Wiedergeburt und Karma

5  13.06.2002 (19.06.2002)

Pro:
tolerante und friedliche Religion

Kontra:
keine

Empfehlenswert: Ja 

aaronT77

Über sich: Hallo liebe CIAO-aner, wollte euch wieder mal sagen, dass ich wieder bei Ciao bin. Gruss vor allem a...

Mitglied seit:09.06.2002

Erfahrungsberichte:18

Vertrauende:13

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 117 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Liebe Leserinnen und Leser,

heute schreibe ich über zwei Themen, die denn Laienbuddhisten besonders interessieren könnten.
Es geht um Karma und um die Wiedergeburt. Viele glauben nicht daran, dass man als Mensch oder sonstiges wiedergeboren werden kann. Aber was hat es auf sich und vor allem, was ist Karma? Viele haben dieses Wort schon mal gehört, aber sicherlich wissen nicht alle, was es tatsächlich bedeutet. Ich werde mit diesem Bericht versuchen, diese beiden Themen einfach und logisch zu erklären.

-Karma-
Das Karma ist sowohl die Sammlung der Folgen vergangener Taten als auch das Entstehen künftiger Folgen aus den gegenwärtig begangenen Taten. Das Karma ist nicht nur der Schatten des Menschen, den keiner abwerfen kann, sondern der Grund der Erscheinung des Menschen wie er hier und jetzt ist, und der Erscheinung seiner Zukunft, in der er noch wirken wird. Dieses Karma, d.h. wir selbst durch unser Tun und Handeln, schickt uns durch den Kreislauf der Wiedergeburten.
Solange der Geist selbst unfriedlich ist, kann es auch keinen Frieden in der Welt geben. Und um glücklich leben zu können, muß der Geist zu seinem Glück, d.h. zu sich selbst, gefunden haben. Das ist der Schlüssel, der auf allen Lebenswegen die wahre Befreiung aufschliesst. Allein schon dieser Lehre wegen, denke ich, kann man dem Buddhismus nicht vorwerfen kann, pessimistisch zu sein, da er ja ganz im Gegenteil, eine optimistische Religion ist, der es um die Befreiung, d.h. Erlösung aller Menschen geht, von der sie weiss, dass jeder Mensch der Schmied seines Glückes ist.

-Wiedergeburt-
Genauso wie beim Karma gab es auch Missverständnisse hinsichtlich der Lehre von der Wiedergeburt. Auch mit ihr tat man sich schwer. Heute dagegen hat die Lehre Buddhas, mit wachsendem Fortschritt der Technik, stetig an Bedeutung gewonnen. Buddha sagte einst: "Wenn wir die Ursachen in der Vergangenheit kennenlernen wollen, dann brauchen wir nur die Wirkungen von heute untersuchen. Wenn wir die Wirkungen von morgen prognostizieren wollen, dann brauchen wir nur die Taten von heute zu betrachten". (Ich finde diesen Satz so logisch und sinnvoll,dass ich ihn jetzt mal so niedergeschrieben habe.) Dieser Lehre begegnen wir auch im Hinduismus. Aber der Buddhismus kommt ohne Götter aus und verzichtet auf die Rolle, welche der Hinduismus den Göttern zuweist. Es ist deswegen gar nicht so falsch, den Buddhismus als eine atheistische Religion zu bezeichnen, denn der Götter- oder Gottglaube ist nicht das Merkmal, das eine der Selbstvollendung gewidmete Einrichtung zur Religion macht. Die sechs Wiedergeburtsreiche: Götter- Titanen und Menschenwelt, Höllenreich, Reich der niederen Kreaturen (hungrige und gierige Geister) und Tierwelt, unterliegen dem Gesetz von Ursache und Wirkung, dem man nicht entkommen kann, solange man noch den Wurzeln des Übels verfallen ist. Solange die Wesen sich von Gier, Hass und Verblendung fesseln lassen, werden sie aus dem Kreis des Werdens (Seins) nicht heraustreten können. Nach buddhistischer Lehre ist das individuelle Leben nur eine Seinsperiode. Das Leben selbst hat keinen Anfang und kein Ende. Der Wesenswechsel gleicht dem Wandel von Licht und Dunkelheit. Wenn das Licht erscheint, verschwindet die Dunkelheit. Wenn die Weisheit erscheint, verschwindet die Unwissenheit und wenn das Feuer erlöscht, dann wird es sich neu entzünden, sobald eine Ursache dafür gegeben ist. Alles entsteht und vergeht, wenn nur die entsprechenden Bedingungen gegeben sind. So ist es mit dem Körper. Auch er versagt eines Tages seine Dienste, weil er vergänglich ist(im Buddhismus ist alles vergänglich). Erscheinungsformen entstehen und vergehen und in diesem Werden und Vergehen kehrt alles zu seinem Ursprung zurück. Erde zu Erde, Wasser zu Wasser, Wind zu Wind usw. In vielen Religionen gilt der Tod als das schrecklichste Ende des Lebens. Buddha hat erkannt, dass der Tod nur eine Verwandlung und damit der Neubeginn eines anderen Lebens ist.

Ich hoffe, mit diesem Bericht hab ich euch ein bisschen helfen können. Freunde fragen mich, wieso ausgerechnet der Buddhismus so friedvoll sein soll. Ich denke,weil es im Buddhismus noch nie einen "Heiligen Krieg" (allein der Begriff ist für mich schon paradox) gegeben hat und geben wird. Ausserdem hat der Buddhismus keine Vorurteile gegenüber Heiden. Christen wurden in Rom verfolgt, weil sie die römische Staatsreligion nicht anerkennen, besonders aber, weil sie nicht den römischen Kaiser als Gott verehren wollten. Eine Religion soll Barmherzigkeit üben. Nur dann kann sie Religion genannt werden. Viele von euch werden nicht meiner Meinung sein und mich für leichtgläubig halten. Aber jeder hat eine freie Entscheidung über seine Ansichten und seine Religion.

Danke fürs Lesen
Euer Aaron
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
EWARamon

EWARamon

18.04.2003 04:08

Interessanter Bericht. Gibt es wirklich noch eine Religion die so tolerant ist andere nicht als Ungläubige zu bezeichnen? Oder keine Kriege führt im Namen von irgend einem Gott? Eine Religion die einen nicht gängelt und bevormundet? Nicht verurteilt? Diese Religion interessiert mich.

grantlsack

grantlsack

18.02.2003 14:51

leider hat wiedergeburt nichts mit buddhismus zu tun, sondern, wie du schon ansatzweise schriebst, mit dem hinduismus (aber eben nicht "auch", sondern nur dort)...

DanyP

DanyP

29.10.2002 19:35

Schöner Bericht und Hut ab vor deiner Meinung und Emotionen. Es ist doch schön wenn heute noch jemand zu sich und seinen Gefühlen stehen kann. Dany

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 1679 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (97%):
  1. Karabienchen
  2. Eso-Klaus
  3. EWARamon
und weiteren 110 Mitgliedern

"hilfreich" von (3%):
  1. kaktussi3
  2. grantlsack
  3. peregrinus
und einem weiteren Mitglied

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.