucherecke herum, trank einen Kaffee nach dem anderen oder spielte in dem Foyer des Hauses solch geistig anspruchsvolle Spiele wie "Mensch ärgere Dich nicht" oder "Mau-Mau"...

Mehr kann man bis auf ebenfalls teure Besuche der Gaststätte "Schulz" oder des Kurcafés leider nicht unternehmen, da es auf dem Klinikgelände und in der näheren Umgebung einfach nichts anderes gibt.

Ach doch, ich vergaß ja beinahe die Diavorträge (ebenfalls für 2,50 € vom Förster geleitet) oder den musikalischen Schlagerabend mit "Gerd und Rosi". Beides habe ich mir aber nicht zugemutet, denn für einen Waldspaziergang mit dem Förster zahle ich ganz gewiss kein Geld; einen Diaabend mit Landschaftsaufnahmen gab es bei meinen Großeltern damals schon gratis und auf Rentner-Schlagermusik stehe ich ebenfalls nicht.
Aber anhand dieser "Veranstaltungen" wird sicher jeder schon das Durchschnittsalter der Rehapatienten erahnen können: Über 50 Jahre aufwärts; nach oben scheint es kaum Grenzen zu geben.
Für die paar jüngeren Kandidaten gibt's eben nichts - bis auf die Kneipe *lol*. Dort hat man wenigstens noch annährend das Gefühl, in der realen Welt "irgendwo draußen " zu sein, demnach ist die Kneipe gerade am therapiefreien Wochenende ein stark frequentierter Anlaufpunkt.
Wer nicht gerade auf eigene Gefahr und ohne Versicherungsschutz seitens der Klinik am Wochenende heim nach Berlin fährt, geht dann eben in die Gaststätte und trinkt seine 1-2 Bierchen oder ein Glas Wein. Alkohol ist zwar auf dem gesamten Klinikgelände verboten, aber selbst in diesem kleinen Einkaufsladen kann man sich z.B. mit Wein und Bier eindecken - nur nicht volltrunken erwischen lassen *g*.
Alles in allem: Das Handy wurde, da mich meine Leute währenddessen nicht besucht haben, mein bester Freund, gefolgt vom Fernseher. Dennoch bin ich dankbar, dass ich so einige nette Leute kennengelernt habe, zu denen ich auch jetzt im Nachhinein noch Kontakt halten möchte (mal sehen, ob und wie's klappt!)

Kuriositäten und was mir so auffiel:
Hier nun alle Gereimt- und Ungereimtheiten, für die ich nun nicht unbedingt noch einen Extra-Unterpunkt anlegen möchte. Einfach alles "querbeet" und in keiner speziellen Reihenfolge!

-"Urlaub" von der Reha *lol*. Es besteht die Möglichkeit, die Rehaklinik am Wochenende auf eigene Gefahr und ohne Versicherungsschutz zu verlassen, um heim zu fahren. Wer nicht gerade einen Vermerk in seiner Patientenkarte hat, dass er keine Ausflüge etc. mitmachen darf, darf rein theoretisch am Wochenende auch nach Hause. Man muss lediglich in Kauf nehmen, dass man dann für diese Zeit seitens der Klinik nicht versichert ist.

"Seltsam" nur, dass ein Wochenend-Urlaub normalerweise erst nach einer Aufenthaltsdauer von zehn Wochen (das entspricht der Maximaldauer!) gewährt wird. Tatsache ist jedoch, dass die Klinik bis auf zahlreiche Besucher am Wochenende wie leergefegt ist, weil fast jeder auf eigene Gefahr nach Hause fährt.
Es macht auch keinen rechten Sinn, nach zehn Wochen Urlaub zu gewähren, wenn man nach zehn Wochen Aufenthalt eh entlassen wird, oder? *g*. Na ja, die typische Bürokratie eben, außerdem ist Papier geduldig^^.

- Für den Erwerb der aus "hygienischen Gründen" einzig erlaubten, hauseigenen Getränkeflasche aus blauem Plastik (ca. 0,5 l Inhalt) verlangt die Klinikleitung 1,50 €. Durch eine gelungene Aktion *danke an Lydia *g* habe ich dafür -wie viele andere auch- nichts bezahlt. Es ist in meinen Augen nur eine Dreistigkeit, für die einzige Getränke-Transportmöglichkeit noch 1,50 € bezahlen zu müssen.

