Wunderbar versponnene Liebesgeschichte in Dublin
04.01.2008
Pro:
Feinsinnig humorvoll, romantisch und voller Esprit
Kontra:
- nichts -
Empfehlenswert:
Ja
 Feldhamster1984
Über sich:
Mitglied seit:06.03.2005
Erfahrungsberichte:140
Vertrauende:5
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
-Allgemeines:- "Bredan trifft Trudy" wurde von Roddy Doyle geschrieben, dem man auch schon "The Commitments" oder "The Snapper" verdankt. Wenn es um Filme geht, die in Dublin spielen, ist Roddy Doyle sicherlich einer der besten Drehbuchschreiber. Obgleich er schon als Kind von seinem Vater an die Literatur herangeführt wurde, blieb er lange Zeit als Lehrer tätig bis er sich dann dem Schreiben widmete. -Ausstattung:- 1 DVD, ca 91 Minuten
-Sprache:- Deutsch, Englisch Untertitel: Deutsch (bei der englischen Fassung nicht ausblendbar) dt. Untertitel für Gehörlose -Extras:- Fotogalerie, Kapitelstruktur, animiertes Hauptmenü, dt. und englischer Trailer
-Trivia:- Die Szenen in der Schule wurden in Kieron J. Walshs ehemaliger Schule (Kieron J. Walsh ist der Regiesseur) gedreht. Allerdings durfte man das Schulmotto "Faith and Strength" nicht verwenden, es wurde (auch hier eine Reminiszenz an den Film) durch "Once upon a time in the west" (C'era una volta il Ociente) ersetzt.
-Darsteller:- Peter McDonald ... Brendan Flora Montgomery ... Trudy Marie Mullen ... Mother Pauline McLynn ... Nuala Don Wycherley ... Niall Maynard Eziashi ... Edgar Eileen Walsh ... Siobhan Barry Cassin ... Headmaster Niall O'Brien ... Judge u.a.
-Inhalt:- Brendan, ein schüchterner Lehrer und etwas verschroben wirkender Filmfan, trifft in einer Kneipe die freche Trudy. Sie könnten nicht verschiedener sein, doch dennoch verlieben sie sich ineinander. Brendans Leben verändert sich dadurch auf extremste Weise: Er singt seine Kirchenlieder (er leitet den Kirchenchor) auf Parties, tagsüber träumt er von Trudy und dem Sex mit ihr. Doch dann passieren Verbrechen und Dublin - jemand kastriert Männer. Und sagte Trudy nicht "ich würd ihm die Eier abschneiden" als sie mit Brendon zusammen einen Film von Sergio Leone ansieht? Doch Trudys Geheimnis ist ein anderes: sie raubt Häuser aus. So wird Bredans Leben dann noch durch nächtliche Raubzüge weiter verkompliziert. In der Schule wird er zum Zyniker, die Familie wundert sich über "Bren" und wird prompt angelogen (was Trudys Arbeit angeht), Brendan protestiert öffentlich für die Freiheit des Nigerianers Edgar (ein Freund Trudys). Und die ihn verspottenden Arbeitskollegen müssen erleben wie Brendan sich nicht mehr zurücknimmt und seine Meinung sagt.
Aber das Leben ist kein Film und Diebstahl ist Diebstahl. Als Trudy bei einem Raubzug geschnappt wird (bei dem sie eigentlich für Brendan stielt), ist eines klar: Brendan muss sich entscheiden ob er zu Trudy stehen will oder nicht. Und ob er nicht auch akzeptieren will, dass Trudy ihn schützt. -Kritik:- Ein wunderbarer Film mit einem sehr feinsinnigen Humor wie man ihn fast nur in britischen und irischen Filmen kennt. Schon die Eröffnungsseqzenz, in der Brendan vorgestellt wird, platzt förmlich vor Humor, ohne nur einmal einen Witz zu bringen. Wie Brendan tief in Gedanken versunken über den Schulhof schlendert und den gepiesakten Schüler völlig ignoriert, wie er die Noten erwürfelt... das ist so amüsant und gleichzeitig auch tragisch. Dazu noch "Egyptian Reaggea" als Hintergrundmusik - das ist eine perfekte Szene. (die Musik wiederholt sich in dem Film des öfteren und kommentiert sozusagen akustisch Brendans Leben)
Auch sonst bleibt der Film dem sanften Humor treu, nie wird Brendan, der schusselig-schüchterne Lehrer ins Lächerliche gezogen. Er bleibt immer sympathisch. Dazu kommt McDonalds Mimik, die so minimal und doch so aussagekräftig ist: die Augen verengt, ängstlich hin und herblickend wirkt er doch gleichzeitig wieder so mutig. Und die diversen Anspielungen auf Filme und Darsteller sind für Cineasten eine wahre Goldgrube. Wenn der Film mit "Oscar von Hamme" von Brendan mit "seine Hongkongfilme waren besser als die in Hollywood gedrehten" kommentiert wird, weiss jeder Filmfan, dass hier auf John Woo angespielt wird.
So ist der Film gleichermassen eine Liebeserklärung an den Film wie auch die Liebe. Sowohl Peter McDonald als auch Flora Montgomery spielen ihre Rollen nicht, sie sind Trudy und Brendan und machen diesen Film zu einem Kleinod, das durch den perfekt ausgewählten Soundtrack rund wird. Und die Szene, in der Bredan die Kirchenmusik aus dem Computer hört und weint ist gerade authentisch.
Ein wunderbarer kleiner Liebesfilm.
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05.01.2008 00:14
informativ und sehr schön beschrieben
04.01.2008 23:11
***-SH-***-LESEN UND GELESEN WERDEN---Liebe grüße moniseiki
04.01.2008 22:44
Guter Bericht, nur der Film ist nicht so mein Geschmack...LG