Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
gute, komplexe, durchdachte Story . . . |
| Kontra: |
. . . wo man aber schnell den Faden verliert |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Vorgeschichte
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Letztens habe ich mir auf DVD "Brick" angesehen. Dieser Film wurde in allen Zeitschriften, wo er rezensiert wurde, über alle Maßen gelobt. Somit musste ich mir den Film ansehen. Meine Freunde sind leider nicht für nachdenkliches Kino geschaffen, weswegen ich ihn mir alleine angetan habe. Irgendwie auch mal ganz gut, denn dann wird man nicht gestört ;-)
Im Vorfeld wusste ich lediglich noch über den Film, dass irgendjemand zusammengeschlagen vor einem Abwassertunnel ligt und es insgesamt nicht gerade friede-freude-eierkuchen zugeht. Aber das war wohl nicht ganz richtig...
Die Handlung (Ohne Spoiler)
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Das Bild fadet ein. Zunächst schweift die Kamera über ein Paar kniende Füße. Schnitt. Dann ist das Portrait eines schwarz gelocktem Teenager mit Brille zu sehen. Schnitt. Danach ist die ganze Szenerie sichtbar: Im Betoneingang eines Kanalisationssystems liegt eine leblose Person. Auf der anderen Seite der Öffnung kniet ein Mann - offensichtlich der schwarzhaarige Teenager. Die Haare der leblosen Person schwimmen leicht im Regenwasser; ebenso eine Hand, die mit blauen Armreifen geschmückt ist...
Zwei Tage vorher: Der Hauptdarsteller Brendon findet in seinem Schulspind einen Zettel mit der Anweisung, zur bestimmten Zeit an einen bestimmten Ort zu kommen. Dort wird er aus einer Telefonzelle aus angerufen. Seine Exfreundin, die er seit 2 Monaten nicht mehr gesehen hat, ist am anderen Ende der Leitung, und erzählt ihm sehr verstört lauter wirres Zeug, bevor sie panisch auflegt . Er macht sich Sorgen um sie und versucht sie zu finden - zunächst nur um Gewissheit zu haben dass es ihr gut geht. Doch je weiter er nach ihr fahndet, desto tiefer kommt er in ein Milieu von Gewalt, Drogen und Mord, fest gewillt, dieses Treiben zu beenden.
Wie geht's aus? (Spoiler)
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Der Hauptdarsteller selber wirkt nicht wie sonst als lieber Schwiegersohn, sondern ist selber ein Sturkopf, geht seinen eigenen Weg und vertraut nur seinem einzigem Freund und Informanten "Brain". Mit seinen Informationen erkennt er bald, dass die Angst der Exfreundin was mit dem größtem Drogendealer der Stadt (namens "Pin") zu tun haben muss. Er zettelt Streit an mit einem seiner Kunden und wird schließlich Spitzel für Pin. Er erfährt, dass seine Ex umgebracht wurde, dass jemand einen Brocken aus Heroin ("Brick") falsch gestreckt hat und deswegen tot ist, dass Pin's Mann für's grobe - Tuk genannt - außer Kontrolle gerät, dass sich nachher dann doch alle umbringen und schlussendlich die Frau der Gang, der er zuerst nicht traute und schließlich mit ihr in der Kiste landete, an allem schuld ist und die Ereignisse rigoros geplant hat.
Worum geht's wirklich?
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Man könnte meinen, dies ist eine normale Held-jagt-böse-Männer-weil-seine-Liebe-in-Gefahr-ist-Nummer.
Doch schnell merkt man, dass irgendwas anders ist. Durch die düster gehaltene Atmosphäre, durch die spärlichen Gefühlsregungen der Darsteller sowie den parallelen zur Realität wird hier eine Stimmung beim Zuschauer aufgebaut, die beklemmend und mitfühlend ist. Dieses Genre hat einen speziellen Namen - "Film noir" - und wird immer beliebter.
Aber trotz des neuen Trends, einen Film düster zu machen indem z.B. auf den Szenen in der Schule nie Komparsen/Mitschüler zu sehen sind und alles grau in grau gestrichen wurde, ist, nüchtern betrachtet, dieser Film genau das: Eine Held-jagt-böse-Männer-weil-seine-Liebe-in-Gefahr-ist-Nummer. Und obendrein ist es nachher die gewesen, die man als Zuschauer sowieso schon im vagen Verdacht hatte. Eine (zugegeben sehr hübsche) Frau ist an allem Schuld. Dies soll dem Film wohl die extra Würze geben. Im Nachhinein betrachtet wirkt's eher kitschig.
Dabei war die Story an sich schon sehr ausgereift und spitzfindig. Wie die einzelnen Personen zueinander stehen war schon nett durchdacht, und auch die Details, woran Brendon erkannt hat, dass SIE es war. Leider jedoch war ich nicht auf so viele geballte Informationen gefasst gewesen und habe deswegen manche Wendung nicht so schnell verfolgen können. Dazu kam noch, dass manchmal die Synchronsprecher derart genuschelt oder schnell gesprochen haben, dass man erst recht nichts mehr verstanden hat. Deswegen stand ich an manchen Stellen des Films dumm da und ich muss ihn wohl noch einmal ansehen, um den Handlungsablauf genau zu kennen. Alles in allem ein durchaus anspruchsvoller Film. Aber den Kultstatus kann ich nicht nachvollziehen.
Bild und Ton
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Das Bild war DVD-typisch super. Aber die Kameraführung war nicht die Beste. Ähnlich einem fortgeschrittenem Studentenfilm waren die Bewegungen manchmal hakelig oder auf geringes Buget ausgelegt. (Beispiel: Als ein Spiegel zerbrach wurden lediglich die Splitter gefilmt, wie sie herunter fallen. Nicht aber der Spiegel selber) Naja, da sind wir ja schon ein wenig Hollywood-verwöhnt was Special-Effects angeht. Der Ton war mäßig. Effekte wie die Schritte eines flüchtenden Brendons wurden überzogen nachvertont und wie gesagt, die Darsteller sprachen schlecht deutsch. Aber für das Buget (keine Ahnung wie viel, aber es war bestimmt nicht viel) ist es ok.
Extras
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Ich habe mir die DVD aus einer Automaten-Videothek ausgeliehen. Deswegen kann ich nichts verlässliches zu den Extras auf der DVD sagen, da ich vielleicht nur CD1 von zweien zuhause hatte. Auf dieser einen DVD allerdings war nur der Trailer und ein Audiokommentar dabei.
Fazit
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Ich bin ganz froh, ihn gesehen zu haben. Es war mal was anderes, und nicht immer eine Einheitskomödie. Dennoch habe ich nach DEM Medienecho mehr erwartet. Vor allem einen professionelleren Film, und kein B-Klasse-Movie. Normalerweise gefällt mir eine verwobene Story (Lucky # Slevin), doch hier war's ganz schön viel auf einmal.
Ich kann den Film jedem empfehlen, der anspruchsvolle Filme gerne sieht und keine 5000l Benzin braucht, die dabei explodieren. Aber für einen harmlosen DVD-Abend mit Freunden ist der Film nix.
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09.10.2006
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