Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
individueller Körperschmuck | | hat nicht jeder | | keine negativen Nachwehen | | kaum Schmerzen beim Stechen selbst | | schnelle Abheilzeit |
| Kontra: |
die Angst vorher | | das ekelige Eisspray |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Hallo ihr Lieben!
Heute möchte ich mich entgegen meiner Gewohnheiten hier mal wieder einem Thema im Café widmen. Ich nämlich richtiggehend erschrocken, dass sich dazu nicht ein kompetenter Bericht hier befindet. Alles basiert nur auf persönlicher Meinung, Gehörtem, Gelesenem oder Gesehenem. Das möchte ich ändern, indem ich einen wirklichen Erfahrungsbericht schreibe. Es soll um eines meiner Piercings gehen.
>> Bridge Piercing <<
Was ist das überhaupt?
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Wie ich auch feststellen musste werde viele Piercings nicht mehr nach der Stelle, wo sich gestochen werde benannt, sondern bekommen einen Namen, unter dem sich niemand etwas vorstellen kann. So ist es bei vielen von euch sicherlich auch. Daher sorge ich mal für ein wenig Aufklärung. ;)
Dieses Piercing befindet sich im oberen Nasenbein zwischen den Augen.
Einige von euch werden das sicherlich schon mal gesehen haben. Gleich unter diesem Punkt möchte ich auch mit dem anscheinend noch weit verbreiteten Gerücht aufräumen, das Leute in die Welt gesetzt haben, die Piercings assozial, hässlich oder sonst wie finden. Oder einfach nur neidisch sind, weil sie selbst keins haben können/ dürfen - aus welchen Gründen auch immer.
Das Bridge Piercing wird NICHT durch den Nasenbeinknochen gestochen!!!
Wie soll das auch gehen? Mit Hammer und Meißel, oder doch eher schon mit einem Akkuschrauber?
Warum habe ich es machen lassen?
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Der Grund ist eigentlich ganz einfach zu finden - piercen macht bei den meisten Leuten süchtig. Genau wie tätowieren. So ist es bei mir auch.
Vor ca. sieben Jahren habe ich mir mein erstes Piercing machen lassen. Damals war es ein Nasenstecker. Der wurde durchgeschossen. Danach kam ein Bauchnabelpiercing - beim Arzt. (Zum Piercing - Können von Ärzten werde ich nichts sagen...). Gute zwei Jahre später folgten dann (die aber schon bei meinem Stammpiercer) ein Augenbrauen-, Labret- und Zungenpiercing.
Kurz danach kam dann noch das Lippenbändchen und die Brustwarze dran.
Anfang diesen Jahres war ich der Ansicht, noch ein Labret Piercing haben zu müssen - schräg über dem Mund. Ihr habt es sicherlich auch schon gesehen.
Mein letztes Schmuckstück war dann schlussendlich das Bridge Piercing. Aber es wird sicherlich nicht mein Letztes bleiben - ihr erinnert euch, was ich eingangs geschrieben habe. ;)
Wo habe ich es machen lassen?
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Bei dem Mann, dem ich in Sachen Piercing vollstes Vertrauen schenke. Zu ihm gehe ich seit ich 15 bin. Zu finden ist er unter folgender Adresse:
Jolie Lito
Stralsunder Straße 2
16515 Oranienburg
www.lito-piercing.de
www.jolie-lito.de
Es handelt sich bei diesem Laden nicht um ein Piercingstudio im klassischen Sinne. Es ist eher ein Schmuckladen mit Hinterzimmer. Auch wenn das vielleicht etwas abenteuerlich klingt - es ist alles super sauber und ordentlich. Bei vielen Studios soll es an Hygiene ja mangeln, habe ich mir sagen lassen. Aus diesem Grunde gehe ich auch nur zu oben genannter Adresse, wenn es darum geht, mich stechen zu lassen. Außerdem kostet dort jedes Piercing inklusive Stecker nur 30 €.
Ganz früher, als der Mann das noch in seiner Wohnstube gemacht hat (ja, ihr habt richtig gelesen - in seiner Wohnstube) hat er noch 20 DM genommen - ohne Stecker. Aber na ja, die Zeiten ändern sich und somit auch die Preise. Dennoch finde ich die 30 € für ein Piercing sehr günstig.
Was muss man beachten, bevor man zum Piercer geht?
