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Seine schäbige bruchreife Bude sucht er nur selten auf, um seinem schuldeneintreibenden Vermieter aus dem Weg zu gehen. Statt bei seiner lauten, zahlreichen und armen Verwandtschaft aufzukreuzen, treibt er sich lieber in seiner Stadt und deren Kneipen herum . Von einem verhassten Abstecher beim Militär abgesehen, hat er nichts gelernt, was ihn für eine Karriere als Privatschnüffler gerade zu prädestiniert. Von seiner derzeitigen Regierung hält er an sich wenig - seiner politischen Überzeugung wegen, aber auch, weil Regierungsaufträge infolge der stets chronisch knappen Staatsfinanzen als schlecht bezahlt gelten. Aber selbst eine schlecht bezahlte Dienstreise ist besser als gar kein Job, zumal wenn sie in den Süden und ans Meer führt. Und wenn man ein bisschen Distanz zwischen sich selbst und seiner neuen Upper-Class-Eroberung legt, verhindert man ja wenigstens, dass die junge Dame mit einem selbst Schluss macht! Die Romanfigur, von der hier die Rede ist, ist ein geradezu klassisches Exemplar von einem Privatdetektiv – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Marcus Didius Falco schlägt sich nicht in New York, London oder Berlin durchs Leben, sondern im antiken Rom - fast zweitausend Jahre vor unserer Zeit. Und diese Kombination zwischen einem schnoddrigen Underdog, den man sich besser eigentlich im Trenchcoat als in einer Toga vorstellen kann, und einer toll recherchierten historischen Kulisse macht meiner Meinung nach auch den ganz besonderen Charme des Buchs Bronzeschatten und der übrigen Lindsey-Davis-Krimis aus. Das lakonisch-selbstironisch erzählte zweite Abenteuer von Falco und der Senatorentochter Helena ist von der ersten bis zur letzten Seite witzig und spannend und auch ohne Lektüre des Vorgängerbandes Silberschweine verständlich. Besser tut man allerdings daran, alles von Lindsey Davis zu lesen, was man in die Finger bekommt.