Brille - Dcvdns

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Brille - Dcvdns

HipHop / Rap - 1 - CD - Label: Distributi - Veröffentlicht am: 24. Februar 2012 - EAN: 4260038523339

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Erfahrungsbericht über "Brille - Dcvdns"

veröffentlicht 07.07.2012 | Frkruemel
Mitglied seit : 24.01.2012
Erfahrungsberichte : 261
Vertrauende : 160
Über sich :
Eigentlich wollte ich die Welt erobern...aber mir ist ein Nagel abgebrochen!
Ausgezeichnet
Pro Abwechslungsreicher und sehr witziger Pullunder-Hip-Hop!
Kontra -
besonders hilfreich
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:

"Streber-Rap"

Brille - Dcvdns

Brille - Dcvdns

DCVDNS – Brille

Echt geile Scheibe! Diese läuft bei mir momentan rauf und runter. Seit langem mal wieder ein gutes deutsches Sprechgesang-Album. Der 1988 in der saarländischen Kleinstadt St. Ingbert geborene DCVDNS ist die neue Rap-Sensation, welcher nicht unbedingt nur für Fans dieser Musikrichtung interessant ist. Der Name, wie er auf einem seiner Albumtracks erwähnt, steht entweder für „Der Coole Von Der Neuen Schule“ oder für die zufällige Wiedergabe von Buchstaben durch das Hauen auf seine Computertastatur. Das erste Mal wurde ich auf ihn aufmerksam, als mein Bruder (Mein biologischer Bruder und kein Synonym für flüchtige Bekannte oder einen meiner 2000 besten Freunde!) mir unbedingt ein paar seiner YouTube-Videos zeigen musste. Dort sah ich einen jungen Mann Anfang 20 mit einem dunkelblonden Sommerhaarschnitt, Brille und rotem Lacoste Pullunder. So wie der typische Streber halt. Pullunder und Brille sind übrigens auch seine Markenzeichen, wobei er der Meinung ist, dass die Brille, so wie Sidos Maske, seine wahre Identität verbirgt. Obwohl die Beats ganz gut klangen, wusste ich im ersten Moment nicht genau, ob ich seinen Rap-Stil gut oder schlecht finden sollte und was er genau mit seinem Auftreten bezwecken wollte.

YouTube ist auch die Plattform, die ihn bei der „Generation Facebook“ bekannt gemacht hat. Ganz nach dem neuen Zeitgeist und der Entwicklung im Musikgeschäft vom künstlichen DSDS-Casting zur kreativen Eigenregie im Internet. So wurde auch der Rapper MC Basstard auf ihn aufmerksam und veröffentlichte unter seinem Label „Dunkle Materie“ DCVDNS‘ erstes Studioalbum. Der eigentliche Veröffentlichungstermin sollte der 10. Februar diesen Jahres sein. Da er aber angeblich vom Rapper Haftbefehl bedroht wurde, weil dessen Album zeitgleich erscheinen sollte, wurde der Termin verschoben und „Brille“ erblickte erst am 24.02.2012 das Licht der deutschen Plattenläden. Mein Bruder hat es dann kurz darauf im ortsansässigen Media Markt bestellen lassen und konnte es dann wenige Tage später für 14,95€ endlich mit nach Hause nehmen. Da die Videos mich auf eine merkwürdige Art neugierig gemacht hatten, habe ich es mir bei ihm ausgeliehen und seitdem bin ich wirklich begeistert.