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Da ihr jetzt sicherlich nicht alle nach Oranienburg pilgern wollt, nur um euch dort ein Piercing stechen zu lassen, werde ich mal auf die wichtigsten Punkte eingehen, auf die ihr unbedingt achten müsst, wenn ihr in ein Studio geht.
Es muss alles sauber und ordentlich sein. Kein Dreck, keine benutzten Kanülen oder sonst was dürfen zu sehen sein. Auch muß der Schmuck unbedingt desinfiziert sein. Mein Stecher macht das in einem Gerät, dass aussieht, wie ein Miniaturkühlschrank. Guckt euch alles ganz genau an. Das ist euer gutes Recht. Was noch sehr wichtig ist, ist dass ihr eine Art Formular unterschreiben müsst, auf dem ihr zum einen erklärt, dass ihr bereits volljährig seid und zum anderen, dass ihr einverstanden seid, dass das Studio im Falle einer Infektion keine Haftung übernimmt. Das klingt jetzt vielleicht böse, ist aber ganz normal. Meist steht auf diesem Zettel auch noch drauf, dass man sich verpflichtet, dass man das Piercing (oder das Tattoo) so pflegt, wie man es geraten bekommen hat. Was aber noch wichtiger ist, ist dass die Leute euch dort, wenn ihr unter 18 seid, nicht ohne Einverständnis der Eltern piercen. Merkt ihr, dass sie es doch tun würden - lasst die Finger davon. Das ist absolut unseriös.
Zu einem guten Piercingstudio gehört natürlich auch eine kompetente Beratung.
Ihr müsst im Vorhinein über alle möglichen Risiken aufgeklärt werden. Was nützt es euch, wenn euch der Piercer sagt, dass ihr nach einem Zungenpiercing keine Schmerzen haben werdet und sofort danach alles essen könnt, oder so? Nichts. Auch muss er euch alle Fragen beantworten, die ihr habt. Das finde ich sehr wichtig. Denn nur, wenn ihr alle Risiken kennt, könnt ihr auch richtig mit eurem neuen Schmückstück umgehen.
Ich denke mal, dass das Wichtigste zum allgemeinen Teil ist.
Mein Gang zum Piercer
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Ich kam also wie immer in den Laden und sagte, dass ich ein neues Piercing möchte. Für die beiden Männer, die dort arbeiten war das nichts Neues, denn sie kennen mich schließlich schon.
Allerdings konnte es nicht sofort losgehen, denn sie hatten grade nicht die passenden Stecker in dem Desinfiziergerät. So musste ich dann noch eine halbe Stunde warten. Aber das war mir 1000 mal lieber, als dass ich einen Stecker bekomme, an sich irgendwelche Bakterien befinden. Immerhin handelt es sich ja um eine Wunde, die einem da zugefügt wird.
Nach besagter halber Stunde war es dann soweit. Ich durfte mich auf die Liege setzen und er hielt mir den Stecker an das Nasenbein, um mich entscheiden zu lassen, wo genau ich es haben möchte. Als das auch geklärt war, hat er an die von mir gewählte Stelle zwei Punkte angezeichnet, sodass er sehen kann, wo er stechen muss.
Als auch das erledigt war, musste ich mich auf die Liege legen. Nun kam das Ekligste am ganzen Piercen. Das Eisspray. Mit zwei Stückchen Küchenrolle hielt er mir die Augen zu, sodass nichts von dem feinen Nebel, den die Sprühflasche zwangsläufig auch noch ausstößt, in meine Augen kommen kann. Das Eisspray sprühte er mir großzügig auf mein oberes Nasenbein. Es ist wirklich so richtig kalt und der Geruch beißt auch ganz schön in der Nase. Aber zum Glück ist das nur kurz.
Als das Stück Haut vereist war, hat er mit einem scherenartigen Werkzeug die Haut auf meinem Nasenbein angehoben und die Kanüle durchgejagt. Das Ganze ist eine Sache von wenigen Sekunden. Dann ist auch schon alles überstanden. Nun wird nur noch der Stecker durchgeschoben, die Kugel drauf geschraubt - und fertig!
