Bridge - So schwer, wie man es sich macht
13.10.2001
Pro:
Spass, Herausforderung, billig
Kontra:
Gewisse Einlernzeit, enau 4 Spieler benötigt
Empfehlenswert:
Ja
 Cyriel
Über sich:
so, jetzt bin ich schon geraume Zeit etwas inaktiv... aber das soll euch nicht daran hindern mir Nac...
Mitglied seit:09.12.2000
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Vielen Menschen wirft sich die Frage auf "Was ist Bridge? Noch nie gehört..", wenn sie einmal mit diesem Thema konfrontiert werden. Ein Grossteil dieser Personen hört dann die kompliziertesten Antworten, in denen wissenschaftlich genau auf die einzelnen Anforderungen an den Spieler eingegangen wird. Die meisten Leute winken dann schon ab und meinen "Ich sehe schon, das ist mir viel zu kompliziert". Immer wenn ich einen solchen abschreckenden Dialog mitbekomme, kann ich nur den Kopf schütteln. Ich bin 21 Jahre, und spiele nun wohl schon seit 10 Jahren Bridge. Als Hobby. Mir wurde nie gesagt: "Das ist ein mords schweres Spiel", oder "da musst Du noch viel lernen". Denn Bridge hat die Eigenheit so schwer zu sein, wie man es sich als Spieler macht. Aus diesem Grunde werde ich hier nicht penibelst genau auf die Feinheiten eingehen, die das Spiel mit sich bringen mag, sondern eher den Gedanken vermitteln, der hinter dem Bridge spielen steht: Mit Denken Spass haben! Und auch wenn der Artikel etwas lang ausfällt, so sollte eigentlich jeder danach in der Lage sein das Spiel in seinen Grundzügen zu verstehen. Zutaten für ein Bridge Spiel: - vier spielwillige Personen - einen Tisch - vier Stühle - ein französisches Kartenspiel, das sind die mit den 52 Karten und diesen 4 verschiedenen Farben (Pik, Karo, Herz, Treff(=Kreuz))
Zubereitung: Die vier Personen nehmen auf den vier Stühlen Platz (also jeder auf einem), und setzen sich so an den Tisch, wie bei einem Kompass die Himmelsrichtungen angezeigt sind. Das sieht dann so aus:--------Person1-------- Person2--Tisch--Person3 --------Person4-------- Dann mischt man das Kartenspiel einmal gründlich durch, und gibt jedem Spieler 13 Karten. Dies solls mit der Vorbereitung auch schon gewesen sein. Ziel des Spieles: Nun stellt sich die simple Frage:"Was muss ich denn überhaupt tun?". Die Antwort fällt mindestens ebenso simpel aus: "Möglichst viele Stiche machen." Und die eigentliche Frage, und das einzige was an Bridge schwierig ist, ist die Überlegung, wie man am meisten Stiche macht. Gott sei dank lastet diese Last nicht auf den Schultern einer einzelnen Person, sondern sie verteilt sich auf das Paar, dass sich einander gegenübersitzt. Diese zwei Personen spielen nämlich zusammen. Wie würde jeder normale Mensch jetzt wohl vorgehen?!? Er würde seine Karten anschaun, und seinem Partner sagen, was er für Karten hat. Dann würden sie zusammen überlegen, wieviele Stiche sie gemeinsam machen und dies schlussendlich lautstark verkünden. Nachdem diese Ankündigung vollzogen worden ist, würden sie, wie in anderen Kartenspielen auch, einfach spielen und versuchen möglichst viele Stiche für sich zu beanspruchen. Wenn sie dann am Ende soviele Stiche gemacht haben, bekommen sie eine gewisse Anzahl an Punkten dafür. Je mehr Stiche, desto mehr Punkte. Die Gegenpartei würde ebenfalls versuchen so viele Stiche wie möglich zu machen. Da es aber insgesamt nur 13 Stiche maximal geben kann, heisst das der Kampf um jeden Stich geht los.
