Heute möchte ich Euch einen Stuten vorstellen, der mich schon seit einigen Jahren, auf die übelste Art und Weise, verfolgt.
Die Vorgeschichte___________________________
Meine Mutter gehört zu der Gattung Mütter, die zu jeder Gelegenheit backen müssen. Nicht dass ich etwas gegen ihre Backkünste einzuwenden hätte – ganz im Gegenteil, doch manchmal meint sie es ganz einfach zu gut.
Dummerweise hatte ich vor einigen Jahren einmal bemerkt, dass mir Ihr selbstgebackener Stuten sehr gut schmeckt. Seit dieser Zeit bekomme ich diesen zu jeder Gelegenheit vorgesetzt: Ist ein Besuch bei meinen Eltern angesagt – wird der Stuten extra für das Töchterlein frisch gebacken. Bekommen wir Besuch – wird der Stuten mitgebracht. Erwähne ich auch nur den Besuch – erklingt freudig „dann backe ich Stuten“.
Wieso ich nun aber gerade an einem Samstag abend auf dieses Rezept komme –
nun ja, wir hatten eben Besuch...
Die Zutaten_________________________________
1 kg Mehl
200 g Zucker
150 g Magarine
2 Päck. Trockenhefe
1 Ei
½ L Milch
eine Prise Salz & etwas Muskatnuß
Die Zubereitung_______________________________
Zunächst einmal sollten Milch und Butter ein wenig erwärmt werden, damit sich der Teig besser kneten lässt & die Hefe besser aufgehen kann.
Dann werden alle Zutaten in eine recht große Rührschüssel (der Teig geht noch auf & nimmt einiges an Platz ein) gegeben & gut durchgeknetet, bis sich ein glatter Teig geformt hat.
Nun sollte der Teig abgedeckt, an einen ruhigen Ort gestellt werden und mindestens 40 Minuten, besser noch eine Stunde aufgehen. Im Anschluss an diese recht lange Wartezeit sollte der Teig ( der deutlich größer und „mehr“ geworden ist) nochmals gut durchgeknetet werden.
Im Anschluss daran, kann der Teig in eine größere Brotbackform gegeben und bei 180°C ca. 60 Minuten gebacken werden.
Auch während der Backzeit kann man noch beobachten wie der Teig weiter aufgeht und der Stuten in die Höhe wächst.
Um wirklich sicher zu gehen, dass der Stuten durchgebacken ist, ist der „Zahnstocher-Test“ ein nützliches Hilfsmittel. Dabei sticht man an verschiedenen Stellen vorsichtig in den Stuten - ist an dem Zahnstocher noch Feuchtigkeit zu erkennen, ist der Stuten noch nicht durchgebacken.
Ist alles o.k. und der Zahnstocher trocken, kann die Brotform aus dem Backofen geholt & der Stuten nach einigen Minuten Abkühlung vorsichtig aus der Form gestülpt werden.
Und schon ist er fertig, der Verfolgungs-Stuten!
Hinweise zur Verwendung von Muskatnuß:
Muskatnuß verleiht Lebensmitteln zwar den gewissen Pfiff, sollte aber nur in wirklich ganz geringer Menge verwendet werden, damit der Geschmack nicht verdirbt!
Der Tipp zur Verfeinerung_________________________
Anstelle des ½ Liters Milch kann man die Flüssigkeit auch teilen. So nimmt man ¼ Liter Milch und ¼ Liter Buttermilch – der Stuten wird so lockerer & bekommt noch einen Gesundheits-Faktor hinzu ;-)
Mein Fazit________________________________________
Wie Ihr oben ja schon gelesen habt, gehört dieser Stuten nicht mehr unbedingt zu meinen großen Leidenschaften & ich werde nur bei dem Gedanken an ihn ganz grün im Gesicht...
Da ich nun aber nicht ungerecht sein möchte, muss ich sagen dass ich diesen Stuten irgendwann einmal sehr gerne gegessen habe, weil er ganz was anderes ist:
Alle Leser die bei diesem Stuten an einen locker-leichten Stuten wie beim Bäcker gedacht haben, muss ich an dieser Stelle enttäuschen. Er ist eher von fester Konsistenz und erinnert ein wenig an ein Hefegebäck, ja eher schon an Kuchen. Was allerdings nicht im negativen zu verstehen ist, da er wahnsinnig sättigend ist und auf mich irgendwie „rustikal“ wirkt.
Er ist halt eben selbst gebacken und kommt ohne Konservierungsstoffe und sonstige Hilfsmittel aus.
Gut gefallen hat mir an ihm immer, dass er nicht so süß ist, sondern angenehm zu essen. Auch den angenehmen frischen Hefe-Geruch weiß ich an diesem Stuten zu schätzen.
Ob dieser Stuten nun schmeckt oder nicht & ob es einen Grund gibt, um grün im Gesicht zu werden - müsst ihr schon selbst beurteilen und ausprobieren!
Ich jedenfalls vergebe 3 Sternchen, weil ich nicht wirklich objektiv urteilen kann. Sicher gehört dieser Stuten nicht zu den besten auf der Welt, aber ganz sicher auch nicht zu den schlechtesten...
In diesem Sinne, ein schönes Wochenende noch &
Vielen Dank für´s lesen, bewerten & kommentieren!
Mirjam
14.09.2004 22:48
Den kann mein Mann sehr gut! Gruß Claudia
10.08.2004 22:16
Brot werde ich irgendwann auch nochmal selber backen. Allerdings finde ich weicheres Brot besser, aber rustikales Brot ist lecker, da gebe ich Dir Recht. Lieben Gruss, Sternschnuppe_02!
30.01.2004 20:11
Den Begriff Stuten hab ich im Zusammenhang mit Gebäck noch nie gehört. Aber macht ja nix, man lernt nie aus. Wir wollen ja auch mal selbst Brot backen, nachdem unser neuer Herd speziell eine solche Funktion anbietet. Ich bin gespannt, was das wird - bestimmt Chaos. LG Raimo