Die Pflege
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Wie jedes Mal habe ich meinen Piercer auch bei diesem Schmuckstück ausgequetscht, ob ich irgendwas besonderes beachten muss, bei diesem Piercing. Aber wie auch schon bei allen anderen, die ich im Gesicht habe, kam wieder mal ein Kopfschütteln. Das sollte nicht bedeuten, dass ich gar nichts beachten muss, sondern, dass ich alles, was ich bei den anderen beachtet habe, auch hier wieder gilt.
Das wären z.B. solche Sachen wie, dass man nicht gleich ins Schwimmbad gehen sollte oder in die Sauna. Allgemein sollte man keinen anstrengenden Sport betreiben, bei dem man schwitzt. Denn durch den Schweiß gelangen auch Bakterien in die Wunde, die unter Umständen nicht ganz gesund sein können. Das gilt natürlich aber auch nur für die ersten 1 - 3 Wochen.
Wichtig ist, dass das Piercing regelmäßig gedreht wird. Ich mache es immer mal wieder am Tag. Denn ich möchte ja nicht, dass es einwächst. Dabei ist es wichtig, dass die Hände frisch gewaschen sind. Denn vom Anfassen verschiedenster Kleinigkeiten hat man ja eventuell mikrofeine Schmutzpartikel an den Fingern, die nicht unbedingt an das Piercing gelangen sollten.
Nun zu der Frage, ob man eine bestimmte Salbe oder Creme drauf schmieren muss.
Nein, müssen muss man nicht. Man kann z.B. das sogenannte Tyrosur Gel drauf schmieren. Das gibt es in kleinen Tuben beim Piercer oder in der Apotheke. Mir wurde allerdings gesagt, dass man das nicht zwingend braucht. Es reicht wohl, wenn man das Piercing täglich mit klarem und sauberem Wasser abspült. Mir wurde auch gesagt, dass ich mein Gesicht ganz normal mit Waschgel waschen und sogar mit (alkoholfreiem) Gesichtswasser an das Piercing gehen kann. Das mache ich allerdings nicht. Ich halte mich an die Variante mit Wasser und damit hatte ich nie Probleme. Allen meinen Piercings geht es gut. ;)
Nach gut zwei Wochen kann man den Stecker auch mal rausnehmen und reinigen. Währenddessen kann man auch den Stichkanal mit Wasser reinigen.
Die Risiken
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Bei der Recherche über dieses Bridge Piercing habe ich viele Horrorstorys gelesen. Ich gebe das alles jetzt mal kurz kommentiert weiter.
Angeblich kann es wohl passieren, dass das Gesicht durch so ein Piercing gelähmt sein kann, dass man anfängt zu schielen und dass einfallende Sonne sich auf dem Metall bricht und einen so blenden kann. Auch Dauerkopfschmerzen gehören zu gerne zitierten Risiken, wenn es um dieses Piercing geht.
Ich halte das alles für absoluten Schwachsinn.
Wie ich eingangs schon gesagt hatte, werden solche Sachen immer von Leuten in die Welt gesetzt, die der Ansicht sind, Piercings sind Körperverletzung oder -verstümmelung. Oder aber von solchen Leuten, die gerne würden, aber nicht können. Es werden solche Geschichten sogar über normale Ohrlöcher verbreitet. Also sollte klar sein, dass das vollkommener Quatsch ist. Wenn ihr zu einem professionellen Piercer geht, kann gar nichts passieren.
Das einzige, was wirklich passieren kann ist, dass euer Körper den Schmuck nicht annimmt und ihn abstößt. Das kann man vorher nie voraus sagen, da jeder Körper anderes reagiert. Wenn er nicht will, stößt er den Schmuck ab, in dem er ihn rauseitern lässt. Klingt super widerlich, passiert aber nur selten, denke ich.
Aber jemand, der noch kein Piercing hat, wird sicherlich auch nicht mit einem Bridge Piercing anfangen. Davon wäre auch abzuraten, da ein bisschen Erfahrung schon nicht schlecht wäre. Wenn man die von vornherein schon mitbringt, weiß man ja über seinen Körper bescheid.
Wenn ihr euch nicht sicher seid, ob ihr gegen den Schmuck allergisch sein könntet, nehmt in jedem Fall Titan. Der ist zwar etwas teurer, dafür aber vollkommen sicher. Des weiteren gibt es noch einige andere Materialien, die ich nicht alle aufzähle, weil ich sie nicht kenne. Mein Rat nur wirklich: Im Zweifelsfall Titan für den Erststich!