Das Lizit: Dies alles wäre natürlich verhältnismässig einfach, wenn es nicht gewisse Restriktionen geben würde. So ist es den Spielern zum Beispiel nur erlaubt zu sagen "ich mache soundsoviel Stiche, wenn diese Farbe Trumpf ist". Sie können damit ihrem Partner nicht einfach jede einzelne Karte mitteilen, sondern sie müssen dies offiziel und in dieser gekürzten Fassung kundtun. Ausserdem kommt jeder im Uhrzeigersinn nacheinander dran, und jeder darf das letzgesagte nur überbieten. Also auf "Ich mache 10 Stiche wenn Herz Trumpf ist" kann nur "Ich mache 11 Stichewenn Pik Trumpf ist" aber nicht "Ich mache 9 Stiche wenn Karo Trumpf ist" folgen. Da es nun noch eine Ranghöhe der Farben gibt (diese ist Treff<Karo<Herz<Pik) wäre auch "Ich mache 10 Stiche wenn Pik Trumpf ist" eine korrekte Antwort. Die höchste Ansage einer Stichstufe ist es ohne Trumpf Farbe zu spielen "Ich mache 10 Stiche ohne Trumpf". Nun können sich Partner vor dem Spiel natürlich gewisse Sachen ausmachen, die zum Beispiel so lauten können "Wenn ich eine Herz sage, dann habe ich fünf Herzkarten auf der Hand" oder "Wenn ich zwei Ohne Trumpf sage, dann habe ich zwei Asse in der HAnd". Man beachte hier, das das Wort "Stiche" in der Ansage einfach weggelassen wird. Kann ein Spieler ein vorheriges Gebot nicht überbieten, so sagt er "Pass" (=weiter). Da man aber nun von "einer Treff" (=einen Stich, wenn Treff Trumpf ist) bis zu dem Gebot "dreizehn Ohne" (=13 Stiche Ohne Trumpf Farbe) 52 verschiedene Gebote hätte, hat man den Gebotsraum etwas reduziert. Die Hälfte an Stichen von 13 ist nämlich 6,5. Das heisst, die Ansage wird ja erst interessant, wenn man mehr Stiche als die Gegenpartei macht. Darum werden immer 6 Stiche zu dem Angesagten hinzuaddiert. Daraus ergibt sich der Gebotsraum 1 Treff (= 1+6=7Stiche wenn Treff Trumpf ist) bis 7 NT (=7+6=13 Stiche ohne Trumpf). Diese Art der Stiche ankündigung nennt sich Lizit. Das Durchführen somit lizitieren. Das Spielen: Nachdem nun jeder angegeben hat, wie toll er ist, und wieviele Stiche er machen wird, hat rgendjemand die höchste Ansage getätigt. Diese Ansage wird dann gespielt. Nehmen wir an diese Ansage war "3 Ohne Trumpf" . Ziel des Spielerpaares, aus dem der mutige Ansager stammt, ist es nun auch zu beweisen, dass er so toll ist. Er muss 3+6=9 Stiche machen, ohne einer Trumpffarbe. Die Person links von unserem wackeren Ansager spielt nun die erste Karte aus. Nun geschieht folgendes: Der Partner des wackeren Ansagers legt alle seine Karten auf den Tisch. So, dass sie jeder sehen kann. Dann kann er sich was zu trinken holen, oder eine Rauchen gehen, denn unser wackerer Ansager darf jetzt bestimmen, welche Karte von diesen offenen Karten hinzugelegt wird. Beachten muss er dabei nur, das Farbzwang für alle Spieler herrscht. Das heisst wenn der Spieler eine Karte der gleichen Farbe, wie ausgespielt worden ist hat, so muss er sie dazulegen. Hat er mehrere kann er sich aussuchen welche davon. Hat er keine, so kann er eine beliebige andere Karte hinzulegen. Wenn nun reihum jeder Spieler eine Karte zugegeben hat, dann müssten vier Karten da liegen. Dies nennt man nun einen "Stich". Dieser Stich gehört der Partei, die die höchstwertige Karte der ausgespielten Farbe, darin liegen hat. Wird mit Trumpffarbe gespielt, so zählt eine Karte der Trumpffarbe höher als jede Karte der ausgespielten Farbe. Gibt es mehrere Trumpfkarten, so gilt die höchstwertigste. Die siegreiche Partei nimmt sich die vier Karten und legt sie aus dem Spiel. Nun darf die Person, die den letzten Stich gemacht hat eine neue Runde eröffnen, und eine neue Karte ausspielen. Eine ganz beliebige Karte. Dies geschieht 13 Runden lang, bis keiner mehr eine Karte hat. Danach wird Inventur gemacht. Jede Partei nimmt Bestand auf an den Stichen, die sie erziehlt hat. Wichtig ist hierbei nur die Stichanzahl. Nun wird geschaut, ob die Partei des mutigen Spielers, der am höchsten geboten hatte, die vorhergesagte Stichanzahl auch erreicht hat. Sollte dies der Fall sein, so bekommt die Partei punkte gutgeschrieben. Wenn sie mehr Stiche als angesaagt gemacht hat, gibt es mehr Punkte. Sollte sie weniger gemacht haben, so wird die Gegenpartei mit punkten belohnt, denn sie hat ja das drohende Unheil erfolgreich verhindert. Der Reiz: Der Reiz dieses Spiels ist es nun, aus allen möglichen Kartenvarianten möglichst immer die maximal mögliche Stichanzahl vorherzusagen, und vorallem diese auch zu ereichen. Dies kann nur mit viel Denken, einigen Tricks und Kniffen erreicht werden. Man wird da vom Ehrgeiz gepackt, und sinniert über alle möglichen Varianten des Spielens nach. Denn schliesslich will man seinen Job ja gut machen! Mir persönlich macht Bridge spielen gehörigen Spass, auch wenn ich nur ab und an Gelegenheit dazu finde. Mit alter hat dieses Spiel nichts zu tun, denn jeder der gerne ein bisschen nachdenkt wird riesigen Spass daran finden. Bridge spielen lernen kann aber jeder. Es kommt nur darauf an, was man errreichen will. Ob man zu den Top Spielern gehören will, oder ob man sich einfach an ab und an gelungenen Partien erfreut. Deshalb ist Bridge immer nur so schwer, wie man es sich macht. (es kann von leicht bis zu sehr schwer gehen) Also, warum sollte man es nicht einmal probieren???Alle, die mehr über Bridge wissen wollen, können hier noch ein bischen rumstöbern: http://www.bridge-verband.de/
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05.08.2003 22:48
Ich kenne das Spiel Bridge anders. Ganz anders und viel einfacher.
13.10.2001 13:11
So toll hab ich Bridge noch nie erklärt bekommen! Jetzt brauch ich nur noch jemand, der mit mir spielt :-)
13.10.2001 13:00
echt cooler bericht!man hätts nicht besser erklären können!