Brother (2000)

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Brutale Übersee-Elegie | Brother

5  16.12.2006

Pro:
Yakuza - Kitano in den USA  -  das reicht

Kontra:
-

Empfehlenswert: Ja 

Cava_2

Über sich:

Mitglied seit:19.09.2006

Erfahrungsberichte:121

Vertrauende:4

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Brother

Drama/Thriller/Action (Japan/USA/Großbritannien 2000)


Regie: Takeshi Kitano
Drehbuch: Takeshi Kitano
Mit: Beat Takeshi, Claude Maki, Omar Epps, Susumu Terajima, Masaya Kato, Royale Watkins, Ren Ohsugi


- Story -

Yakuza-Bodyguard Aniki Yamamoto (Beat Takeshi) kann nach der Ermordung des Familienoberhaupts nicht länger in Japan bleiben und beschließt, zu seinem Bruder Ken (Claude Maki) nach Los Angeles zu gehen. Ken ist ein kleinkrimineller Drogendealer, der schon bald Probleme mit der mexikanischen Konkurrenz bekommt. Aniki regelt das Problem auf seine eigene Art und ermordet die gesamte Gang. Nach und nach etabliert sich die Gang von Aniki und Ken in der Unterwelt von Los Angeles, doch es dauert nicht lange, bis sich die italienische Mafia zu Wort meldet ...


- Kritik -

"Brother" ist der neunte Film von Takeshi Kitano als Regisseur und Drehbuchautor. Der Film setzt die Tradition der Werke des ehemaligen Komikers ("Takeshi's Castle") voll und ganz fort, dennoch erweist sich der Film als überaus gelungenes Experiment. Zehn Millionen US-Dollar war es dem Produzententeam wert, einen Yakuza-Film im japanischen Stil zu drehen, ihn jedoch nach Übersee zu verlegen. Fernab der Heimat wirkt der stille Kitano zwar fremd, aber er bringt all seine Tugenden mit, sowie einige seiner Lieblingskollegen.

Die Geschichte beginnt mit Anikis Ankunft in Amerika. Schnell ist zum ersten Mal Kitanos typische Inszenierung von Gewalt zu bewundern: still und stoisch wie immer läuft Aniki die Straße entlang und wird von Denny ("Dr. House"-Star Omar Epps) angerempelt, dessen Flasche zu Boden fällt. Auf die wüsten Schimpftiraden des Afroamerikaners kennt der harte Yakuza nur eine Antwort und rammt Denny ohne Worte die zerbrochene Flasche ins Auge. Kitanos Stil hat sich eben nie wirklich geändert und ist auch den ganzen Film über sehr stilisiert. Genauso kann Kitano nicht davon ablassen, die Yakuza, besser gesagt sich selbst, als sehr zweideutig zu charakterisieren.

Geht es um Krieg, ist Aniki der letzte, der aufgibt, und dennoch hat der nicht gerade zimperliche Yakuza eine geradezu kindliche Freude daran, andere Leute beim Würfelspielen zu betrügen oder sonstige Spielchen zu treiben. Kitanos Konzept der Yakuza als nicht ganz erwachsen gewordene Kinder geht auf, da wir Aniki einerseits zwar immer den harten Killer abnehmen, er aber andererseits auch immer die bemitleidenswerte, tragische Figur bleibt. Die Geschichte an sich ist zwar nicht neu, dafür sehr spannend erzählt und nicht ganz so langatmig wie manche von Kitanos früheren Werken.

Einige der Schauspieler in "Brother" erkennt man schnell wieder: Omar Epps war bereits in "Scary Movie 2" zugange, Susumu Terajima ("Hana-Bi", "Kids Return", "Ichi the Killer") dürfte als enger Freund jedem Kitano-Fan ein Begriff sein und nimmt hier nahezu dieselbe Rolle ein wie einst im seligen "Sonatine" (1993), ebenfalls von Kitano. Claude Maki agierte bereits in "A Scene at the Sea" unter Kitanos Regie und spielte dort brillant einen taubstummen Surfer. Ren O(h)sugi ("Audition", "Cure") ist ebenso bekannt. Alle spielen sie ihre Rollen vollends zufriedenstellend.

Für den Score ist wieder Joe Hisaishi zuständig gewesen, der unseren Ohren einen gewohnt angenehmen und entspannten Soundtrack gönnt, welcher zu seinen gelungensten zählen dürfte. "Brother" zeigt Takeshi Kitano in Höchstform und sei jedem, der Kitanos Werke noch nicht kennt, als idealer Erstling empfohlen. Es ist eines der mitunter rasanter inszenierten Werke, kommt aber nie von der Spur ab. Sehr empfehlenswert!

Bilder von Brother (2000)
Brother (2000) Bild 28711276 tb
[Cover] Brother
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lacrima_

Lacrima_

16.12.2006 18:56

okay, das währ jetzt nicht unbedingt mein filmgeschmack, aber jedem das seine ^^ schöner bericht. liebe grüße und eine schöne vorweihnachtszeit. lacrima

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