Brother (2000)

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Brother (2000)

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Essstäbchen in der Nase und Kugeln im Kopf!

5  12.04.2002

Pro:
Kitano weiss, wie man Filme dreht !  !  !

Kontra:
fällt mir jetzt so spontan keins ein .

Empfehlenswert: Ja 

Sid6.7

Über sich:

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 53 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

--===Brother===--

im Januar 2001, nach 2maligem Startermin verlegen kam endlich der Film "Brother" in die deutschen Kinos. Leider aber nicht in die riesigen UFA Kinos sondern nur in die kleinen kultigen Programmkinos (so war es zumindest bei uns in Aachen, kann natürlich auch sein, dass der Film in Stuttgart im UFA-Palast lief).

--===Vorgeschichte===--

Früher, also einige Jahre her, verabscheute ich jegliche Filme aus Japan oder China/Hongkong. Es war einfach nicht meine Art von Film.

Irgendwann kam dann mein Bruder zu mir, er ist ein sehr großer Anime und Japan/China-Film-Fan, und "zwang" mich regelrecht ein paar solche Filme zu schauen.

Ich würde schon fast sagen, dass die Japan und Chinafilme mich zu einem besseren Filmkenner gemacht haben, nicht nur weil ich dann mehr Filme kenne, sondern weil mir verschiedene Filmarten bekannt sind und so kulturelle Dinge auch über das entsprechende Land sehen kann.

Auf DSF kam, oder kommt, immer "Takeshi´s Castle" was eine überaus lustige und bizarre japanische Show ist, geführt von Japans Kult-Comedian Takeshi Kitano.

aber dazu später noch mehr unter der Rubrik REGISSEUR.


--===Story von BROTHER===--

Yamamoto (gespielt von Kitano selbst) ist ein Samurai der Neuzeit in Japan. Natürlich läuft er nicht mit einem Katana (Samuraischwert) sondern mit Knarren umher und versucht seinen Boss zu beschützen.

An einem Abend, an dem der alte Boss wiedermal kleine Mädchen besuchen will :) , wird dieser umgebracht. Yamamoto und seine Leute konnten nichts dagegen tun.

Im alten Japan, bei den Samurai, war es so üblich, dass die Diener des Fürsten Seppuku begingen (sich mit einem Schwert das Leben zu nehmen. Harakiri ist der unschöne Ausdruck dafür, ausserdem ist Harakiri unehrenhaft und Seppuku vollkommen ehrenhaft) um dann den Fürsten im späteren Leben beistehen zu können.

Was für Yamamoto vollkommen ausserfrage steht ist: Seine Brüder wollen sich einer anderen Familie anschließen um dem Tod zu entrinnen. Der man, der Aniki genannt wird (Yamamoto. Aniki=großer Bruder, großes Zeichen für Respekt und Loyalität) ist ein Dorn im Auge der neuen Familie und er soll ungebracht werden.

Er flieht in die USA, um seinen Bruder zu sehen...

Zwei Kulturen treffen nun aufeinander. Yamamoto´s Bruder Ken ist ein kleiner Drogendealer mit ein paar Freunden und ist sehr überrascht, seinen Bruder aus dem Waisenhaus wieder zu sehen.

Yamamoto ist halt ein Gangster, und bleibt auch einer, also fängt er an ihnen zu helfen auf eine nicht besonders übliche Weise: Jeder, der ihnen in den Weg kommt oder ihm krumm kommt bekommt eine Kugel in den Kopf.

So werden bald die kleinen Dealer eine sehr große Gang, die auch zuwachs bekommt und sich mit einer anderen Familie anschließt (was das Leben von Yamamoto´s Freund Harada opfert, der dem Führer der anderen Familie durch einen Selbstkopfschuss die Würde und seine Loyalität zu Aniki beweisst).

Aber mehr und mehr Probleme treten auf und es beginnt ein riesiger Bandenkrieg, in dem viele Menschen ihr Leben lassen müssen...


--===Lieblingsszenen===--

1. Einige von Yamamoto´s Leuten sitzen in einer Sushi-Bar und essen. Ein weiterer Gast will sie erschießen, kommt aber nicht dazu. Harada steckt ihm zwei abgebrochene Essstäbchen in die Nasenlöcher und rammt sie ins Gehirn. Man sieht es aus der Sicht des Opfers und sieht nur noch das Blut spritzen.

2. Das Ende! Natürlich will ich es nicht vorrausnehmen aber ich kann nur sagen, es ist vollkommen Stilhaft und unverständlich für einen Europäer oder einen Amerikaner.