- Das Telefonieren mit dem Festnetzanschluss des Hauses ist tierisch überteuert: Pro Tag wird eine Nutzungsgebühr in Höhe von 0,75 € gefordert; eine selbst vertelefonierte Einheit wird nicht im 60-, sondern schon im 40-Sekundentakt abgerechnet (--> so schnell kann man kaum reden, um die eigenen Gespräche günstig zu halten) und selbst angenommene Anrufe von Familienmitgliedern, Freunden und Bekannten sind extrem teuer! So kostet eine Einheit den Anrufer von außerhalb dank einer 01805-Rufnummer gleich 0,14 €/Minute. Eine Frechheit, auch noch den Anrufenden mit überteuerten Gebühren über den Tisch zu ziehen.
Mein Tipp: Nehmt euer Handy mit! Eigentlich zwar verboten dort, aber man sieht quasi überall Patienten auch innerhalb der Gebäude mit dem Ding telefonieren. Ich habe es auch getan und wurde niemals darauf angesprochen, wenn Schwestern oder Ärzte an mir vorbeigingen... nur der Harry Potter äääh Harry Portier an der Rezeption maßregelt gerne mal, wenn er jemanden mit dem Handy telefonieren sieht.
Mit dem D1, dem D2 und gar dem E-plus Netz sollte es keine Schwierigkeiten mit dem Empfang geben. (Meine blau-Karte funktionierte ebenfalls bestens!).

- Die Brandenburg Klink bietet zwar einen mittlerweile kostenlosen Internetzugang, aber keine Möglichkeit, über einen Hotspot mit dem eigenen Notebook zu surfen. Wen wundert es, dass ich innerhalb meines dreiwöchigen Aufenthalts nur gerade mal drei E-Mails irgendwann in der Nacht (vor dem Frühstück zumindest) verschicken konnte, da der einzige Rechner im Haus Brandenburg quasi dauerbesetzt ist. Also gewöhnt euch vorab an eine längere Offline-Zeit! :o(

- Dank der recht gesalzenen Preise im einzigen "Einkaufscenter" des Geländes (es handelt sich um einen Toto-Lotto und Paketshop mit integriertem Tabakwarenladen und Tante Emma-Laden auf geschätzten 30 m²...) lohnt es sich, mit dem Bus die ca. zwanzigminütige Strecke bis nach Wandlitz (oder besser gleich nach Bernau) zu fahren, um einzukaufen. Erstens bietet dieser Miniladen ohnehin kaum Auswahl, zweitens zahlt man dort immer gleich mindestens 50 % mehr als im herkömmlichen Supermarkt.
Den direkten Vergleich zu Discounterpreisen mag ich infolge dessen schon gar nicht erst aufstellen...

- Für (fast) jede Veranstaltung bzw. die Kreativabende wird eine Gebühr in Höhe von 2,50 € fällig - und sei es nur eine einstündige Diaveranstaltung mit dem "Dauergast" der Klinik, dem Oberförster Waldi und seinem Dackel Klaus... ähh nee, irgendwie anders herum war's wohl, obwohl sich das Herrchen optisch seinem Tier angenähert hat *g*.
Und was macht Darky? Weist den Förster gar beim Verteilen der Werbeflyer noch darauf hin, dass man im Jahre 2008 sicher keine 4,00 DM Unkostenbeitrag bezahlen kann...
Na ja, er bedankte sich nett für meine Aufmerksamkeit und durfte alle Flyer nochmals von DM auf modernere €'s ändern. Und plötzlich hieß es dann nicht mehr "4 DM", sondern gleich mal "2,50 €"...

- Im Anschreiben der Brandenburg Klink bekommt man mitgeteilt, was alles mitzubringen ist. Ganz, ganz wichtig: Ein Wecker! Von Seiten der Klinik wird man nämlich nicht wie im normalen Krankenhaus geweckt, um zu seinen Therapien zu kommen. Einen Wecker kann man sich zwar für knappe 7 € an der Rezeption kaufen, aber das muss ja nicht unbedingt sein!
Viel wichtiger jedoch: Im Brief steht geschrieben, man möge bitte möglichst wenig Bargeld mitnehmen und stattdessen lieber seine Bankkarte/Geldkarte einstecken. Nehmt das bitte nicht ernst!
Bezahlen kann man mit der Kreditkarte eh nirgends und der einzig verfügbare Geldautomat auf dem Klinikgelände akzeptiert nur Bankkarten der Sparkasse... also doch genügend Bargeld einstecken!

