Briard

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... Dann ging es um die Rasse und von einer Nachbarin hörten wir das erste Mal von Briards. Auf einem Bauernhof am Ortsrand von Kempen sind wir dann den ersten Briards begegnet und wir waren begeistert. Während ich mich mit der Züchterin über die Rasse unterhielt, spielte mein Sohn mit einer ... Bericht lesen





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1-6 von 10 Erfahrungsberichten    
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Eine Rollwurst auf vier Pfötchen
Erfahrungsbericht von little_maryann über Briard
27.08.2002


Produktbewertung des Autors:   


Pro: bereichert das Leben, gibt viel Zuneigung
Kontra: macht Dreck und will auch raus wenn es regnet

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

So sah sie aus, als wir unsere Baira das erste Mal sahen. Das liegt nun schon mehr als 11 Jahre zurück.
Mein jüngster Sohn war 7 Jahre alt und mit Hunden aufgewachsen. Nachdem unser letzter Hund nach unserem Umzug überfahren worden war, hatte ich beschlossen....keinen Hund mehr, denn das Gassi gehen und kümmern, blieb eh immer an mir hängen. Kevin aber beknetete mich....Mama biiiiiiiiiiiiiiiiiitte, ich wünsch mir nix zu Weihnachten, zu Ostern und zum Geburtstag, aber ich möchte bitte wieder einen Hund.
Nach weiterer Absprache mit den anderen zwei Männern im Haus, kamen wir zu der Übereinkunft, wenn Hund, dann diesmal einen großen Hund, er sollte diesmal zur Hundeschule gehen und alle wären dafür verantwortlich.
Dann ging es um die Rasse und von einer Nachbarin hörten wir das erste Mal von Briards.
Auf einem Bauernhof am Ortsrand von Kempen sind wir dann den ersten Briards begegnet und wir waren begeistert. Während ich mich mit der Züchterin über die Rasse unterhielt, spielte mein Sohn mit einer Baira Bällchen. Es war unglaublich mit anzusehen, mit welcher Ausdauer dieser Hund dem weggeworfenen Bällchen hinterher raste und es Sekunden später meinem Sohn wieder vor die Füße legte. Von der Züchterin erfuhren wir auch von einem Wurf Briardwelpen ganz in unserer Nähe. Wir fuhren sofort dahin und waren begeistert von dieser kleinen pummeligen Meute, die sich uns entgegen kugelte. Ein toller Wurf, vier schwarze und vier fauvefarbene Hundebabies tobten über den Hof, gut bewacht von Mama und Papa. Die Bande war grade 5 Wochen alt und sehr unternehmungslustig und zu viel Blödsinn bereit. Schnell stellte sich heraus, das nicht mehr viele der Kleinen zu haben waren. Da ich ein Hundemädchen wollte, zeigte uns die Eigentümerin ein kleines Etwas auf vier Pfoten und meinte, das ist unsere Baira und damit war es schon um meinen Sohn geschehen.
Baira, so war ja auch der Name, den die Hündin auf dem Bauernhof hatte und die hatte ja eine Stunde lang mit Kevin Bällchen gespielt.

Aber was ist das überhaupt für eine Rasse...Briard???

Der Briard entstammt den Hof- und Bauernhunden, die im gesamten Flachland Frankreichs vorkamen. Die Qualitäten, die ihn zu einem nützlichen Begleiter, der Schäfer machten, sind bis heute weitestgehend erhalten geblieben. Konkret beschrieben wurde der Briard erstmals 1809 von Abt Rozier. 1863 tauchte der Briard zum ersten Mal auf einer Hundeausstellung in Paris auf, 1897 wurde ein erster Standard erstellt. Der Briard ist ein idealer und treuer Familienhund und darf auf keinen Fall im Zwinger gehalten werden. Der dauernde Kontakt mit seiner Familie ist für ihn das wichtigste. Fremden gegenüber verhält sich der Briard zurückhaltend, ist aber nicht unfreundlich; er will nur selbst den ersten Schritt tun.
Durch seine Hirtenhundeigenschaften geht der Briard auch nicht streunen, denn er wird immer versuchen seine Familie, die seine Herde darstellt, zusammen zu halten. Er ist ein Hund mit ausgeglichenem Wesen, frei von Angst und Aggressivität, wachsam und lebhaft, jedoch ohne Nervosität.

Zu dem oben beschriebenen Rassestandart gehört leicht gewelltes Haar, lang und trocken (Ziegenhaar) mit leichter Unterwolle.

Farbe: Alle einfarbigen Farben sind zugelassen, die dunklen sind empfehlenswerter. Die fauve Farbe muss warm und einheitlich sein, weder zu hell noch ausgewaschen; Ohren, Schnauze und Rute sind meist dunkel abgesetzt. Die schwarze Farbe darf keinen rötlichen Schimmer aufweisen.

Kopf: Der Kopf ist stark und lang, Der Stop ist gut markiert. Er hat einen Schnauz und Kinnbart. Der Nasenspiegel ist immer schwarz mit weit geöffneten Nasenlöchern.