Neben dem Intro und Outro von Eric Cartman (der Dicke von „South Park“) bzw. dessen Synchronsprecher Jörg Stuttmann und 3 Skits (englisch für parodistischer oder satirischer Sketch) befinden sich 13 weitere Musikstücke auf dem Album mit Gastbeiträgen von den Rappern Frauenarzt (Die Atzen), Hermann Weiss, Wolfgang H, Smoe83, Basstard, Tamas, Boba Fettt, Trip und Justus (M.O.R.). Die Art und Weise, wie er sich in seinen Texten als Kleinkrimineller und Frauenaufreißer darstellt in Kombination mit seinem Nerd-Aussehen (englisch für Außenseiter, Fachidiot, Streber), ist einfach nur genial. Dabei nimmt er nicht nur sich oder das ganze Gangstar-Image auf die Schippe, sondern erwähnt auch, wie im Hip-Hop üblich, namhaftere Kollegen wie z.B. Kool Savas, Casper, Sido, Taktlo$$, Favorite oder Telly Tellz. Mal im positiven, mal im negativen Kontext, aber alles nicht immer ernst gemeint. Zumindest weiß man es nie so genau, was ernst gemeint ist und was nicht. Sein Rap-Stil und Flow (Kombination aus Beat, Stimme, Melodie, Text, Betonung und Aussprache des Rappers) sind anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, genau wie bei Sido, aber man kann schon feststellen, dass er sein Handwerk drauf hat. Den Vorwurf, den Hip-Hop verarschen zu wollen, widerlegt er allein schon durch seine Skills (englisch für Können, Kunstfertigkeit). Denn wer sich so sehr mit dieser Kultur beschäftigt, kann sie eigentlich nicht ins Lächerliche ziehen. Lediglich die Klischees von Gangster-Rappern zieht er durch den Kakao, wobei er damit bei mir offene Türen einrennt, weil ich einfach nur genervt bin von der Entwicklung zum gewaltverherrlichenden und menschenverachtenden Rappern im Überfluss, ohne jegliche Abwechslung und Kreativität. Jeder, der einmal eine Ameise zertreten hat oder einen Zahnstocher gestohlen hat, denkt, er kann jetzt seine Brötchen mit dem Rappen verdienen.

Kein Lied gleicht dem anderen. In einem Song rappt er mal recht langsam mit hoher Stimme und in anderen Songs wiederum haut er ein paar Doubletime-Verse (doppelte Geschwindigkeit zum Takt) raus. Es ist sowohl etwas zum Tanzen, als auch zum Nachdenken dabei. Aber vor allem etwas zum Lachen. Diese CD ist mit so vielen guten und humorvollen Liedern bestückt, dass ich eigentlich keinen Favoriten habe. Sie ist durchweg gut und das ist recht selten im Hip-Hop. Meistens sind nur die Singleauskopplungen gut und der Rest ist gefüllt mit mittelmäßigen Liedern, gepaart mit zu vielen langweiligen Skits. Die Frage ist nur, was nach diesem Album folgen und welchen Weg er einschlagen wird. Oder wird er wirklich irgendwann das „Opfer“ von gewalttätigen Hatern (Neider)?

Tracklist:

01 – Outro (Intro) - 0:09

02 – Wie ich - 3:00
Obwohl er so einiges schon erlebt oder drauf hat, so ähnlich wie so viele seiner bekannteren Kollegen, wird er einfach nicht zum Interview der marktführenden Hip-Hop-Magazine Juice oder Backspin eingeladen. Fast alles, was in dieser Szene Rang und Namen hat, wird erwähnt.

03 – Skit 1 - 0:05

04 - Interview mit sich selbst - 3:13
Mit diesem Lied erspart er sich lästige Interviewfragen, weil er sie hier selber stellt und dann auch beantwortet.

05 – Hier kann ja jeder tanzen (Feat. Frauenarzt) - 4:02
Der unerfahrene Clubgänger DCVDNS wird von Frauenarzt in die Disco begleitet und ins Partyleben eingeführt. Und gerade der Gynäkologe weiß, wie man feiert („Das geht ab (Wir feiern die ganze Nacht)“ oder „Disco Pogo“). Cooler Song zum Tanzen!

06 – Mein Mercedes - 2:29
Auf einem etwas aufgefrischten Beat des '86er-Hits „My Adidas“ von den amerikanischen Rap-Legenden Run D.M.C. („Walk this way“) schwärmt er von seinem liebsten Auto. Allerdings stehen hier nicht PS und Hubraum im Vordergrund, sondern eher Sicherheit. Er fährt nie schneller als 100km/h oder steigt nur auf der Beifahrerseite aus, weil es ihm ansonsten zu gefährlich ist. Geniale Parodie, die das Klischee von den aufgemotzten Karren aufgreift.

