Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Freundlich und kompetent |
| Kontra: |
Es ist vorrangig trotz allem ein KRANKENHAUS |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Seit 2001 wohnen wir in Bretten und bis heute habe ich zweimal die Dienste der Entbindungsstation der Rechbergklinik in Anspruch genommen. Leider ist dabei nur ein Kind herausgekommen, der erste Versuch endete mit einer Fehlgeburt. Doch gerade dieses Ereignis bestärkte mich später in meiner Entscheidung, auch für die Geburt meiner Tochter wieder die Rechbergklinik aufzusuchen. Die Klinik hat eine eigene Homepage, aber man soll ja keine Links einfügen :-). Doch die Homepage heißt, wie die Klinik selbst.
Der Wehenraum
Ich hatte den Vorteil, daß ich bereits die komplett (bis auf ein Bad) renovierte Entbindungsstation in Anspruch nehmen konnte. Der Wehenraum, in dem ich lag, war zwar nicht der Luxus pur, aber er war auch nicht unnötig kalt oder steril. Es hingen Bilder an der Wand und man hatte eine Waschgelegenheit. Zur weiteren Einrichtung gehörte neben meinem Bett eine Pritsche, auf der sich der Mann zumindest ausruhen konnte. Zum Übernachten ist sie allerdings nicht geeignet, wodurch ich in meinem Fall auch eine Nacht allein verbrachte (s. Bericht Rückenmarkspritze), damit mein Mann ausgeruht war.
Normalerweise ist direkt neben dem Wehenraum ein Bad, das aber damals (Anfang 2003) ausgerechnet noch im Umbau war. Das nächste Bad ist trotzdem nicht weit entfernt, nur wenn man sehr starke Wehen hat, kann der Gang etwas zur Qual werden (was aber auch keine Rolle spielt, da in dem Moment alles eine Qual ist ;-)). Die Wehenräume sind alle nicht sehr groß, was aber meiner Meinung nach eher von Vorteil ist, da dadurch auch keine Wartesaalatmosphäre aufkommt.
Die Hebammen
Zur Betreung ist jederzeit eine Hebamme anwesend. Alle Hebammen, die ich kennengelernt habe, waren sehr freundlich und einfühlsam. Eine eigene Hebamme mitzubringen, ist in Bretten leider nicht möglich. Es wird aber von einigen Hebammen der Rechbergklinik Geburtsvor- und Nachsorge angeboten, sodaß man mit etwas Glück doch bei "seiner" Hebamme entbindet.
Der Kreißsaal
Saal ist mehr als übertrieben und das ist natürlich gut so. Das Geburtsbett ist sehr bequem und läßt sich in alle möglichen und umöglichen ;-) Richtungen verstellen. Man kann bei der Geburt also stehen, liegen, knien und selbst sich wie Tarzan durch die Lüfte schwingen, wenn man das will. Auch Baden ist kein Problem. Sollte man zufällig nicht die einzige Gebärende sein, gibt es noch ein zweites Entbindungszimmer, das, soweit ich mich erinnere, lediglich keine Badewanne enthält, ansonsten aber genauso liebevoll eingerichtet ist.
Entbindungsmethoden
Wie man der Kreißsaaleinrichtung entnehmen kann, werden viel Wert auf die individuellen Bedürfnisse und Wünsche der Schwangeren gelegt. Neben den Gebärstellungen darf auch die Schmerzbekämpfung nicht unerwähnt bleiben. Das Krankenhaus bieten nach eigenen Angaben sämtliche Möglichkeiten einschließlich der Periduralanästhesie (die ich selbst in Anspruch genommen habe).
Auch eine ambulante Entbindung ist möglich, ich hatte allerdings den Eindruck, daß das bei Erstgebärenden nicht gern gesehen wird. Vielleicht ja einfach nur aus Sorge aufgrund der geringen Erfahrung der frischgebackenen Mutter. Doch natürlich gilt auch für ambulante Geburten: Bei Fragen oder Problemen stehen die Türen der Rechbergklinik IMMER offen.
Die Gynäkologen
Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe wird von zwei Belegärzten geführt, ist aber natürlich für alle Frauen offen, auch wenn sie nicht Patientin eines der beiden Ärzte sind. Mein Frauenarzt ist einer der Belegärzte und so war er auch zu meiner Entbindung anwesend. Das der jeweilige Arzt gerufen wird, ist üblich, auch wenn er keinen Dienst hat, läßt er es sich normalerweise nicht nehmen, "sein" Baby zu entbinden. Ich finde das sehr vorteilhaft, weil man dann gerade bei nicht optimal verlaufenen Schwangerschaften die Gewissheit hat, daß der Arzt alle Details kennt.
Die Station
...war ebenfalls renoviert. Die Zimmer werden normalerweise nur mit zwei Frauen belegt, es sei denn, der Platz reicht nicht. Die Neugeborenen dürfe jederzeit mit auf das Zimmer. Die Besuchszeiten sind quasi offen. Es wird normalerweise niemandem der Zutritt verwehrt. Offiziell endet sie um 20 Uhr. Diese offene Besuchsregelung hat natürlich auch Nachteile. Ich lag zusammen mit einer Türkin auf dem Zimmer. In den drei Tagen, die ich auf der Station verbrachte, war das Zimmer nie leer. Teilweise hatte sie 20 Besucher. Ich konnte selbst kaum glauben, daß die alle ins Zimmer paßten. An Ruhe ist in diesem Fall natürlich nicht zu denken. Andere Länder, andere Sitten. Aber nett waren sie alle. Leute, die mehrmals da waren, brachten manchmal sogar mir Süßigkeiten mit :-)).
Die Neugeborenenstation
Wenn man also im Zimmer auf Station keine Ruhe findet, kann man sich zumindest ins Stillzimmer der Neugeborenenstation zurückziehen. Dort haben nur Mütter und Väter Zutritt. Die Einrichtung empfand ich als sehr angenehm, Stillkissen sind selbstverständlich. Beratung bekommt man, wenn man sie will. Oder man sieht sich das umfangreiche Infomaterial an, das ausliegt. Es ist immer eine Kinderkrankenschwester anwesend, einige davon zeichnen sich druch zusätzliche Qualifikationen aus, z.B. als Still- und Laktationsberaterin.
Mahlzeiten
Man kann seine Mahlzeiten wahlweise auf dem Zimmer oder im Speiseraum einnehmen. Der Speiseraum bietet den Vorteil der größeren Auswahl (wenn man rechtzeitig da ist) auch Gäste können gegen Erwerb einer Essenmarke mitessen. Ich war mit dem Essen durchweg zufrieden.
Mein Fazit
Ich würde auch für die nächste Geburt wieder die Rechbergklinik wählen. Schon allein die Nachbetreuung durch Kinderschwestern und Hebammen war für mich von unschätzbarem Wert. Vieles davon wurde ihnen in ihrer Freizeit durchgeführt!