- Das leidige "Unwort": Verlängerung!
Schon in der ersten Woche wird vom behandelnden Doc. entschieden, ob der Patient mit den automatisch vergebenen drei Wochen Reha-Dauer auskommt. Ansonsten steckt schon in der ersten Woche ein netter Hinweis im Patientenbriefkasten, dass er/sie sich über einen verlängerten Aufenthalt freuen dürfte...
Als Abschlussheilbehandlung können nämlich gut und gerne Aufenthalte von bis zu max. zehn Wochen gelten - wodurch die Klinik natürlich auch gutes Geld verdient!
Wie auch immer, bei mir schien dies nicht notwendig zu sein, denn die Ärzte meinten bei der Eingangsuntersuchung "na in drei Wochen packen wir das schon!".

Ich mag sicher nicht an deren Kompetenz zweifeln; nur kommt es mir ein bisschen komisch vor, dass Leute wie ich z.B., die anfangs kaum geradeaus humpeln konnten, nur eine Rehadauer von drei Wochen verschrieben bekamen. Andere Leute, denen man keinesfalls irgendwelche körperlichen Gebrechen ansehen konnte, bekamen gerne mal wochenlang "Reha-Nachschlag"...
Ist mir nur so aufgefallen; die körperlich "Kaputten" wurden nach drei Wochen als therapiert entlassen; die, die auf den ersten Blick nichts hatten, blieben Lichtjahre...

- "No-Go's!" während der Therapiezeit!
Da es sich um eine vom Rententräger und der Krankenkasse verordnete Kur handelt, um im Alltagsleben wieder Fuß fassen zu können (--> Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess), darf natürlich die eine oder andere Regel nicht gebrochen werden.
Erste Regel: Keine Drogen, keine Zigaretten und keinen Alkohol!!!
(Schon gar nicht auf dem Zimmer, auf dem Balkon oder der Café-Terrasse, schließlich reden wir hier von einer Nichtraucher-Klinik! Es gibt jedoch Raucherzonen draußen..., so schlimm ist's dann doch nicht!)
Beim ersten "Verdacht", man könnte z.B. nachts auf dem Balkon geraucht haben, gibt es eine Verwarnung - die so genannte "gelbe Karte".

Der nächste Verstoß kostet den Patienten dann richtig... er/sie darf gehen (die "rote Karte" - man wird entlassen aus disziplinarischen Gründen) und muss die Dauer der bisher genutzten Therapie an den Rententräger aus eigener Tasche bezahlen. Das sind schnell mal ein paar tausend Euro... also überlegt euch das!
Selbst ich als hoffnungsloser Kettenraucher *lol* habe es nicht gewagt, auf dem Balkon oder im Bad rauchen zu gehen; obwohl es verlockend schien. Ein paar "gelbe Karten" hat es immerhin gegeben in meinem dreiwöchigen Aufenthalt... aber ich war's nicht, weil ich zu feige war *g*.
Ansonsten liegt die "Einschlusszeit", also die Nachtruhe bei 22:00 Uhr. Dann sollte jeder Patient seine Stimme senken (den Geräuschpegel dämmen) und sich innerhalb der Klinik -möglichst auf seinem Zimmer- befinden. Sooo penibel genau nimmt es die Nachtschwester jedoch eh nicht... wir waren manchmal noch gegen 23:30 Uhr draußen für die letzte Gute-Nacht-Zigarette ;o).

Meine Meinung / Mein Fazit:
Die Reha-Klinik Brandenburg in Bernau ist wirklich nicht übel; ganz im Gegenteil gefiel es mir von den langweiligen Abenden mal abgesehen dort ziemlich gut.
Die Therapien sind auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt, die Ärzte und Schwestern sind überwiegend sehr freundlich und zuvorkommend, die Zimmer sind zweckmäßig und erinnern nicht unbedingt an eine Klinik und das Essen ist spitzenmäßig.
Weswegen ich dennoch nur vier und nicht fünf Sterne vergebe?