07 – Die Uhr (Feat. Hermann Weiss, Wolfgang H, Smoe83) - 4:34
Die Zeit vergeht wie im Nu und der Tod steht schneller vor der Tür, als man denkt.

08 – Skit 2 - 0:06

09 – Brille (Feat. Basstard, Tamas, Wolfgang H, Boba Fettt, Trip, Justus) - 3:53
Ein mysteriöses Intro im Stile Graf Draculas leitet ein Stück ein, welches 7 Brillenträger vereint. Diese schildern ihre Sicht durch das Glas, ohne welches sie im Leben ganz schön eingeschränkt wären. Auch ohne einen Refrain kommt es ganz gut rüber. Coole Idee!

10 - What's tweef? - 2:35
Anstatt sich durch Gewalt oder Waffen zu bekriegen, präsentiert DCVDNS die Entwicklung zum Beef (englischer Slang für Streit) über Twitter (soziales Netzwerk). Wenn er dadurch das unnötige Blutvergießen in der Rap-Szene beendet, dann kann es auch gut sein, dass er dadurch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen wird.

11 – Skit 3 - 0:08

12 - Pullunder & Brille - 3:45
Über einen Beat zum Tanzen rappt er über seine „harte Vergangenheit und Gegenwart und stellt sich selber als äußerst gefährlich dar. Neben dem unzähligen wiederholen des Satzes „Ich trage Pullunder und Brille“ im Refrain, bildet dieser auch jede vierte Zeile der Strophen.

13 – ZDS - 3:37
ZDS (Zeig deinen Schwa..) ist eine Anspielung auf Kool Savas' erster Single von '99 „LMS“ (Lutsch meinen Sch..nz), welche ihm in seiner Anfangszeit zur Popularität verholfen hatte. Lange bevor Bushido oder ähnliches in Mode kamen. Zwar werden bei DCVDNS ebenfalls lauter anzüglicher Reime hervorgeholt, aber so Geschlechterübergreifend, -verwirrend und sinnlos, dass die sexuelle Erniedrigung der Frauen ins Lächerliche gezogen wird.

14 – Du machst dir keine Gedanken solange die Nutella nicht nach Scheisse schmeckt - 3:52
Echt geile Streicher-Einlagen kombiniert mit düsterem Beat, ist das das einzige ernste Lied. Das Leben kann so einfach und unkompliziert sein, wenn man dumm ist. Andernfalls führt es zu schlaflosen Nächten, weil man sich einfach zu viele Gedanken macht.

15 – Ein wenig Tourette (Feat. Eric Cartman, Wolfgang H) - 3:01
Schimpfwörter und Fäkalsprache, welche im Ganbgsta-Rap zum Standardrepertoire gehören, fallen hier ebenfalls zuhauf. Aber in diesem Fall kann man nichts dagegen machen, weil es krankheitsbedingt ist. Vielleicht sind die anderen Gangsta ja dann auch auf irgendeine Art und Weise krank?

16 – Hilfe, ich werde bedroht - 3:08
Wenn man sich über gewalttätige, humorlose und nicht ganz so helle Leute lustig macht, sollte man besser auf leere Drohungen gefasst sein.

17 – Meike - 2:43
Eine Entschuldiging an seine große Liebe Mic (englische Abkürzung für Mikrofon). Sehr witzig!

18 – Intro (Outro) - 0:07

Gesamtlänge: 44:27

Albumtitel:

Der Titel „Brille“ bezieht sich schlicht und einfach auf eines seiner beiden Markenzeichen, welches ihm nach eigener Aussage zur Anonymität verhilft. Eine Anspielung auf Sidos Debutalbum „Maske“ ist nicht auszuschließen.