Der Schmuck
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Wie schon gesagt, würde ich im Zweifelsfall immer Titan empfehlen, weil damit eigentlich nichts schief gehen kann.
Unter diesem Punkt möchte ich allerdings mehr auf die Möglichkeiten eingehen, welche Arten von Steckern man benutzen kann.
Mir wurde geraten, einen gebogenen Stecker zu benutzen. Ein grader Stecker, wie man ihn z.B. von Zungenpiercings kennt ist generell auch möglich, aber der wurde schnell rauswachsen und das will man ja nicht. Den gebogenen Stecker kann man so hin drehen, dass er über dem Knochen liegt und somit nicht nach außen hin drückt.
An dem Stecker kann man verschieden Arten von Kugeln benutzen.
Empfehlen würde ich erst mal kleine Kugeln. Danach kann man natürlich auch Spikes benutzen, wenn man es schön findet. Es gibt auch haufenweise bunte Kugel. Was ihr schön findet, entscheidet ihr. ;)
Meine Erfahrung nach dem piercen
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Direkt nach dem Piercen waren die einzigen unangenehmen Gefühle (ich sage mit Absicht nicht Schmerzen, weil es keine waren) das Wirken des Eissprays. Es ist einfach nur höllisch kalt. Als die Wirkung des Sprays nachgelassen hat, habe ich ein leichtes Puckern gespürt und natürlich dass da halt eben was Neues ist. Klar, es ist ja immerhin ein Fremdkörper. Aber wirkliche Schmerzen hatte ich nie. Eine gute Stunde nach der ganzen Prozedur hatte ich leichte Kopfschmerzen. Diese können aber auch vom Eisspray herrühren. Denn wenn es draußen richtig eiskalt ist, bekomme ich auch immer Kopfweh.
Aber schon am selben Abend habe ich gar nichts mehr von dem neuen Schmuck gemerkt. Die Kopfschmerzen waren auch sehr schnell wieder weg. Am nächsten Tag habe ich dann nicht mal mehr gemerkt, dass da was ist. Das kann von Person zu Person aber auch immer anders ablaufen. Bei mir ist das schon immer so gewesen. Anscheinend habe ich einen sehr resistenten Körper. ;)
Auch angeschwollen ist gar nichts. Aber auch das war bei mir noch nie der Fall. Ich habe also keine dicke Nase oder so was bekommen. Auch rot war es nur sehr kurz nach dem Piercen. Das Rot war aber auch nur sehr klein und nur zu sehen, wenn man genau hingeschaut hat.
Am selben Abend es Piercens habe ich mich dann noch ganz normal abgeschminkt. Mit Waschgel und Gesichtswasser. Allerdings habe ich darauf geachtet, dass nichts davon an die Wunde kommt. Der Piercer meinte zwar, dass das kein Problem wäre, aber ich habe es trotzdem bei klarem Wasser belassen. Am nächsten Tag habe ich den ersten Schorf bemerkt. Das ist ja auch ganz normal und zeigt, dass die Wunde heilt. Den Schorf sollte man vorsichtig entfernen und das Piercing nicht drehen, solange der Schorf noch dran ist. Vor dem Entfernen gilt natürlich auch wieder: Hände waschen!
Die Abheilzeit kann übrigens variieren. Im Normalfall dauert es aber so 6 - 8 Wochen ehe das Piercing völlig verheilt ist. Bei mir hat es allerdings nicht so lange gedauert.
Mein Fazit
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Ich bin super zufrieden und bereue es nicht, dieses Piercing machen gelassen zu haben. Es sieht klasse aus und ich habe keinerlei Beschwerden.
Es gibt also eine Empfehlung und fünf Sterne!
Post scriptum: Ich bitte alle diejenigen von euch, die piercen als pervers, Körperverletzung oder sonst was betrachten, entweder gar nicht zu bewerten oder so, wie es die Richtlinien hier bei Ciao verlangen. Denn ihr sollt nicht das Piercing bewerten oder nach eurer Meinung gehen, sondern die Qualität des Berichtes einschätzen. Ansonsten bin ich für sachliche Kommentare, Fragen, Meinungen und Anregungen immer offen!
Danke, für's Lesen und Bewerten
-blessed be-
Eure BulmaZ
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Kontra: -----
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