Über sich:Mein erster eigener Roman ist erschienen :D käuflich überall zu erwerben. "Der letzte Sommer de...
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°°°°°°°°°°°°Meine Geschichte mit dem Film°°°°°°°°°°°°
Es ist etwa 2 Jahre her, da war ich durch das erstmalige Anschauen von Schindlers Liste so im 3.Reich - Fieber (keine Sorge, nur Interesse, keine Sympathien), da besorgte ich mir Bücher aus der Bücherei, sah mir jedes Mal, wenn er drankam, "Kinderland ist abgebrannt" an und spielte, einige Monate später, mein bis dato Lieblingsspiel auf der PSone - nämlich MEDAL OF HONOR. Mittlerweile wusste ich mehr als meine Eltern über das 3.Reich, die Invasion der Alliierten und den Ausgang des Krieges. Als ich eines Abends, ich glaube, die Weihnachtsferien 1999/2000 so herumzappte, fiel mir auf einen der öffentlich-rechtlichen Sendern ein Film ins Auge, über den ich vorher schon in unsrer Programmzeitschrift gelesen hatte - es war Die Brücke. Ich sah ihn mir etwa 10 Minuten lang an, um herauszufinden, dass das einer der wohl besten S/W- Produktionen aus dem Nachkriegsdeutschland sei.
Ich sah ihn mir also bis zum Schluss an (das ist ziemlich ungewöhnlich für mich, da ich ein krankhafter Zapper bin) und war sehr beeindruckt. Im Gegensatz zu Ein Fisch namens Wanda oder anderen Filmen, die dann auch auf anderen öffentlich-rechtlichen Sendern ein paar Wochen später gezeigt werden, kam die Chance zu Die Brücke nie wieder...
Im März 2001 dann sah ich im Weltbildkatalog diesen Film für 19.99 DM und beschloss sofort, ihn zu bestellen. Als er dann auch einige Tage später geliefert wurde, legte ich ihn in den Videorecorder meiner Eltern (ich bekam erst am 21.3.2001 GB, meinen eigenen) und glotzte ihn. Und er hatte nichts an seiner Intensität eingebüßt...
°°°°°°°°°°°°°°°Die Geschichte des Films°°°°°°°°°°°°
Es ist April 1945. Die alliierten Streitkräfte sind in Deutschland eingefallen und das Ende des Krieges rückt deutlich näher und näher. In einer kleinen bayrischen Stadt (Bayern wurde von den Amerikanern eingenommen) sind schon alle Uhren auf das Ende des Krieges geschalten und die SS- und NSDAP-Mitglieder flüchten.
Acht kriegslustige minderjährige Burschen meldeten sich allerdings noch zum Wehrdienst an und wurden auch prompt eingezogen, da die Reichsarmee zum Ende des Krieges noch alles verheizte, was nötig war. Sie sind voller Enthusiasmus, vor allem einer, dessen Vater Offizier war. Sie warten mit Spannung auf ihren letzten Einsatz und wollen Action, Blut und Gewalt selbst ausüben. Der Faschismus fordert seine Opfer auch im Geiste.
Aus Angst vor Strafe wehren sich ihre Eltern, die eigentlich wissen, dass der Krieg schon verloren ist, nicht gegen die Einziehung und so kommt es, dass 16jährige Bengel noch ausgebildet werden.
Just an ihrem ersten Tag in der Nacht läuten die Alarmglocken und die gesamte Kaserne des kleinen Dorfes im Bayerischen Wald wird aufgefordert, sich an die Front zu begeben. Die Jungens allerdings werden auf Anraten ihres Ausbilders wegen mangelnder Erfahrung an einen strategisch unwichtigen Ort gesandt, damit sie nicht auch noch krepieren - die Brücke ihres Dorfes.
Diese soll eh am nächsten Tag gesprengt werden und so denken die Deutschen nicht, dass die Jungen in großer Gefahr sind. Sie schaffen MGs und Granaten und Panzerfäuste zur Brücke und freuen sich schon darauf, ein paar Amis abzuknallen. Ihr begleitender Offizier wird als Deserteur, während er Kaffee holen geht, von einem anderen Soldaten erschossen. So sind die Jungen in der Nacht völlig auf sich alleine gestellt.
Da sie noch keine Kampferfahrung haben und auch nicht so recht wissen, was sie tun sollen, eröffnen sie das Feuer, als die ersten amerikanischen Panzer vor der Brücke auftauchen. Schnell sterben einige der Jungen und sie merken, dass ihre Euphorie, die sie noch vor wenigen Stunden hatten sich in pure Angst umwandelt.
Die Brücke wird zum Schlachtfeld der Amerikaner und ein paar minderjährige Jugendliche, die nicht wissen, was sie tun (sollen). Und so hat die sinnloseste Aktion im Krieg viele Opfer gefordert. Es werden nicht viele überleben...
