... Es hat den gleichen Hefeanteil, die gleiche Stammwürze sowie den gleichen Alkoholgehalt wie Brauereibier, aber einen geringeren Anteil an Kohlensäure. Viele der Biere sind nicht filtriert und damit Zwickelbier. Die Maische für den Zoigl wird im Kommunbrauhaus gekocht und gehopft. Die gewonnene ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von Sesamkorn über Brauerei Zoiglbauer 21.11.2010
Produktbewertung des Autors:
Geschmack:
absolutes Mittelmaß
Pro:
mal was anderes
Kontra:
schmeckt säuerlich
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Ich habe sowas von Glück mit meinem Chef, ich kann das garnicht oft genug sagen :-) Nicht nur, das wir ein super Verhältnis haben, er bringt auch immer wieder mal was mit, was meine Aufmerksamkeit erregt. Dieses Mal waren es 2 Flaschen mit Hopfenblütentee, die er mir gut gekühlt mitbrachte. Klar muss ich darüber schreiben, Werbung ist ja alles... das merke ich auch mit meinem Onlineshop... da kann Werbung auch nicht schaden.
++Zoiglbauer++
wird dieses Bier gerufen. Ich habe das noch nie gehört, nun ja, ich bin ja nicht täglich im Raum Mitterteich unterwegs. Nur soviel... mein Chef sagt über dieses Bier: "es kommen viele Touristen von weither, nur um dieses Bier zu trinken"... na dann muss es ja gut sein. Ob es so ist, erfahrt Ihr bei der Lektüre dieses Berichtes *lach*... Also dann Prost...
Obwohl ich ja derzeit dem Biergenuss ein wenig abgeschworen habe *Blick nach unten schiel*... kann ich es mir nicht nehmen lassen zur Brotzeit einen Schluck zu wagen...
Doch bevor der liebe Gott die Brotzeit auf den Tisch stellt und ich satt werde, ist noch ein wenig Aufklärungsarbeit von Nöten. Was ist denn eigentlich ein Zoigl? Da stellen wir uns mal ganz dumm und fragen den Herrn Wicki Peter...
Auszug Beginn von Wikipedia:
Der Zoigl (auch Zeugl, regional auch Kommunbier, franz. chaiguille, lat. Ceculum) ist ein ungefiltertes, untergäriges Bier, das hell oder dunkel gebraut wird. Es hat den gleichen Hefeanteil, die gleiche Stammwürze sowie den gleichen Alkoholgehalt wie Brauereibier, aber einen geringeren Anteil an Kohlensäure. Viele der Biere sind nicht filtriert und damit Zwickelbier. Die Maische für den Zoigl wird im Kommunbrauhaus gekocht und gehopft. Die gewonnene Würze nehmen die einzelnen Zoiglbrauer mit nach Hause, und versetzen sie im Gärkeller mit Hefe. Da dabei jeder Zoiglbrauer nach seinem eigenen Rezept verfährt, sind Schwankungen im Geschmack des Zoigl von Ortschaft zu Ortschaft aber auch von Wirt zu Wirt typisch.
Der Zoigl wird vor allem in der nördlichen Oberpfalz im örtlichen Kommunbrauhaus von Privatpersonen gebraut. Das Braurecht liegt oft seit Generationen auf Häusern bzw. Anwesen und ist im Grundbuch festgehalten. Es konnten also ursprünglich nur die Besitzer dieser Häuser brauen. Von der Gemeinde wird häufig ein „Kesselgeld“ erhoben, mit dem Licht, Wasser, Versicherungen und Abnutzung abgegolten werden. Daneben muss ein Braumeister zugegen sein, der den Brauvorgang von Anfang bis Ende begleitet. Zuletzt wendet sich das zuständige Hauptzollamt, das vom Braumeister über jeden Brauvorgang informiert werden muss, mit der Erhebung der Biersteuer an den Brauer.
Das im Kommunbrauhaus hergestellte Bier wird in einem bestimmten Turnus ausgeschenkt. Ist ein Brauberechtigter gerade an der Reihe, zeigt er dies an, indem er eine Stange aus dem Giebelfenster seines Hauses heraushängt. An dieser ist entweder ein Zoiglstern („Brauerstern“), ein Reisigbesen oder ein Fichtenbuschen befestigt. Daher stammt auch der Name des Bieres, Zoigl (vom nordbairischen für zeigen), was hochdeutsch nichts anderes als Zeichen oder Aushängeschild bedeutet.
Zusammen mit dem Zoigl bieten die Zoiglwirte ihren Kunden Brotzeiten an, oft aus eigener Herstellung.