Das liegt einzig und allein daran, dass man nach seinen ca. 4-7 Therapien am Tag anschließend irgendwo inmitten der Pampa steckt und den ganzen Abend noch ohne besondere "Entspannungsprogramme" überstehen muss. Wie gesagt, die Freizeitmöglichkeiten sind nur sehr sporadisch und eigentlich selbst dann nur für ältere Patienten vielleicht noch annährend reizvoll.
Tagsüber hat man aufgrund der Anwendungen eh genug zu tun... da gibt's dann auch keine Langeweile und man ist "nett geschafft" durch das sportlich mitunter sehr anstrengende Programm... aber es gibt ja immerhin noch den Abend, den man vielleicht ein wenig unterhaltsam ausklingen lassen möchte - und da wird sowohl auf dem Klinikgelände, wie auch in der Umgebung leider fast überhaupt nichts geboten.
Einige Veranstaltungen finden nicht statt, weil sich nicht genügend Leute finden lassen, andere Aktivitäten lassen sich nur bei gutem Wetter und draußen durchführen, wieder andere wie diese komischen Wanderungen kosten gleich wieder extra noch Geld. Da wird der Spaß ein wenig minimiert...
Aber schließlich ist man bestimmt zum Gesundwerden in einer solchen Klinik und nicht einfach nur just for fun, also wenn man die medizinisch notwendige Seite betrachtet und den Spaßfaktor mal in den Hintergrund schiebt, ist die Brandenburg Klinik sicher eine gute Wahl! Ich wurde medizinisch gut behandelt, habe meinen Gesundheitszustand wenigstens ein bisschen verbessert und einige Hilfestellungen für die Bewältigung meiner Alltagsaufgaben bekommen. So war zwar nicht alles perfekt, aber schließlich ist eine Reha auch kein Cluburlaub wie auf der Aida.

Mir hat's größtenteils gefallen und ich hoffe, nun bald wieder ordentlich gehen zu können... der Anfang ist zumindest gemacht!

LG, euer rehabilitierter Krückenhumpler Darky   

weitere Erfahrungsberichte
Kuren im Geiste der Vergangenheit
Bewertung für Brandenburg Klinik, Bernau von BigDaniel

Pro: neue und moderne Kurklinik, gutes Essen
Kontra: etwas weit ab vom Schuss;

Nun der Sommer ist fast vorbei und ich habe nichts besseres zu tun, als 6 Wochen im Krankenhaus rum zu hängen und anschließend auch noch 5 Wochen zur Kur zu fahren. Gut, es war ja auch keine Kur, sondern eine s. g. AHB (Anschlußheilbehandlung). Wie bin ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich
sehr hilfreich

10.09.2007
(09.09.2007)
Götter in weiß kauften ihren Titel bei Aldi
Bewertung für Brandenburg Klinik, Bernau von atrro

Pro: Die Krankenschwestern sind nett
Kontra: ALLES andere

...Mein Vater lag nach einer Kopf-OP in der Brandenburg Klinik auf der Frührea- Station N7. Am 16. Januar 2011 fanden wir meinen Vater in einer guten Verfassung vor und freuten uns über seine Fortschritte. Als wir am 19. Januar 2011, also 3 Tage später, ih ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
hilfreich

17.03.2011
Brandenburgklinik Klinik ab 70 und älter
Bewertung für Brandenburg Klinik, Bernau von ContiBerlin

Pro: freundliches Personal
Kontra: wer individuelle Anwendungen will, ist hier falsch!

-das Personal war nett und hilfsbereit. -die osteuropäische Stationsärztin wußte nichts von Contergan und unseren Schäden und deren Folgen, sie wußte noch nicht einmal, wie man das schreibt!!! hatte nicht meine Akte gelesen! ich war entsetzt! ich war dor ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
hilfreich

31.05.2012
Einmal und nie wieder
Bewertung für Brandenburg Klinik, Bernau von ida-anna

Pro: Qualität der Küchenversorgung
Kontra: Der ganze Rest

Ich wurde ohne meines Wissens von der Rentenversicherung in diese Klinik für vier Wochen eingewiesen.Mir sind dort viele Sachen aufgefallen,wo ich meine,dass es nur darum geht,Geld zu verdienen.(Hohe Telefonkosten,Parkplatzgebühren,Kauf einer Flasche für ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich
hilfreich

18.03.2009
Parken auf Klinikgelände
Bewertung für Brandenburg Klinik, Bernau von Adam2005

Pro: gute medizinische Betreuung, sehr freundliches Personal, wunderbare Umgebung
Kontra: Parkplatzregelung auf Klinikgelände ist Abzocke

Die Betreuung in der Klinik ist zweifelsohne sehr gut. Mein Vater, der mit einem Schlaganfall dort liegt, fühlt sich rundum betreut und liebevoll behandelt. Der Umgang der Schwestern und Ärzte mit den Angehörigen läßt nichts zu wünschen übrig. Aber ... Bericht lesen

Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als weniger hilfreich
weniger hilfreich

01.01.2012

Vergleichen Sie ähnliche Themen mit Brandenburg Klinik, Bernau

(*) Meinungen von Ciao Mitgliedern