°°°°°°°°°°°°°°°Allgemeines zum Film°°°°°°°°°°°°°°°°
Land/Jahr: Deutschland 1959 Regie: Bernhard Wicki Darsteller:Volker Bohnet Fritz "Harry, hol schon mal den Wagen" Wepper Michael Hinz Frank Glaubrecht Karl Michael Balzer Volker Lechtenbrink Günther Hoffmann Cordula Trantow Günter Pfitzmann
Drehbuch: Michael Mansfeld Karl Wilhelm Vivier
Romanvorlage:Manfred Gregor Musik: Hans Martin Majewski
Kamera: Gerd von Bonin
Länge: ca.105 Minuten
FSK:ab 12
schwarz - weiß
°°°°°°°°°°°°°°°°°Meine Gedanken zum Film°°°°°°°°°°°
Obwohl ich ältere Schwarz Weiß Filme irgendwie nicht abkann, weil ich dann immer so depri-Stimmung krieg, ist Die Brücke eine rühmliche Ausnahme. Vor allem die Inszenierung hat es mir angetan. Die Akteure spielen so realitätsgetreu, als wären es wirkliche Soldaten. Die Kamera ist immer famos. Da wird nicht nur das wichtigste eingefangen, sondern man bekommt auch die Enge eines Schützengrabens, die Härte eines MG-Feuers, das dich fast schon sucht und trifft, und vor allem die dauerhafte Bombardierung des Krieges, die man fast nicht ertragen kann, zu spüren.
Dennoch gibt es nicht nur positive Aspekte bei Die Brücke. Der Schnitt ist oft (eben für die früheren Filme typisch) nicht genau und so hat man das Gefühl, als wäre der Cutter mit der Gartenschere drüber gegangen. Der Ton klingt für mich (jedenfalls in der Videofassung) zu unklar und das ist auch für frühere Filme typisch. Außerdem spielen die Schauspieler manchmal wie im Theater, das bedeutet, ihre Sprechweise (stakkato) und auch ihre Mimik und Gestik wären mehr fürs Theater geeignet. Dennoch ein Feuerwerk fürs Gemüt.
Dramatisch ist der Film auf alle Fälle. Die Musik spielt nicht pompös mit den Gefühlen der Zuschauer, sondern überlässt das dem Film. Ich sage: klasse gemacht.
°°°°°°°°°°°°°°°FAzit°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
Die Brücke ist ein Beispiel für den allmählichen Sinneswandel der Deutschen in den Nachkriegsjahren (auch wenn da der Krieg schon LANGE vorbei war). Die Einsicht über die Sinnlosigkeit der Kriegskinder und die Manipulation der gesamten Gesellschaft von einem Österreicher mit Rotzbremsen-Schnurrbart wirkt auf den Zuschauer über 40 Jahre später noch beeindruckend.
Die Schauspieler, die Kamera, die Regie, das Buch, alles ist klasse und deshalb sage ich, dass Die Brücke für mich einer der besten Kriegsfilme überhaupt ist, nach Der Soldat James Ryan und Der schmale Grat. Hier wird die Perspektive aus deutscher Sicht gezeigt und veranschaulicht, dass auf beiden Seiten Menschen kämpfen. Auch wenn diese manipulierbar sind...
°°°°°°°°°°Auszeichnungen°°°°°°
Golden Globe 1960 Oscar - Nominierung als bester ausländischer Film 1960 Bundesfilmpreis 1960 : Goldenes Band f. beste Regie Preis der New Yorker Filmkritik: Bester ausl. Film
°°°°°°°^Hätten Sies gewusst?°°°°°°°°°
Am bis dato teuersten Kriegsfilm, Der längste Tag, wirkte Bernhard Wicki auch als einer der Regisseure mit.
Is ein Hammerstreifen, keine Frage.Allein die Szene mit der Panzerfaust gegen Ende ist ein Wahnsinn.Für das frühe Entstehen des Films und besonders für eine deutsche Produktion dieser Zeit, ein eindrucksvoller Antikriegsfilm.Hab auch verdammte Angst vor tieffliegenden Ami-Maschinen, bis jetzt hat mich aber noch keine erwischt.
Ewiger Friede samt Bier.....Ronnyboy
Dass mit der Reue und Einsicht ist relativ, denn so wie ich das deutsche Volk einschätze werden sie leider sofort gehorchen, egal ob SPD oder NPD an der Macht sind ...aber das hat ja nichts mit deinem Bericht zu tun, welcher absolut spitze ist! Jami...
04.05.2002 21:21
Den Film habe ich auf Video, hat mich ziemlich beeindruckt.
12.11.2001 05:52
Is ein Hammerstreifen, keine Frage.Allein die Szene mit der Panzerfaust gegen Ende ist ein Wahnsinn.Für das frühe Entstehen des Films und besonders für eine deutsche Produktion dieser Zeit, ein eindrucksvoller Antikriegsfilm.Hab auch verdammte Angst vor tieffliegenden Ami-Maschinen, bis jetzt hat mich aber noch keine erwischt. Ewiger Friede samt Bier.....Ronnyboy
02.11.2001 18:20
Dass mit der Reue und Einsicht ist relativ, denn so wie ich das deutsche Volk einschätze werden sie leider sofort gehorchen, egal ob SPD oder NPD an der Macht sind ...aber das hat ja nichts mit deinem Bericht zu tun, welcher absolut spitze ist! Jami...