In Franken hat sich eine ähnliche Tradition als Hausbräu bis heute erhalten.
Zoigl wird aber nicht nur für den öffentlichen Ausschank gebraut, sondern auch für den privaten Hausgebrauch. In diesem Fall schließen sich mehrere Brauberechtigte zu einem "Sud" zusammen, der Zoigl wird nach dem Brauvorgang aufgeteilt, mit Fässern in die eigenen Keller verbracht und nach der Gärung auf Flaschen gezogen.
Auszug Wikipedia Ende...
Das ist ja sehr interessant... findet Ihr nicht? Gut also weiter im Text...
++Abfüllung++
Das Zoigl wird in einer handelsüblichen Bierflasche der alten Form abgefüllt. Der Kronkorken wird mit einer Papierbanderole versiegelt. Auf der Banderole ist "Zoiglbauer" gedruckt.
Das Hauptetikett ist von beiger Farbe und sehr schlicht gehalten. Dominant ist der "Brauerstern", der aus 2 Dreiecken zusammen gefügt ist. Das Ganze wird noch von einem Kreis eingenommen in dem die Initalen "Z B" stehen. Über dem Stern steht "Zoiglbauer" und darunter "original Mittereicher Kommunbräu Zoigl" Das war es.
Hinten drauf ist auch noch ein Etikett, hier erfährt man mehr über das Bier.
"Zoiglbauer - handwerklich gebraut im historischen Kommunbräuhaus Mitterteich nach Jahrhunderte alter, über viele Generationen hinweg überlieferten Tradition."
Die Zutaten sind Quellwasser, Gerstenmalz, Hopfen, Bierhefe.
"Des schmeckt goud!" ist dann noch zu lesen. Der Alkoholgehalt ist mit 5,2 % im Mittelmaß, finde ich. Haltbar ist das Bier noch bis zum 30.06.2011, doch diese Flasche muss den Inhalt schon ehr hergeben.
++Brotzeit marsch++
Der Tisch ist gedeckt - geräucherter Backsteinkäse (selber gemacht), Krautwurst geräuchert, Pfeffersalami, Butterkäse, Gurken und Tomaten liegen neben frisch gebackenem Gewürzbrot vor mir :-) und nun noch das passende Bier dazu.
Also Flasche auf und erst mal daran riechen. Hm... irgendwie anders, täte ich sagen. Der Geruch wirkt irgendwie säuerlich. Einen anderen Ausdruck habe ich nicht dafür.
Na ja, das muss ja nix heißen... also einschenken. Dabei fällt mir auf, das Bier ist sehr hefetrüb, fast wie ein Hefeweißbier. Das gefällt mir, denn ich mag Hefe im Bier sehr gerne. Beim Einschenken verstärkt sich der säuerliche Duft auch noch... da bin ich aber gespannt, wie das schmeckt.
Nun ist der große Augenblick gekommen, meine Lippen senken sich gen Krug und schon ist der erste Schluck um Mund... Da bin ich erst mal erstaunt... denn der säuerliche Geschmack setzt sich fort... nicht unangenehm, aber doch ungewohnt... So ein Bier hatte ich noch nie, das muss ich so sagen. Es ist süffig, überhaupt nicht bitter und vom Malz ist auch nicht viel zu schmecken. Bis auf das säuerliche ist es relativ neutral vom Geschmack her... dadurch passt es zu vielen Gerichten, demnächst werde ich es zu Zartbitterschokolade versuchen *grinz*...
Der Kohlensäuregehalt ist auch mittel, es schäumt gut auf und eine leichte Schaumschicht hält sich auch die ganze Zeit auf dem Bier. Es löscht gut den Durst, aber mein Stammbier wird es nicht werden, soviel ist sicher. Dazu ist es mir zu mild und zu säuerlich.
++Fazit++
Es mag sein, das es viele Touristen gibt, die nur des Bieres wegen nach Mitterteich kommen, ich werde nicht dazu gehören. Gut, Mitterteich und die Gegend ist sehr reizvoll, schöne Landschaft, gute Küche und mehr... auch Kirchen sind viele dort. Aber wegen dieses Bieres wegen werde ich den Weg nicht auf mich nehmen.
Ich vergebe mal 3 Sterne von den 5en möglichen und spreche eine knappe Kaufempfehlung aus, wobei ich den Preis und die Bezugsmöglichkeiten nicht exakt nennen kann, da die Flaschen ein Geschenk waren.
Vielen Dank nun für alle Lesungen, Bewertungen und Kommentare... so nun trinke ich einen Schluck Wasser ;-)