Augen: Die Augen sind waagerecht, gut geöffnet und von dunkler Farbe mit intelligentem und ruhigem Ausdruck. Sie werden von den Haaren leicht verschleiert.

Ohren: Die Ohren sind hoch angesetzt und nicht anliegend. In Europäischen Staaten, darunter auch die Schweiz, welche die European Convention unterzeichnet haben, dürfen die Ohren nicht mehr kupiert werden. Nicht dazu gehört das Mutterland Frankreich, aber auch Spanien, Österreich u.a..

Hals: Der Hals ist muskulös und deutlich von der Schulter abgesetzt.

Gebiss: Kräftige Zähne, perfektes Scherengebiss
Vorderläufe: Diese sind recht gut bemuskelt, knochenstark und gleichmässig gestellt.

Hinterläufe: Wie die Vorderläufe. Sprungelenke nicht zu nah am Boden, gut gewinkelt mit fast senkrechtem Hintermittelfuss. An den Hinterläufen doppelte Afterkrallen, die so nah wie möglich am Boden angesetzt sind. Jede doppelte Afterkralle muss aus zwei knochigen Teilen mit Kralle bestehen.

Pfoten: Sind kräftig, rund (zwischen Katzen und Hasenpfoten) und Zehen geschlossen. Die Krallen sind schwarz und Sohle und Ballen sind hart.
Rumpf

Brust: Die Brust ist breit und tief, das Brustbein bis zum Ellbogen herabgesetzt.
Rücken: Gerade, mit etwas abfallender rundlicher Kruppe.

Rute: Nicht kupiert; gut behaart mit schön wehender Fahne und soll am Ende einen Haken bilden.
Grösse: Rüden: 62- 68 cm, Hündinnen: 56- 64 cm (Zitat Hundejournal Schweiz)

Wir haben unsere Baira nie an solchen Massstäben gemessen. Dieser Hund ist der tollste Hund, den wir jemals hatten und ein vollwertiges Familienmitglied.
Viele, der oben aufgeführten Eigenschaften treffen auch auf unsere Dicke zu. Gehen wir mit mehreren Familienmitgliedern spazieren, umkreist sie immer ihre Leute, damit sie nur niemanden verliert. Im Haus hält sie sich immer genau dort auf, wo ich mich aufhalte. Selbst im dicksten Chaos legt sie sich ruhig hin, Hauptsache ein Mitglied ihrer Familie ist bei ihr.

Meine Schwiegermutter, die von Baira sehr geliebt wird, hat während eines gemeinsamen Urlaubs versucht, mit ihr spazieren zu gehen, während mein Mann und ich auf dem Campingplatz blieben. Bis zum Ausgang des Platzes ist Mutter mit ihr gekommen, dann drehte Baira sich um und kam zum Wohnmobil zurück und legte sich auf ihren Platz vor dem Auto. Vorher hatte sie nur kurz geschaut ob wir auch zuhause geblieben seien.

Mein älterster Sohn war mit ihr in der Hundeschule als sie etwa 8 Monate war. Mit Leckerchen ließ sich dieses Tier innerhalb kurzer Zeit auf die gängigen Befehle ...sitz, platz, bleib, bei Fuß und halt konditionieren. Obwohl das schon mehr als 10 Jahre her ist und es natürlich auch schon ewig keine Leckers mehr dafür gibt, geht mein Hund nach wie vor ohne Leine und hört aufs Wort.
Mir ist es völlig unbegreiflich nach welchen Kriterien die Anlage 2 der Hundeverordnung in NRW erstellt wurde, denn nach dieser Anlage ist meine Dicke Kampfhund und Leinen- und Maulkorbpflichtig.
Es ist sicher möglich, das wir mit gerade diesem Tier unglaubliches Glück hatten, sie ist lieb, wachsam, ordnet sich leicht unter und entspricht genau den Merkmalen ihrer Rasse.

Wer also einen Familienhund sucht, ist mit dieser Rasse gut bedient. Allerdings sollte man auch bedenken wie viel Arbeit so ein Tier macht. Diese Hunde brauchen viel Bewegung. Baira ist jeden Morgen mit mir joggen gegangen, mittlerweile lassen wir beiden das besser, denn sie ist ja schon ein altes Mädchen. Die Lebenserwartung dieser großen Hunde beträgt etwa 12 Jahre, aber wir hoffen das beste.
Manchmal verfluche ich den Dreck, den so ein großer Hund ins Haus bringt, sie schleppt kleine Zweige und Aststückchen in ihrem Fell ins Haus, denn ihr Lieblingsplatz ist im Garten unter den Sträuchern und bürsten lassen mag sie sich auch nicht gern.
Aber dann sehe ich in ihre großen braunen Augen, bemerke die Mimik, die so ein Hund hat, bekomme eine dicke Pfote auf den Arm und bin unendlich froh dieses Tier zu haben.
Sie ist eine Bereicherung unseres Lebens und mein Kleiner fragte schon im zarten Alter von 8 Jahren......Mama, wenn der Papa und du mal nicht mehr da seid, wer erbt denn dann die Baira???
   
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