Albumcover:

Schräg von links unten nach rechts oben ist das mit Aquarellfarben ausgemalte Porträt von DCVDNS zu sehen. Außer dem roten Pullunder ist der Rest in Grautönen gehalten und geht, wie man beim Aufklappen der CD-Hülle sehen kann, auf der Rückseite weiter, wo auch die Tracklist abgebildet ist. Am oberen Bildrand ist der Künstlername in weißen, 5mm hohen Großbuchstaben der Schriftart Haettenschweiler abgebildet. In derselben Schriftart, allerdings 40mm groß, kursiv und mittig angeordnet, dominiert der Albumtitel, welcher heller aufgebleicht den Hintergrund noch erkennen lässt. In der rechten unteren Ecke ist auch noch sein Logo zu erkennen. 12mm breit und 5mm hoch sind die weißen Buchstaben seines Namens in der Schriftart Bauhaus 93 in einander verwoben. Lediglich das mittlere V wird durch einen roten Pullunder ersetzt. Echt geiles Logo!

Außerdem ist die Rückseite des Booklets so gestaltet, dass man sie ebenfalls als Albumcover verwenden kann (Wendecover). Als Anlehnung an ein Bild von David Hasselhoff zu seiner erfolgreichen Zeit in den Achtzigern umarmt DCVDNS zwei Hundewelpen. Den Hintergrund bildet ein idyllisches Landschaftsbild mit Gebirge. 20mm hohe, weiße Großbuchstaben in der kursiven Schriftart Franklin Gothic geben am oberen Bildrand den Künstlernamen wieder. Der Albumtitel ist in der Schriftart Brush Script MT links unter den Namen gesetzt. Weiß, 15mm hoch und mit großem Anfangsbuchstaben. Auch hier sitzt sein Logo in der rechten unteren Ecke. Sehr kitschick, aber witzig!

Fazit:

Jeder, der diesen jungen Mann nicht witzig und unterhaltsam findet, hat entweder keinen Sinn für Humor und/oder seine Zeit hauptsächlich mit dem Verkauf von illegalen Substanzen, dem Abrichten von Kampfhunden oder dem Körperaufbau verbracht. Endlich mal wieder ein durchweg gutes Hip-Hop-Album. Unbedingt auch die YouTube-Videos angucken!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Karry2000de veröffentlicht 01.12.2016
    bh
  • Moin007 veröffentlicht 12.02.2016
    Moin Moin Steffi. Dein Bericht ist wieder sehr informativ und sehr gut geschrieben. BH. GLG. Joé
  • logo6600 veröffentlicht 22.07.2014
    nie davon gehört, klasse Vorstellung
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Produktdaten : Brille - Dcvdns

Produktbeschreibung des Herstellers

HipHop / Rap - 1 - CD - Label: Distributi - Veröffentlicht am: 24. Februar 2012 - EAN: 4260038523339

Haupteigenschaften

Titel: Brille

Künstler: Dcvdns

Komponist: .

Genre: HipHop / Rap

Schlagworte: Hip Hop / Rap; Deutsch Hip Hop

Medium: CD

Set-Inhalt: 1

Veröffentlichungsdatum: 24. Februar 2012

Label: Distributi

EAN: 4260038523339

Titel auf CD 1

1.: Outro (Intro) - Dcvdns

2.: Wie Ich - Dcvdns

3.: Skit 1 - Dcvdns

4.: Interview mit sich Selbst - Dcvdns

5.: Hier Kann Ja Jeder Tanzen - Dcvdns / Frauenarzt

6.: Mein Mercedes - Dcvdns

7.: Die Uhr - Hermann / Wolfgang H. / Smoe 83 Dcvdns / Weiss

8.: Skit 2 - Dcvdns

9.: Brille - Dcvdns / Basstard / Tamas / Wolfgang H. / Boba Fettt /

10.: What's Tweef? - Dcvdns

11.: Skit 3 - Dcvdns

12.: Pullunder & Brille - Dcvdns

13.: Zds - Dcvdns

14.: Du Machst Dir Keine Gedanken Solange die Nutella Nicht Nach Scheisse Schmeckt - Dcvdns

15.: Ein Wenig Tourette - Eric / Wolfgang H. Dcvdns / Cartman

16.: Hilfe, Ich Werde Bedroht - Dcvdns

17.: Meike - Dcvdns

18.: Intro (Outro) - Dcvdns

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 10/01/2012