3. Yamamoto kann nicht besonders gut Englisch und sitzt mit seinem Bruder Ken in einem Konferenzraum um mit den Italienern einen Deal auszuarbeiten. Ken verlässt den Raum und die anderen fangen an sowas wie "fucking japs" zu sagen und Yamamoto sitzt nur da und lächelt. Als Ken zurück kommt, erschießen sie die ganzen anderen und Yamamoto sagt den Leichen: "I understand <fucking jap>, asshole!!!" Einfach eine herrliche Szene.


--===Regisseur===--

Takeshi Kitano ist wahrscheinlich einer der besten Regisseure, die zur Zeit auf unserem Erdball wandern. Er kann aber auch nicht nur Gangsterfilme drehen wie "Sonatine", "Violant Cop" oder "Boiling Point" sondern kann auch einfühlsame Dramen wie "Hana-bi" oder "Kikujiro Summer" drehen, die wirklich unter die Haut gehen.

"Brother" stellt den ersten Film für Kitano dar, der in zusammenarbeit mit USA agiert. Dies wird auch zu einem größeren Fankreis in den USA führen.

1994 hatte Kitano einen schweren Unfall, welches ihn stark entstellte. Die Heilung war jedoch erstaunlich gut, doch ganz Japan bangte um seine Gesundheit, da man auch ihn für leicht Suizidgefährdet hielt. Seitdem zuckt er immer mit dem rechten Auge.


--===Meine Meinung===--

Brother war für mich der Beste Film, den ich im Jahr 2001 gesehen habe. Wenn man einen Film im Januar sieht hat man ihn normalerweise gegen September wieder vergessen, aber ich verglich jeden Film den ich sah mit der Brillianz von "Brother" und fragte mich, wieso Hollywood nicht solche Filme drehen kann.

Kitano´s Präsenz ist unheimlich stark und wie in keinem anderen Film bekommt man so einen starken Einblick in die Samurai der Neuzeit, die z.B. um ihre Ehre zu bewaren sich den Bauch aufschlitzen, oder wenn sie eine Feier z.B. befleckt haben sich den kleinen Finger abschneiden müssen um ihre Ehre wieder herzustellen (beide Szenen sind auch im Film vorhanden).

Ehre und Respekt spielt eine richtig große Rolle und ich kann nur sagen, dass "Brother" meinen Respekt vollkommen hat. Kombiniert mit ein paar amerikanischen Schauspielern (Omar Epps und Tatyana M. Ali unter anderem) und dem japanischen Filmstyle ist dieser Film das Treffen zweier Kulturen und das Ergebnis ist der Beste Film 2001 und mein Lieblingsfilm überhaupt...


--===Fazit===--

Wahrscheinlich können sich die meisten schon denken, wer diesen Film sehen sollte oder nicht.

Wenn man nichts gegen gute Action, bizarren Spielchen (ála Takeshi´s Castle oder sonstigen japanischen Shows) hat, dann ist dieser Film ein Augenschmaus und ein wirklich geniales Stück Celluloid.

"Brother" ist aber kein purer Actionkracher, wie man das jetzt denken könnte. Für mich war "Brother" eher ein Drama bestückt mit brillianten und NICHT amerikanischen/chinesischen Actionszene. Was das heisst: Es fliegen keine Leute durch die Gegend und haben auch keine 40 Schuss in einem Pistolenmagazin. Die Action ist real und natürlich.

Wer Takeshi´s Filme vorher schon mochte, vorallem "Violant Cop" und "Sonatine" wird in "Brother" seinen Olymp finden...

......::::::Sid6.7::::::......
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
TheZodiacStyle

TheZodiacStyle

01.05.2003 23:15

Dieser Film ist der absolute Hammer. Ich liebe solche Filme besonders mit Takeshi, der weiß was er tut. Solche Filme würde ich jeder Zeit anderen Filmen vorziehen und wenn ein solcher Film neu in der Videothek steht leihe ich ihn mir immer sofort aus und ohne das ich vorher die Filme kannte wurde ich nie enttäuscht. guter Bericht sh

Christo-Boy

Christo-Boy

24.01.2003 12:54

Filme aus Japan stehen zwar immer im Schatten des Hongkong-Kinos, sind aber dennoch erstklassig. Besonders Kitano ist ein Genie. Einen Film, in dem er mitspielt, aber nicht Regie führte, will ich dir sehr ans Herz legen: "Gonin". Die DVD kannst du dir sparen, aber ansehen sollte man sich diesen Film auf jeden Fall.

MarsellusWallace14

MarsellusWallace14

26.07.2002 19:46

Ein wirklich schön blutiger und vor allem lustiger Film!

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